Seit Monaten geht es wegen der Corona-Krise bei den Löwen kaum mehr um´s sportliche, die Klickzahlen und Werbeeinnahmen rauschen bei den entsprechenden Portalen vermutlich in den Keller – was hilft da, was zieht immer? Man zieht das Reizwort „Grünwalder Stadion“ heraus, am besten noch in Verbindung mit „Abriss, Ausbau oder Umbau“ – schon ist Leben in der Bude, fast wie im Sechzgerstadion wenige Minuten vor dem Anpfiff. Also bei einem regulären Spiel, nicht einem Geisterspiel versteht sich.

So auch heute: Um 17:18 Uhr machte die Abendzeitung einen Aufmacher aus dem, was in diesen Zeiten bzw. eigentlich jederzeit Selbstverständlich sein sollte: „Corona und die Folgen – Verena Dietl: Ausbau Grünwalder Stadion? Kann nicht erste Priorität haben“.

Im Artikel erfährt man dann, „dass die dritte Bürgermeisterin dafür nicht auf den Tisch hauen würde, es kann in dieser Finanzlage leider nicht erste Priorität haben“.

Wer weiterliest erfährt außerdem: „Aber es kommt ziemlich gleich nach den Sozialthemen und dem Verkerhsausbau.“

Aha. Das Stadion kommt also nicht vor den Sozialthemen und dem Verkehr, sondern direkt danach. Eigentlich eine Selbstverständlichkeit.

Eine knappe Stunde später machte ein großer Blog das, was Blogs halt so machen: Sie schreiben von den richtigen Zeitungen ab und produzieren so Klickzahlen – reduziert liest sich das dann in der Überschrift so: „Dietl: Grünwalder Stadion? Nicht erste Priorität!“.

Immerhin fügt man dem ganzen noch ein paar eigene Informationen hinzu – z.B., dass der Stadt Einnahmen in Millionenhöhe fehlen durch den Ausfall des Oktoberfestes.

Der Löwe sitzt inzwischen vor dem Computer und wundert sich bzw. fragt sich, was das eine sowie das andere mit Journalismus zu tun haben soll, von seriös reden wir in diesem Zusammenhang noch gar nicht.

Halten wir fest: Der Umbau des Sechzgerstadions hat in Corona-Zeiten nicht erste Priorität. Den hatte er davor aber auch nicht, weil Sozialthemen und Verkehr schon immer davor kamen und auch in Zukunft kommen werden.

Er wird trotzdem kommen: Der Ausbau des Stadions wird benötigt, die Stadt wird ihn als Konjunkturprogramm als einen Punkt von vielen absegnen. So wird es kommen.

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