Herzlich Willkommen zur Taktiktafelanalyse nach der Niederlage unseres TSV 1860 München gegen den FC Erzgebirge Aue. Die Schachter besiegten die Sechzger spät, aber verdient mit 2:1.

Am 5.Spieltag empfing der TSV 1860 München den FC Erzgebirge Aue im Grünwalder Stadion. Am Ende steht eine bittere, aber verdiente Niederlage für die Löwen. Wer vorn nicht trifft, wird hinten bestraft.

Maurizio Jacobacci schickte die Sechzger im 3-5-2 auf den Platz, das sich gegen den Ball linksgependelt auf ein rechts asymmetrisches 5-4-1 verschob. Schröter kippte also nicht komplett mit in die Abwehrkette auf der rechten Seite ab, sondern nur bis auf Höhe der Sechserposition und stellte dort den Raum zu.

Pavel Dotchev setzte wie in dieser Saison bisher immer auf das 4-2-3-1. Aue verschob wie erwartet auf ein im letzten Drittel asymmetrisches 4-3-3. Gegen den Ball kippten im eigenen letzten Drittel die Mittelfeldaußen ab. Aue formierte sich also im 4-4-1-1 wenn es galt die eigene Box zu verteidigen.

Gegen den Ball pressten die Löwen teilweise extrem hoch mit bis zu vier Spielern in der Pressingreihe. Die Defensivlinie der Sechzger war gegen das Positionsspiel des FCE je nach Höhe der Pressinglinie zwischen dem hinteren Bereich des mittleren Drittels und der Mittellinie platziert.

Die Auer starteten zunächst mit nur einem, maximal zwei Spielern in der vordersten Linie beim Pressing. Sie stellten die Räume im und Wege ins Mittelfeld zu. Dadurch sollten die Löwen dazu gezwungen werden über lange Bälle ins letzte Drittel der Schachter zu spielen. Gleichzeitig sollte verhindert werden, dass Spielfluss im Mittelfeld auf Seiten des TSV 1860 München entsteht.

Dieser Plan der Sachsen funktionierte gut. Sechzig kam im letzten Drittel der Auer zwar immer wieder in Ballbesitz, durch individuelle technische Mängel bei Ballannahme oder Verarbeitung gelang es den Sechzgern jedoch zu selten zwingende Chancen im Zentrum der Box zu kreieren.

Vor der genaueren Analyse blicken wir wie immer auf die statistischen Werte der beiden Mannschaften.

Die statistischen Werte der Partie

  • Ballbesitz TSV 1860 46% – FCE 54%
  • Passgenauigkeit TSV 1860 78% – FCE 86%
  • defensive Zweikampfquote TSV 1860 52% – FCE 66%
  • Schüsse/aufs Tor TSV 1860 14/3 – FCE 19/6
  • PPDA (zugelassene Pässe pro Defensivaktion) TSV 1860 17,5 – FCE 11,67

Analyse der statistischen Werte

Ballbesitz (46% – 54%)

Der Ballbesitz spiegelt das Spiel auf den ersten Blick nicht wirklich wieder. Man muss hier gewisse Phasen getrennt voneinander betrachten. Die in beiden Halbzeiten dominant beginnenden Löwen ließen jeweils mit fortwährender Spieldauer nach.

In beiden Halbzeiten kam der Gegner zum Ende der jeweiligen Halbzeiten mit deutlich mehr  Ballbesitz und Feldüberlegenheit besser ins Spiel. Die Löwen konnten in beiden Spielabschnitten am Ende nicht mehr dagegenhalten.

So wurde aus einer Ballbesitzquote von 61% für die Löwen zu Beginn der Partie über die neunzig Minuten am Ende eine Ballbesitzquote, die vermuten ließe der FC Erzgebirge Aue wäre dem TSV 1860 München hier über die neunzig Minuten hinweg überlegen gewesen. Das war klar nicht der Fall. Aue hatte jeweils etwa 15 Minuten pro Halbzeit mehr Ballbesitz – in diesen Minuten aber so deutlich, dass man in diesen Phasen zwischen beiden Mannschaften einen Klassenunterschied vermuten könnte.

Passgenauigkeit (78% – 86%)

Weniger Ballbesitz und eine schlechtere Passgenauigkeit ist ein normales Bild in den Statistiken. Allerdings erwartet man bei diesem Gesamtbild in den einzelnen Passkategorien etwas anderes als das, was man am Ende des Tages bei den Sechzgern vorfindet. Man sollte grundsätzlich denken, dass bei so einer Konstellation das Verhältnis der Vorwärtspässe zu Querpässen zumindest ausgeglichen daherkommt (ohne hier zunächst auf die Genauigkeit der Kategorien zu blicken sondern nur auf die Anzahl derselben).

Aber weit gefehlt. Die Sechzger spielten um 20% mehr Querpässe als Vorwärtspässe und davon mit 43% aller gespielten Querpässe einen viel zu großen Anteil im eigenen Defensivverbund. Erschwerend kommt hinzu, dass viele der Querpässe, die im Offensivdrittel bzw. in Umschaltmomenten auch im Mittelfeld gespielt wurden, nicht beim Adressaten ankamen.

Das alles sind deutliche Anzeichen dafür, dass die Spieler, die für die Offensivarbeit zuständig sind, zu viele Fehler in zu vielen Kategorien ihres Anforderungsprofils machen. Diese Fehler bestehen aus Unzulänglichkeiten bei den Laufwegen, falschen Entscheidungen, wann ein Pass wohin zu spielen ist und am Ende natürlich auch darin, wie genau man den Ball zum Mitspieler bringt.

Bei Aue war in Abhängigkeit vom Ballbesitz alles was in den Passkategorien passiert klar im grünen Bereich oder auch darüber gelegen. In allen Einzelkategorien war Aue im Passspiel genauer, überlegter, konzentrierter und am Ende dadurch effektiver als der TSV 1860 München.

Defensive Zweikampfquote (52% – 66%)

Auch hier war Aue den Löwen überlegen – und nicht nur bei der Quote, sondern in allen Belangen der Defensivarbeit. Von direkten Zweikämpfen über abgefangene Pässe bis hin zu defensiven Kopfballduellen lagen die Auer deutlich über dem, was der TSV 1860 München im Spiel zeigte.

Die Diskrepanzen beim Verhalten gegen den Ball was Einsatz, Stellungsspiel, Deutlichkeit der Aktionen und Ergebnis derselben betrifft sind in den Statistiken so klar zu Ungunsten der Löwen verteilt, dass es einem schon beim Blick auf diese statistischen Werte übel werden muss. Achtzehn Prozent Weniger geführte defensive Zweikämpfe bei gleichzeitig weniger Ballbesitz und weniger abgefangenen Pässen? Bei mehr Ballbesitz des Gegners, sollte die sich Zweikampfhäufigkeit gegen den Ball, vor allem dann, wenn auch alle anderen Defensivstatistiken hinken wenigstens auf höhem Niveau befinden.

Schüsse/aufs Tor (14/3 – 19/6)

Auch hier sehen wir sowohl bei der Anzahl der abgefeuerten Schüsse, als auch bei der Genauigkeit Vorteile für die Gäste aus Aue gegenüber dem TSV 1860 München. Ohne Marco Hillers Glanztaten in einigen brenzligen Situationen gehen die Sechzger in diesem Spiel mit deutlich mehr als zwei Gegentreffern vom Platz und dürften sich am Ende nicht einmal darüber beschweren.

Nehmen wir die geblockten Schüsse aus der Rechnung hat Aue immer noch die Nase in der Statistik vorn – allerdings nicht mehr so deutlich. Bei den Schüssen, die durchkamen, haben wir am Ende ein Verhältnis von 10:11 bei einer Schussgenauigkeit von 30:55 Prozent aus der Sicht der Löwen.

Von fünf Spielen konnten die Sechzger bisher in einem einzigen insgesamt eine Schussgenauigkeit von über 25% erreichen. Bei der geringen durchschnittlichen Schusshäufigkeit ist das viel zu wenig. Der einzige offensive Stammspieler der Löwen, der in der Gesamtheit der gespielten Spiele bisher im Verhältnis der Schussanzahl, der Positionen aus denen er die Schüsse abgefeuert hat und der Genauigkeit der Schüsse Zahlen aufweist, die nicht zum Kopfschütteln verleiten, ist Neuzugang Joel Zwarts. Sein xG Wert entspricht exakt seiner Trefferquote.

PPDA (17,5 -11,67)

Sowohl Aue als auch der TSV 1860 München gingen im Pressing gegen das Positionsspiel des Gegners mit einem ähnlichen Plan zu werke. Beide Teams nutzten zunächst ihre Anlaufphasen zur Spielsteuerung und nicht dazu direkt den Ball zu erobern. Dass die Sechzger zu Beginn teilweise vier Spieler in der Pressinglinie hatten, empfinde ich allerdings in Anbetracht dessen, was Aue bisher in den anderen Spielen der Saison gezeigt hatte, höchst riskant.

In den vier bisherigen Spielen der Schachter war deutlich zu sehen, dass sie gerne mit langen Bällen freie Räume suchen. Je mehr Spieler des Gegners dann in der Pressingreihe stehen, desto leichter wird das für Aue.

Aue gestaltete sein Pressing gegen das Positionsspiel der Sechzger ähnlich wie bisher in der laufenden Saison. Ein, maximal zwei Spieler liefen den Aufbau der Löwen zunächst an. Im Mittelfeld würden die Räume von den Auern gut zugestellt. Am Ende taten sich die im offensiven Positionsspiel während der Spielzüge wenig rochierenden Löwen schwer einen deutlichen Zugriff auf die Zentrale vor dem Tor zu finden.

Die Tore

Hier könnt ihr euch die Tore und andere Highlights noch einmal ansehen.

Nach dem Führungstreffer, den Schröter wunderbar für Zwarts aufgelegt hatte, schien zunächst mit einer Doppelchance durch Frey und Zwarts, die der Auer Abwehrblock in höchster Not klären konnte, bei den Sechzgern der Knoten geplatzt.

Dann kamen die Treffer durch Bär und Thiel, die am Ende die Niederlage besiegelten.

Entscheidend für den Verlauf ist am Ende aus meiner Sicht die Entstehungsgeschichte des ersten Gegentreffers zum 1:1 durch Bär.

Das 1:1

Um hier zu dem entscheidenden Moment zu kommen, muss man in der Wiederholung des Spiel (bei den Highlights ist das nicht zu sehen) auf Spielminute 83:50 gehen. Dort sehen wir eine sträflich dumm vergeigte Konterchance des TSV 1860. Aus dieser Konterchance für die Sechzger entsteht am Ende der Angriff, der zum Ausgleich führt.

Guttau erkämpft sich am linken Flügel etwa mittig in der eigenen Spielfeldhälfte den Ball und spielt klug nach vorne zu Sulejmani. Dieser hat, nachdem er einige Meter mit dem Ball unterwegs ist, nur eine sichere Option den Ball abzuspielen. Das wäre steil nach vorne durch die Schnittstelle hindurch in den Lauf von Zwarts gewesen.

Sulejmani entscheidet sich jedoch für einen Querpass, der für den nach innen kreuzenden Guttau gedacht war. Damit dieser Pass ankommen hätte können, wäre es nötig gewesen, dass sich Meuer in Diensten der Auer in Luft auflöst. Dies ist nicht geschehen und der versuchte Tunnel durch die Beine von Meuer bleibt bei diesem hängen. Aue spielt danach ruhig und abgeklärt. Die Gäste nehmen kurzzeitig das Tempo aus dem Spiel bis Guttau auf der linken Seite seinen Gegenspieler im Rücken verliert.

Just in diesem Moment kommt Tempo ins Auer Spiel. Die Abwehrkette, deren linke Seite durch Guttaus Unaufmerksamkeit entblößt war, muss dorthin verschieben. Kwadwo und Verlaat müssen horizontal verschieben. Frey, der dem Geschehen zwar mit den Blicken, aber nur mit wenig Bewegung folgt, schließt die entstehende Lücke im Zentrum nicht. So kommt am Ende Bär, den Ludewig nach der nötigen Horizontalverschiebung der Kette ziehen lässt, völlig frei an den Ball und netzt zum 1:1-Ausgleich ein.

Das 1:2

Auch der zweite Treffer der Auer fällt über diese Abwehrseite und zwar wieder, nachdem der Flügel entblößt war und die Kette verschieben muss. Ein hoher Steilpass am linken Flügel erwischt Guttau erneut in dessen Rücken. Die Kette muss genau wie beim ersten Gegentreffer horizontal verschieben. Bärs Abschluss kann diesmal geblockt werden. Thiel, frei vor dem Tor und nicht im Abseits, weil der Ball von einem Sechzger kam, stellt auf 1:2 und die Party der Gäste beginnt.

Hier ist der Versuch von Verlaat, Thiel durch einen Schritt nach vorne Abseits zu stellen, am Ende gut gemeint aber schlecht gemacht. Dass der geblockte Schuss ihm vor die Füße fällt ist auch ein kleines bisschen Glück für Aue. Ebenso wie die Tatsache, dass Meuer, der Kwadwo vor seinem Pass nach innen einen Rempler mitgibt und den Innenverteidiger der Sechzger so quasi aus dem Spiel nimmt und er den Ball in Ruhe nach innen spielen kann.

Insgesamt

Den individuellen xG-Werten der Spieler nach hätten die Löwen und Aue ein weiteres Tor verdient gehabt. Das hätte am Ergebnis schlussendlich nichts geändert. Die Statistik sieht hier Aue mit einer Großchance vorne.

Das fiel auf

Wieder treffen die Löwen viele falsche Entscheidungen was Pass- und Laufwege betrifft. So kommen die Sechzger schlussendlich nur zu wenigen eigenen zwingenden Torchancen. Bei der Schussgenauigkeit, die Jacobaccis Mannschaft im bisherigen Saisonverlauf an den Tag legt, reichen zehn Schüsse, die am Ende durchkommen, nicht aus, um gewinnen zu können. Dabei ist es vollkommen egal, ob der Gegner selbst Tore macht oder nicht. Wer nicht mindestens drei eigene Treffer erzielt, ist in dieser Liga immer in Gefahr am Ende nicht mit der vollen Punktausbeute oder sogar ohne Punkte vom Platz gehen zu müssen.

Gut war:

Bei Ballbesitz offensiv wenig. Bis auf Joël Zwarts und Erol Zejnullahu konnte kein Spieler der Offensivabteilung wirklich überzeugen.

Marco Hiller hielt wieder, was zu halten war. Bei den Gegentreffern war er chancenlos und wurde von seinen Vorderleuten wieder einmal im Stich gelassen.

Lob für einen Feldspieler in der Defensive kann man eigentlich nur Tarnat aussprechen. Alle anderen hauptsächlich mit Defensivaufgaben betrauten Spieler leisteten sich teils katastrophale Fehler und Fehlentscheidungen.

Schlecht war:

In der Defensivabteilung des TSV 1860 lief gegen Aue vor allem an Frey das Spiel komplett vorbei (nur drei Balleroberungen). Bei einer Leistung, die vom Passspiel abgesehen, das bei ihm zu über 50 Prozent aus Rück- und Querpässen bestand, unterirdisch war – keine einzige geglückte Offensivaktion als Box-to-Box Spieler – den Mann bis zum Schluss auf dem Platz zu lassen, ist in meinen Augen ebenfalls eine extrem fragwürdige Entscheidung. Aber auch der Rest der Defensive – abgesehen von den bereits erwähnten Tarnat und Hiller – hat sich nicht wirklich mit Ruhm bekleckert.

Guttau war mit seiner Aufgabe als pendelnder Außenverteidiger, der sowohl für Abwehrarbeit als auch für die Offensive zuständig ist, spätestens nach 75 Minuten überfordert. Das hohe Laufpensum in dieser Rolle forderte Tribut. Mit schwindender Kraft ging die Konzentration verloren. So sieht der junge Mittelfeldaußenspieler in der Schlussphase zweimal sehr unglücklich aus.

Sulejmani mit nur fünf erfolgreichen Aktionen in 33 gespielten Minuten war eine verschwendete Einwechslung. Hier hätte man stattdessen lieber für den am Ende schwer pumpenden Guttau Greilinger bringen müssen anstatt den wieder einmal planlos wirkenden Stürmer, der mit seiner Fehlentscheidung vor dem ersten Gegentreffer Aue eigentlich erst stark gemacht hatte.

Vrenezi mit neun Ballverlusten in der eigenen Spielfeldhälfte, davon sechs in direkten Duellen mit einem Gegenspieler. Er versteht nach wie vor nicht, dass der Ball laufen muss, damit das Spiel schnell werden kann. Es ist unbegreiflich. In einem Spiel, in dem seine Arbeit gegen den Ball in direkten Duellen diesmal vorbildlich war, zerstört er sich die Früchte seiner Arbeit wieder durch Eigensinnigkeit bei der Ballführung und unverständliche Entscheidungen im Abspiel.

Neun Ecken und zwei Freistöße in Strafraumnähe führten zu insgesamt zwei Schüssen aus Standards. Daraus darf jeder gern seine eigenen Schlüsse ziehen. Mir ist das zu wenig.

Fazit

So kann es nicht weitergehen. Auch wenn viel im Spiel gegen Aue auf den ersten Blick gut aussieht, fehlte der Mannschaft des TSV 1860 München im letzten Drittel vor dem gegnerischen Tor nicht nur in diesem Spiel viel zu oft der richtige Plan, um dort zwingend zu werden.

Es kann nicht sein, dass die gleichen Spieler immer wieder die gleichen Fehler machen und dafür keine Konsequenzen zu erwarten haben. Andere Spieler, die klar zeigen, dass sie ihren Platz auf dem Feld verdient haben, werden hingegen entweder gar nicht aufgestellt oder zu Unzeiten für eine verkehrte Option eingewechselt.

Die Verschiebungen gegen den Ball, um eine kompakte gut gestaffelte Formation herzustellen, finden nicht statt. Warum sie nicht stattfinden entzieht sich meiner Kenntnis. Genauso hat man bisher in wenigen Spielen im letzten Drittel zwingend agiert.

Gründe

Für mich gibt es dafür folgende mögliche Gründe. Entweder folgen die Spieler den Anweisungen des Trainers nicht. Dann muss ich als Trainer darauf sofort reagieren und den jeweiligen Spieler vom Platz nehmen. Oder die Scoutingabteilung macht bei der Beobachtung der gegnerischen Mannschaft Fehler und der Coach hat nicht die nötigen wichtigen Informationen über den Gegner, um die richtigen Entscheidungen treffen zu können. Was es am Ende auch immer ist, dass die Mannschaft es nicht schafft sowohl offensiv als auch defensiv immer zu 100% konzentriert und einsatzfreudig auf dem Geläuf zu stehen, so kann und darf es nicht weitergehen. Als nächstes reisen die Löwen nach Ingolstadt und Halle – zwei Auswärtsspiele in Folge, bei denen Punkte hermüssen, egal wie.

Konsequenzen

Gelingt es nicht in den nächsten beiden Spielen zu punkten, sollte man in der Geschäftsführung langsam für alle Beteiligten Konsequenzen ins Auge fassen. Gehaltskürzungen in Form von einbehaltenen Prämien bei gewissen Spielern. Personelle Veränderungen in der Scoutingabteilung hinsichtlich der Gegnerbeobachtung. Und am Ende, wenn all das nicht helfen sollte und bevor es wieder zu spät passiert, ist auch eine Veränderung bei der Position des Übungsleiters in Betracht zu ziehen.

Bis vors gegnerische Tor schön zu spielen und dann keine Lösungen für die Penetration der Box und am Ende auch den genauen Torschuss zu finden mag der ein oder andere für ausreichend halten. Mir reicht das nicht.

Datenquelle: Wyscout

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Michael

Fussball wäre nicht Fußball, wenn alle eine Meinung hätten. Ich habe die Analyse voriges Jahr schon gelesen und bin sehr angetan von der Vielzahl an Fakten. Über die Schlussfolgerungen kann man immer streiten, interessante Punkte sind es allemal.

Ich bleibe bei meinem Spruch: Fußball ist zu mindestens 60 Prozent Kopfsache. In Aue hat man sich scheinbar gefunden, bei den Löwen die Erwartungshaltung einmal mehr zu groß.

Alles Gute!

SOGINED

Ganz schwache Analyse. Nur auf den Trainer draufhauen bringt nix. Zudem Rolle von Hiller völlig falsch bewertet.

Alexander Schlegel

Ich bin immer ein großer Freund davon, dass man seine Behauptungen auch begründet, statt einfach bloß Sprüche herauszuhauen.
Den Trainer erwähnt Bernd nur am Rande und bezieht in dem Zusammenhang auch andere mit in seine Kritik mit ein und was bei Hiller falsch bewertet sein soll, würde mich wirklich interessieren.

Zschoke

Ich bin nicht überrascht, wenn Jacobacci kein Wundertrainer ist. Dafür spricht einfach seine Vita nicht. Dazu eine Liga, die er nicht kennt. Aber er hat wie jeder andere auch eine Anlaufphase von 10 Spielen verdient. Nach dem Spiel gegen Dresden sollte man ein erstes Fazit ziehen.

Steffen

Ganz starke Analyse! 1860iger ,euch alles Gute! Vom Auer Fan Steffen

Sigi Clemens

Man steht in der West und sieht was man sieht. Emotionen, Freude, Ärger, Entäuschung.
Aber erst wenn man die Taktiktafel gelesen hat, weiß man was man wirklich gesehen hat. Respekt Bernd und Danke für deine treffenden Analysen.

Groeber

Taktiktafel, Wirtshausweisheiten und Analyse sind das einzige rund um den TSV 1860, was hochprofessionell daher kommt. Da können sich Trainer, Präsidium, Geschäftsführer und der Profitjournalist eine ganz dicke Scheibe davon abschneiden.

Rainer

Da hast du viel Richtiges analysiert. Sollte den beteiligten Personen egal ob Spieler, Trainer oder andere verantwortliche mal zum Lesen vorgelegt werden. Damit man das notwendige veranlassen kann, sollte! Ganz deiner Meinung das es so nicht weiter gehen kann. So kann man nicht erfolgreich sein! Da muss dann halt der eine oder andere sein Ego runterschrauben im Sinne der Mannschaft und des Vereins! PS. Ich staune immer wieder aufs neue über deine Fachkenntnisse! Extra Lob für dich, ich wünschete ich hätte so ein Fachwissen wie du. Hoffentlich nehmen sich die Herren die das zu verantworten haben zur Kenntnis und setzen es dann auch um. Wünschen würde ich mir das. Grüße an sie Herr Winninger

Joerg

Jacobacci wechselt einfach schlecht, das war in Sandhausen so und heute wieder, was will er mit Sulejmani, der Mann Har vielleicht gerade mal Regionalliga Format, zudem auch noch Zweikampfschwach, und Ludewig war in der Defensive überfordert und auch Zweikampfschwach, warum bringt er nicht Glück dem zumindest überragendes Regionalliga Format bescheinigt wurde, was man von den eingewechselten Spielern nicht behaupten konnte, u d Tarnat war blass eher ein schlechteres Spiel, über Frey Decke ich mal den Mantel des Schweigens
Das Tor von Zwarts war gut, das wars aber schon……..
Zum Glück ist der Prediger auch in der Krise, da geht vielleicht was 6 Punkte aus den nächsten Spielen gegen zwei “Übermannschaften” 😜

Ackermeister TSV

Bernd for President 😜

Siggi

zumindest aber Chefcoach! Na Bernd, wie wär’s?

Magic

“Thiel, frei vor dem Tor und nicht im Abseits, weil der Ball von einem Sechzger kam” — Frage: Als der Spieler von Aue auf’s Tor schießt, war Thiel fraglos im Abseits. Lebt dieses Abseits dann (nicht) wieder auf, wenn der abgeprallte Torschuss zu Thiel gelangt?

Bluemuckel

Mich wundert die deutliche Unterlegenheit bei den Statistiken ein bisschen, aber wenn die stimmen brennt der Baum eh schon lichterloh.

SteglitzerLöwe

Danke für die Analyse!! Und sehr gekonnt, wie Du eine Trainerkritik umschiffst…

Alexander Schlegel

Und am Ende, wenn all das nicht helfen sollte und bevor es wieder zu spät passiert, ist auch eine Veränderung bei der Position des Übungsleiters in Betracht zu ziehen.

Das ist aber schon ziemlich direkt, finde ich … 😉

Alexander Schlegel

Wow, scharfe, aber richtige Analyse. Danke, Bernd!