1860-Vizepräsident Christian Dierl äußert sich in der Print-Wochenendausgabe des Pfaffenhofener Kurier über Einigkeit, Stadionträume und die offene Ismaik-Frage.

Miteinander reden

Seit Anfang Juli ist Christian Dierl Vize-Präsident beim TSV 1860 München – und er brennt für seine neue Aufgabe. Der Geroldshausener will die Löwen wieder zu einer großen Familie machen, in der sich alle Fans – egal ob Ultras, Allesfahrer oder Mitglieder der Land-Fanclubs – mit Stolz in die Augen schauen können. „Wir wollen wieder miteinander reden, nicht übereinander“, sagt Dierl.

Stadionzukunft in Giesing

Beim Herzensthema Stadion ist seine Haltung klar: Die Zukunft von Sechzig liegt in Giesing, in einem modernisierten Grünwalder Stadion, das sportlich und wirtschaftlich funktioniert. Noch in diesem Jahr will man mit der Stadt eine Entscheidung finden – viele wichtige Unterstützer stünden hinter dem Projekt.

Professionelle Zusammenarbeit mit dem Mitgesellschafter

Auch zur Investorenfrage findet Dierl deutliche Worte: Hasan Ismaik habe weiterhin die Absicht zu verkaufen, aktuell verhandle er aber mit niemandem. Das erste Treffen mit ihm sei konstruktiv gewesen, dennoch glaubt Dierl, dass ein neuer Mitgesellschafter mit frischer Mentalität und vielleicht auch deutscher Sprache dem Verein guttun könnte. Wichtig sei jedoch vor allem eines: professionelle Zusammenarbeit – egal mit wem.

Gemeinsame erfolgreich in die Zukunft

Dierl spricht nicht als Funktionär von oben herab, sondern als Fan, der mit neun Jahren den Löwen-Virus gefangen hat und seither alle Höhen und Tiefen miterlebt hat – von der Bayernliga bis zum Europapokal, vom schwarzen Freitag bis zur Rückkehr nach Giesing. Mit Neuzugängen wie Kevin Volland und Florian Niederlechner ist die Euphorie groß, doch beim Thema Aufstieg bleibt er bewusst zurückhaltend: „Demütig bleiben – aber klar ist: Mit diesem Kader spielst du nicht nur um den Klassenerhalt.“

Sein Ziel ist unmissverständlich: Ein geeinter TSV 1860, der in Giesing verwurzelt ist und gemeinsam in eine erfolgreiche Zukunft geht.

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Vorstopper

Gute Worte von Dierl, nur leider wird das wohl scheitern, mit dem Miteinander reden statt übereinander. Die üblichen Wutlöwen können ihre geistige Inkontinenz leider nicht beherrschen. Da wird von „was lallt der Dierl“ bis Latrine GWS, oder man könnte binnen einer Woche einen Beschluss zu einem Neubau herbeiführen gehetzt bzw. schwadroniert.

Aymen1860

Da gebe ich Dir Recht. Aber trotzdem kann jeder bei sich anfangen und Rhetorisch etwas runterfahren, nicht gleich einen raushauen und erstmal drüber nachdenken, versuchen die andere Seite wenigstens ein klein wenig zu verstehen. Man sollte es wenigstens versuchen. Ich merk in meinem Umfeld immer wieder, wenn ich gut drauf bin, ist auch mein Umfeld entspannter.

United Sixties

Alles durchwegs klare und richtige Worte.
Aber ob vom neuen Präsidenten, Vize oder Mitgesellschafter:
zum Thema Stadionumbau und hierzu einer Entscheidung mit der Stadt noch in diesem Jahr zu sprechen, bevor es endgültig abgeklärt und ein realistischer Zeitplan dazu steht, halte ich für irritierend.
Sehr engagierte Gruppen über drei Jahrzehnte sowie zahlreiche Fans und treue Mitglieder verdienen die Stadion-Umbau-Lösung. Ein hoffentlich ab 2027 umzusetzendes NEUE SECHZGER muss ligaunabhängig und mit deutlich mehr als 18 000 Kapazität finalisiert werden. Viel Glück allen Beteiligten und falls das nun bis Ende November gelöst werden kann, werde ich gern der erste persönliche Gratulant sein.
westkurve60

MitLeibUndSeele

Ich kann mich nur anschließen.
Ein Umbau auf 18000 Zuschauer (oder 18600, wie es sich so mancher wünscht) reicht perspektivisch einfach nicht.
Es müsste, damit die Stadionfrage nicht in ein paar Jahren wieder die Diskussionen beherrscht, auf jeden Fall für 25000 Zuschauer geplant werden.
Was aber noch wichtiger wäre, ist eine Tauglichkeit auch für die 1. Bundesliga!
Münchens große Liebe hat seit Jahren den Anspruch, in die 2. Liga aufzusteigen. Ich bin notorischer Optimist, was man als langjähriger Löwenfan natürlich auch sein muss. Ich bin also davon überzeugt, daß es in dieser Saison so weit ist, und wir im nächsten Jahr im Grünwalder Stadion ein Heimspiel gegen die – doppelt optimistisch – Seitenstraße spielen werden.
Aber wie sieht dann die Perspektive aus?
Es darf nicht sein, daß dann die Hoffnung auf einen weiteren Aufstieg immer verbunden ist mit der Sorge um die sportliche Heimat und vor einem drohenden Umzug in die Leichtathletikschüssel.

Last edited 8 Monate zuvor by MitLeibUndSeele
Vorstopper

Seit über zwanzig Jahren nicht eine Minute auch nur an der ersten Liga geschnuppert, seit Jahren ein mittelmäßiger Drittligist, aber wir brauchen ein erstliga taugliches Stadion 🙈 sorry, genau das ist das Problem bei uns, Anspruch und Realität klaffen so weit auseinander wie sonst wohl nirgends im deutschen Fußball.

Aymen1860

Ich war vor 2 Wochen im Fürther Ronhof bei Fürth gegen Dynamo. Da gehem um die 16.000 Zuschauer rein. Da geht auch 2. und 1. Liga..

randpositions_loewe

Ich könnte mir vorstellen, dass sich der Vorstopper an der Absolutheit mancher Aussage stört. Diese Maximalforderung von 25.000, inkl. Logen, und Selbstvermarktung, mit einer moderaten Miete sind einfach Wolkenkuckucksheime, die uns wie Karotten vor die Nase gehalten werden, aber leider halt realistisch nicht umsetzbar sind. Ich gehe sogar noch einen Schritt weiter und behaupte, die Ausformulierung solcher Maximalansprüche ist der erste Schritt zum wohlbekannten: „ Es gäht hoid ned“ M.E. helfen uns solche „öffentliche“ Maximalforderungen wie 25.000 und sofortige 1.Ligatauglichkeit nicht weiter. Es sollten dagegen zügig die ersten Schritte gegangen werden, das Sechzger vorausschauend auszubauen.

MitLeibUndSeele

Eine Kapazität von 25.000 Zuschauern stellt für mich keine Maximalforderung dar.
In meinen Augen ist das eine Diskussionsgrundlage für eine Erweiterung der Zuschauerkapazität, die Sechzig perspektivisch braucht.
Und, ganz ehrlich, unter einem vorausschauenden Ausbau, wie du ihn ja selbst gerne möchtest, verstehe ich eine Planung, die nicht unter Umständen nach fünf Jahren wieder obsolet ist.
Vorausschauend bedeutet, alle Möglichkeiten in Betracht zu ziehen, auch einen sportlichen Aufstieg, der vielleicht schneller geht, als wir es alle für möglich halten.
Die Tatsache, dass unser Verein seit 20 Jahren unterklassig spielt, bedeutet nun mal nicht, dass es auch in den nächsten 20 Jahren so bleiben wird.

1860ZELL

Eine vorausschauende Planung berücksichtig nicht nur das best case Szenario (Aufstieg), sondern auch middle- und worst case-Entwicklungen.

Dass 1860 bereits mehr als 20 Jahre unterklassig spielt, spricht aufgrund der unzulänglichen Basis eher für den Verbleib auf dem aktuellen Niveau. Der Glaube an einen Aufstieg in die (1.) Bundesliga dürfte noch optimistischer sein als der Eintritt des best case.

Hätte es nicht irrationale Züge jetzt schon – wie seinerzeit die nicht aufzubringenden AA-Kosten – die Verpflichtungen für eine Löwenzoo-Arena zu begründen?

Das Schöne an den Aussagen von Ex-Präsident Robert Reisinger war, dass diese meistens zutreffend waren, so seine Einschätzung zur Stadiongröße: “Ich bau doch nicht privat eine Villa mit zwölf (Schlaf-) Zimmern, bloß weil die bucklige Verwandtschaft zu Weihnachten kommt.”

1860ZELL

Ist es nicht so, dass 60 wieder in der sportlichen Heimat angekommen ist? Und 60 hätte bereits jetzt eine sportliche Heimat im GWS für die 2. BL, wenn sich der Geldgeber auf das sachorientierte Angebot der LHM eingelassen hätte. Selbst Daueroptimisten sollten sich mit der Frage auseinandersetzen, wer denn die Kosten für ein bundesligataugliches Stadion bezahlen soll, bis vielleicht, unter Umständen, eventuell, irgendwann 60 in die (1.) Bundesliga aufsteigen sollte. In den letzten Jahren lag der Fokus doch mehr beim Klassenerhalt als beim Aufstieg. Und würde 60 bei einem Aufstieg in die 2. BL sich dort etablieren können? Leicht wird vergessen, dass mehr als 50 % der Aufsteiger alsbald die 2. BL Richtung 3. Liga wieder verlassen.

Und die Gefahr einer Zwangsumsiedlung in die “Leichtathletikschüssel sollte ncht bestehen, denn diese wird nicht bundesligatauglich saniert. Eher droht doch der Umzug in den Sportpark.

Ist die Sorge nach einer sportliche Heimat bei einem eventuellen BL-Aufstieg (von dem bereits mehr als 20 Jahre fabuliert wird) nicht leichter zu ertragen, als eine überteuerte sportliche Heimat zu haben, dafür aber permanent der Sorge ausgesetzt zu sein, wegen der nicht tragbaren Stadionkosten Insolvenz anmelden zu müssen?