Seit mittlerweile über acht Jahren spielt der TSV 1860 München nicht mehr in der 2. Bundesliga. Das deutschlandweite mediale Interesse an den Löwen ist allerdings ungebrochen. Insbesondere wenn es um die Irrungen und Wirrungen der Gesellschafterkonstellation der KGaA geht. Um Konflikte zwischen Gremien, um versuchte Anteilsverkäufe durch Hasan Ismaik und um die Finanzlage in Giesing im Allgemeinen. Erst gestern durften wir unseren Leser*innen einen Artikel auf welt.de ans Herz legen, der sich mit den jüngsten Entwicklungen beschäftigte.
Tim Jürgens befragt Nicolai Walch
Funktionäre des TSV 1860 sind in überregionalen Medien häufig beliebte Gesprächspartner. Das Fußballmagazin 11FREUNDE, das sowieso ein gewisses Faible für Münchens Große Liebe hat und in den letzten Jahren – trotz Drittligamittelmaß auf dem Rasen – immer wieder mal bei den Löwen reinört, hat gestern online ein Interview mit Verwaltungsrat Nicolai Walch veröffentlicht. Da sich das lesenswerte Gespräch leider hinter der Bezahlschranke befindet, zitieren wir die wichtigsten Aussagen hier für Euch. Geführt hat das Interview übrigens der stellvertretende Chefredakteur Tim Jürgens, den wir vor ziemlich genau einem Jahr im sechzger.de Talk 167 begrüßen durften. Diese Sendung, in der ein kompetenter Außenstehender interessante Ansichten über die Löwen zum besten gibt, legen wir Euch gerne nochmal ans Herz.
Nicolai Walch beantwortet im 11FREUNDE-Interview unter anderem Fragen…
…zu seiner Zuversicht, was die Entwicklungen bei 1860 im Hinblick auf die Zusammenarbeit der Gesellschafter anbelangt:
Ich sehe die Chance auf einen echten Neuanfang. Wichtig ist, dass die Gesellschafter, völlig unabhängig von einem möglichen späteren Gesellschafterwechsel, gemeinsam alles für einen erfolgreichen Profifußball geben und geschlossen mit klaren Zielen nach Außen auftreten. Nach den Wirrungen um den gescheiterten Investorendeal und dem enormen Rückhalt der Mitgliederversammlung für das vom Verwaltungsrat zur Wahl gestellte Präsidium, freut es mich überaus, dass es zwischen den aktuell handelnden Personen keinerlei Vorbehalte gibt.
…über den Abend des 5. Juli, als der – vermeintliche – Verkauf der Anteile Ismaiks an eine schweizer Familienholding vermeldet wurde:
Ich werde diesen Tag nie vergessen. Gemeinsam mit meinem besten 1860-Freund saß ich beim Abendessen. Auf einmal ploppte ein initialer Artikel aus der Bild auf, sowie die später vielzitierte Mitteilung auf der Website tsv1860.de über einen angeblich feststehenden Gesellschafterwechsel. Diese las sich wie ein Bericht aus dem Schlaraffenland. Auch in Bezug auf den Bau der lang ersehnten Sporthalle, den Ausbau des Sechzger-Stadions, der Förderung des Breitensports und allem voran natürlich die komplette Entschuldung. Aber: Die Mitteilung traf uns wie aus dem Nichts und es klang alles unrealistisch. Wir waren verwirrt, konnten die Dinge überhaupt nicht einordnen. Jedenfalls deckte sich unsere Stimmung überhaupt nicht mit den Bildern der Feiern in Giesing, zumal zu lesen war „der Vollzug wird für die kommende Woche erwartet“.
…über die Hoffnung, das “Trauerspiel” der Beziehung zwischen Ismaik und 1860 könne bald ein Ende finden:
Ich verwehre mich klar gegen den Begriff Trauerspiel. Beide Gesellschafterseiten leiden unter den Schwierigkeiten einer Struktur, die aufgrund des kurzfristigen Verkaufs der Anteile im Jahr 2011 nicht auf diese Konstellation ausgelegt ist. Es geht hier nicht um persönliche Differenzen, sondern um Reibungspunkte, die den Gegebenheiten immanent sind. Es gibt kein Ziel, das heißt: „Hasan muss weg“. Zwar wurde nun kommuniziert, dass Ismaik grundsätzlich weiterhin zum Verkauf bereit ist. Aber sollte man sich etwa freuen, wenn stattdessen ein eiskaltes Heuschreckenunternehmen einsteigt? Ich denke nein und begrüße es daher, dass ein möglicher Verkauf in enger Abstimmung mit dem e.V. geschehen soll. Egal was passiert: Unser Fokus liegt klar auf einer bestmöglichen Vertretung der Interessen des Vereins und einer sportlich erfolgreichen Profimannschaft, die einen respektvollen Umgang mit der Fankultur gewährleistet und die Identität des Vereins wahrt. Egal, wer der Mitgesellschafter ist. Wir hoffen sehr, dass die 50+1 Regelung baldmöglichst unter Streichung der Ausnahmen rechtssicher für alle Zeit gesichert wird. Ich bin überzeugt, dass diese Sicherheit allen Beteiligten guttun würde. Die Übernahmeklausel aus dem Kooperationsvertrag, nach der der jeweilige Mitgesellschafter beim Fall von 50+1 die komplette Kontrolle übernehmen kann, ist eine Unsicherheit und ein Damoklesschwert für beide Seiten. Ganz unabhängig davon, gilt für das hier und jetzt: Wir alle müssen alles für einen erfolgreichen, sympathischen und möglichst geschlossenen Klub geben. Hierzu ist die Vereinsseite bereit und wir begrüßen ausdrücklich die positiven Signale von der Mitgesellschafterseite. Insgesamt fühle ich einen neuen positiven Spirit und wir alle sind dazu verpflichtet, diesem eine Chance zu geben.
…wie es nun erstmal weitergeht:
Ich setze große Hoffnung in die neue personelle Konstellation und freue mich auf die Zusammenarbeit. Unsere Löwen waren oftmals stark, wenn sie vermeintlich am Boden lagen und sind immer wieder aufgestanden. Ich wünsche mir, dass jedes Gremienmitglied, egal von welcher Seite zu hundert Prozent hinter dem großen Ganzen steht und alles für eine Wiederauferstehung des TSV in die Waagschale wirft.











Hasan im Angriffsmodus:
https://www.fupa.net/news/1860-investor-hasan-ismaik-wittert-intrige-bei-geplatztem-verkauf-zeig-dich-thoma-3118060
Und im Märchenmodus: “Vom Erlös, erzählt Ismaik, will er ein Anwesen im Alpenraum kaufen – und 1860 als Sponsor erhalten bleiben. Er liebt das Klima, die bayerische Kultur, die schöne Landschaft.”
Ich weiß nicht wie Du auf Angriffs- oder Märchenmodus kommst. Er möchte einfach wissen und verstehen können was für einen Zweck dieser MT verfolgte. Das sollte auch im Sinne aller sein, dies aufzuklären. Wenn man sich diese “Protokolle” und vor allem die Wortwahl in den E-Mails von diesem MT ansieht, so scheint es dass er auf Biegen und Brechen den Kaufvertrag aufrecht erhalten wollte. Man möchte sich nicht ausmalen was passiert wäre wenn HI den Kauf nicht gestoppt hätte. Und da muss man einfach auch sagen, da hat HI Größe gezeigt und Wort gehalten, nämlich dass er nur in vertrauensvolle Hände verkauft.
Zell meint das mit dem Anwesen und dem Sponsoring
“Man möchte sich nicht ausmalen was passiert wäre wenn HI den Kauf nicht gestoppt hätte. Und da muss man einfach auch sagen, da hat HI Größe gezeigt und Wort gehalten, nämlich dass er nur in vertrauensvolle Hände verkauft.”
Jau, es scheiterte ausschließlich an der Bezahlung. Nicht an Hasi’s Veto oder was auch immer Du damit meinst.
Wäre bezahlt worden, wären das Geschäft rechtsgültig gewesen und wir hätten jetzt einen “vertrauensvollen” neuen Mitgesellschafter…
Hast Du den Welt-Artikel ganz durchgelesen? MT wollte den Kaufvertrag aufrecht erhalten, sogar noch eine Entschädigung für die “Unannehmlichkeiten” bezahlen. Die HI-Seite hätte auch sagen können, ok geben wir noch a bissl Zeit, Hauptsache Kohle kommt irgendwann.
Am 20.07. war doch klar, dass Ismaik erneut ein Geschäft in den Sand gesetzt hatte. Es dürfte doch der Letzten verstanden haben, dass die Bonitätserklärung nichts wert ist. Jeder, der auf Geld, Ehre und Respekt setzt, musste dann zwangsläufig aussteigen.
Bleiben wir bei den Fakten:
Die Bestandskraft des Vertrages wäre eingetreten, wenn dieser … den Kaufpreis gezahlt hätte. Hat er aber nicht und erst dadurch konnte der Kaufvertrag als nicht erfüllt erklärt werden.
Es war dann der Not geboren, dass HI den Kauf gestoppt hat. Ob er das getan hätte, wenn die Heuschrecke gezahlt hätte? Ob dann die vertrauensvollen Hände noch ein Kriterium gewesen wären?
Du sagt es 👍🏻
Rundum ein gelungenes Interview mit unserem VR. Die Hoffnung stirbt ja erwiesenermaßen zuletzt. Mir persönlich ist es zu positiv. Ich würde noch etwas abwarten, ob bei dieser Aufbruchsstimmung auch etwas Fleisch auf die Rippen der inhaltlichen Themen kommt. Nur weil man jetzt angeblich mal konstruktiv zusammenarbeiten will, ist noch nichts gewonnen. Und von den schönen Absichtserklärungen kann man sich auch nichts abbeissen. Also solange da nichts substanzielles kommt, bleibt es halt beim eher unausgegorenen Status Quo.
Schon richtig. Wir sollten alle positiv nach vorne blicken und den nun Verantwortlichen auch eine faire Chance ermöglichen, die Dinge in der weiter komplizierten KGaA so zu festigen, dass es bald keiner Fortführungsprognosen bedarf . Der jetzt vom GF gezimmerte Löwenkader
( übrigens nur möglich durch die erhöhte Budgetierung) verdient Respekt und unser Vertrauen. Falls zunächst vor allen Dingen das Sportliche erfolgreicher wird, werden wir alle wieder deutlich mehr Löwenspass verspüren..auch untereinander. Und hoffentlich auch respektvoller unter Löwen. Dann braucht es endlich auch Fakten zum Stadionumbau usw.
Ich freue mich auf die neue Saison und wünsche allen Protagonisten viel GLÜCK..für unser aller TSV 1860.
Mmmmhhhh, “Wiederauferstehung”, ja gerne, aber ich finde nicht, daß der Verein am Boden liegt, es gibt auf Grund der besonderen Konstellation zwischen dem e. V. und Komplementär auf der einen und dem “Mehrheitskommanditisten” auf der andere Seite einige Komplikationen, ja, liegt aber vor allem daran, daß beide Seiten von verschiedenen und falschen Voraussetzungen ausgegangen sind, wir sind keine AG, der Komplementär führt und richtet das Unternehmen aus, der oder die Kommanditisten sorgen für die entsprechende Kapitalisierung und sind am Gewinn und Verlust des Unternehmens beteiligt, wenn das verinnerlicht wird läuft es sicherlich besser
Ziel sollte es sein mehr als 85 Punkte diese Saison zu machen
Ja genau. MEHR als 85 Punkte gab es seit Einführung der 3. Liga im Jahr 2008 genau 0 mal. Und da sprechen wir dann über einen Zeitraum von 17 Jahren.
Aber klar, unser Ziel muss lauten, die beste 3. Liga Mannschaft ever zu sein. Mindestens. Mit was anderem geben wir uns nicht zufrieden.
Also ich stelle mir da schon 95 Punkte vor. Minimum. Ironie off 😉
Viel wichtiger wäre, einen verlässlichen Mitgesellschafter zu haben um mal ein stabiles Fundament für sportlichen Erfolg bauen zu können.
Unglaublich, solche Aussagen!
Ziel sollte es sein, permanent im oberen Drittel mitzuspielen.
Die Fallhöhe ist im Moment extrem.
und schuld daran sind völlig überzogene Erwartungen.
Die Zielsetzung sollte immer sein: die besten zu werden! Wenn man das nicht als Ziel vor Augen hat dann kann man auch nicht die besten werden
Genau deshalb müssen wir ja auch in der dritten Liga bleiben, bis wir Tabellenführer der “Ewigen Tabelle” sind!
Ansonsten find ichs grad geil, wie alle auf deinen Spaß abgehen.
Das seh ich genauso, mit den aktuell völlig überzogenen Erwartungen.
Die Euphorie wird mM auch ein bisschen stark überzogen.
Das hat mir am Sechzger.de-Livetalk 221 nicht so gefallen.
Momentan haben viele die “Himmelhochjauchzend-Phase” und wir wissen alle wie schnell “Zutiefebetrübt” bei Sechzig kommen kann!
Warum Tiefstapeln? Wir holen einfach alle Punkte! Woher kommt eigentlich immer dieses verschobene Bild? We go to the Top? Oder eher Augenhöhe mit Barcelona?
Hab mal grad interessehalber gerechnet:
da dürftest Dir nur maximal 5 Unentschieden und 6 Niederlagen erlauben, müsstest 27 von 38 Spielen gewinnen.
Oder max 2 Unentschieden und 8 Niederlagen
Oder max 8 Unentschieden und 4 Niederlagen
Wie gesagt: hat noch keiner geschafft in dann 17 Saisons.
Aber einer muss ja der erste sein und eine nur unwesentlich überzogene Erwartungshaltung der Fans hat bei uns noch ne geschadet 😉
Du Verzwerger!
Wir verlieren selbstredend keinen einzigen Punkt.
Und obendrauf bekommen wir 3 Sonderpunkte, weil wir Sechzig München sind.
Das ist Grund genug und Gott sei Dank haben das inzwischen auch alle eingesehen 🦁 😇
Hallo Robert von Giesing.
Ich habe mich nochmal etwas schlau gemacht und muss dir entschieden wiedersprechen.
Ziel sollte sein, die Dritte Liga nach oben hin zu verlassen. Und zwar indem man gleichzeitig auch in die “Top10 der Ewigen dritten Liga” aufsteigt. Schließlich brauchen wir eine Duftmarke, wir kommen hierher nie wieder zurück!
Derzeit belegen wir mit 389 Punkten Platz 14. Auf Platz 9 ist RW Erfurt mit 478 Punkten, also 89 Punkte vor uns. Wir brauchen also 90 Punkte diese Saison, um RW Erfurt einzholen. Zwischen Erfurt und uns liegen aber noch Duisburg (10, 421), Stuttgart II (11, 416) und Regensburg (12, 411), die wir zudem überholen müssen.
Chemnitz (13, 391) haben wir vermutlich am Samstag im Sack!