Ein Kommentar von Florian K.

Nicht nur in der Pressekonferenz nach dem 2:1 gegen den Halleschen FC, welches Coach Köllner als “Arbeitssieg bis zur letzten Minute” bezeichnete, kamen Rückfragen im Kontext von Aufstiegsambitionen auf – auch im Netz wird wieder fleißig diskutiert ob und wie der TSV noch aufsteigen kann.

Nach zwei Niederlagen in Folge – gegen die derzeit hochsouveräne Hanse-Kogge und gegen den FC Viktoria aus dem Niemandsland der Tabelle – hat der “charakterlose Dreckshaufen” (Zitat eines sogenannten Fans auf FB) also verdient aber dennoch etwas glücklich gegen die abstiegsgefährdeten Ostdeutschen gewonnen. Und schon haben die Löwenfans einen Grund zum Durchdrehen!

Nein, eigentlich nicht. Denn es bleiben fünf Punkte Abstand auf einen Aufstiegsplatz sowie ein deutlich schlechteres Torverhältnis, beides muss an nurmehr vier verbleibenden Spieltagen aufgeholt werden. Restprogramm: die “kleinen Roten”, die Vorstädter aus Haching, Großaspach und die Schanzer. Die Konkurrenz, hier am Beispiel der Rostocker (FCK, Kickers, Uerdingen und CFC) und Würzburger (Uerdingen, Hansa, Köln, Halle), hat es da nicht nur vom Papier her einfacher sondern ist seit sechs Spieltagen obendrein brachial stabil (beide zuletzt 5 Siege und ein Unentschieden).

Was bleibt? Einiges! Ich selbst war bereits lange davon überzeugt, dass wir bis zuletzt gegen den Abstieg spielen würden. Eine erneute Viertligasaison – existenzgefährdend! Was aber kam, war eine tolle Serie eines Teams mit neuem Gesicht, dessen Potential Köllner aufzeigen konnte und das richtig Spaß gemacht hat. Freilich kann man über das starke Rotieren und den ein oder anderen Wechsel debattieren (ich selbst habe es intensiv getan…).

Aber seien wir mal realistisch: unter Bierofka Abstiegskandidat, eine Serie von 16 Spielen ohne Niederlage in der wir aber mindestens 8 Punkte verschenkten und genau einen einzigen Spieltag hat es für eine Platzierung auf einem Aufstiegsplatz gereicht – nicht öfter also als die einmalige Positionierung auf einem Abstiegsplatz… Die Löwen stehen zurecht dort wo sie momentan zu finden sind. Und das ist auch nichts schlimmes. Natürlich würden wir das Kapitel Doppelabstieg gerne schnellstens mit einem Wiederaufstieg in die zweithöchste deutsche Spielklasse endgültig beenden. Aber das wird diese Saison nicht mehr geschehen.

Lasst uns die letzten Spiele eine befreit aufspielende Löwenelf vor den Fernsehgeräten verfolgen und froh sein, dass wir auch nächstes Jahr in dieser geilen 3. Liga dabei sein dürfen. Und einen Vorteil hat das Ganze ja letztlich auch, denn das Horrorszenario ist abgewendet: stell dir vor 1860 steigt auf und keiner geht hin!

Florian K.

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