1860-Mitgliederversammlung steht an

Am 24. Oktober steht die Mitgliederversammlung des Turn- und Sportvereins München von 1860 e.V. in der Kulturhalle “Zenith” an.

Neben den für eine Vereins-Mitgliederversammlung üblichen Tagesordnungspunkten wie Berichte, Entlastungen & Anträge werden dieses Jahr auch wieder turnusmäßig die Vereinsgremien Verwaltungsrat, Wahlausschuss und Ehrenrat von den anwesenden und stimmberechtigten Mitgliedern gewählt.

Falschinformation durch einen 1860-Blog

Kurz vor der Wahl hat sich der 1860-Blog “dieBlaue24.de” mit der anstehenden Mitgliederversammlung in einem Artikel (13.10.2021, 06 Uhr) beschäftigt. Unter dem Titel “Mitgliederversammlung am 24. Oktober: 1860 wendet 3G+ an” wird beleuchtet, dass der Verein sich entschieden hat, die Präsenzveranstaltung unter Anwendung des Konzepts “3G+” durchzuführen.

In einem Nebensatz und fast unscheinbar tätigt der Autor jedoch eine Aussage hinsichtlich des 1860-Verwaltungsrats, die schlichtweg falsch ist:

“Es kommt dabei u.a. zur Neuwahl des Verwaltungsrates, der am Ende des Tages den Präsidenten bestellt.”

Einzig richtig an dieser Aussage ist, dass bei der Mitgliederversammlung am 24. Oktober der Verwaltungsrat gewählt wird. Hierfür stehen 10 Kandidatinnen und Kandidaten für 9 Plätze zur Wahl.

Gänzlich falsch und somit eine Fehlinformation der Leser*innen des Blogs ist jedoch die Behauptung, der Verwaltungsrat würde “am Ende des Tages den Präsidenten bestellen”.

Am Ende des Tages dürften sich die gewählten Verwaltungsratsmitglieder zunächst über ihren Sieg freuen und sich vielleicht ein Bier, nicht jedoch irgendwelche Präsidenten bestellen. Aber Spaß beiseite:

Das Präsidium des Vereins – diesem gehört der Präsident an – wird vom höchsten Organ des Vereins, nämlich der Mitgliederversammlung, gewählt (Ziffer 11.2.1 der Satzung). Es wird mitnichten vom Verwaltungsrat “bestellt”. Die Bestellung einer Person für ein Amt ist mit deren Ernennung gleichzusetzen – der Autor des Artikels behauptet somit, der Verwaltungsrat würde automatisch den Präsidenten des Vereins ernennen. Dies ist aber nicht der Fall.

Lediglich werden die Einzelkandidaten für die jeweiligen Präsidiumsämter der Mitgliederversammlung vom Verwaltungsrat zur Wahl vorgeschlagen (ebenfalls Ziffer 11.2.1 der Satzung). Werden die jeweiligen Kandidaten nicht gewählt, muss der Verwaltungsrat hierfür Alternativkandidaten finden (Ziffer 11.2.2 der Satzung).

Unterschwellige Unterstellung des Satzungsbruchs?

Dieser hoffentlich nicht bewusst so gewählten Formulierung des Autors im Blog “dieBlaue24.de” könnte die unterschwellige Unterstellung herausgelesen werden, der Verwaltungsrat würde sich über die geltende Satzung des Vereins hinwegsetzen und nach Gutdünken einen Präsidenten ins Amt hieven. Insofern sei geraten, vorstehend zitierte Formulierung umzuändern sowie eine Gegendarstellung zu formulieren & zu veröffentlichen. Zu ordentlicher journalistischer Arbeit gehört auch die Prüfung der eigenen Aussagen auf deren inhaltliche Korrektheit.

Für die richtige Formulierung hilft ein gewissenhafter Blick in die Satzung des TSV München von 1860 e.V.

Übrigens: Die Satzung des TSV München von 1860 e.V. ist nicht in Stein gemeißelt. Das Schöne und Interessante an einer Mitgliedschaft im Verein ist, dass man durch Anträge zur Satzungsänderung – form- und fristgerechte Einreichung vorausgesetzt – die Modalitäten von Wahlen ändern kann. Doch auch hier gilt: am Ende entscheidet die Mehrheit der anwesenden, stimmberechtigten Mitglieder.

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Lustig is das hier schon, im Anti-db24-Blog.
“Am Ende des Tages” kann wohl nur Präsident werden, der vom VR als würdig empfunden wird. Da hat der griss ned so unrecht…
Wenn man die Artikel hier so liest, kommt man nicht umhin anzunehmen, dass einige von euch drüben beim griss kommentieren…

Danke für eure Antworten, buschi und Siggi! Immer ein schwieriges Thema, aber auf jeden Fall wichtig, eure externen Meinungen zu hören. Im Übrigen natürlich auch von A.Teal, auch wenn ich dort zunächst etwas harsch reagiert habe.

Ihr begebt euch, meiner Meinung nach, mit solchen Artikeln auf das Niveau des Bloggers.
Konzentriert euch weiter auf das Wesentliche, wie bisher.
Ist sonst immer sehr sachkundig & korrekt, was ihr schreibt.
Danke für euer Verständnis.

Ich muss sagen, dass ich solche Kommentare leider in keinster Weise nachvollziehen kann. Sobald hier – wie in diesem Artikel übrigens perfekt zu sehen – fundiert etwas widerlegt wird, kommen sofort diese Bemerkungen, wir würden uns auf ein bestimmtes Niveau begeben. Woran machst du das in diesem Fall fest?

Hier wurde sachlich dargelegt, dass es sich um eine (möglicherweise gar bewusste) Falschinformation handelt und die Satzung zitiert. Wir gehen wirklich selten auf so etwas ein, denn wie so oft gibt es auch bei diesem Thema ganz unterschiedliche Meinungen in der Redaktion. Aber es gibt eben Grenzen und diese wurde hierbei überschritten, sodass wir uns zu dem Artikel gezwungen sahen.

Es geht hierbei (wie oben schon beschrieben) um das wichtigste Organ der Vereinspolitik, daher halten wir das Thema durchaus für wesentlich.

Ich finde auch, das Schweigen in diesem Fall besser gewesen wäre. Mit dem Blogger sympathisiere ich 0,0%, aber man muss zum Beispiel “am Ende des Tages” nicht wörtlich nehmen, auch nicht mit einem Augenzwinkern. Beim Blogger bin ich mir auch nicht sicher, was Absicht ist und was nicht. Ich befürchte, dass kann er selbst nicht scharf trennen.

Das ding ist echt zu klein, um ihm das vorzuwerfen. Bleibt objektiv und distanziert, das kommt besser.

Servus Buschi,

unser Autor hängt sich auch nicht an der Formulierung “am Ende des Tages” auf, sondern am “bestellt”, das halt sachlich einfach falsch war. Inzwischen hat der Blogger das korrigiert.

Wie im Artikel beschrieben, obliegt die Wahl des Präsidenten noch immer den Mitgliedern und keineswegs dem Verwaltungsrat, wie es der Blogger suggeriert hatte.

Das habe ich schon verstanden, Stefan.
Daher auch mein Verweis auf das „Augenzwinkern“ und das z.B. davor.
Im übertragenen Sinne ist es dann so 100% falsch auch nicht, was Mr.24 da schreibt, weil „am Ende des Tages“ kein Präsident ohne Vorselektion durch den VR wählbar ist.

Ich will den Typen wirklich nicht verteidigen, aber ihr tut Euch mit dem klein-klein keinen Gefallen. Das ist seine Homebase.

OG erfährt hier vielleicht zu viel der Ehr’. Andererseits verstehe ich natürlich, dass Ihr die Falschdarstellung so nicht stehen lassen wollt. Sollten “wir” mal wieder in die Erfolgsspur kommen, wird man auch wieder gelassener auf solche Sachen reagieren ;-).