Sommer 2019: Die Löwen sind für viele ein sicherer Abstiegskandidat. Nach sechs Spieltagen scheinen sich die schlimmsten Befürchtungen zu bestätigen: In Mannheim und Magedeburg war man mit jeweils vier Toren Unterschied nahezu deklassiert worden und steht mit fünf Punkten auf einem Abstiegsplatz. Es folgt ein knapper 1:0-Sieg in Chemnitz, kurz darauf kommt man im Toto-Pokal gegen den TSV 1865 Dachau (!) glücklich im Elfmeter-Schießen weiter.

Auch mit den Neuzugängen Owusu und Rieder verliert man in Duisburg, Würzburg (!), Rostock und daheim gegen den KFC Uerdingen. Zu diesem Zeitpunkt ist man einen mickrigen Punkt von einem Abstiegsplatz und 10 Punkte vom Relegationsplatz entfernt. Für viele ist die Mannschaft immer noch ein sicherer Absteiger.

Die Löwen schlagen Viktoria Köln 4:2 – trotzdem wirft Daniel Bierofka hin. Böse Zungen behaupten, gerade rechtzeitig vor den Spielen Auswärts in Halle (zu diesem Zeitpunkt Platz 3), dem Derby gegen die kleinen Bayern und dem Spiel in Unterhaching (zu diesem Zeitpunkt Platz 2).

Hasan Ismaik kommt nach München geflogen um Daniel Bierofka zum weitermachen zu überreden – im übrigen eines seiner letzten Lebenszeichen, wenn man von kryptischen Facebook-Posts und denen seiner Agentur absieht. Mit dem Präsidium des TSV 1860 trifft er sich nicht, dafür gibt es ein Treffen mit handverlesenen Fans. Prioritätensetzung nennt man so etwas wohl.

Wieder einmal scheitert Ismaik – Bierofka lässt sich nicht zum weitermachen überreden. Es ist Anfang November. Weihnachten ist noch weit weg, noch weiter weg ist etwas, was die Welt aus den Angeln heben wird: Das Corona-Virus. Viel Wasser ist seit dem die Isar runtergeflossen. Der TSV 1860 verliert seit diesem Tag kein einziges Fußballspiel mehr. Aus dem sicheren Abstiegskandidat ist ein halbes Jahr später ein Aufstiegskandidat geworden.

Das Programm, das die Löwen wegen Corona bewältigen müssen, ist brutal: Während Würzburg am Dienstag ein Heimspiel hatte, mussten die Löwen einen Tag später in Kaiserslautern an und kamen trotz Charterflug erst am Donnerstag morgen ins Bett. Samstag bereits das Heimspiel gegen einen Gegner, der einen Tag mehr zur Regeneration und eine vergleichsweise kurze Anfahrt hat – das kann in diesen Phasen viel ausmachen.

Jetzt hat man nach 16 Spieltagen mal wieder ein Spiel verloren, ist aktuell zwei Punkte hinter dem Aufstiegs-Relegationsplatz, aber dafür satte 13 von einem Abstiegsplatz entfernt. Für viele geht dennoch die Welt unter.

Durchatmen Löwen, es ist nichts passiert. Was habt ihr eigentlich erwartet?

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