In der Rubrik “Stimmen zum Spiel” geben wir nach den Spielen unserer Löwen verschiedensten Protagonisten eine Stimme und schenken ihnen gemeinsam Gehör. Ob Spieler, Trainer, Funktionäre, Fans, sechzger.de-Redakteure, … Es gibt keine Beschränkung, von wem wir eine Meinung zu den letzten hinter uns liegenden neunzig Löwenminuten einholen und an dieser Stelle veröffentlichen. Heute haben wir zahlreiche Statements zum 2:1-Auswärtserfolg der Löwen bei der Zweitvertretung der TSG Hoffenheim vom Freitag Abend für Euch.

Sascha (organisatorisch engagiertes Mitglied der sechzger.de-Redaktion):

Vor ein paar Wochen schien das große Ziel vom Aufstieg in weite Ferne gerückt. Wir hatten gerade gegen Stuttgart II verloren und ich zweifelte an meinem Verstand, mir Karten für Hoffenheim auswärts besorgt zu haben. Wider Erwarten wurde das aber ein phantastischer Tag: Dieses kleine Stadion in weiß und blau mit dem extrem gut gefüllten Gästebereich. Die Fans entspannt, mit Vorfreude und richtig Bock auf Support. Dann ein frühes Tor – was will man mehr. Fast schon aus Gewohnheit wird die Mannschaft dann passiv. Diesmal kriegen wir auch das Gegentor und müssen zittern. Man beginnt zu zweifeln, aber die Löwenfamilie hält zusammen und die Gesänge werden gefühlt noch lauter. Zum Glück kommen wir in den letzten Spielen immer relativ stabil aus der Halbzeitpause. Am Ende wieder ein glücklicher Sieg und dieses Gefühlschaos, zwischen ‚Wir kommen noch mal oben ran‘ und ‚Die Saison ist eh schon gelaufen‘, geht weiter. Ich kann das Spiel gegen Aue jetzt kaum noch erwarten. Flutlicht daheim, ich bin mir sicher die Stimmung wird bombastisch!

Markus Kauczinski (nach dem Spiel bei MagentaSport):

Ich glaube, wir können mit dem Ergebnis zufrieden sein, mit der Spielweise bin ich’s nicht – über weite Strecken. Das frühe Tor hat uns insgesamt nicht gut getan. Wir waren sehr langsam, haben in der ersten Halbzeit dann überhaupt nicht mehr ins Spiel gefunden, haben auch zurecht das Tor kassiert. Zweite Halbzeit war’s dann besser. Gut angefangen, direkt ‘ne dicke Chance. Und dann mit der Roten Karte und dem Tor das Spiel auf unsere Seite gebracht. (…) Wir waren nicht so selbstbewusst. Wir haben das Spiel nicht so ausgeführt. Haben dann bisschen gewackelt. Haben dann auch ein bisschen Schiss gekriegt, das Spiel durchzuspielen und souveräner zu sein. Haben gemerkt dass Hoffenheim trotz allem immer wieder gefährlich ist und das hat uns ein bisschen gehemmt.

Wiggerl (von den Glockenbachlöwen):

Wir sind früh mit dem Auto losgefahren um keinen Stress zu haben. Bei bestem Frühlingswetter wäre ein Tag im Biergarten in München angebracht gewesen. Abends hätte man mit Spezln in einer Boazn die Löwen angeschaut. Das Spiel geht dann gleich richtig gut los. Ein frühes Tor und riesige Stimmung. Dann spielen wir eine wirklich schlechte erste Halbzeit. Nach der Pause kommen wir besser ins Spiel. Aber trotz Sieg ist spielerisch noch viel Luft nach oben.

Sabine Popp (Löwenfan und aufmerksame Beobachterin der vermeintlichen Nebensächlichkeiten):

Nach meiner längeren Auswärtsmüdigkeit lud der Lenz bei frühlingshaften Temperaturen zum Gastspiel nach Hoffenheim in ein für mich neues, und überraschend hochgelegenes Stadion mitten in waldiger Umgebung ein.
Schon auf der Hinfahrt, irgendwo zwischen Feldern (Reis?) und Fachwerk, zeigte sich ein Storch als vermeintlicher Glücksbote. Und tatsächlich durften wir am Ende drei Punkte aus dem Kraichgau entführen. Der Weg hinauf zum Stadion brachte so manchen Löwenfan ordentlich ins Schnaufen und auch die Löwen wirken weiterhin ein wenig lahm. Aber vielleicht kippt das Momentum jetzt auf unsere Seite. Und: Morris Schröter ist zurück! Und so erlaube ich mir wieder leise von der Teilnahme am DFB-Pokal zu Träumen. Vielleicht braucht es dafür allerdings noch ein paar zusätzliche Glücksstörche.

Stefan Kleineheismann (Trainer Hoffenheim II in der PK nach dem Spiel):

Für uns war der Start natürlich nicht so gut. Wir gehen mit dem ersten Angriff der Löwen in Rückstand. Dennoch war ich dann schon auch glücklich über die Reaktion der Mannschaft. War natürlich auch nicht einfach nach den letzten Wochen, dass die Jungs dann so zurück gekommen sind. In der ersten Halbzeit haben wir einen sehr sehr guten Ball gespielt, waren auch aggressiv in unserem Pressing. (…) Und dann muss ich auch sagen: Natürlich entscheidet ein bisschen die Rote Karte das Spiel. Trotzdem haben wir – auch in Unterzahl – ein gutes Spiel gemacht von der Leistung her.

Kersten Beyer (Löwenfan und Autor aus der Pfalz, erst kürzlich mit einem Gastbeitrag auf sechzger.de vertreten):

Der glückliche, aufgrund der zweiten Halbzeit aber nicht unverdiente Auswärtssieg hatte für mich drei Säulen. Dähne riskierte beim Herauslaufen mehrmals Kopf und Kragen und zeigte auch auf der Linie starke Reflexe. Geniale Geistesblitze von Volland leiteten beide Treffer ein. (…) Und natürlich die Schlüsselszene mit Rot für Erling, der den jungen Hoffenheimern den Zahn zog. Für mich eine vertretbare Entscheidung. Nach einem Allerweltsscharmützel ließ er sich zu einem Schubser mit beiden Händen hinreißen, der Referee stand direkt dabei und zögerte keine Sekunde. Erschreckend war das planlose Gekicke nach der Führung, unzählige lange Bälle fielen im Anstoßkreis einem Hoffenheimer vor die Füße. Eine so schön herausgespielte und frühe Führung müsste doch einem Team mit zahlreichen erfahrenen Spielern eine gewisse Sicherheit verleihen. Eine zentrale Aufgabe für Kauczinski dies zu ändern. Zwei Gesten nach dem Spiel haben mich beeindruckt: Bachmann stürmte im Vollsprint zu Dähne und erdrückte ihn fast vor Freude bei der Gratulationskur. Verlaat blieb wieder ohne Einsatzzeit, andere wären missmutig in die Kabine getrottet. Doch der Kapitän nahm sich Zeit für die vielen Fans am Rande der Bande, beantwortete alle Fragen, lachte für Selfies. Das zeigt, dass das Teamgefüge stimmt, und diese verschworene Einheit kann noch viel erreichen in dieser Saison.

Kevin Volland (“man of the match” laut MagentaSport):

Aus Löwensicht erstmal gut, dass wir den dritten Sieg in Folge eingestrichen haben. Das Spiel war – in der ersten Halbzeit vor allem – ein bisschen durchwachsen. Wir kommen super rein, hatten auch schon öfter so Phasen in der Saison, wo wir – auch gegen Stuttgart zwei als Beispiel – gleich gut drin sind, Chancen haben, dann ein Tor machen. Und dann hab ich so das Gefühl, fallen wir immer bißchen tiefer, tiefer. Verteidigen nicht mehr so in den Zweikämpfen. des geht bei uns vorne los. Und haben dann echt ‘ne schwierige erste Halbzeit gehabt. Kommen dann aus der Halbzeit raus, Gott sei Dank, mit bisschen ‘ner anderen Energie. Und hatten immer wieder die Nadelstiche, die unser Spiel auch ausmachen. Dass wir nicht die dominanteste Mannschaft in der Saison sind, das hat man schon öfter gesehen. Aber ich glaub, dass wir auch immer gefährlich sind und immer für ein Törchen gut sind.

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