Der Nachwuchsfördertopf ist bei den Löwen immer wieder großes Thema. Falls der Aufstieg nicht gelingen sollte, gibt es nun für die kommende Saison eine positive Nachricht, auch für alle anderen Vereine mit aufwändiger Nachwuchsförderung. Der DFB stockt den Nachwuchsfördertopf für die nächste Spielzeit 2026/27 auf insgesamt 5 Mio. € auf:
Die Pressemitteilung des Deutschen Fußball-Bund
“Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) stockt den Nachwuchsfördertopf 3. Liga zur kommenden Saison deutlich auf. Das haben die Gesellschafterversammlung und der Aufsichtsrat der DFB GmbH & Co. KG im Rahmen ihrer heutigen Sitzung beschlossen. Statt drei Millionen wird der Topf künftig fünf Millionen Euro beinhalten. Die Gesamtsumme wird jährlich nach festen Kriterien an die Drittligisten ausgeschüttet.
Peter Frymuth, zuständiger DFB-Vizepräsident Spielbetrieb und Fußballentwicklung, sagt: “Die 3. Liga ist ein wichtiger Bestandteil der Talentförderung im deutschen Fußball. Ihre Klubs leisten einen wertvollen Beitrag zur Nachwuchsentwicklung. […] Diese Arbeit soll durch die Erhöhung des Nachwuchsfördertopfes auf fünf Millionen Euro weiter gestärkt werden. Zusätzlich bleibt die Förderung des DFB von Leistungszentren unterhalb der Lizenzligen bestehen, so dass wir künftig zusammengerechnet mehr als sechs Millionen Euro zur Förderung von Talenten in der 3. Liga investieren.”
Der Nachwuchsfördertopf wurde 2018 in der 3. Liga eingeführt. Die Fördermaßnahme soll die Klubs sowohl bei der Unterhaltung eines Leistungszentrums als auch bei der Ausbildung und Einsatzförderung deutscher Spieler im U 21-Alter unterstützen. Ziel ist, die Durchlässigkeit vom Nachwuchs- in den Profibereich weiter zu verbessern und die Einsatzzeiten von Talenten zu fördern, die für deutsche Auswahlmannschaften spielberechtigt sind.
Einsatzminuten von Jungprofis steigen
Die Einsatzminuten von jungen Spielern mit deutscher Staatsangehörigkeit sind in der 3. Liga seit Jahren steigend. In der vergangenen Saison erreichte der Anteil der Einsatzminuten deutscher U 23-Spieler an den Gesamteinsatzzeiten mit 30 Prozent einen neuen Höchststand. […].
Die finanzielle Aufstockung des Nachwuchsfördertopfes zur neuen Saison geht einher mit einer Weiterentwicklung der Ausschüttungskriterien. Die Verteilung der Fördergelder richtet sich künftig nach vier Parametern: Leistungszentrum (LZ), Klubausbildung, deutsche U-Nationalspieler und Einsatzminuten. Insbesondere die Spielzeit von Talenten in der 3. Liga wird nun noch stärker gewichtet und belohnt.
Unverändert ist, dass jeder Klub, der zu Saisonbeginn ein anerkanntes Leistungszentrum betreibt, 100.000 Euro erhält. Klubs, deren LZ im Laufe der betreffenden Saison anerkannt wird, bekommen 50.000 Euro.
Neues Bonus-Kriterien ab 2026/27
Neu ist ab der Saison 2026/2027 eine Bonusstruktur, die Einsatzzeiten und Ausbildungsdauer im Klub verknüpft. Ein Drittligist mit anerkanntem Leistungszentrum erhält demnach 50.000 Euro, wenn sein deutscher Spieler im U 21-Alter mindestens 990 Einsatzminuten in der 3. Liga erreicht und mindestens fünf Jahre im Klub ausgebildet wurde. Bei einem Klub ohne anerkanntes LZ sind es 30.000 Euro. Hinzu kommen Bonuszahlungen pro Nominierung eines U-Nationalspielers: 15.000 Euro bei einer Berufung in die deutsche U 21-Nationalmannschaft, 5000 Euro für U 18, U 19 oder U 20.
Die restlichen Fördermittel, die nach Abzug der Grundförderung und aller Bonuszahlungen übrig sind, werden anhand der genauen Nettoeinsatzminuten deutscher Spieler im U 21-Alter an die Drittligisten ausgeschüttet. Unverändert ist, dass ausschließlich Vereine vom Nachwuchsfördertopf partizipieren, die mit einer ersten Mannschaft in der 3. Liga spielen. Zweite Mannschaften sind von der Fördermaßnahme ausgeschlossen.
Die neuen Regelungen für den Nachwuchsfördertopf 3. Liga treten mit Beginn der Saison 2026/2027 in Kraft. Die ersten Ausschüttungen nach dem veränderten System sollen im zweiten Halbjahr 2027 erfolgen.”
Gutes Zeichen oder Tropfen auf den heißen Stein?
Die dritte Liga ist finanziell kein Paradies für die Vereine. Oft stellt sich die Frage auf welchem Niveau eine Nachwuchsausbildung leistbar ist. Der Bereich in dem man mit den Platzhirschen der Branche konkurriert wird immer größer. Eine Aufstockung des Nachwuchsfördertopfes wirkt wie ein gutes Zeichen für die engagierten Klubs in Liga 3 und kann sicherlich finanziell weiterhelfen.
Die grundsätzlichen finanziellen Rahmenprobleme werden dadurch aber natürlich nicht gelöst. Die neuen Kriterien sind außerdem – durch Boni für z.B. U-Mannschaftsnominierungen – sehr darauf angelegt neue “Super-Talente” zu finden und ermutigen weniger die Förderung in der Breite (soweit man davon auf diesem Niveau noch sprechen kann).










