Unweit der Stufen hinauf zur Westkurve parken zahlreiche Fanbusse bei den Heimspielen der Löwen. Sogenanntes “Wildpinkeln” ist und bleibt dabei ein Problem rund um die Heimspiele des TSV 1860 München. Die SPD möchte nun in einem Antrag neue Möglichkeiten zur Lösung des Problems finden.

“Wildpinkeln” – TSV 1860 zeigt sich gesprächsbereit

Bereits im Januar stellten die Grünen gemeinsam mit der SPD einen Antrag. Was im Titel mit “Optimierung Toilettensituation am städtischen Stadion an der Grünwalder Straße” noch nett beschrieben war, drehte sich um das sogenannte “Wildpinkeln” der Löwenfans rund um die Spiele im Sechzgerstadion. Vor allem die Anwohner in Giesing stören sich daran. Besonders problematisch ist die Situation am Candidberg, wo die zahlreichen Fanbusse eintreffen und parken. Wer kennt es nicht: bei geselligen Gesprächen wird das ein oder andere Kaltgetränk genossen, bis sich irgendwann die Blase anmeldet. Da ist es ein Segen, wenn sich die Türen öffnen und dem Drang nachgegeben werden kann. Seit jeher ist “Zwickt´s zamm” ein fester Bestandteil der Faninformationen vor den Heimspielen der Löwen, doch eine dauerhafte Lösung ist dies natürlich nicht.

SPD schlägt Pinkelbeete vor

Der Antrag im Januar schlug daher unter anderem einen WC-Container unter Block J vor. Der Zaun sollte dafür ein Stück nach oben versetzt werden und der Container direkt am Zaun platziert werden. So wäre den Fans ein Zugang zum Stadion über diesen Weg nicht möglich. Zusätzlich sollte geprüft werden, ob die Vereine zur Aufstellung von Toiletten verpflichtet werden können. Aus dem Antwortschreiben von Stadtschulrat Florian Kraus aus dem Mai geht allerdings klar hervor: das können sie mitnichten. Dennoch hat der TSV 1860 in dieser Hinsicht Gesprächsbereitschaft signalisiert. Darüber hinaus wird auf der anderen Straßenseite von der Stehhalle aus gesehen, wo auch Fanbusse einen Parkplatz finden, eine Möglichkeit für mobile WC-Anlagen beschrieben. Am Candidberg, wo die meisten Fans mit Bussen ankommen, ist hingegen entweder kein Platz oder die Hangsituation ermöglicht keine Platzierung von Toiletten. Eine wirkliche Lösung war damit nicht in Sicht.

Zusammenfassend dürfte die Anzahl der tatsächlich aufstellbaren mobilen Toilettenhäuschen gering sein.

Nun startet die SPD allerdings einen neuen Versuch, um das “Wildpinkeln” in den Griff zu bekommen. Sie fordert die zuständigen Stellen auf, nach der Winterpause mobile Toiletten am Candid- und Wettersteinplatz bereit zu stellen. Zusätzlich behandelt der Antrag die Möglichkeit der Einrichtung von Pinkelbeeten.

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Skizze der möglichen Anordnung der Pinkelbeete, die die SPD vorschlägt (Screenshot aus dem Antrag vom 02.11.2022)

Diese sollen die Umweltverträglichkeit erhöhen und die Vegetation schützen.Sie wären an eine Pflanzenkläranlage angeschlossen. Wer aber für die Kosten aufkommen und wo diese Beete errichtet werden sollen, müsste vorab zunächst noch geklärt werden. Die geplanten mobilen Toiletten werden kaum zur Lösung bei den Fanbussen beitragen. Sie sind schlicht und ergreifend zu weit weg.

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