Die Saison 1987/88 gehört sicher nicht zu den Glanzstücken der Vereinshistorie der Löwen. Zwar konnte man in der Bayernliga Vereine wie den FC Augsburg oder den MTV Ingolstadt distanzieren, gegen Meister SpVgg Unterhaching war man jedoch chancenlos und auch die Zuschauerzahlen gingen in den Keller. Selbst im Umland wollten nur 400 Leute den Testspiel-Sieg des TSV 1860 beim SV Kranzberg sehen.

Tristesse in der Bayernliga

Es hätte alles so schön sein können. Nur eins der ersten neun Saisonspiele hatten die Löwen verloren (1:2 in Schweinfurt), als man am 20.09.1987 gegen die SpVgg Unterhaching antreten musste. Die Vorstädter hatten das Grünwalder Stadion als Austragungsort gewählt und 4.600 Zuschauer waren gekommen. Am Ende hieß es 3:2 für die Rot-Blauen und nur eine Woche später musste sich Sechzig mit dem selben Ergebnis auch dem TSV Vestenbergsgreuth geschlagen geben. Die Weichen in Richtung eines weiteren Jahres in der Bayernliga waren also früh gestellt. Daran änderte auch der Trainerwechsel Mitte November nichts mehr. Thomas Zander musste gehen, für ihn übernahm Uwe Klimaschewski.

Geisterspiele auf Giesings Höhen

Nein, ganz so schlimm wie jetzt war es damals nicht, aber von Giesinger Fußballfesten war der TSV 1860 meilenweit entfernt. Kamen zum vorentscheidenden Spiel gegen Unterhaching Ende März 1988 noch 12.000 Zuschauer ins Stadion, wurde es nach dem enttäuschenden 3:3 doch merklich ruhiger. Das 1:1 gegen den 1. FC Amberg wollten nur noch 1.200 Leute sehen und selbst das “Auswärts”-Match gegen die Bayern Amateure lockte nur 500 (!) hinterm Ofen hervor. Gegen den FC 08 Kronach (2:0) kamen 700 Zuschauer, gegen den TSV Ampfing (8:2) deren 500 und selbst zum letzten Saisonspiel gegen den MTV Ingolstadt bequemten sich lediglich 800 Leute ins Sechzgerstadion.

Testspiel-Sieg des TSV 1860 beim SV Kranzberg

Die Löwen hatten ihren Glanz verloren. Und das, obwohl der TSV 1860 mit Bruckhoff, Goldstein, Löbmann, Wabra, Kneißl, Pinkall etc. doch etliche namhafte Akteure in den eigenen Reihen hatte. Deren Prestige stand jedoch zu oft in keiner Relation zu den gezeigten Leistungen und so schwand auch der Rückhalt der Fans. Selbst im Umland war Sechzig nicht sonderlich gefragt und so fanden sich nur 400 Zuschauer beim Testspiel-Sieg des TSV 1860 beim SV Kranzberg ein. Die Ampertaler feierten damals ihr 40-jähriges Jubiläum und hätten sich sicher ein etwas größeres Publikum und mehr Spektakel erhofft.

Die Aufstellung der Löwen

Trainer Uwe Klimaschewski bot am 07.02.1988 folgende Spieler auf:

Grüninger (46. Sciopu) – Aigner, Goldstein (46. Karl), Kalapac – Jaxt, Bruckhoff (46. Wolf), Kneißl, Geesdorf, Heidenreich (46. Löbmann) – Wabra (46. Pinkall), Margeirsson (46. Becker)

Tore:
0:1 Wabra (3.), 0:2 Margeirsson (44.), 0:3 Becker (70.), 0:4 Löbmann (80.)

Löwen Kompendium

Gerne verweisen wir auch diesmal wieder auf das großartige Löwen Kompendium von Thorsten Ruinys. Wer sich für Statistiken rund um den TSV 1860 München interessiert, der ist hier genau richtig.

0 0 votes
Artikelbewertung
Vorheriger Artikel06.02.1958: Die Tragödie um die Busby Babes von Manchester United
Nächster ArtikelEuropameisterschaft 1992 in Schweden. TSV 1860 äußerst präsent.
Abonnieren
Benachrichtige mich bei
1 Kommentar
Newest
Oldest Most Voted
Inline Feedbacks
View all comments

Unvergessliche Zeiten . Einen Tag darauf hatte ich meine Abschlussprüfung zum Vers.kfm.IHK und war drei Monate mit meiner heutigen Frau und Mutter unserer Kinder zusammen. Sechzig war sportlich grenzwertig unterwegs und aus diesem Team war ja nur Magic Kneissl der Einzige im folgenden Aufstiegsteam 1991 unter Wettberg. Achtziger Jahre dennoch unvergessen und meine drei Wohnjahre in M- Sendling am Partnachplatz ebenso wie viele Löwenfreundschaften mit unseren Innstadt-Löwen aus Wasserburg auf Giesings Höhen