Vor 20 Jahren: TSV 1860 bald wieder im Sechzgerstadion – die Schwabl Pläne im Hofbräukeller

Am 05. März 2001 präsentierte Manfred Schwabl seine Umbaupläne für das Sechzgerstadion im Hofbräukeller. Anwesend waren u.a. vom TSV 1860 Heinzi Wildmoser jr. – und rund 600 Löwenfans.

Präsentation der Umbaupläne für´s Sechgzerstadion von Manni Schwabl

Richtungsweisend für den TSV 1860 München

Das Jahr 2001 sollte richtungsweisend sein für die Geschichte des TSV 1860 München. Die Löwen spielten seit 1995 im Olympiastadion. Obwohl man im Vorjahr die erfolgreichste Saison seit Jahrzehnten gespielt hatte, war der Zuschauerschnitt in der Saison 2000/01 von 32 671 auf 27 982 gesunken. Inkl. eines ausverkauften Derbies gegen den FC Bayern wohlgemerkt.

Umbaupläne Olympiastadion am Vetorecht des Architekten gescheitert

Die Umbaupläne für das Olympiastadion waren am Vetorecht des Architekten Behnisch gescheitert. Dieses läuft übrigens noch bis ins Jahre 2080. Dass das “Oly” nicht die Zukunft des TSV 1860 sein könnte, war nahezu jedem klar.

Scheiss-Olympia, Fahne der TSV 1860 Fans im Hofbräukeller

Letztlich standen – nicht zuletzt wegen der horrenden Grundstücks- und Erschließungskosten für ein Fußballstadion in München –  nur zwei Optionen im Raum. Ein gemeinsames Stadion des TSV 1860 mit dem FC Bayern oder der Umbau des Sechzgerstadions.

Sechzger – Umbaupläne – „Es gehd hoid ned“ gegen „Es gehd hoid doch“

Ausgerechnet der heutige Präsident der SpVgg Unterhaching und ehemalige Bayern-Spieler Manfred „Manni“ Schwabl war es, der den Löwenfans mit seinem Modell bzw. Umbauplänen für ein ausgebautes Sechzgerstadion Mut machte. Zu dieser Zeit hatte er u.a. eine Baufirma. Zur Vorstellung hatte er in den Hofbräukeller München geladen – verbunden mit einer Podiumsdiskussion.

Die Vorstellung der Schwabl-Umbaupläne im Hofbräukeller

Zur Vorstellung im Hofbräukeller waren an diesem Tag rund 600 Löwenfans gekommen. Von Seiten des TSV 1860 Geschäftsführer Detlef Romeiko und Heinzi Wildmoser jr – sein Vater Karl-Heinz Wildmoser hatte es vorgezogen, der Veranstaltung fernzubleiben.

Der Verlauf des ganzen Abends ist in einem Artikel von der der Süddeutschen Zeitung so schön wiedergegeben, dass es vollkommen ausreichend ist, ihn hier zu verlinken.

Drei Passagen daraus sind jedoch auch 20 Jahre später noch erwähnenswert.

Süddeutsche Zeitung, Zitat 1:

Das Grünwalder Stadion soll zu einer überdachten Fußballarena umgebaut werden, der Mythos des Vereins am alten Spielort wiederbelebt werden, wo der Aufstieg von der Bayern- in die Bundesliga gelang.

Zitat 2:

die Stadt kategorisch gegen eine Bundesliga-Spielstätte in Giesing sei

Last but not least – Zitat 3:

Deshalb sei der Bau einer Großarena an einem neuen Standort ohne Alternative. “Gehst du zu den Bayern und bettelst im Fall des Falles darum, in ihrem Stadion spielen zu dürfen?”, ruft Wildmoser seinem Rivalen Schwabl zu.

20 Jahre  später

20 Jahre später ist bekannt, wie die Geschichte ausging. Der TSV 1860 München entschied sich für einen Stadionbau mit dem FC Bayern. Finanziell konnte der Verein es nicht stemmen und musste sich zuerst Geld vom Lokalrivalen leihen und diesem später die Anteile verkaufen. Für 11 Millionen Euro verkauften die Löwen 50% an einem Stadion, welches mit 340 Millionen Gesamtkosten taxiert wird. Alleine die Allianz zahlt rund 6 Millionen Euro jährlich für die Namensrechte.

Zur Krönung mussten die Löwen weiter in der für sie überdimensionierten Allianz Arena spielen. Wie die Geschichte weiter geht, ist bekannt.

Rückwirkend betrachtet: Schwabl Umbaupläne nur eine weitere Episode im Stadionkampf

Rückwirkend betrachtet ist der Abend im Hofbräukeller nur eine weitere Episode von sehr vielen aus inzwischen über 26 Jahren Kampf um´s Sechzgerstadion. Vor fast exakt einem Jahr gab es anlässlich des 25jährigen “Jubiläums” eine Veranstaltung in der Stadionwirtschaft im Sechzgerstadion.

Mit dem heutigen Wissen kann jeder selbst beurteilen, ob seinerzeit die Vereinsvertreter oder die schon damals als “Ewiggestrigen” titulierten “Störer & Plärrer” recht hatten.

4 KOMMENTARE

  1. @Andi1860. Es schränkt die sportliche Perspektive nicht ein, wenn uns die Stadt München ein modernisiertes Stadion ermöglicht ( mit dann 3000 neuen Sitzplätzen auf der neuen Haupttribüne und 900 Business-Seats sowie einer Vollüberdachung ) für noch mehr Stimmung und Heimpunkte.
    Die wichtigsten Einnahmen kommen aus der TV-Vermarktung ( hoffentlich sehr bald wieder aus dem Zweite-Liga-Topf der DFL ) und höheren Sponsoreneinnahmen und B-Seat-Kunden ( für Vermarktungsgarantie infront) und sicher neuen Partnern im einzigartigen Aechzger auf Giesings Höhen. Außerdem: Auch mit 22 000 oder 25 000 wären es über Stehplätze nicht wesentlich höhere Einnahmen!. Also freuen wir uns doch Restmüll auf den Umbau und dann bessere Zeiten durch ein sportlich erfolgreiches Löwenteam . Was in zehn Jahren oder später noch passieren kann …?

  2. könnte man die Pläne heute wieder raus ziehen oder haltet ihr das für unmöglich? hat mir damals sehr gefallen. die Pläne und alles drumm rumm. da war damals ja noch wesentlich mehr geboten um das ganze. ich weiss schon, dass es fast unmöglich sein dürfte die Pläne wieder raus zu ziehen. ich bin nicht einverstanden damit, nur 18.100 Zuschauer. oder etwas mehr. das würde die sportliche Perspektive sehr einschränken finde ich und das will ich nicht.

  3. ich war dabei und schwer angetan von den Plänen eines umgebauten Sechzger Stadions. Allerdings war der Gegenwind schon da so stark dass man von bereits fertigen Plänen vom Verein zugunsten der Arena ausgehen konnte. Der Manni Schwabl hat tapfer gekämpft und as Modell des 60er Stadions war sensationell und schien erschwinglich zu sein. Schade, aber es ist lange her und kommt nicht mehr..!

  4. Guter und wichtiger Artikel, um zu verstehen was wir gemeinsam seiner Zeit angemahnt hatten.
    Die damalige Entscheidung pro Arena am Müllberg hat uns mehr als zwanzig Jahre zurückgeworfen und die Rekordtitelsammler von der Seitenstrasse zu uneinholbare Kommerzwahnsinnige im deutschen Profizirkus manifestieren lassen. Das ist die schlimme Hinterlassenschaft der Heinzis und ihrer Verehrer und darf nie wieder zugelassen werden.
    Sechzig ist Giasing und Giasing ist Sechzig !

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