Ein bisschen Europacupfeeling kam bei den Löwenfans Ende Februar 1992 auf. Dass ihre Mannschaft – als Aufsteiger des vorherigen Sommers gerade Mitten im Abstiegskampf der 2. Bundesliga hängend – nur wenige Jahre später tatsächlich auf die echte internationale Pflichtspielbühne zurückkehren würde, konnte vor 34 Jahren natürlich niemand ahnen. Das Freundschaftsspiel bei Austria Salzburg, zu jener Zeit auf den Namen “Casino Salzburg” hörend, vier Wochen nach dem “Hinspiel” auf Giesings Höhen war eines von mehreren Tests, die der damalige Geschäftsführer des TSV 1860, Werner Brugger, selbst Österreicher, mit Vereinen aus der Alpenrepublik vereinbart hatte.

150 Löwenfans in Salzburg dabei

Über das erste Spiel gegen Salzburg in der Winterpause 1992 hat der Kollege Stefan Kranzberg bereits vor vier Wochen an dieser Stelle berichtet. An einem Tag, den es kalendarisch nur alle vier Jahre gibt, stieg dann das “Rückspiel” im altehrwürdigen, inzwischen leider nicht mehr existierenden Salzburger Stadion Lehen. Es war ein sonniger und schon recht frühlingshafter 29. Februar, an dem sich rund 150 Löwenfans auf den Weg in die Mozartstadt machten. Das war zu damaligen Zeiten für einen Testkick eine durchaus stattliche Anzahl, die vor allem die – den Löwenfans gegenüber freundschaftlich gesonnenen Austria-Anhänger – beeindruckte.

Löwen lange in Führung

Insgesamt wohnten dem Kick, der zunächst vor allem die – vom eingangs erwähnten Abstiegskampf gebeutelten – Löwenfans begeisterte, rund 3.000 Besucher bei. Horst Schmidbauer konnte 1860 schon nach zwölf Minuten in Führung bringen und das Team von Trainer Wettberg war drauf und dran, weitere Tore nachzulegen und dem Tabellenführer der ersten Liga Österreichs eine weitere Niederlage beizubringen. Erst nach der Pause übernahmen die Hausherren die Kontrolle und konnten das Spiel durch zwei Tore von Peter Hrstic – das zweite durch einen etwas zweifelhaften Elfmeter – drehen.

Am Saisonende stand der Abstieg 

Die Löwenfans waren dennoch zufrieden und bejubelten ihr Team, das – nach alter und damals natürlich noch gültiger – Europacup-Arithmetik eine Runde weiter gekommen wäre! Wie es in München Giesing in den folgenden Monaten und Jahren weiterging, dürfte der geneigten sechzger.de-Leser*innenschaft hinlänglich bekannt sein. Der TSV 1860 musste knapp drei Monate nach diesem internationalen Auftritt zunächst für ein Jahr zurück in die drittklassige Bayernliga, ehe der kometenhafte Aufstieg begann, der zwei Jahre später die Rückkehr in die Bundesliga bedeutete.

Tragische Entwicklung in Salzburg

Und auch die weitere (tragische) Geschichte des Fußballs in Salzburg ist vielen Fußballfans nur allzu bekannt. Im sechzger.de Talk Ausgabe 214 im Sommer letzten Jahres haben wir uns ausführlich mit der Zerschlagung und Neugründung von Austria Salzburg und der unrühmlichen Rolle eines Brauseherstellers in diesem Zusammenhang, beschäftigt. Im hier besprochenen Jahr 1992 ahnte natürlich noch niemand, was in den kommenden Jahren alles auf Austria Salzburg zukommen sollte…

Die Aufstellung der Löwen

Folgende Spieler setzte Trainer Karsten Wettberg beim Spiel in Salzburg am 29. Februar 1992 ein:

Berg – Koutsoliakos, Miller, Hecht, Hainer (46. Haslbeck), Störzenhofecker, Zeiler, Brunner, Pingel (58. Heisig), Ziemer (58. Kneißl), Schmidbauer (76. Gröber)

 

 

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