Mittlerweile ist es gewiss: Seit dem vergangenen Donnerstag ist offiziell klar, dass der TSV 1860 München keine Lizenz für die 3. Liga erhalten wird. Grund hierfür ist eine nicht erfüllte Lizenzauflage zum Stichtag am 3. Juni. Was die Hintergründe der gescheiterten Verhandlungen angeht, kommen aber immer wieder neu Details ans Licht. Im Mittelpunkt steht Investor Hasan Ismaik. Der Jordanier kündigte wenige Tage vor Ablauf der Frist überraschend zwei bestehende und verbindliche Darlehensverträge – und das ohne tragfähigen Grund und damit rechtlich unwirksam. Zu dieser Einschätzung der Rechtslage kommen mehrere mit der Angelegenheit befasste Anwaltskanzleien.

Doch warum brauchte die KGaA diese Kredite? Diese Darlehen waren notwendig geworden, um Unterdeckungen auszugleichen, die durch erhöhte Budgets unter Verantwortung der HAM-Seite im Juni 2025 entstanden waren. Durch ihre Stimmenmehrheit im Aufsichtsrat (der von HAM besetzte Vorsitz hat bei Gleichstand eine doppelte Stimme) hatten die Investorenvertreter Budgeterhöhungen gegen die Stimmen der e.V.-Räte durchgesetzt. Das auszugleichende Defizit war also seitens HAM hausgemacht und lange bekannt.

Zwei Verträge – und einer ging dem e.V. zu weit

Als sich Präsident Gernot Mang und der Aufsichtsratsvorsitzende Herbert Bergmaier nun am maßgeblichen 03. Juni den Fans stellten und die bittere Nachricht vom Zwangsabstieg überbrachten, sprach Bergmaier von zwei unterschiedlichen Vertragsversionen für eine kurzfristige Notfinanzierung.

Eine Version habe die Zustimmung von HAM gefunden, die andere die des e.V. Die KGaA hätte laut Bergmaier mit beiden Modellen leben können – was angesichts ihrer existenzbedrohenden Lage kaum überrascht. Wer ums Überleben kämpft, kann sich seine Rettungsleine für gewöhnlich nicht aussuchen. Doch was waren die Diskrepanzen, welche die jeweilige Seite zu Ablehnung der Entwürfe bewogen haben.

50+1 in Gefahr? Deloitte-Anwälte lehnten Zulässigkeit ab

Nach den bisher vorliegenden Darstellungen soll die vom e.V. abgelehnte Vertragsversion mehrere Klauseln enthalten haben, die gegen die 50+1-Regel verstoßen hätten. Noch schwerer wiegt jedoch ein weiterer Punkt: Die seitens des e.V. verhandelte Bedingung der verbandsrechtlichen Zulässigkeit des Vertrags soll laut „Süddeutscher Zeitung“ von den HAM-Anwälten der Kanzlei Deloitte abgelehnt worden sein.

Hierzu berichteten wir auf sechzger.de schon folgendermaßen:

“Um 01:12 Uhr nachts wischte der HAM-Anwalt in einer großen E-Mail-Runde – an der neben e.V.-Präsident Gernot Mang auch KGaA-Vertreter und Abdelrahman Ismaik (der zweite Bruder von Hasan Ismaik) beteiligt waren – die letzten Vertragsentwürfe zur Rettung kategorisch vom Tisch. Die Dokumente seien für die HAM “nicht akzeptabel”. Besonders brisant: Von Rüden forderte explizit die sofortige Streichung des rettenden Vorbehalts “soweit verbandsrechtlich zulässig”. Er pochte auf ein “All-in” des e.V. ohne “Schlupflöcher” und knüpfte dies an ein Ultimatum: Bis 10:00 Uhr am selben Morgen müsse ein entsprechender Beschluss des Aufsichtsrats unterschrieben vorliegen.”

Ticketeinnahmen als Pfand – Fans sollten die Zeche zahlen

Vor dem Hintergrund der aktuellen Unsicherheit in Bezug auf die bereits bezahlten Dauerkarten (für viele Fans eine beträchtliche Summe) erscheint eine weitere Vertragsklausel fast unglaublich. Wie sechzger.de erfahren hat, hätte für einen Großteil des kurzfristig bereitgestellten Geldes – das von einem bis heute nicht benannten Dritten stammen sollte – ausgerechnet die Ticketeinnahmen der Zukunft als Sicherheit dienen sollen.

Mit anderen Worten: Tausende Fans hätten voller Hoffnung Dauerkarten für eine weitere Drittligasaison gekauft – und ihre Zahlungen wären unmittelbar für einen Kredit verpfändet worden. Für die ohnehin wirtschaftlich angeschlagene KGaA hätte dies bedeutet, ihre wichtigste laufende Einnahmequelle aus der Hand zu geben. Kritiker sprechen von einem wirtschaftlichen “Sterben auf Raten”.

Nach unseren Informationen hätten diese Einnahmen nämlich zurückgestellt werden müssen, für den Fall, dass die Investorenseite das Geld nicht zurückbezahlt. Dann wären die Dauerkarten-Millionen an den unbekannten Dritten gefallen. Auch das (implizite) Versprechen an die Fans mit dem Kauf einer Jahreskarte zum Erfolg der Fußballfirma beizutragen, wäre damit gebrochen worden. Zudem hätte sich die finanzielle Abhängigkeit von Hasan Ismaik weiter vergrößert. Ganz zu schweigen von der Frage, woher das Geld als Ersatz für die fix eingeplanten Ticketeinnahmen kommen sollte…

Wer steckt hinter dem Geldgeber?

Noch undurchsichtiger wird die Geschichte durch den angeblichen Drittfinanzierer. Dessen Identität soll trotz mehrfacher Nachfrage nicht offengelegt worden sein. Ebenso seien wesentliche Fragen zur Herkunft der Mittel und zu deren wirtschaftlicher und rechtlicher Unbedenklichkeit nicht geklärt gewesen. Gerade in Zeiten strenger Lizenzierungs- und Compliance-Vorschriften stellen solche Unklarheiten ein großes Risiko dar. Zudem widerspricht die Vorgehensweise der HAM in diesem Fall diametral ihren Forderungen nach mehr Transparenz und klaren (Reporting) Strukturen in der KGaA.

Am Ende bleibt ein Scherbenhaufen

Die Lizenz ist verloren, der sportliche und wirtschaftliche Schaden enorm. Während viele Löwen-Fans rat- und fassungslos auf den Absturz ihres Vereins blicken, werden die Hintergründe die Gremien und möglicherweise auch Juristen noch lange beschäftigen.

Dass es der Investorenseite aber nicht um das Wohl von Fans und Verein, sondern nur um Macht und eigene finanzielle Interessen geht, kann wahrscheinlich schon heute konstatiert werden.

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Walter Raedler

Meine Frage zu den Finanzen von Hassan Ismaik.
Angeblich hat er vor kurzem 25 Millionen für Waisenkinder gespendet. Das sind die Quellen.
Die emiratische Tageszeitung Al Ittihad berichtet, dass Hasan Abdullah Ismaik am 17. März 2026 100 Millionen AED für die Kampagne „Mother of the Nation Endowment for Orphans“ zugesagt hat. Der Artikel beruft sich auf die staatliche Nachrichtenagentur WAM.
Das Wirtschaftsportal Mid-East.info meldet ebenfalls eine Spende von 100 Millionen AED von Hasan Ismaik für dieselbe Initiative.
Gulf Today veröffentlichte die gleiche Meldung und nennt ebenfalls den Betrag von 100 Millionen Dirham. 

Wenn dem so ist, glaube ich persönlich nicht, das er pleite ist! Wir reden über das Finanzielle, nicht das Moralische!
Was sagt ihr dazu!

Klimaloewe

Also pleite ist anders

https://claude.ai/share/d934fc49-ee2e-4f35-967c-d20f3974d2fb

Aber ichbhatte auch den Verdacht mangelnder Liquidität… 

Unabhängig davon: Strategie scheintnicht seine stärke.

Genau genommen hatte er die  Superstar des regionalen Fußballs hier sein können. Wenn er einfach nur ein bisschen mehr  Kulturverständnis  an den Tag gelegt hätte.

 Fußballfan und fand deswegen das Investoren Konstrukt immer ätzend, deswegen ist der Weg zurück zum Vereinswesen für mich tatsächlich eine GameChanger Situation.

 Jetzt stellt sich allerdings die Frage, inwieweit der Verein Willens und in der Lage ist, langfristig solide zu wirtschaften, sich auf seine Stärken (Nachwuchs?) zu besinnen und ein seriöses Management aufzusetzen.

Ich muss sagen, für mich hat das Präsidium  des Vereins wieder belebt. Ich hoffe, dass der sympathische Österreicher mal  zeigt. Ich schau mir dann lieber Spiele um Platz 10 in der dritten Liga an, denn da acht Muenchner auf dem Platz stehen. 

Uraltloewe

„sondern nur um Macht und eigene finanzielle Interessen geht, kann wahrscheinlich schon heute konstatiert werden“ … hat wirklich jemand geglaubt, dass das jemals anders gewesen sein könnte? Außer natürlich die Jünger auf dem seltsam Blog, die immer noch behaupten, der e. V. sei an allem schuld.

Lexi

Ich würde mir demnächst mal wieder Giesinger Gedanken wünschen, die das Ganze etwas einordnen (Kader, Trainingsbeginn der KGaA, Ticketing, Rechtsstreit …). Langsam wird’s echt viel.

United Sixties

Ich wünsche uns Allen sehr, dass der Verein mit Präsidium und VR ebenso ausführlich auf der MV kommenden Sonntag informiert!
Wie sehen diese Vorgänge unsere ehem. Fachleute im Verein wie z.B. Robert Reisinger oder Wirtschaftsprüfer Karl Christian Bay oder auch der Ehrenrat? Wie wäre es mit einem Mitgliederausschluss für HI und sein Gefolge?

WIR SIND DER VEREIN und werden dem TSV 1860 immer treu bleiben, vorausgesetzt wir Mitglieder werden vollumfänglich informiert und nicht erneut geprellt ..
wie beim Lizenzentzug 1982, Oly-Umzug 1995,
2002 beim AA-Vertrag, 2004 Skandal u. Abstieg, 2006 Anteileverksufvund Knebelmietvertrag unter Doc Z, 2016/17 mit internationalen Kader/Trainerunfug und schwarzen Freitag oder wie zuletzt am schwarzen Mittwoch 2026!

WIR helfen auch gerne mit für wahre
FREIHEIT für SECHZIG und nun endlich ein
NEUES SECHZGERSTADION für mind.
25 000 treueste Löwenanhänger in jeder Liga!

Didi

solange dieser ***** irgendwie an Sechzig beteiligt ist, lege ich eine Pause ein. Ich kann ihn und seine Handlungen nicht mehr ertragen. Freiheit für Sechzig

ThomasZander

Verständlich, aber gerade jetzt wäre klare Kante zeigen extrem wichtig. Je mehr das tun, desto eher ist er weg.

Vorstopper

Wäre das überhaupt rechtens gewesen, die Einnahmen aus dem Kartenverkauf zu verpfänden?
Es ist mir inzwischen fast egal ob das Geld kommt oder nicht, Hauptsache dieser 💩Typ ist endlich weg und bekommt ebenfalls keinen Cent.

sixdee

ich bin seit 55 Jahren Löwe, habe viel erlebt, immer treu. Das ist jetzt mein letzter
Kampf und zwar solange bis dieser schäbige Kredithai verschwunden ist.
Ismaik, jetzt hast endgültig das Kraut ausgeschüttet, und wenn es das letzte ist was ich tue, aber wenn a boarischer Stuaschädel so richtig sauer is, dann huift da a da Himmibabba nimmer.ELIL. VENCEREMOS

Loewenstark

Wir hatten in dieser Saison eine Mannschaft, die als Aufstiegsfavorit galt.

Volland und Niederlechner kamen zu ihrem Herzens Verein zurück.

Wir waren alle euphorisch, dass in dieser Saison was geht.

Ismaik hat den Verein wie die Jahre zu vor finanziell unterstützt und wir hätten in dieser Saison das Zeug dazu gehabt aufzusteigen.

Jetzt Ismaik an allen alleine die Schuld zu geben ist sehr schäbig, entspricht nicht dem wir gewinnen und verlieren gemeinsam Gedanken und ist einfach einem echten stolzen nicht Löwen würdig ! 

Wenn die Leistung insgesamt nicht passt, dann sollte man zuerst vor der eigenen Türe kehren.

Sechzig wird immer Investoren brauchen und Investoren haben selbtverständlich  immer ein gewisses Mitspracherecht.

Und Fußball ist Geld nun mal sehr wichtig geworden und nur von früheren Zeiten zu träumen, die 60 Jahre her sind ist zwar mal schön, aber die Welt lässt sich nicht mehr zurück drehen. Das ist in sehr vielen anderen Bereichen auch so.

Und hört mir auf, dass alles erst schlecht wäre, seit Ismaik eingestiegen ist.

Die bittere Wahrheit ist doch dass 1860 auch schon 1982  pleite war und Bayernliga spielte.

So traurig es ist, aber die Löwen hatten eigentlich noch nie wirklich eine gute Führung und Pech kam auch immer dazu, aber immer Pech ist kein Pech.

Solange der Verein immer die Schuld woanders sucht, wird es egal in welcher Spielklasse immer schwierig sein.