Wir haben schon einen Leserbrief zum aktuellen AZ-Interview von OB Dieter Reiter von Benedikt Niedergünzl veröffentlicht. Nun fassen wir für Euch noch die Kernaussagen des Oberbürgermeisters zusammen, der es als Option ansieht, dass ein Gericht schlussendlich über die Kapazität eines möglicherweise ausgebauten Grünwalder Stadions entscheiden soll.
“Grünwalder Stadion nicht als Profistadion konzipiert”
Zu Beginn des Interviews stellt Reiter klar, dass für ihn der kurzfristige Ausbau bzw. die Ertüchtigung des Grünwalder Stadions unabhängig von einer möglichen Olympiabewerbung Münchens ist. Dann tut er das, was die Stadt und 1860 seit Jahren sehr zum Leidwesen der Löwenfans veranstalten. Er schiebt den “schwarzen Peter” in der never-ending Story um den Ausbau bzw. die Ertüchtigung des Grünwalder Stadions an den TSV 1860 weiter. Da das “Stadion ist nicht als Profistadion konzipiert” sei, werde die Stadt nur in eine Zweitligatauglichkeit des Stadions investieren. Wenn es mehr werden soll – sprich Bundesligatauglichkeit – “bräuchte es ein klares Signal der Sechzger: Wir bleiben dauerhaft drin.” Reiter sieht das Risiko, dass die Stadt investiere und Sechzig sich dann doch einen anderen Standort suchen könnte. Das Grünwalder Stadion würde dann nur noch für Spiele mit “einigen hundert Zuschauern” genutzt werden.
Reiter will Stadion-Entscheidung noch in diesem Jahr
Der OB möchte dem Stadtrat noch im Jahr 2025 eine Beschlussvorlage zur Zukunft des Stadions vorlegen. Er selbst habe noch nicht mit dem neuen Löwen-Präsident Gernot Mang gesprochen. Dieser stehe ja bereits in Kontakt mit Bürgermeisterin Verena Dietl. Reiter zeigt zwar Verständnis für Mangs Wunsch, das Stadion auf 25.000 Zuschauer zu erweitern, aber er hält aus planungsrechtlicher Perspektive nur den Ausbau auf 18.000 Zuschauer für möglich. Er sieht das Risiko, dass man bei einer Bauanfrage für 25.000 Zuschauer scheitert und in diesem Zuge “die alte Baugenehmigung eventuell dann auch weg ist oder beklagt wird”. So stünde man dann komplett mit leeren Händen da.
Reiter zur Zuschauerkapazität: “Vielleicht muss am Ende ein Gericht entscheiden”
Zur Lösung der Frage der Zuschauierkapazität hat der OB keine Lösung parat. Ob es am Ende die von der Stadt für möglich gehaltenen 18.000 oder die von 1860 gewünschten 25.000 werden, ist für Reiter ein Fall für ein Gericht. “Vielleicht gibt es am Ende tatsächlich keine andere Lösung, als dass ein Gericht entscheidet.” Ein Oberbürgermeister, der nach Kompromissen sucht, klingt anders… Immerhin stellt Reiter in Aussicht, dass die Stadt auch einen Ausbau für 25.000 Zuschauer finanzieren würde, wenn dieser gerichtlich bestätigt ist. Und sich die KGaA auf einen langfristen Mietvertrag einlässt. Es liegt also am TSV 1860 aufzuzeigen, dass er auf eine langfristige Zukunft in einem umgebauten Sechzgerstadion setzt.
Alternativer Standort: Riem
Reiter bringt erneut Riem als Standort für ein neus Stadion ins Gespräch. Nicht ohne 1860 die Pistole namens Zeitdruck auf die Brust zu setzen. In Riem handelt es sich um “städtische Flächen, die über einen langfristigen Mietvertrag genutzt werden. Und der steht gerade zur Verlängerung an.” Es sei “Druck auf dem Kessel” und es “ist die einzige, die letzte Möglichkeit [die Fläche in Riem zu bekommen]. Ich habe es den Sechzgern mitgeteilt, dass wir den bestehenden Vertrag verlängern, wenn ich keine klare Aussage habe.” Wie das allerdings mit einem Gerichtsurteil zur Kapazität des Sechzgerstadions in Einklang zu bringen sein soll, weiß wohl nur Dieter Reiter. Es gibt also gehörig Gesprächsbedarf, wenn Dieter Reiter und Gernot Mang sich im Rahmen des Wiesnbesuchs der Löwen erstmals persönlich Treffen.











Da gibt es zwei Sachverhalte, die von Reiter eingefordert werden:
1. Bekenntnis GWS – was hindert den TSV, dieses Bekenntnis abzugeben? Das Eigentümerverhältnis an der KGaA?
Bzw. was bedeutet für den OB denn ein Bekenntnis? Ein Blankomietvertrag ohne festgelegte Mietzinshöhe?
2. Die Zuschauerzahl – wie kommt der OB auf die 18000? Gibt es hier irgendwelche konkreten Gründe, wieso diese Zahl von Reiter propagiert wird? Ausser “es gähd hoid ned”?
Der Präsident Mang sollte sich zeitnah mit Reiter abstimmen, damit mehr Licht in die Erwartungshaltung und Rahmenbedingungen kommt. Wenn der OB nicht in der Lage ist den Sachverhalt an sein Team zu delegieren, muss die Kommunikation eben über ihn laufen.
Seit sechs Jahren liegt 1860 die Machbarkeitsstudie zum GWS vor. Während dieser Zeit wird teilweise mit Inbrunst gefordert, die Stadion-Kapazität weit über 18.000 Plätze zu erhöhen. Manche erdreisten sich despektierliche Bewertungen über den OBM Reiter abzugeben.
Wenn die Stadt mit ihrer Einschätzung so falsch liegt, warum ist es den TSV-Funktionären während dieser ganzen Zeit nicht gelungen, OBM Reiter und die Dritte Bürgermeisterin, Verena Dietl, ehemals TSV-Verwaltungsrätin, davon zu überzeugen, dass ihre Bewertung falsch ist?
Das müsste doch sehr einfach (gewesen) sein, denn die Gremien des TSV e.V. sind doch im Übermaß mit juristischen Experten bestückt. Um nur einige zu nennen: RA Peter Schäfer, Ass. jur. Beatrix Zurek, RA Nicolai Walch, Ass. jur. Robert von Bennigsen, WP/RA Karl-Christian Bay, RA Dr. Klaus Leipold u.a.
Von dieser Seite wurde aber niemals fundiert vorgetragen, dass die LHM eine rechtlich unzutreffende Bewertung hinsichtlich der GWS-Baugenehmigung vertritt.
Könnte es sein, dass die LHM vollumfänglich die GWS-Situation zutreffend einstuft und andererseits vielfach eine Scheindiskussion geführt wird, um ja nicht die Fakten akzeptieren zu müssen?
Eine Studie gibt jemand in Auftrag, der diese meistens dann auch bezahlt. Ob Derjenige welcher die Studie beauftragt dort auch gewisse Dinge wiederfinden möchte?
Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.
Ich kann es nur für mich beantworten: Bereits 2020 hat uns Dieter Reiter bei einem Fantreffen zugesagt, dass er uns einen Nachweis liefert, wie er auf die 18.000 kommt.
Auf diesen Nachweis warten wir heute noch.
Und wie soll man denn einen Nachweis falsivizieren, den man gar nicht kennt?
Unser Nachweis hingegen, dass mehr als 18.000 möglich seien, wurde stets mit der Begründung “aber der OB hod gsogt … !” niedergebügelt.
Ich sehe hier 1860 nicht um Zugzwang.
Soll ich das so verstehen, dass weder dem e.V. noch der KGaA die Machbarkeitsstudie vorliegt?
Das kannst du so verstehen, als dass in der Machbarkeitsstudie als Summe der Belegungen aller Blöcke zwar immer 18.000 raus kommt, wenn man aber selber einen Taschenrechner in die Hand nimmt, diese Summe aber nicht stimmt.
Und jemand kann noch so bekannt und berühmt sein wie er will: Wenn mir jemand vorrechnet, dass bei seinem Rechenweg 2 + 2 gleich 3 ist, dann muss er mir seinen Rechenweg erklären.
Und auf diesen Rechenweg warten wir jetzt seit 6 Jahren. Hast du ihn?
Dann muss in dieser Studie hinsichtlich der (falschen rechnerischen) Summe ja eine Begründung stehen.. Brandschutz? Verkehr? Lärm?
So wir ich dich verstehe, ergibt die Summe aller einzelnen Blöcke weit mehr als 18000, die Planer der Stadt sagen aber trotzdem max. 18000. Da wird und muss eine Begründung drin stehen.
https://gruenwalder-stadion.com/fassungsvermoegen-und-zuschaueraufteilung/
da steht was von 20.000 drin und das ist für mich eine seriöse Quelle 😉 natürlich ohne Betrachtung der Rahmenbedingungen (Lärm- und Brandschutz)
Vielen Dank!
Ein paar Hinweise sind da ja schon enthalten.. wie schon an anderer Stelle geschrieben, ich würde eigene Planer beauftragen mit der Frage der zulässigen Zuschauerzahl.. oder einen Hebel finden, dass die Stadt ihre rechtliche Würdigung vor Beginn eines Verfahrens (intern, also dem Mieter) zugänglich macht..
Muss nicht unterschieden werden zwischen dem theoretischen Fassungsvermögen (lt. Taschenrchner) des GWS und der Kapazität, die aufgrund der Baugenehmigung bzw. Bauvorschriften genutzt werden darf?
Du kennst dich gut aus mit akademischen Abschlüssen von 1860-Funktionären. So viel Detailkenntnis habe ich nicht. Apropos fundierter Vortrag, den vermisse ich bei Reiter tatsächlich. Er soll sowohl Fans wie Funktionären versprochen haben, die Kriterien, die in seinem Haus zur Bewertung des Fassungsvermögens geführt haben, offen zu legen. Das ist nie geschehen.
Ich hab Reiter 2x als Oberbürgermeister gewählt. Ein drittes Mal kommt für mich nicht mehr in Frage. Reiters Äußerungen in der Öffentlichkeit zu dem Thema finde ich im Ton daneben und dazu inhaltlich voller Widersprüche. An der Stadtspitze wünsche ich mir künftig jemanden mit einer frischeren Einstellung.
Bei dem Thema Stadion habe ich seit Jahren Fragen:
Warum hätte der e.V. viel Geld für ein (überflüssiges) Gutachten (mit gewünschten Ergebnis) ausgeben sollen, wenn die LHM sich davon dennoch nicht von ihrer Einschätzung hätte abbringen lassen? Zudem hat Hasan Ismaik bisher keine rechtsverbindliche Zustimmung zum Verbleib im GWS abgegeben.
Aus Gründen der Argumentation.
Ob überflüssig wäre ist hypothetisch. Das 2te Gutachten kann ja auch das bisherige bestätigen.
Hasi ist ja auch ein Problem. Der Verein bekennt sich zum Stadion und Hasi wedelt mit jüdischen Freunden ääähhh Scheinen einer nur ihm bekannten Bank und die Stadt kann genüsslich nix tun
Einfach nur ein Depp, der rote Reiter…
Hat ein gutbezahltes Bauamt voller Spezialisten und wir sollen die maximal-mögliche Kapazität von einem Gericht feststellen lassen?
Das wird sich über Jahre und Instanzen hinziehen, weil irgendwen gibt’s immer dem das so nicht passt.
Da bleibt einem doch die Spucke weg.
Da müsste doch eigentlich der Eigentümer des städtischen Stadions von vornherein tätig werden…
Sie beleidigen den OBM als Depp. Was wäre, wenn dieser Sie hier als Depp einstufte?
das bleibt ihm unbenommen …
Er widerspricht sich doch selbst. Das Grundstück in Riem sei die einzige Alternative. Das wollte aber nie jemand. Damit hat er mittelbar sein klares Signal für das Grünwalder, das er seit Jahren fordert.