Auch in Dresden stellten sich Cheftrainer Michael Kauczinski und Ex-Löwe Christoph Daferner rund 45 Minuten den Fragen der nicht anwesenden Journalisten vor dem ersten Heimspiel ganz ohne Zuschauer.

Zu Beginn wurde die erfreuliche Nachricht verkündet, dass bei der Testreihe am Dienstag lediglich negative Testergebnisse erhalten wurden. Heute stand die nächste Kontrolle an, die Befunde werden für morgen Vormittag erwartet.

Unter der Woche wurde erste Kritik am Spielsystem von Trainer Kauczinski laut. Dieses würde nicht auf die vorhandenen Spieler abgestimmt sein. Auf Nachfrage von sechzger.de erklärte der Chefcoach hierzu, dass ihn diese Kritik nicht verwundert. Nach Niederlagen geht “der Daumen runter”, bei Siegen wird gefeiert. Dennoch räumte der Trainer ein, dass einzelne Spieler es noch nicht schaffen, an ihr Leistungsmaximum zu kommen. Gerade die Jugendspieler benötigen hier noch etwas Zeit. Diese individuellen Schwachstellen, die zurzeit noch nicht zu kompensieren sind, wären auch der Grund für die Niederlage in Saarbrücken gewesen. Daher wird es  im Vergleich zum vergangenen Wochenende einige “Veränderungen geben”. Eine Systemumstellung kommt für den Trainer allerdings nicht in Frage, man möchte weiterhin seinen Spielplan durchziehen und sich nicht zu sehr vom Gegner beeinflussen lassen. Die Mannschaft müsse mehr für die Offensive tun und weniger den Ball hinten rum verschieben.
Kauczinski lobte das Team von Michi Köllner als gut eingespielt und sehr offensivstark. Auch Daferner bezeichnete 1860 als Spitzenmannschaft, welche zurzeit vor allem aufgrund ihrer Routine und Konstanz überzeugt. Interessanterweise wurden im Bezug auf die Torabschlussqualitäten immer wieder die Namen Mölders und Lex genannt, um Dressel als besten Torschützen ging es heute nicht.

Christoph Daferner, von 2014 – 2017 Spieler bei den Löwen, wuchs in Pöttmes, Ortsteil Immendorf (120 Einwohner, Landkreis Aichach-Friedberg) auf. Mit 16 Jahren ging es für ihn vom Land in die Großstadt, in der er sein Fachabitur erwarb und wichtige Werte wie Bodenständigkeit für die weitere Karriere mitnahm. Insgesamt blickt er auf eine schöne Zeit in Giesing zurück, bei der Frage nach seinem Lieblingstier antwortete er standesgemäß mit “Löwe”. Seit dem Sommer ist er bei Dynamo Dresden unter Vertrag.
“Natürlich verspüre ich Vorfreude auf Sonntag” erklärte er auf Nachfrage von sechzger.de. Viele Bekannte in seinem Freundeskreis und sein Bruder halten es mit den Löwen. Er betonte aber auch, dass es ihm wichtiger ist, mit seinem aktuellen Team wieder zurück in die Erfolgsspur zu finden. Zu seinen früheren Teamkameraden von Sechzig hat Daferner zum Teil noch Kontakt, ein Großteil ist mittlerweile aber ebenfalls bei einem anderen Verein untergekommen. Insgesamt bekam man den Eindruck, dass ihn das Interesse an seiner Person fast ein wenig zu viel war; er lenkte den Fokus immer wieder auf die sportlichen Ziele mit der Mannschaft.

Selbstverständlich wurde auch kurz auf das Interview von Dennis Erdmann eingegangen. Grundtenor von Trainer und Spieler war hierzu, dass sie starke Persönlichkeiten mit ehrlichen Worten im heutigen Fußball-Business durchaus zu schätzen wissen.

Insgesamt kristallisierten sich vor allem zwei Dinge heraus:

  1. Man hat in Dresden gehörigen Respekt vor der Offensive der Löwen. Zum jetzigen Zeitpunkt haben die Jungs um Mölders & Co. doppelt so viele Tore wie Dresden erzielt. Nicht zu unterschätzen ist allerdings auch, dass wir der stärksten Abwehr gegenüber stehen werden. Uns erwartet also mit Sicherheit ein interessantes Spiel.
  2. Dresden spielt bisher hinter den eigenen Erwartungen, das merkte man auch anhand der Anzahl an Fragen, die zum Spielsystem gestellt wurden. Die neuformierte Mannschaft, die auf dem Papier vermutlich die stärkste Mannschaft der Liga ist, braucht noch etwas Zeit, um zusammen zu finden. Gerade in der Offensive klappt noch vieles nicht wie gewünscht. Wir hoffen, dass der berühmte Knoten nicht bereits am Sonntag platzt.

 

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Quelle vom Titelbild

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