Lange war es ruhig um Hasan Ismaik, gestern kam dann die überraschende Meldung, der Jordanier habe kurzfristig zwei Darlehen gekündigt, was den TSV 1860 finanziell und zeitlich unter Druck setzt – es geht schließlich um die Lizenz für die 3. Liga. Am späten Mittwochabend meldete sich Ismaik nun via X (ehemals Twitter) etwas ausführlicher zu Wort.

Via X: Ismaik meldet sich zu Wort

Dabei betont Ismaik, dass er den Verein in den vergangenen 15 Jahren mit fast 80 Millionen Euro unterstützt hat, um ein stabiles Fundament aufzubauen. Er räumt jedoch ein, dass die sportlichen und wirtschaftlichen Ergebnisse hinter den Erwartungen zurückgeblieben seien. Dafür übernehme er die volle Verantwortung, sieht die Schuld jedoch in der Verantwortung aller beteiligten Parteien über die Jahre hinweg.

Weiter erklärt Ismaik, dass er die bestehenden Darlehen gekündigt habe, da wichtige vertragliche Verpflichtungen seitens des Vereins nicht eingehalten wurden. Es dürfe nicht wie bisher weitergehen und die Strukturen müssten grundlegend auf den Prüfstand gestellt werden.

Sechs Forderungen neu verpackt

Im Großen und Ganzen wiederholt Ismaik sechs der sieben bekannten Forderungen und möchte offensichtlich Druck auf den e.V. und das Umfeld aufbauen. Aus Ismaiks Sicht benötige “der Verein” (oder meint er hier die KGaA?) eine Restrukturierung, moderne Managementstandards, Finanzkontrollsysteme und Compliance.

Ismaik habe zwei Finanzierungsalternativen vorgelegt, die den Verbleib in der 3. Liga sichern und eine Insolvenz abwenden sollen, heißt es in dem Beitrag auf Social Media. Diese Angebote seien zinslos und böten bessere Konditionen als zuvor.

Diese finanzielle Unterstützung sei an strikte Transparenz und finanzielle Disziplin gekoppelt, so Ismaik. Für beide Alternativen fehle noch die Zustimmung des Vereins.

Steht der Lizenzentzug bevor?

Ismaik plädiert weiters dafür, das Problem nicht mehr von Saison zu Saison durch neue Kredite zu vertagen. Notfalls müsse man einen Schritt zurückgehen, um den Verein von Grund auf neu und solide aufzubauen – die aktuelle Ligazugehörigkeit sei dabei zweitrangig.

Bereitet er den TSV 1860 und die Fans hiermit auf den baldigen Lizenzentzug und den damit verbundenen Abstieg vor?

Warum soll der Verein auf das Vorkaufsrecht verzichten?

Darüber hinaus fordert der Jordanier finanzielle Stabilität, eine Mannschaft mit echtem Teamgeist, die Förderung des Nachwuchsleistungszentrums sowie realistische, klare Zielsetzungen und wirtschaftliches Arbeiten. Inwieweit das bisher im Rahmen der Möglichkeiten nicht der Fall sei, lässt er ebenso offen wie die siebte und brisanteste Forderung.

Leider verliert Ismaik kein Wort darüber, weshalb der Verein auf sein Vorkaufsrecht verzichten sollte, wenn Ismaik seine Anteile veräußern möchte. Gerade dieser Punkt birgt doch große Risiken für den TSV 1860 und lässt allerhand Raum für Spekulationen.

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1 Kommentar
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United Sixties

Was soll man dazu noch sagen oder schreiben?
ER lernt es nicht mehr und niemand kann ihm noch irgendetwas glauben, denn ER hatte seine Verkaufsabsicht doch längst kundgetan.

Was aber in der Tat unfassbar bleibt ist warum diese kgaA nicht den überfälligen Schuldenschnitt samt Darlehensverzicht bekommt, um uns treue Fans und Mitglieder als Kunden dieser KgaA nicht dauerhaft zu verlieren. Ohne unsere Dauerkarten bis zum 21. Mai mit etwa 6 Mio. Euro Bruttoeinnahme als Basis jeder Saisonplanung wäre diese kgaA tot und ohne Zukunft. Warum lassen wir uns als brave Kunden weiter derart verarschen und beenden das Ganz nicht sofort mit einem Fanboykott?
Und wieso schafft es auch kein GF in den letzten 9 Jahren nur mehr so viel Geld zu verplanen wie Einnahmen generiert werden können in dieser
3. Liga ( Stichwort strukturelles Defizit bei 15 000 stets ausverkauften GWS) und warum lässt das auch dieser aktuelle Aufsichtrat der kgaA zu derart spät oder gar keine Planungssicherheit zu erhalten?