Der Frust bei vielen Fans war groß, nachdem das Gästekontigent für das Pokalfinale bei den Würzburger Kickers schon vor dem angekündigten Verkaufsstart restlos vergriffen war. Auch in der Redaktion wurde rege über das Thema diskutiert. Es ist schließlich nicht das erste Mal, dass man sich über das Ticketing ärgern muss.
Wie konnten schon alle Tickets vergriffen sein?
Schon vor dem angekündigten Verkaufsstart um 12 Uhr wurde den offiziell eingetragenen Fanclubs des TSV 1860 München bereits um 10 Uhr ein Ticketlink zur Verfügung gestellt. Darüber sollte das Fanclubkontigent geordert werden. Dafür musste man sich jedoch weder als Fanclub authentifizieren, noch gab es ein Limit wie viele Tickets gekauft werden konnten. Zwar war die Anzahl pro Bestellvorgang auf 10 Tickets begrenzt, die Anzahl der Bestellvorgänge die man tätigen konnte, war aber unbegrenzt.
Als Reaktion darauf schaltete das Ticketing der Löwen den Link schon um 11:20 Uhr für “normale” Fans frei. Gebracht hat es wenig, der Großteil der Tickets war bereits vergriffen.
Fanclub-Vorverkauf – noch zeitgemäß?
Zu denken, dass dieser Link von einigen der Empfänger nicht weitergegeben werden würde, ist maximal blauäugig – vor allem da es nicht zum ersten Mal passiert ist. Warum Fanclubs überhaupt ein generelles Vorverkaufsrecht haben, erschließt sich zumindestens mir nicht.
Die Büchse der Pandora, dass manche Fans eher begehrte Tickets verdienen als andere, ist ab dem Zeitpunkt geöffnet, an dem es verschiedene Vorverkaufsphasen gibt. Provokant gefragt: Warum sollten Löwen und Löwinnen, die den Verein seit Jahren zu so vielen Spielen wie möglich begleiten, leer ausgehen, während ein Fanclubmitglied die Chance hat, sich die Highlightspiele rauszupicken?
Ein Blick auf den 1. FC Nürnberg
Dass es anders geht, zeigt der Glubb. Auswärtsfahrer*innen bewerben sich über die Website auf maximal zwei Tickets in der von ihnen gewünschten Kategorie. Sobald es mehr Anfragen gibt als das Kontigent hergibt, erfolgt die Ticketvergabe nach dem Durchschnitt der bestellten Spiele innerhalb eines bestimmten Zeitraums. Heißt: Wer auch die unattraktiven Auswärtsspiele besucht, hat bei den stark nachgefragten Highlights höhere Chancen.
Selbstredend läuft auch bei diesem System nicht alles rund und fair. Das Formular suggeriert beispielsweise, dass nur Mitglieder und Dauerkartenbesitzer sich über diesen Weg bewerben können. Aus Erfahrungsberichten einiger Nürnberger liest man aber heraus, dass dieses System Anklang findet und funktioniert.
Gästetickets gehören über den Gastverein verkauft!
In professionelleren Ligen und Vereinen ist es gängige Praxis, dass das Gästekontingent auch über den Gastverein verkauft wird. Die Gründe sind offensichtlich: Der eigene Verein kennt seine eigene Fanlandschaft am besten, und kann so den Ticketverkauf – im Best-Case – sauber organisieren. Mal ganz abgesehen davon, dass man als Löwenfan, der regelmäßig auswärts fährt, mittlerweile per E-Mail von Geburtstagswünschen und Spieltagsinformationen anderer Vereine überschwemmt wird. Bei über der Hälfte der Auswärtsspiele musste man sich in fremden Ticketshops registrieren.
Allgemeiner Unmut über das Ticketing
Es sollte für einen Profiverein möglich sein, ein funktionierendes, möglichst stressfreies Ticketing bereitzustellen. Es ist klar, dass der Fußball in den letzten Jahren einen enormen Hype erfahren hat, die Zuschauerzahlen explodieren und die Löwen mit ihrer enormen Fanbasis natürlich mehr bewältigen müssen als so manche graue Maus der Liga.
Das ist aber alles keine Entschuldigung dafür, beispielsweise Ticketinformationen nicht rechtzeitig und breitflächig bereitzustellen. Mehrmals diese Saison ist es vorgekommen, dass der Beginn des Vorverkaufs erst wenige Stunden vorher kommuniziert wurde. Auf den Social Media Kanälen erscheinen Ticketinformationen mittlerweile meistens gar nicht mehr. Außerdem ist der Online-Ticketshop – gelinde gesagt – oft etwas zickig. Das sorgt für Unmut – und das Verständnis schwindet zunehmend.
Reaktion auf die Ticketknappheit in Würzburg
Bei all dem darf man aber natürlich auch nicht vergessen, dass es im Endspiel des Toto-Pokals – für ein Finale untypisch – kein gleich großes Kontingent für beide Vereine gibt. Die Würzburger Kickers genießen als unterklassiger Verein Heimrecht und müssen nur 10% der Tickets für Gästefans bereitstellen. Die Gründe für diese Regelung kennt nur der BFV.
Man muss der KGaA zugestehen, dass sie in den Dialog mit den Kickers gegangen ist. Es wird nun ein weiterer Gästeblock geöffnet, und Löwenfans haben am Montag eine neue Chance Tickets zu ergattern.
Die Giesinger Gedanken erscheinen regelmäßig als Kommentar und sind die persönliche Meinung eines Mitglieds unserer Redaktion oder eines Gastautors. Sie spiegeln nicht grundsätzlich die Meinung der gesamten Redaktion wider.











Gut gebrüllt, Löwe Leon😉🦁🦁🦁,
verdammt wichtig ist jetzt, dass die Sache nicht unter dem Teppich landet und sich etwas verändert. Natürlich hat man als Fan, Mitglied und Dauerkarteninhaber nicht automatisch Anspruch auf eine Karte, wenn nur ein begrenztes Budget zur Verfügung steht. Wenn mir aber Vorabinfos zur Verfügung gestellt werden und eine klare Ansage gemacht wird, ab wann die Schlacht um die Tickets online beginnt, dann muss ich mich auch darauf verlassen können. Aktuell fühle ich mich doch etwas verarscht. Und wenn es Bedingung ist, in einem Fanclub Mitglied zu sein, dann hatten diese Woche alle anderen treuen Fans nicht den Hauch einer Chance. So kann und darf es nicht weitergehen. ELIL🦁, trotz allem…
Löwengrüße von Epse🦁
Das Thema geht doch viel weiter . In Sachen Fanarbeit ist 1860 kreiklasse nicht mehr und nicht weniger . Anstatt die Chance zu nutzen das Vakum nach der ARGE zu füllen mit einer modernen Fanorganisation passiert einfach nichts .