Auf dem Weg zur Deutschen Meisterschaft ließ sich der TSV 1860 München auch von Hannover 96 nicht aufhalten und gewann im Niedersachsenstadion mit 1:0.

Die Löwen in der Mini-Krise

Schon Mitte der 60er Jahre galten drei Spiele ohne Sieg als Krise. Nach den zwei enttäuschenden 1:1-Unentschieden in Mönchengladbach (29.12.1965) und zuhause gegen den 1. FC Nürnberg (15.01.1966) sowie der krachenden Derby-Pleite gegen die Roten (0:3 am 08.01.1966) musste in Hannover dringend ein Erfolgserlebnis her. Zwar führten die Löwen noch immer die Bundesliga-Tabelle an, der FC Bayern und Borussia Dortmund lagen jedoch nur einen Punkt dahinter.

Schlechte Platzverhältnisse

“Wer hier ein Tor schießt, gewinnt auch”, prophezeite 96-Trainer Kronsbein bereits vor der Partie und sollte Recht behalten. Der Platz im Niedersachsenstadion war extrem schwer und erst kurz vor dem Anpfiff durch Mitarbeiter der Stadt Hannover halbwegs spielbar gemacht worden. Nicht unbedingt die besten Voraussetzungen für ein attraktives Fußballspiel und gerade die technisch versierten Spieler der Löwen litten sehr darunter.

96 dominant

Bernd Winninger und seine TAKTIKTAFEL hätten ihre helle Freude an diesem Spiel gehabt. Hannover dominierte die Partie, wenn man der Statistik Glauben schenken darf: 16:4 Ecken und 24 Torschüsse, davon sechs Hochkaräter! Als Sieger aber gingen die Löwen vom Platz…

Perusic überragt

Auch wenn er nicht als Torschütze in Erscheinung trat, so war Zeljko “Peru” Perusic doch der auffälligste Spieler auf Seiten der Giesinger. Dem kleinen Außenläufer kam das schwere Geläuf natürlich besonders zugute und so zeigte er eine überragende Leistung, gewann fast alle Zweikämpfe und leitete etlich Angriffe der Löwen ein.

Brunnenmeier erlöst 1860

Für das goldene Tor sorgte schließlich (einmal mehr) Rudi Brunnenmeier. Obwohl er bei seinem Gegenspieler Bodo Fuchs größtenteils abgemeldet war, war der Nationalspieler in der 70. Minute zur Stelle. Ecke Patzke, Verlängerung Konietzka und Brunnenmeier per Kopf zum 0:1. Am Saisonende standen beim ihm 15 Tore zu Buche; erfolgreichster Löwe in der Meistersaison war Konietzka mit stolzen 26 (!) Buden!

Glück im Unglück

Eben dieser Timo Konietzka machte sich nach dem Spiel zusammen mit Otto Luttrop auf den Weg in den heimatlichen Westen der Republik. Unterwegs wurden die beiden in einen Autounfall verwickelt. Glücklicherweise kamen beide Spieler glimpflich davon und erlitten lediglich leichte Verletzungen.

Die Aufstellung der Löwen

Trainer Max Merkel schenkte im Niedersachsenstadion folgender Mannschaft sein Vertrauen:

Radenkovic – Wagner, Patzke – Luttrop, Reich, Perusic, Heiß, Küppers – Brunnenmeier, Konietzka, Grosser

Tor:
0:1 Brunnenmeier (70.)

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