Der Vorbericht zur Partie der Löwen gegen die Schwäne

Die seltsame Heim- & Auswärtsbilanz in Corona-Zeiten

Schönen guten Morgen! Heute steht in Giesing die Partie TSV 1860 München – FSV Zwickau an. In normalen Zeiten sind das Fest- und Feiertage, an welchen schon Stunden vor dem Anpfiff das ganze Viertel Kopf steht und die erwartungsfrohen Fans die Kneipen und Plätze rund um den Fußballtempel bevölkern. Hier ist der TSV 1860 einfach zu Hause! Entsprechend ist auch die sportliche Heimbilanz gegenüber der Ausbeute in der Fremde üblicherweise eindeutig – positiv. Der zwölfte Mann wirkt speziell bei Sechzig.

Dies funktioniert leider nicht in Zeiten einer Pandemie. Das Viertel ist verwaist, das Stadion immer leer und kein Funke da, der von den Rängen auf den Rasen überspringt, oder umgekehrt. Daran liegt es wohl, dass der TSV 1860 in dieser Saison zwar schon sechs von zehn Auswärtsspielen gewinnen konnte, zu Hause aber erst vier von elf. Seit dem Sieg in Magdeburg am Mittwoch Abend sind wir in der Auswärtstabelle der 3. Liga Tabellenführer, die Heimbilanz ist hingegen noch optimierbar.

Bisherige Spiele gegen den heutigen Gast

Auch beim Ausflug nach Zwickau am vergangenen Tag der deutschen Einheit konnte das Team von Michael Köllner vor immerhin 3.600 zugelassenen Zuschauern einen Dreier einsacken. In Westsachsen waren sogar einige Löwenfans quasi inkognito im Stadion und freuten sich (allerdings eher still und heimlich) über die Treffer von Sascha Mölders direkt nach dem Anpfiff und Dennis Dressel nach einer guten Stunde, die den 2:1-Sieg sicherstellten.

Wie schon gegen den Kontrahenten aus Sachsen-Anhalt vor vier Tagen, sind die zurückliegenden Duelle TSV 1860 München – FSV Zwickau ganz schnell gezählt: Erst seit unserem Aufstieg in die 3. Liga im Sommer 2018 steht dieses Aufeinandertreffen auf dem Spielplan. Die Löwen konnten dabei dreimal die Oberhand behalten. Neben dem oben beschriebenen Auswärtssieg zu Beginn der laufenden Saison wurden beide bisherigen Duelle in Giesing – am 1. Dezember 2018 (2:0) und am 31. Juli 2019 (3:0) – siegreich gestaltet. Am Rande des Duells im Sommer 2019 kam es zur Posse rund um die Zaunfahne der Zwickauer Ultra-Gruppe RED KAOS. Die Staatsanwaltschaft München blamierte sich, die Münchner Löwen solidarisierten sich. Hier kann die Geschichte nochmal nachgelesen werden.

Die Bilanz TSV 1860 München – FSV Zwickau

Das Zwickauer Fußballteam wartet derzeit noch auf den allerersten Treffer bei Sechzig München und wenn es nach uns und Marco Hiller geht, darf das auch so bleiben! Die bisher einzige Niederlage gegen den FSV ereilte den TSV im Rahmen der Niederlagenserie im Frühjahr 2019, die uns beinahe den Klassenerhalt in der Premierensaison in der 3. Liga gekostet hätte. 5:2 für die Schwäne hieß es damals an einem nasskalten Maitag vor 7.700 Zuschauern. Das bislang einzige Unentschieden zwischen beiden Teams ging vor ziemlich genau einem Jahr, am 2. Februar über die Bühne, als die Gastgeber zweimal hintereinander exakt acht Minuten nach der Löwenführung den Spielstand wieder ausgleichen konnten. Die aus den fünf Duellen resultierende Torbilanz von 11:8 Treffern passt zu den phänomenalen 42 Treffern, die das Team von Michael Köllner in dieser Saison bereits erzielt hat – ein 0:0 ist heute Nachmittag also eher nicht zu erwarten.

Der Saisonverlauf des FSV Zwickau

Wobei die Westsachsen mit einem ermauerten Punkt in Giesing heute Nachmittag wahrscheinlich sogar zufrieden wären. Der bisherige Saisonverlauf des FSV ist mit der Vokabel schwierig sehr gut umschrieben. Die Schwäne sind derzeit Spitzenreiter. Allerdings nur, was die Anzahl an Spielabsagen anbelangt. Während die Löwen (wie sonst nur noch Kaiserslautern) alle Partien wie geplant absolvieren durften, blicken unsere heutigen Gäste bereits auf eine Liste von sechs Absagen zurück: Los ging‘s am 7. Spieltag, als der Gast Türk Gücü wegen dreier positiver Coronafälle nicht in Westsachsen antreten konnte.

Tour de Corona

Nur eine Woche später war es dann der SC Verl, der den FSV aus demselben Grund nicht begrüßen durfte. Und als genau diese Partie des 8. Spieltags einen Monat später nachgeholt werden sollte, waren es dann wiederum die Zwickauer, die ihre Anreise nach Paderborn wegen der Information über vier positive Covid-Tests in der eigenen Mannschaft abbrechen mussten. Sowohl das folgende Zwickauer Gastspiel bei den kleinen Roten sieben Tage später, das übrigens bis heute noch nicht nachgeholt ist, als auch ihr Heimspiel gegen Ingolstadt fielen der Quarantäne zum Opfer. Wer hat mitgezählt? Richtig, das waren erst fünf Absagen. Denn als ob Corona nicht schon nervig genug wäre, fiel dann auch noch das Auswärtsspiel der Schwäne beim 1. FC Saarbrücken am 16. Januar der Unbespielbarkeit des Platzes im Ludwigspark zum Opfer.

Wenn die Schwäne zwischendrin mal spielen dürfen (immerhin blicken sie – wie Uerdingen und Bayern II – trotz allem auf bereits 19 absolvierte Partien zurück), dann sieht das zuletzt gar nicht so schlecht aus: Die jüngsten beiden Partien (in der Münchner Vorstadt und gegen Duisburg) wurden gewonnen, im Januar stehen bisher einer Niederlage und einem Unentschieden drei Siege gegenüber. Exakt so viele Erfolge, wie in den fast drei Monaten zwischen Mitte Oktober und dem Jahresende eingefahren werden konnten.

Schon wieder ein Wackelkandidat auf der Trainerbank des Gegners?

Dass der sympathische Joe Enochs, der seit Sommer 2018 den FSV Zwickau trainiert und aus den dortigen begrenzten Möglichkeiten wahrlich Beeindruckendes herausholt, zuletzt als Kandidat für die nächste Trainerentlassung der 3. Liga gehandelt wurde, ist einigermaßen irritierend. Wäre der Jahresauftakt gegen Lübeck nicht siegreich gestaltet worden, so pfiffen es die Spatzen in Zwickau von den Bäumen, wäre der Amerikaner seinen Job wohl los gewesen. Nicht wirklich nachvollziehbar, für Enochs sind seltsame Entscheidungen von Vereinsfunktionären ihn betreffend aber keine ganz neue Erfahrung: Im Oktober 2017 wurde er beim VfL Osnabrück nach einem 5:0-Sieg im Landespokal in Göttingen geschasst. Einige Tage zuvor hatten die Lilaweißen das Derby in Münster mit 1:4 verloren.

Tabellenführung winkt

Zurück in die Gegenwart:  Unsere Löwen versuchen heute – anders als vor einer Woche gegen Meppen – beim zweiten Anstoßtermin an diesem Tag um 14 Uhr zum ersten Mal in dieser Saison eine Sonntagspartie zu gewinnen. Nach einer Niederlage (in Dresden) und besagter Punkteteilung mit den Emsländern, wäre heute genau der richtige Zeitpunkt dafür. Der sechzger.de-Liveticker informiert Euch wie immer, wie es bei TSV 1860 München – FSV Zwickau steht. Nachdem Dynamo Dresden am Freitag Abend gegen die Bayernbubis wegen Unbespielbarkeit des Platzes nicht antreten durfte, winkt uns heute sogar die Tabellenführung. Diesen Angriff auf die Tabellenspitze starten wir nach dem gestrigen Ingolstädter 1:0 in Unterhaching von Platz 3 aus.

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