Zum ersten Mal in der über 120 Jahre währenden Fußballgeschichte des TSV 1860 gastiert unser Team heute Abend um 20.30 Uhr  im Sportpark Höhenberg in Köln und will die Heimniederlage gegen Rostock möglichst schnell vergessen machen. Ursprünglich war das heutige Spiel für das Osterwochenende angesetzt (übrigens das erste Spiel, welches vor dem Covid-19-bedingten Shutdown vom DFB noch nicht genau terminiert worden war), viele Löwenfans planten für das lange Wochenende eine Reise an den Rhein.

Nun muss Michael Köllners Truppe also allein bei der Viktoria bestehen, die eine durchwachsene Saison spielt. Der Meister der Regionalliga West 2019, der sich vergangenen Sommer direkt für die 3. Liga qualifizierte, startete mit viel Euphorie in die neue Spielzeit. Nach dem neunten Spieltag belegte man zwischenzeitlich einen starken vierten Tabellenplatz. Unsere Löwen befanden sich zu jenem Zeitpunkt übrigens zehn Plätze dahinter. Tabellenführer  war damals der Hallesche FC, der Löwengegner am kommenden Wochenende. Verrückte 3. Liga!

Nach besagtem guten Start wurde Viktoria Köln  bis Anfang Februar 2020 dann allerdings bis auf den 17. Rang und damit auf einen Abstiegsplatz durchgereicht. Die letzten vier Spiele vor der Corona-Pause gestaltete die Mannschaft  von Pavel Dotchev wiederum alle erfolgreich (ein Unentschieden gegen die Münchner Vorstadt und drei Siege). Für die Kölner kam die Pause  also gar nicht gelegen. Prompt setzte es  nach dem Re-Start in fünf Spielen vier Niederlagen, sodass aktuell zwar noch der den Klassenerhalt sichernde Platz 15 belegt wird, aber das Abstiegsgespenst bei nur einem Punkt Vorsprung gegenüber Chemnitz ganz deutlich sichtbar im rechtsrheinischen Höhenberg  herumgeistert. Die Viktoria braucht einen Sieg – genauso, wie unsere Löwen, die im Falle eines Misserfolgs heute Abend die Aufstiegsträume der Fans wohl endgültig begraben würden. Entsprechend spricht der Löwencoach  von einem „komplizierten Auswärtspiel“. Den Terminus vom „Endspiel“, den die schreibende Zunft ja gerne bemüht, weist er aber deutlich zurück. Zurecht – auch bei einer Niederlage folgen noch fünf Spiele.

Und wer konkret darf sich darum bemühen, die drei Punkte heute Abend zu holen? Nach seiner abgesessenen Gelbsperre kehrt Tim Rieder in den Kader zurück. Dennis Dressel  wird dagegen die Reise in den Westen nicht mit antreten. Damit der 18er-Kader aber – auch ohne den 21jährigen – die U23-Regelung, die der DFB für die 3. Liga vorschreibt, erfüllt, wird die Ersatztorhüter-Position heute Abend erstmals in dieser Saison von Tom Kretzschmar und nicht von Hendrik Bonmann bekleidet. Für den gebürtigen Essener sicherlich eine ganz neue Erfahrung, aufgrund seines Alters (26) nicht im Kader seiner Mannschaft zu stehen. Die Löwenfans hoffen aber natürlich, dass dieser Wechsel auf der Bank während des Spiels gar keine Rolle spielt.

Das Hinspiel am Allerheiligenwochenende war übrigens das letzte Spiel unter Daniel Bierofka als Cheftrainer und wurde mit 4:2 gewonnen (Torschützen für 1860: 2x Mölders, Lex & Berzel). An jenem Samstag, den 2. November begann gegen die Kölner Viktoria die lange Serie ungeschlagener Partien, die erst vor zehn Tagen gegen Würzburg zu Ende ging. Mal sehen, ob auch heute Abend wieder eine Serie gestartet wird.

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