Während sich in der Heimat gestern Nachmittag die Ereignisse und Meldungen rund um den vermeintlichen Verkauf von Hasan Ismaiks Anteilen an der TSV 1860 KGaA überschlugen, machten sich die Amas auf den Weg nach Kottern, um dort die neue Bayernligasaison zu eröffnen. Und sie kamen – gänzlich unbeeindruckt vom wieder mal unglaublichen Wirbel rund um die Löwen – mit souverän herausgespielten drei Punkten und einem ersten deutlich gesetzten Ausrufezeichen zurück nach München.

Festprogramm in Kottern. Der Auftakt: Das Eröffnungsspiel der Bayernliga Süd

100 Jahre Fußball beim TSV 1874 Kottern

Volksfeststimmung in der ABT-Arena im Kemptener Ortsteil Durach. Ein großes Festzelt war hinter dem Tor aufgebaut worden und es herrschte beste Laune unter den rund 1.500 Besuchern, die dem offiziellen Auftaktspiel der Bayernliga Süd Saison in der 2025/26 beiwohnen durften. Der bfv hatte den Allgäuern den Ligaauftakt wohl auch aufgrund des an diesem Wochenende begangenen 100jährigen Geburtstags der Fußballabteilung des TSV zukommen lassen. Gerne wollten die Gastgeber den festlichen Rahmen nutzen und die Amas nach sieben Jahren wieder einmal besiegen. Zum Anpfiff gab es von Seiten der kleinen aktiven Fanszene in Kottern eine Geburtstagschoreografie inklusive zahlreicher roter und blauer Luftballons, die in den Allgäuer Vorabendhimmel schwebten. Anhänger des TSV 1860 waren im Stadion verhältnismäßig wenige anzutreffen. Saß der Schock über die Meldungen des Nachmittags zu tief? Schade, denn dieser Fußballabend hätte aus blauer Sicht durchaus mehr Zeitzeugen verdient gehabt.

Starke Löwen nach vorsichtigem Beginn

Die Junglöwen sollten sich an diesem Abend als echte Partycrasher entpuppen. Zwar wirkte das Team vom neuen Coach Alper Kaybunar anfangs noch ein wenig nervös und wollten dem hoch anlaufenden Gegner keinesfalls in die Falle gehen. Aber nach etwa zehn Minuten bekamen die Amas das Ruder immer mehr in die Hand. Den ersten Abschlussversuchen folgte in der 18. Minute die erste Auswechslung: Für Noah Klose, der sich in einem Zweikampf verletzt hatte, kam Sandro Porta ins Spiel. Die Nummer 77, was für den Berichterstatter noch Folgen haben sollte. Jener Porta war es dann, der vier Minuten später mit einem Foulelfmeter am Kotterner Torhüter scheiterte.

Der erste Elfer für die Löwen – leider nicht drin

Zweiter Elfer ist drin!

Elf Minuten und zwei gute Chancen hüben wie drüben später, bei denen sich die Torhüter jeweils auszeichnen konnten, erfolgte der nächste Elfmeterpfiff für 1860. Diesmal durfte sich Cristian Leone (mit der Rückennummer 17) versuchen. Für den Verfasser dieser Zeilen war bis zum Interview mit dem Löwendompteur (siehe unten) erneut Sandro Porta am Elfmeterpunkt aktiv. Die “17” und die “77” sind bei den neuen Löwentrikot wirklich schwer auseinanderzuhalten…Wie dem auch sei. Leone machte seine Sache vom Punkt aus besser, versenkte die Kugel links unten im Tor und die Amas lagen in Führung. Vier Minuten später konnte dann der Unglücksrabe des ersten Elfers (mit der Nummer 77) seinen Fehlschuss ausbügeln. Am Fünfmeterraum wurde er – mit dem Rücken zum Tor – präzise angespielt und schloss mit einer geschickten Körperdrehung unhaltbar für den Keeper der Gastgeber ins kurze Eck ab.

Löwen machen in Abschnitt zwei den Sack zu

Nach dem Seitenwechsel ging das Spiel ähnlich, wie im zweiten Teil der ersten Halbzeit weiter. Kottern bemühte sich, kam auch gelegentlich vor das Löwentor, doch spätestens  Paul Bachmann konnte die Versuche der Algäuer vereiteln. Die Löwen waren gestern insgesamt einfach zu stark für die Gastgeber. In der 65. Minute machte Sechzig nach einem Konter den Deckel drauf. Xaver Kiefersauer schloss aus kurzer Distanz ab, nachdem er zuvor noch einen Abwehrspieler der Gastgeber genarrt hatte. Den vierten und letzten Löwenstreich besorgte zehn Minuten später Lasse Faßmann mit einem Flachschuss aus rund elf Metern nach einer Ecke, die zuvor nicht geklärt werden konnte.

Seltene Szene: Chance für Kottern nach einer Ecke

 

Ehrentreffer für Kottern ärgert Kaybunar

Dass die Gastgeber in der Schlußphase dann noch zum Ehrentreffer kamen, ärgerte den ehrgeizigen Coach, wie er im Interview mit sechzger.de (siehe unten) nach dem Spiel verriet. Dass die von seinen Spielern im Jubelkreis schon geforderten, vom Trainer aber verweigerten zwei freien Tage allerdings im Sinne einer Bestrafung für diesen einzigen Schönheitsfehler eines ansonsten perfekten Saisonauftakts zu werten sind, wird hier nicht bestätigt.

Jubel im Kreis nach einem souveränen 4:1

Als Tabellenführer am Freitag gegen Geretsried?

Die Amas sind mit diesem fulminanten Saisonauftakt in Kottern vielleicht direkt der erste Tabellenführer der neuen Saison. Das entscheidet sich am Dienstag Abend, wenn mit der Partie des Aufsteigers Sporfreunde Schwaig gegen den TSV Landsberg der erste Spieltag abgeschlossen wird. Für die Löwen geht es schon am Freitag Abend um 18.60 Uhr unter dem Flutlicht von Platz 5 auf dem Trainingsgelände an der Grünwalder Straße 114 um die nächsten Punkte. Zu Gast ist dann der Aufsteiger TuS Geretsried.

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