Kaum einmal kann man sich an ein Spiel erinnern, bei dem Schiedsrichter-Experte Babak Rafati für das Portal liga3-online.de gleich sieben Szenen aus einem Löwen-Spiel analysieren musste. So geschehen beim 2:2-Unentschieden gegen Köln. Das Resultat des Ganzen: Schiedsrichter Lukas Benen traf Fehlentscheidungen am Laufenden Band. Die Kicker-Note 5,5 trifft den Nagel auf den Kopf, die Fehler des Unparteiischen hatten großen Anteil daran, dass es nicht zum Löwensieg reichte. Die Rafati-Analyse im Detail (genannt sind nur die aus unserer Sicht spielrelevanten (Fehl-) Entscheidungen)…
Keine Handelfmeter für Viktoria Köln…
… hätte Rafati nach vier Minuten gegeben. Dieser führte zum 0:1. Wobei man anfügen muss, dass Rafati auch nur die Fernsehbilder zur Verfügung hat. Aus der Westkurve sah es tatsächlich relativ deutlich nach Handspiel aus. Hier die Einschätzung von Rafati:
Beim Kopfball des Angreifers geht die Hand von Wolfram zwar nach oben, ob allerdings ein Kontakt mit dem Ball zustandekommt, ist selbst in den Zeitlupen nicht erkennbar. Auch verändert sich die Flugbahn des Balles nicht, sodass für mich kein Handspiel auszumachen ist. Gerade bei Elfmetern sollte immer die jeweilige Situation klar und deutlich sein. Wenn allerdings Zweifel bestehen, sollte man als Schiedsrichter immer weiterspielen lassen. Somit eine Fehlentscheidung, in dieser undurchsichtigen Szene auf Elfmeter zu entscheiden.
Rot gegen Dietz beim Foul an Volland…
… hätte Rafati gezückt, wie es auch mehrmals im Live-Ticker gefordert wurde. Dietz sah zehn Minuten später Gelb-Rot, hätte da aber bereits unter der Dusche stehen müssen. Im Wortlaut schreibt Rafati:
Zunächst hält Dietz im Zweikampf seinen Gegenspieler Volland, was man noch mit der gelben Karte ahnden könnte. Anschließend geht Volland zu Boden, und dabei will Dietz den Ball spielen, tritt aber nur mit den Stollen auf das Bein von Volland. In dieser Szene kann man Dietz zwar keine Absicht unterstellen, allerdings nimmt er in Kauf, die Gesundheit des Gegenspielers zu gefährden, was zu allem Überfluss auch noch eintritt. Auch wenn die Aktion unbeabsichtigt ist, ist bei diesem Trefferbild eine rote Karte unausweichlich, sodass eine Fehlentscheidung vorliegt. Der Schiedsrichter kann diesen Treffer aus seiner (richtigen) Position nicht sehen, aber der Assistent auf der Seite, auf der das Foulspiel passiert, hätte Abhilfe leisten können.
Kein reguläres Tor von Niederlechner…
… in diesem Punkt gibt Rafati dem gestrigen Referee Recht und schreibt:
Der Verteidiger spitzelt den Ball im Zweikampf zum Keeper. Dabei kommt Haugen ins Straucheln und geht zu Boden. Gleichzeitig wehrt der Keeper den Ball ab, der zuvor vom Verteidiger zum Keeper gespielt wurde, und von da aus prallt der Ball an die Hand des Angreifers. Beim Fallen des Stürmers ist der Arm noch in natürlicher Haltung, allerdings nimmt er in der letzten Bewegung den Arm reflexartig nach rechts zu Hilfe und spielt dabei den Ball. Auch, wenn Haugen in dieser Situation offensichtlich keinen Grund hat, den Ball mit dem Arm zu spielen, räumt er den Ball reflexartig weg, um sich womöglich abstützen zu können. Diese Spielweise wird dann zur Absicht, daher liegt eine richtige Entscheidung vor, den anschließenden Treffer von Niederlechner nicht anzuerkennen.
Klarer Strafstoß nach Kloss-Foul an Niederlechner…
… dafür hätte es kurz darauf Elfmeter für Sechzig geben müssen, wie Rafati bestätigt:
Es liegt zwar ein Stürmerfoul vor, allerdings gibt es im Zweikampf unmittelbar zuvor ebenso ein Foulspiel von Kloss an Niederlechner, sodass dieses Vergehen hätte geahndet werden müssen, was zu einem Elfmeter geführt hätte. Somit eine Fehlentscheidung, anstatt auf Elfmeter nach dem ersten Vergehen, erst das zweite Vergehen im Anschluss zu ahnden und final auf Stürmerfoul zu entscheiden.
Katastrophale Schiedsrichterleistung verhindert Dreier
Kurzum, bei einer anständigen Schiedsrichter-Leistung wären die Löwen wohl als Sieger vom Feld gegangen. Auch wenn man dies nie mit hundertprozentiger Sicherheit sagen kann, hatte Benen mit seinen Entscheidungen nur selten Recht. Am Sonntag in Wiesbaden kann es also auch auf dieser Position eigentlich nur besser werden… Schon vergangene Saison wurden die Löwen regelmäßig benachteiligt, nach einer Schiedsrichter-Schelte von Dr. Christian Werner besserten sich die Leistungen der Unparteiischen wenigstens streckenweise. Darauf kann man auch in der aktuellen Saison nur hoffen…











Ich frage mich was die 0.5 Punkte zur 6 ausmachen
VAR ist absolut überfällig, aber leider ist das ja ne Kostenfrage 🤔…aber so wie es jetzt mit den Schiris läuft, kann es nicht weitergehen
Nach Luca Jürgens, Lukas Benen – beide hatten nicht das glückliche Händchen in ihrer jeweiligen Spielleitung, pfeift Sechzig am Sonntag in Wiesbaden ein Timon Schulz ( laut dfb.de). Ja genau der Schiri vom Spiel bei der Victoria in Köln 23/24! Halleluja…
Die Rafati-Tabelle stimmt übrigens nicht. Wir wurden nach seinen Analysen 3x beim Platzverweis benachteiligt: 2. Spieltag Pfeifer, 5. Spieltag Haugen, 9. Spieltag Volland
Wir wären punktgleich mit Verl Tabellenführer!
die schieris in liga drei sind eine frechheit, egal bei welchem spiel, bei welcher mannschaft. anfangs noch japanische aushilfsschieris, jetzt permanent grobe nichtleistungen. als spieler schwer zu ertragen als fan hab ich das gefühl, mich am rand der schiebung zu bewegen. da hilft auch eure pfeifenvorstellung wenig, so gutgemeint sie ist…
schieris gehören für ein paar spiele gesperrt nach solchen aussetzern, der dfb sollte sich langsam etwas einfallen lassen. ich kann den frust der trainer absolut nachvollziehen und muß leider pele wollitz als beispiel anführen, der das ganze oft und laut kritisiert. nach meiner meinung können die schieris das tempo ganz schlecht einschätzen und sind deshalb überfordert. das ergebnis sind entscheidungen aus dem bauch heraus. für mich nicht nachvollziehbar
Geb dir 100 prozentig recht.
Hab das schon nach der Partie gesagt.
Das grenzt an Betrug.
Das Mindeste wäre, dass jedes Team 1 bis 3 Fehlentscheidungen überprüfen lassen könnte.
Der Sieg wurde uns gestern regelrecht geklaut.
ich lasse mich nicht nur auf sechzig ein, es kann jeden verein treffen, absolut random. nur die masse bei uns ist echt auffällig…
thomas spießl übernehmen sie….
Am Rande der Schiebung is gut, letztes Jahr wurde doch noch über Spielmanipulation in 3. Und 4. Liga berichtet. Natürlich legen die nicht offen bei welchen, man muss sich nur vorstellen was dann los ist wenn einer deswegen nachweisbar nicht aufgestiegen wär etc.. Heißt auch nicht dass ein schlechter Schiri immer gleich ein Schieber ist, wohl eher 0,1% von denen wo mans unterstellt, ich denke aber nach solchen Spielen wie gestern, und davon hatten wir in der Vergangenheit einige, immer an diese Berichterstattung.
Kannst es ja nicht ändern … Sauerei ist trotzdem
Ich habe mich bei der Schirikritik auch lange zurückgehalten, weil ich die Fehler normal immer bei der eigenen Mannschaft suche. Langsam ist aber wirklich mal gut jetzt. Saison für Saison der Blödsinn. Ich hoffe, dass man noch aufsteigt und dann herrscht in der 2. Liga Gerechtigkeit. Diese ständigen Fehlentscheidungen kosten uns so viele Punkte. Hab die Schnauze voll.
Dann wird aber über Entscheidungen und Elfmeter, abseits gemeckert, die nach Regelwerk absolut in Ordnung sind, wo es dann aber hier in den Kommentaren heißt: „Ohne VAR hätte man das nicht erkannt…“
Der DFB macht sich lächerlich.
Entweder bekommen es die Schiris hin, oder sie müssen halt kurz raus an den Magenta-Bildschirm und nachschauen. Da reicht die Wiederholung vom TV, keine zusätzlichen Kosten, fertig. Oder wie beim Hockey, jede Mannschaft hat eine Überprüfung gut. Da gibt es schon Möglichkeiten.
Statistisch gesehen ist von diesen Dorfschiedsrichtern wahrscheinlich jeder Dritte ein Bayernfan. Und statistisch gesehen werden wir komplett verarscht.
Der Verein muss das mehr thematisieren.
Das halte ich allerdings für groben Unfug.
Hast mal geschaut, wo die Schiris, die uns in dieser Saison gepfiffen haben, so herkommen?
Laut einer etwas älteren Umfrage von Nielsen Sports drücken Deutschlandweit rund 30% der Fußballinteressierten den roten die Daumen. Laut einer Umfrage bei ran waren es 28%.
Also ist es irgendwas zwischen jeder dritte und jeder vierte und dementsprechend kein grober Unfug.
Gibt ja auch ein paar Studien, die einen deutlichen Vorteil bei Fehlentscheidungen zu Gunsten des roten Vereines aufzeigen.
Das wird (hoffentlich) niemand bewusst machen – aber unbewusst wird die Sympathie bei einer strittigen Entscheidung oftmals eine Rolle spielen.
Ja genau!
So abwegig ist der Gedanke nicht.
Wer bessere Gründe nennen kann, warum uns die Schiris benachteiligen, soll diese mal erforschen.
Verständlich dein Frust, aber das und irgendwas mit Verschwörung bringt gar nix.
Was anderes ist dein Vorschlag mit der Wiederholung. Ich glaube gelesen zu haben, dass in der Serie B oder C in Italien beide Trainer zweimal pro Spiel die Möglichkeit haben, die Situation mit Schiri auf dem Bildschirm anzuschauen. Gibt der Schiri dann dem Widersprechenden recht, darf er noch zweimal. Wenn nicht nur noch einmal. Also hätte es den Elfer gestern Abend gegeben gegen uns zB. Jetzt ist es wie es ist, Mund abputzen und am Sonntag drei Punkte holen.
Du bedienst Dich echter Qualitätsmedien!
Sehr lobenswert. 😉
https://sechzger.de/fas-statt-var-die-serie-c-als-vorbild-fuer-die-dritte-liga/
Ja, die beste Lösung für die 3. Liga. Und das mit den Challenges wäre für mich auch mit VAR, die bessere Lösung. Jedes Team schaut mittlerweile auf dem Tablet mit und kann dann bei zweifeln einen Einspruch einlegen. Vorbei sind die Diskussionen, wie z.B. bei der EM gegen Spanien ob eine Szene angeschaut werden soll oder nicht. Macht das ganze für mich fairer und sogar günstiger, weil ich kann mir die Schiedsrichter im Keller sparen.
Wer als Schiedsrichter früher selbst auf Leistungsniveau Fußball gespielt hat, kann Situationen intuitiv besser einschätzen. Das ist leider durch keine noch so gute Videoschulung und Theorieausbildung auszugleichen. Referees werden heute immer jünger an die Pfeife herangeführt. Eigene Erfahrungen als Spieler sind dadurch in der Regel nicht mehr vorhanden. Das ist ihren Entscheidungen und ihrem Verhalten auf dem Spielfeld oft anzumerken.
Das Problem ist halt, dass kaum ein ehemaliger Spieler, der höherklassig gespielt hat, etwa ab Bayernliga, nach der Karriere als Schiedsrichter tätig wird.
Ich bin sehr oft bei Jugendspielen (höherklassig) unterwegs. Da pfeifen dann 14-jährige. Nur bei den wenigsten sieht man, wenn sie den Ball z.B zu einem Spieler schießen, der einen Freistoß ausführen soll, dass sie selbst Fußball spielen. Häufig sind das Jugendliche, die erkennen mussten, dass ihr Talent nicht beim Fußballspielen liegt. Wo sollen dann ehemalige Spieler als Schiedsrichter herkommen?
Man wird wohl oder übel mit der Situation leben müssen.
Im Profibereich sollten prinzipiell nur Schiedsrichter erlaubt sein, die nachweislich mal selbst gespielt haben. Zumindest im Amateurbereich.
Ich glaube das ist auch so.
Die Problematik für den DFB ist,das es zu wenig Schiedsrichter in allen Klassen gibt, dadurch sinkt natürlich auch die Qualität.
Wenn das tatsächlich stimmt, wundert mich das durchaus. Seit x Jahren denke ich mir immer wieder mal, dass dieser oder jener Schiri nie selbst gespielt haben kann.
Noch schlimmer ist es bei den sogenannten Fußball-Reportern. Was die oft sehen oder nicht sehen, spottet jeder Beschreibung.