Jesper Verlaat wird von vielen Löwenfans als der Königstransfer des TSV 1860 in der Sommerpause betrachtet. Trotz zahlreicher anderer namhafter Neuzugänge wie Rieder, Vrenezi oder Boyamba hat der 26-Jährige einen Sonderstatus – und das Potential zum Publikumsliebling. Im Interview mit FuPa spricht Verlaat unter anderem über seine erste Begegnung mit Michael Köllner, seine Spielweise und warum er zu den Löwen gewechselt ist.

Jesper Verlaat im Interview

Mit seinen 1,92 m weist Jesper Verlaat geradezu ein Gardemaß für einen Innenverteidiger auf. Bereits vor vier Jahren spielte der Sohn des ehemaligen niederländischen Nationalspielers Frank Verlaat in der 2. Bundesliga für den SV Sandhausen. Es folgte der vermeintliche Rückschritt zum Drittligisten Waldhof Mannheim und nun – trotz vorliegender Angebote aus der 2. Liga – der Wechsel zum TSV 1860. Im Interview mit Uli Kellner (FuPa/Merkur) erläutert Verlaat, welchen Einfluss Michael Köllner auf seine Entscheidung hatte.

“Als ich ihn das erste Mal am Trainingsgelände gesehen habe, da kam er mit dem Fahrrad an, direkt aus dem Spanien-Urlaub, braun gebrannt, hellblaue Badehose, weißes T-Shirt, Flipflops. Mein Gedanke war: Wow, entspannter Typ! Was er erzählt hat, hat Sinn gemacht für mich, seine Philosophie, wie er trainiert, was er fordert von Spielern. Ich wollte einen neuen Reiz haben – und er hat mir das Gefühl gegeben, dass es passt.”

“Es hat sich mit 1860 gut angefühlt”

Bleibt die Frage, wieso Verlaat den Wechsel zu den Löwen einem möglichen Engagement in der 2. Bundesliga vorzog. Doch auch darauf hat der Niederländer eine passende Antwort.

“Ich hab mir alles angehört, vieles angeguckt, um ein Gefühl zu entwickeln. Das ist ein Tipp, den mir meine Eltern mitgegeben haben. Damit man die Menschen kennenlernt, mit denen man täglich zu tun hat. Am Ende ist es schöner, bei etwas Großem mitzuwirken, als krampfhaft in die 2. Liga zu wechseln, als Nummer zwei oder drei. Es hat sich mit 1860 gut angefühlt, deswegen habe ich keinen Grund gesehen zu pokern.”

Wer weiß? Vielleicht spielt er ab Sommer 2023 ja auch mit dem TSV 1860 in der 2. Bundesliga…

Technisch versierter Verteidiger

Verlaat gilt als technisch versierter Verteidiger, der es oft gar nicht nötig hat, die Sense auszupacken, weil er kritische Situationen durch sein Stellungsspiel erst gar nicht zulässt. Im Interview stellt Verlaat klar:

“Ich war nie so ein Dazwischenhauer, kein Grätscher, der einen Gegner einfach mal wegbricht. In Holland sagt man: Man darf sich nicht den Käse vom Brot klauen lassen. Meinem Vater ist aufgefallen, dass ich mich da gesteigert habe. Mir wurde auch beigebracht: Wenn man eine Gelbe Karte abholt, dann stand man falsch, muss also sein Positionsspiel verbessern. Ansonsten: Ich versuche erst mal, den Laden hinten dichtzuhalten, und wenn vorne mal ein Tor rumkommt, ist das ein schöner Bonuspunkt. Was gibt es Schöneres, als wenn man als Innenverteidiger in der 90. Minute das 1:0 köpft?”

Was glaubt Ihr? Wie viele Tore wird Verlaat in der kommenden Saison als Abwehrspieler für Münchens große Liebe erzielen?

Bild: OR Pressedienst

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der Bub macht mir einen sehr sortierten und durchdachten Eindruck…da haben wir einen echten “Typen” verppflichtet,keinen Schaumschläger ! passt zu ´60