Die Nachricht schlug am gestrigen Spätnachmittag ein wie eine Bombe: Gleich zwei Stürmer präsentierte Günther Gorenzel als Neuzugänge beim TSV 1860 München und ließ so manchen Kritiker verstummen. Aber was dürfen wir uns von den beiden neuen Österreichern erwarten?

Martin Pusic, 1,85m großer Mittelstürmer, Linksfuß und Wandervogel. Vierzehn Profistationen in dreizehn Jahren sind eine ganz schöne Menge. Daran will ich mein Urteil über Martin Pusic jedoch ganz bestimmt nicht festmachen.

Er erfüllt jedenfalls ganz klar das Anforderungsprofil, das die Löwen an einen Stürmer haben. Flexibel im Sturm einsetzbar, robust (nur 27 Spiele verpasste der 32-Jährige verletzungsbedingt in seiner Profikarriere) und torgefährlich: 118 Treffer in 358 Profipflichtspielen bedeuten in jedem dritten Spiel ein Tor.

Der erfahrene Austro-Kroate aus Wien, der zuletzt beim SV Mattersburg in der österreichischen Bundesliga unter Vertrag stand, kann im Sturmzentrum sowohl den klassischen Mittelstürmer bzw. Stoßstürmer, als auch den Zielspieler geben. Hängende Spitze und Linksaußen wären seine Nebenpositionen, dort ist er jedoch in seiner langen Karriere nicht oft in der taktischen Grundaufstellung zu sehen gewesen. Die Bewegungsprofile der Spiele seiner Karriere verraten aber doch, dass er auch auf den Flügel ausweichen kann, wenn es nötig ist.

Je eher Michael Köllner diesen Spieler in die Mannschaft einbinden kann, desto schneller wird das Spiel der Löwen noch weniger ausrechenbar für die Gegner sein, als es mit den Systemwechseln, die Köllner gerne „on the fly“ im laufenden Spiel vornimmt, ohnehin schon der Fall ist.

Den erst 20-jährigen Tim Linsbichler sehe ich als entwicklungsfähigen Perspektivspieler. Er ist ebenfalls Mittelstürmer und wie auch Pusic gebürtig aus Wien. Seit der U 17 schnürte er allerdings die Fußballschuhe im NLZ der TSG 1899 Hoffenheim. Im letzten Jahr stieg sein Marktwert um satte 50%, dennoch gelang es den Löwen, den talentierten Jungspund ablösefrei an die Grünwalder Straße zu holen.

Die Statistiken des 1,93m großen und beidfüßigen Österreichers lesen sich sehr ordentlich: Er hat letztes Jahr mit Hoffenheim II zum ersten Mal in einer Herrenliga (Regionalliga Südwest) gespielt und kam dort in 19 absolvierten Spielen auf 1215 Einsatzminuten, was einem Schnitt von 64 Spielminuten pro Einsatz entspricht. Über die vollen 90+ Minuten durfte er viermal ran, zehnmal wurde er vor Spielende aus- und fünfmal eingewechselt.

Dass die Tore bei einem gerade in die Liga gekommenen jugendlichen Stürmer noch nicht am Fließband fallen können, dürfte jedem klar sein. So ist es nicht verwunderlich, dass nur drei Treffer aus der vergangenen Saison auf seinem Torekonto zu verbuchen waren. Andere statistische Werte lassen einen dagegen sehr wohl aufhorchen: 34 erfolgreiche Balleroberungen in des Gegners Hälfte sind für einen Stürmer in zwanzig Spielen ein klasse Wert. 32,1% seiner Schüsse gingen aufs Ziel. Daran kann man erkennen, dass Tim Linsbichler durchaus weiß, wo der Kasten steht. Bis jetzt konnte das junge Sturmtalent den Torhüter der Gegner leider zu selten überwinden, mit Hilfe der alten Hasen beim TSV, allen voran Sascha Mölders, und einem Trainer wie Michael Köllner, der junge Spieler weiterbringen kann, wird er sich da über kurz oder lang steigern. Die Passgenauigkeit von nahezu 80% und annähernd 60% gewonnene Dribblings, bestätigen, dass Günther Gorenzel da einen Rohdiamanten aus Hoffenheim zum TSV geholt hat, der nun durch Michael Köllner seinen Schliff erhalten wird und an dem wir in Zukunft (hoffentlich) sehr viel Freude haben werden.

2 KOMMENTARE

  1. Denke das GG da 2 gute Spieler an Land gezogen hat. Ein junger Rohdiamant, ein erfahrener und abgezockter Stürmer. Liest sich wirklich sehr interessant. So kann man auch mal SM9 eine Verschnaufpause geben, denn alle Spiele wird er leider nicht mehr packen in seinem Alter.

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