Gestern hatten wir Euch unsere Gedanken zum möglichen Start des Jahreskartenverkaufs geschildert und in den sozialen Medien diskutieren die Löwenfans schon heiß, welches Modell sie bevorzugen. Aber das ist nur ein Teil der momentan wirklich schwierigen Aufgabe für das Management der KGaA bei der Planung der Saison.

Denn aktuell ist realistisch davon auszugehen, dass nicht sofort wieder das komplette Grünwalder Stadion mit 15.000 Plätzen oder auch nur allen 9.000 Jahreskarteninhabern (Wert Saison 19/20) gefüllt werden kann. Vielmehr ist mit einer wesentlich geringeren Kapazität zu rechnen. Zum Beispiel dürfen in der Schweiz aktuell (Stand: 07.07.) wieder max. 1.000 Zuschauer ins Stadion.

Wie soll aber nun ausgewählt werden, welche der 9.000 Jahreskartenbesitzer ins Stadion dürfen und welche nicht?

Soweit wir wissen, werden in der Schweiz die Plätze immer unter den Jahreskarteninhabern verlost. Aber ist das fair? Und ist das organisatorisch machbar. Z.b. wenn Kinder ohne Ihre Begleitpersonen ausgelost werden oder der Schorschi unbedingt mit dem Harry in Stadion gehen will. Und wenn der Harry nicht mitkommt, bleibt er lieber gleich daheim. Hierzu sind uns folgende Varianten eingefallen:

  • Verlosung je Spiel, dabei kann sich jeder Fan im registrieren und einer Verlosung je Spiel teilnehmen. Die glücklichen Gewinner dürfen ins Stadion
    • Pro: Einfaches Verfahren, wurde bei der Verlosung von Stehplatzjahreskarten letzte Saison schon praktiziert
    • Contra: Schwierig für die Fans, die gerne mit Kindern oder Spezln ins Stadion wollen, da bräuchte man schon ganz schönes Losglück!

 

  • Verlosung bis jeder DK-Besitzer 1x im Stadion war, dann wieder von vorne. Bei obigem Modell kann jeder bei jedem Spiel an der Verlosung teilnehmen, d.h. manche könnten mehr Glück als andere haben und mehr Spiele sehen als andere. Um das fairer zu gestalten, könnte man DK-Besitzer, die schon ein Spiel gesehen haben, von der Verlosung ausschließen, bis wirklich jeder ein Mal im Stadion war. Dann geht alles von vorne los, was hoffentlich nicht der Fall sein wird, weil wir ja alle wieder zusammen ins Stadion wollen.
    • Pro: Faires Verfahren mit etwas größerem Aufwand für den TSV
    • Contra: Schwierig für die Fans, die gerne mit Kindern oder bestimmten Spezln ins Stadion wollen

 

  • Buchung von Besuchen. Um kleine Buben an Vaters Hand und Schorschi und Harry den gemeinsamen Stadionbesuch zu ermöglichen, könnte man für die Jahreskartenbesitzer ein Buchungssystem aufsetzen, dass es jedem ermöglicht, einen Besuch zu planen, bis alle dran waren. Waren alle dran, geht es wieder von vorne los (Beispielrechnung: bei 9.000 Jahreskartenbesitzern und 1.000 Zuschauern pro Spiel, würde ein Zyklus 9 Spiele dauern).
    • Pro: Faires Verfahren und gute Planbarkeit für Fans.
    • Contra: Etwas höhere Aufwand für 1860 und Fans, um das gewünschte Spiel zu buchen, Spiele gegen „interessante“ Gegner werden sofort „ausverkauft“ sein, manche Fans müssen sich mit Spielen gegen „unattraktivere“ Gegner begnügen

 

  • Verkauf von Optionen für Spiele mit weniger Zuschauern. Hierbei wird der Pfad der kostenlosen Zuteilung verlassen. Die nicht gerade mit Reichtum gesegnete KGaA könnte Jahreskarten mit einem Aufpreis von X verkaufen. Dieser Aufpreis berechtigt den Inhaber, bei allen Spielen bis zu 1000 Zuschauern dabei zu sein. In einer nächsten Preisklasse könnte für einen Aufpreis von etwas weniger als X, die Option verkauft werden, bei Spielen mit Kapazität von 1001 bis 2000 Zuschauern dabei zu sein usw. Falls die erlaubt Kapazität dann zwischen den Grenzen liegt, könnte eines der og. Los-/Buchungsverfahren für die Gruppe zum Zuge kommen.
    • Pro: 1860 könnte in finanziell schwierigen Zeiten Zusatzerlöse sowie eine Kompensation für Geisterspiele generieren und Fans, die unbedingt alle Spiele sehen wollen (und das nötige Kleingeld haben), können das tun. Aber so ist es nun mal, sinkt das Angebot, steigt der Preis…
    • Contra: Das ist eine Lösung, die klar Fans mit etwas dickerem Geldbeutel bevorzugt, während andere in die Röhre schauen müssen.

Eine Variante wäre auch eine Mischform aus kommerzieller Optimierung über die Optionen und dem Los- oder Buchungsverfahren. So könnten z.B. 500 Leute sich eine Option buchen und 500 an einer Verlosung/Buchung teilnehmen, wenn 1000 Zuschauer zugelassen wären.

Das sind natürlich nur Eckpfeiler von Varianten und alle möglichen Mischformen sind denkbar. Wir finden aber, dass sich die KGaA durchaus innovative Formen ausdenken und anbieten sollte. Dies könnte ihr schnell ein gewisses Maß an Planungssicherheit und sogar eine Kompensation von Einnahmeausfällen durch Geisterspiele bringen. Wir gehen davon aus, dass die Löwenfans, die ja auch zu Zehntausenden Geistertickets gekauft haben, durchaus bereit wären, Sechzig mit der ein oder anderen Vorauszahlung oder einem Aufpreis unterstützen würden.

Was denkt Ihr? Welche Variante findet Ihr die geeignetste? Habt ihr noch andere Ideen? Vielleicht spickt ja jemand von Sechzig hier und Eure Idee wird aufgenommen!

Verfasser: Thomas Enn

 

2 KOMMENTARE

  1. […] 96 Tage – oder anders ausgedrückt: Eine halbe Ewigkeit musste ich warten, bis ich nach der coronabedingten Pause endlich wieder ein Fußballspiel besuchen durfte. Anfang März stand das neue Stadion der Spurs in Nord-London auf dem Programm (Aus im FA-Cup gegen Norwich City nach Elfmeterschießen), danach folgten noch TuS Immenstaad am Bodensee und die SG Niedersonthofen-Martinszell im Allgäu – dann war Schluss. Bis auf Weiteres. Wochenlang tat sich gar nichts, die Szenarien wurden immer düsterer, Spielzeiten wurden abgebrochen, annulliert. Doch ein schwarz-rot-goldenes Land im Herzen Europas setzte sich über jegliche Vernunft hinweg, ließ der Marktwirtschaft ihren Lauf und setzte zumindest in den obersten drei Spielklassen den Spielbetrieb wieder fort. Ob das sinnvoll war, muss jeder für sich entscheiden, die Art und Weise wirft zumindest Fragen auf. Und die Frage, wie es weitergehen soll, sowieso… […]

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