Viel Lob und Anerkennung hat der neue Caterer, die Diemb Gatsronomie, die seit Beginn der vergangenen Saison 2024/25 die Besucher*innen des Sechzgerstadions kulinarisch versorgt, im Laufe des letzten Jahres für ihr Tun geerntet. Nach der durchaus als “angespannt” zu bezeichnenden Beziehung vieler Löwenfans zum jahrelangen Versorger im Grünwalder Stadion, der Stiftl KG, brachte der neue Caterer auf Giesings Höhen ganz neuen Schwung in das Angebot an Speis und Trank rund um den Spieltag. Im Nachgang der Auftaktpartie  in die Spielzeit 25/26 gegen Osnabrück waren aber auch kritische Stimmen zu vernehmen. Nicht alles lief rund am vergangenen brütend heißen Samstag Nachmittag. Wir haben direkt Kontakt mit dem Geschäftsführer Jörg Diemb aufgenommen und nachgefragt.

Betriebsleiter Florian Furthmayr und Gastronom Jörg Diemb vor einem Jahr – direkt nach ihrem Start als Caterer im Sechzgerstadion

Gedränge unter der Westkurve – im Schatten

Temperaturen von bis zu 32 Grad im Schatten setzten am letzten Samstag beim Heimspiel gegen Osnabrück vielen Stadionbesuchern zu. Aber wenn die Löwen rufen, dann wird das Sechzgerstadion eben dem Schwimmbad oder dem Badesee vorgezogen. Allerdings hatte das Extremwetter auch direkten Einfluss auf das Verhalten der Stadionbesucher. Vor dem Spiel suchten – insbesondere im Bereich der Westkurve – deutlich weniger Fans direkt nach  Einlass ins Stadion ihre Plätze auf den Rängen auf, sondern hielten sich möglichst lange im Schatten unter der Tribüne auf. Außerdem wurden schon zu diesem Zeitpunkt die Verkaufsstände für Getränke stärker frequentiert, als sonst. Die Folge: Unter der Westkurve herrschte ein ziemliches Gedrängel, die kontinuierlich nachkommenden Besucher kamen kaum vorwärts.

An allen 42 Kassen EC-Kartenzahlung möglich

Mit dem zu dieser Saison ausgweiteten Angebot, an allen 42 Kassen im Stadion mit EC-Karte (oder nach wie vor mit Bargeld) bezahlen zu können und einer womöglich längeren Dauer beim Verkaufsvorgang, hatte das Gedränge unter der Westkurve übrigens nichts zu tun. Laut Jörg Diemb werden “pro komplettem Verkaufvorgang 20 Sekunden” Zeitbedarf kalkuliert. Dies klappte auch. Lediglich wenn Anhänger ungültige oder nicht gedeckte Karten vorlegen, kann die Abwicklung natürlich manchmal länger dauern.

Mehr als sechsfacher Wasserverbrauch

Das Konsumverhalten der Löwenfans hat sich – aufgrund des Wetters – am Samstag allerdings merklich verändert. Werden bei einem durchschnittlichen Heimspiel 600 – 800 “Hoibe” Mineralwasser ausgeschenkt, waren es gegen Osnabrück mehr als unglaubliche 4.600 Stück. Ab Spielminute 70 war das Mineralwasser, das in 50-Liter-Fässern angeliefert, gekühlt und ausgeschenkt wird, aufgebraucht. Kurzerhand wurde auf das qualitativ hochwertige Münchner Leitungswasser gewechselt. Natürlich wurde dafür dann nur noch das Becherpfand von 1,- EURO erhoben.

Probleme bei der Bierversorgung

Da aber natürlich nicht alle Fans im Stadion auf alkoholfreie Getränke wechselten, sondern das klassische Stadionbier ebenfalls weiter rege nachgefragt wurde, stellten technischen Probleme, die während des Spiels auftraten, eine große Herausforderung für Diemb und sein Team dar. Einer der Kompressoren, die seit September letzten Jahres für die Kohlensäure im Hellen sorgen (wir berichteten über die Neuerung), war ausgefallen und die Versorgung dadurch halbiert. Allerdings nicht länger als 15 Minuten. Noch während des Spiels konnte ein Techniker das Problem lösen. Beim nächsten Heimspiel gegen die Zweitvertretung des VfB Stuttgart (30. August, 14 Uhr) wird das Bier wieder über neunzig Minuten wie gewohnt fließen, versichert Diemb.

Caterer braucht mehr Kühlkapaztäten

Eine echte Herausforderung stellte bei den extremen Temperaturen am vergangenen Wochenende auch die Kühlung der Getränke dar, wie Diemb berichtet. Die Kapazitäten an entsprechenden Räumlichkeiten sind auf Giesings Höhen zu gering. Abhilfe soll in Zukunft bei vergleichbaren Temperatuten über einen externen Kühlwagen geschaffen werden, der allerdings erst nach Überwindung einiger bürokratischer Hürden ins Stadion rollen kann. Einen Schwarzen Peter will Diemb, wie er betont, aber keineswegs der Stadt München, als Betreiber des Grünwalder Stadions zuschieben. Im Gegenteil: Die Zusammenarbeit mit den zuständigen Ansprechpartnern in der Stadtverwaltung laufe “wirklich hervorragend” und man sei auf beiden Seiten “jederzeit auf der Suche nach konstruktiven Lösungen für auftretende Probleme.”

In der Not halten Löwenfans zusammen

Neben den Problemen, die hier thematisiert werden, kann Stadioncaterer Diemb aber auch von erfreulichen Vorkommnissen vom Samstag berichten. Auf mehrere hitzebedingte Notfälle, bei denen Fans kollabierten und der Einsatz des Rettungsdienstes nötig wurde, reagierten die umstehenden Anhänger extrem hilfsbereit und rücksichtsvoll. Die (kostenlose) Versorgung mit Spezi & Apfelschorle an die Betroffenen, wurde von anderen, noch nicht hitzegeschädigten Löwenfans unterstützt. “Ein toller Zusammenhalt unter den Fans,” lobt Diemb.

 

 

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rude6977

Also mein Wasser während der 2. Halbzeit hatte keine Kohlensäure, kostete aber normal🤷

John Warthof

Ganz schwach vom Caterer. Viel zu wenig Leute hinter der Theke. Bier und Wasser gehen aus – mit Ansage.

Stefan Kranzberg

An dem Stand hinter der Stehhalle in Richtung Westkurve gab’s auf der Karte gar kein Wasser.

Stepanek

Wenn Du den Stand beim Eingang zu M und N meinst, dort gab es noch nie Wasser. Früher schon nur Bier, jetzt auch die Bratwürscht vom Grill.