“Das Köln-Spiel nervt!” Auch noch sechs Tage später. Dieses klare und ehrliche Bekenntnis machte Michael Köllner in der heutigen LÖWENRUNDE vor dem nächsten Auftritt seiner Mannschaft gegen Waldhof Mannheim. Immer wieder erwähnte der Löwentrainer, dass er gerade aus dem jüngsten Auftritt am Rhein – sowohl aus den starken ersten 30 Minuten, für die man sich allerdings naturgemäß nichts kaufen könne, als auch aus dem Rest des Spiels – viele Schlüsse ziehe. Die Frage von sechzger.de, was seine Erklärung dafür sei, dass sich die Mannschaft nach Führungen immer wieder selbst um den Lohn ihrer Arbeit bringt und schnelle Gegentore kassiert, beantwortete er folgendermaßen: “Eine Führung muss man mental positiv für sich nützen und ich glaube, dass wir da noch Luft haben. Das war auch ein Thema in dieser Woche: Wie gehst du mit Führungen um? Ich glaube, dass wir Antworten parat haben, eine Führung auszubauen und nicht nur zu verwalten, um am Ende drei Punkte zu holen.”

Dieses Unterfangen muss morgen Nachmittag ohne die Stammspieler Dennis Dressel (Rotsperre aus dem Türk Gücü-Spiel) und Daniel Wein (Gelbsperre) gelingen. Köllner verriet bereits, dass die Nummer 17 auf jeden Fall durch Dennis Erdmann ersetzt wird. Ersetzen muss der Löwendompteur des Weiteren Johann Djayo und Ahanna Agbowo. Den Stürmer, der in dieser Saison bereits sieben Mal zu Kurzeinsätzen kam und sich nach dem Abschied von Martin Pusic durchaus mehr Einsatzzeiten ausrechnen durfte, hat Probleme an der Hüfte, steht aber im Jahresfinale gegen Wiesbaden heute in einer Woche vielleicht wieder zur Verfügung. Bei Agbowo ist dies wegen einer Sprunggelenksverletzung nicht der Fall.

Nachdem Michael Köllner vor der letzten Englischen Woche seine Aussage, aus den drei Spielen am liebsten neun Punkte zu holen, nach dann nur drei Unentschieden vorgehalten worden war, verweigerte er diesmal eine Punkteprognose für den Jahresendspurt. Ihn interessiere die Tabelle zum jetzigen Zeitpunkt, satte fünf Spiele vor Ende der Hinrunde sowieso nicht. Für ihn sei die Anzahl der geholten Punkte wichtig – und natürlich wie man diese geholt hat. Dass er dabei den in Köln kurz vor Schluss verlorenen Punkt noch auf das Löwenkonto buchte und von 21 Zählern auf der Habenseite sprach, unterstreicht vielleicht, wie ärgerlich das späte Gegentor der Viktoria letztlich war.

Sportdirektor Günter Gorenzel ging in der Zoom-Pressekonferenz auf die in dieser Woche disktutierten Personalien Pusic und Linsbichler ein. Dabei erfuhr man, dass der Österreicher seinem Landsmann in München schon vor knapp drei Jahren angeboten worden war, Pusic aber damals – in Skandinavien aktiv – wegen Ablöseforderungen und den Gehaltsvorstellungen nicht zu finanzieren war. Durch die sommerliche Insolvenz des SV Mattersburg änderte sich die Situation, weshalb die Löwen im Sommer zuschlugen. Da sich Pusic aktuell nach eigenem Bekunden jedoch “aus privaten Gründen nicht in der Lage sieht, Fußball zu spielen”, war die nun erfolgte sofortige Auflösung des Vertrags die einzig denkbare Handlung. An Gerüchten und Spekualtionen über die Probleme des 33jährigen werde man sich auch weiterhin nicht beteiligen. “Am Ende des Tages kann man Martin Pusic und seiner Frau nur das Beste wünschen und dass er seine schwierige Situation so gut wie möglich meistert!” – womit dieses Thema endgültig abgeschlossen sein sollte.

Zu Tim Linsbichler erläuterte Gorenzel, dass dieser im Sommer in Ermangelung eines “klassischen Stoßstürmers” in der U17 und U19 als NLZ-Spieler verpflichtet worden war, den man hier – im Sinne des Ausbildungskonzepts – aufbauen wollte. Nach einem – trotz der Corona-bedingten fehlenden Spielpraxis seit März – sehr guten Start in den ersten Trainingswochen an der Grünwalder Straße sollte Linsbichler beim Auftritt in Zwickau am 3. Oktober bereits im Kader stehen. Kurz vorher erfolgte dann jedoch eine “komplexe Adduktorenverletzung”, mit der – zum gesundheitlichen Schutz des jungen Spielers – sehr sensibel umgegangen werde.

Was diese Woche viele Löwenfans beschäftigte, verriet Gorenzel auch noch: Die Suche nach einem Ersatz für Pusic läuft. Es gibt eine Liste, die potenzielle Kandidaten enthält, zu denen man auch bereits in Kontakt sei. Im Winter, so hofft Gorenzel, wird eine passenden Lösung gefunden. Außerdem sei man, was die Planungen zum Spielerkader für die kommende Saison angehe, heute schon deutlich weiter, als in den letzten Jahren zu diesem Zeitpunkt. Der Spieleretat für 2021/22 soll exakt der gleiche sein, wie in dieser Saison und wird von Gorenzel “im Ligavergleich im Mitteldrittel” eingeordnet.

Der Bogen dieser LÖWENRUNDE spannte sich also zwischen der in rund sieben Monaten beginnenden neuen Saison und dem morgigen Auftritt gegen Waldhof Mannheim.

 

 

1 KOMMENTAR

  1. warum sprach Michael Köllner davon, dass ihn die Tabelle nicht interessiert? das nimmt ihm sowieso keiner ab. aber ich hätte das öffentlich gar nicht erst angesprochen.das kommt öffentlich nicht gut an. und warum am Freitag öffentlich, die Behauptung mit der Punktzahl die falsch war? ebenso öffentlich absolut unnötig.

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