In der Rubrik “Stimmen zum Spiel” geben wir nach den Spielen unserer Löwen verschiedensten Protagonisten eine Stimme und schenken ihnen gemeinsam Gehör. Ob Spieler, Trainer, Funktionäre, Fans, sechzger.de-Redakteure, … Es gibt keine Beschränkung, von wem wir eine Meinung zu den letzten hinter uns liegenden neunzig Löwenminuten einholen und an dieser Stelle veröffentlichen. Heute haben wir – mit leichter Verspätung – die Einschätzungen zum torlosen Unentschieden des TSV 1860 gegen Wehen Wiesbaden vom Samstag Spätnachmittag,
Petra (Löwenfan, die mit Nachwuchs in der Westkurve stand):
Ich hab mich schon wie ein Erfolgsfan gefühlt, weil ich seit ewigen Zeiten mal wieder im Grünwalder war. Und das nach dieser Siegesserie. Und in den Zusammenfassungen wirkten die letzten Spiele ganz ordentlich. Aber jetzt habe ich eben mal wieder die Spielzüge gesehen, die dort nicht zu sehen sind: In der ersten Halbzeit ein gemächliches Spiel ohne viel Willen, nicht angekommene Pässe und Flanken und keine überraschende Kombinationen oder Aktionen.
Das wurde zum Glück ab der 60. Minute besser. Vielleicht lag es daran, dass der Support wirklich gut war (sogar in Block J) und die Löwen auf das Tor in der Westkurve spielten? Souverän spielte nur Dähne, der im Tor absolute Sicherheit ausstrahlt. Auch Philipp brachte nach seiner Einwechslung mehr Zug zum Tor und Kampfbereitschaft mit. Ich hätte mich wahnsinnig über das 1:0 gefreut aber es wäre wohl heute nicht verdient gewesen.
Markus Kauczinski (nach dem Spiel bei bei MagentaSport):
Ich hab’s schon hochklassig gesehen. Es ist halt ein Spiel auf Augenhöhe, wo beide Mannschaften ne gute Struktur, ne gute Qualität haben. Und dann kommt’s auf diese Kleinigkeiten an. Das war klar, dass es kein Feuerwerk an Chancen gibt, sondern dass beide Mannschaften darüber kommen, dass sie halt sehr strukturiert und geordnet spielen. Und da gab’s dann diese bestimmten Momente, die in jede Richtung gehen können und ein Spiel entscheiden. Die hätten auf der einen Seite, die hätten aber auch auf der anderen Seite sein können und deswegen geht das auch in Ordnung.
Christian Jung (Redakteur sechzger.de):
Wenn in einem Fußballspiel beide Mannschaften erst für die letzten zwanzig Minuten ihre Visiere öffnen und das Gefühl vermitteln, das Spiel auch wirklich gewinnen zu wollen, aber in der Schlussphase – trotz offenen Visiers – dennoch kein Treffer mehr fällt, dann verlassen die Stadionbesucher für gewöhnlich eher unbefriedigt den Ort des Geschehens. Am Samstag Abend hatte man diesen Eindruck aber nicht wirklich. Die fünf Siege zuvor haben den Löwenfan wohl wieder etwas geduldiger gemacht, so mein Eindruck. Und es ist durchaus begrüßenswert, wenn von den Rängen weniger gemosert wird. Angesichts der fehlenden Kreativität in unserem Spiel aber für mich doch irgendwie auch überraschend.
Daniel Scherning (Trainer Wiesbaden bei MagentaSport):
Ich glaub, dass der Punkt in Ordnung geht, wobei wir vielleicht die dickeren Dinger hatten. Beide können Elfmeter kriegen, unseren muss er geben, bei der Standardsituation. Dann fällt vielleicht dieses eine Tor, was – glaube ich – auch das Spiel entschieden hätte. Beide Mannschaften haben alles in die Waagschale geworfen, haben sehr sehr gut verteidigt, das muss man sagen. Wenn du siehst, dass unser Torwart 20 ist, dass in der Kette ein 18jähriger und ein 21jähriger spielen und du dann hier gegen ne Mannschaft, die so formstark ist, so abgeklärt verteidigst, dann kann ich nur meinen Hut davor ziehen.
Fatih Kaya (Stürmer des SVWW nach dem Spiel bei MagentaSport):
Ich find‘, wir haben heut einen sehr sehr konzentrierten Auftritt abgeliefert. Gegen aktuell die formstärkste Mannschaft der Liga. Da musst du erstmal auswärts so stabil stehen und die Offensive stoppen. Das haben wir heute sehr sehr gut – finde ich – gemacht. Auch mit ner jungen Defensive, das kann man hervorheben, was die Jungs da hinten weg verteidigt haben. (…) Das war schon unser Anspruch, dass wir defensiv vor allem erst mal schauen, dass wir gegen die Jungs aus München stabil sind, dass wir da nichts zulassen, versuchen, so wenig wie möglich zuzulassen. Und dann die Nadelstiche setzen, die wir auch hatten, muss man sagen, heute. Ich glaub, das hätte in beide Richtungen gehen können, aber ich finde, wir hatten schon die eine oder andere klarere Torchance.
Max Reinthaler (nach dem Spiel bei MagentaSport):
Es war sehr intensiv. Ich glaub, beide Mannschaften haben sich nichts geschenkt. Man hat gemerkt, dass beide Mannschaften gut drauf sind auch. Am Ende glaube ich ein leistungsrechtes Unentschieden. Ich glaub des wärs gewesen: Wer das erste Tor schießt, der hätte wahrscheinlich das Ding gezogen. Schade, dass wir’s nicht geschafft haben, aber wir können mit dem Punkt trotzdem leben.










