In der aktuellen Woche kam es zum ersten Treffen zwischen 1860-Präsident Gernot Mang und dem Münchner OB Dieter Reiter. Wie es in der aktuellen Rathausumschau #179 heißt, ging es vor Allem um die Zukunft des Grünwalder Stadions. Hier wurde eine vom Verein bezahlte Neubewertung der möglichen Gesamtkapazität vereinbart. Die Stadt wird hierbei mit einem festen Ansprechpartner beratend tätig sein.
Kommission mit klarem Plan
[UPDATE 20. Sep. 8:00 Uhr] In einer Aussendung des e.V. wurde außerdem noch die Gründung einer Stadionkommission unter der Leitung von Walter Lechner bekanntgegeben. Der Unternehmer ist Abteilungsleiter der Golfer bei den Löwen. In Rahmen der Kommission sollen nicht nur Stadt, Verein und Architekten, sondern auch Vertreter von Fanorganisationen mitarbeiten.
Die Stadt und der Verein sind sich einig das eine Kapazität unterhalb der 25 000 für den TSV 1860 wirtschaftlich nicht sinnvoll ist. Die neue Prüfung erfolgt unter Berücksichtigung der Kriterien der DFB, DFL und der UEFA. In Zukunft sollen zum Stadionthema nur noch gemeinsame Stellungnahmen der beiden Parteien herausgegeben werden.
In einem Video auf Social Media hat Dieter Reiter außerdem einen groben Zeitplan verraten. Die Arbeit der Kommission soll 6 Monate dauern und dann im Frühjahr 26 eine Entscheidung getroffen werden.
Das Statement aus dem Rathaus
Im Folgenden geben wir die Verlautbarungen aus dem Rathaus in leicht gekürzter Form wieder:
Oberbürgermeister Reiter: “Ich habe mich gefreut, Herrn Mang diese Woche persönlich kennengelernt zu haben und schätze seine zugängliche und konstruktive Art sehr. Er ist ja noch nicht lange im Amt, hat aber bereits eine sehr konkrete Vorstellung davon, wo es mit dem Verein – vor allem auch in der Stadionfrage – hingehen soll. Sein deutliches Bekenntnis zum Standort Giesing, mit einer realistischen Dimension, was die Zuschauerzahl anbelangt, stimmt mich optimistisch, dass wir hier endlich weiterkommen können.
Um die Frage ein für alle Mal zu klären, wie viele Zuschauer*innen bei dem bestehenden Baurecht denkbar sind, haben wir vereinbart, dass der Verein auf eigene Kosten eine Neubewertung in Auftrag gibt und wir als Stadt – auf Wunsch des Vereins – den Prozess von Anfang an beratend begleiten, neben Bürgermeisterin Dietl auch durch einen festen Vertreter unserer Planungsbehörde. […] Denkbar ist, dass der Verein den Ausbau im Erbbaurecht übernimmt und auch die Kosten für den Ausbau trägt. Auch die Anwohnerinnen und Anwohner sollen frühzeitig in den Prozess eingebunden werden, etwa in Form eines Nachbarschaftsbeirats – eine Idee, die von Herrn Mang positiv aufgegriffen wurde. Ich habe ein gutes Gefühl, dass es nicht nur sportlich, sondern auch stadion-technisch für die Sechzger weiter aufwärts geht!”
Gernot Mang: “Das heutige Gespräch hat gezeigt, dass wir mit der Landeshauptstadt München an einem Strang ziehen. Die neue Stadionkommission und die Neubewertung sind ein starkes Signal dafür, dass wir zusammen die Zukunft der Spielstätte des Vereins am Standort Giesing konstruktiv und nachhaltig gestalten wollen.”
Sportbürgermeisterin Verena Dietl: “Ich danke Präsident Gernot Mang für den Impuls, gemeinsam in der Stadionfrage weiter voranzukommen. Diese Zusammenarbeit zwischen Stadt und Verein ist gut und ein wichtiges Fundament, um eine Stadionlösung für die Löwen zu finden, die sportlich, wirtschaftlich und städtebaurechtlich funktionieren kann. Als Löwin werde ich selbstverständlich auch weiterhin meinen Verein nach allen Kräften unterstützen.”
Ein Schritt in die richtige Richtung
Endlich wird miteinander gesprochen und nicht übereinander – und plötzlich geht es auch konstruktiv weiter. Die Stadt scheint weiter einem Ausbau des GWS zugeneigt und eine Neubewertung der möglichen Gesamtkapazität ist der einzig richtige Schritt. Auch das Thema Erbbaurecht ist nun von städtischer Seite einmal offiziell aufs Tableau gebracht worden. Besonders wertvoll sollte auch das Bekenntnis seitens der Stadt zu einem festen Ansprechpartner in diesem Prozess sein, um nicht weiter an Zuständigkeitsfragen zu verzweifeln. Ein erster Schritt ist getan, hoffen wir, dass auch das weitere Vorgehen von Klarheit in Kommunikation und Handeln geprägt sein wird!











Zeit is worn. Trotzdem danke an Gernot Mang, dass er das Thema voran treibt.
Nichts, was mich inhaltlich groß überrascht.. Das sind, aus meiner Sicht, genau die nächsten bzw die richtigen Schritte die es braucht, um hier weiter zu kommen. Hatte ich unter andere Artirkel auch schon kommentiert.
Schön, dass Mang das nun so angeht.
Was mich nur wundert (neben der für einen OB doch sehr klaren Spitze gegen Ex-Funktionäre, zu hören in seiner Videobotschaft), ist dieser Satz:
“Denkbar ist, dass der Verein den Ausbau im Erbbaurecht übernimmt und auch die Kosten für den Ausbau trägt”
Im Erbbautecht übernehmen, ja, ok. Dann aber keine weiteren Vereine außer 60. Oder wir erhalten dafür Miete. Finde ich gut mit dem Erbbautecht.
Aber, dass es denkbar ist, dass wir die Kosten für den Ausbau übernehmen??
Das sehe ich eher kritisch.. wir reden hier ja nicht von “nur” 10 Millionen..(die wir uns auch nicht leisten könnten)
Zins und Tilgung für den Ausbau plus Erbbauzins ist sicherlich nicht nur durch die Mehreinnahmen der höheren Zuschauerzahl zu stemmen..
Heißt auch, die Mehreinnahmen durch mehr Zuschauer helfen uns sportlich erstmal gar nicht weiter..
Ich hoffe, der potentielle neue Investor hat hier einen guten Plan vorgelegt, wie er in Sachen Stadion vorgehen würde.
Denke ich auch, sonst gäbe es diese Idee erst gar nicht..
Auch wenn ich nicht per se gegen ein neues Stadion bin, finde ich es richtig und wichtig, das es v.a. gemeinsam bei diesem Thema weitergeht.
Damit können nach Kenntnis der Faktenlage die nächsten Schritte gegangen werden.
Eine gemeinsame PM, ein Treffen, das vorab unter dem Radar blieb und, dass Reiter eine Kapazitätserweiterung nicht mehr kategorisch ausschließt. Das ist wirklich eine positive Entwicklung!
Sechzgerstadion Ausbau jetzt!
Definitiv positiv! In neuer Konstellation in AR und Beirat kgaA mit GF und Präsidium kann das jetzt endlich was Produktives werden. Der Ausbau in ein ligaunabhängiges modernes, ökologisch wertvolles innerstädtisches Stadionumbau-Vorzeigeprojekt…
so rasch als möglich in echter Kooperation mit Stadt u. Behörden. Und mit Hilfe aller Sponsoren, Mitglieder und ggf. bald neuen Mitinvestoren.
Für den TSV 1860 in München-Giesing!
Ohne nach treten zu wollen, aber irgendwie stellt sich mir schon die Frage, warum das Präsidium mit Reisinger und Sitzberger , der ja auch fast die ganze Zeit im Boot gesessen ist, es nicht geschafft hat sowas in die Wege zu leiten? In acht Jahren!Denke auch, der Reiter sagt jede Woche was anderes, aber der Ansatz klingt doch immerhin interessant. Meiner Meinung nach ist der Standort Giesing eh, um mal Frau Merkel zu zitieren, alternativlos.
Baut das Sechzger aus!
Der Reiter hängt sein Fähnchen immer schön nach dem Wind. Erst recht, wenn in ein paar Monaten Wahlen sind. Und beileibe nicht nur beim Thema Grünwalder Stadion.
Aber gut, dann müssen die 60er halt dafür sorgen, dass der Wind deutlich spürbar und aus der richtigen Richtung bläst. Da scheint Mang ja auf einem guten Weg zu sein 😉
Ein Lehrbeispiel, wie man kritischen Situationen im Vorfeld einer Kommunalwahl aus dem Weg geht.
Um die Frage ein für alle Mal zu klären, wie viele Zuschauer*innen bei dem bestehenden Baurecht denkbar sind, haben wir vereinbart, dass der Verein auf eigene Kosten eine Neubewertung in Auftrag gibt und wir als Stadt – auf Wunsch des Vereins – den Prozess von Anfang an beratend begleiten, neben Bürgermeisterin Dietl auch durch einen festen Vertreter unserer Planungsbehörde. […] Denkbar ist, dass der Verein den Ausbau im Erbbaurecht übernimmt und auch die Kosten für den Ausbau trägt. Auch die Anwohnerinnen und Anwohner sollen frühzeitig in den Prozess eingebunden werden, etwa in Form eines Nachbarschaftsbeirats – eine Idee, die von Herrn Mang positiv aufgegriffen wurde. Ich habe ein gutes Gefühl, dass es nicht nur sportlich, sondern auch stadion-technisch für die Sechzger weiter aufwärts geht!”
Gesagt ist damit gar nichts. Versprochen zumindest alles was möglich ist, und passiert ist damit auch nichts. Dann schauen wir mal, was die 37. Stadionkommission so auf die Reihe bekommt, und wer das dann alles zahlt.
Ja, Reiter wischt das Thema richtig schön vom Tisch weg. Für ihn gerade noch rechtzeitig vor dem Bürgerentscheid und dem darauffolgenden Bürgermeisterwahlkampf.
Das Zugeständnis, erstmal bei den Bestrebungen von Sechzig nicht im Weg zu stehen, reicht, um das Thema nicht im Wahlkampf zu haben.
Und aufgrund der Olympiabewerbung will sich auch keine andere Fraktion derzeit zu. Stadion äußern.
Wir sollten Zinner auf das Thema ansetzen, seine Rede findet wohl 4 Tage vor Reiters vermeintlicher Wiederwahl statt.
Warum hätte der e.V. früher viel Geld für ein neues GWS-Gutachten ausgeben und verplembern sollen, wo doch Ismaik den Verbleib im GWS ultimativ ausgeschlossen hatte. Der Aufsichtsrats-Vorsitzende Saki konnte den Geschäftsführern untersagen, Gelder für ein Gutachten auszugeben.
Außerdem hat sich nur insoweit etwas geändert, dass die LHM/Reiter jetzt die alleinige Verantwortung für die Kapazitätsberechnung auf 1860 geschoben hat.
Ein guter und wichtiger Schritt. Giesing muss bei den Überlegungen immer Priorität haben und alles probiert werden, das Maximum an diesem Standort rauszuholen.