Die Dauer einer Halbzeit nahmen sich Michael Köllner und Günter Gorenzel am Freitag kurz vor Mittag in der LÖWENRUNDE Zeit für die Medienvertreter vor dem Spiel in Dresden am Sonntag. Es gab einiges zu besprechen, das Meiste naturgemäß mit dem Löwendompteur.

Die morgige Busreise nach Sachsen wird – dies die wichtigste personelle Information – ohne Marius Willsch angetreten, der wegen muskulärer Probleme in dieser Woche nicht am Mannschaftstraining teilnehmen konnte und insofern auch nicht im Kader steht. Allerdings rechnet Köllner damit, dass der gebürtige Passauer zum Heimspiel gegen den KFC Uerdingen am 21. November wieder am Start ist. Die Frage von sechzger.de, ob Daniel Wein auf der Position des Rechtsverteidigers dauerhaft eine Alternative sein könnte, wies Köllner – mit einem scherzhaften Verweis auf Willschs seelische Gesundheit – deutlich zurück: “Wenn ich das jetzt bejahe, wird Marius zu Hause auf der Couch einen Herzinfarkt kriegen.” Aber natürlich ist Köllner froh, mit Wein einen sehr variablen Akteur im Team zu haben, der die Gabe hat, sich extrem schnell auf neue Situationen einstellen zu können.

Die – unvermeidliche – Frage nach Aussagen von Dennis Erdmann, die eine Boulevardzeitung gestern veröffentlicht hatte, wonach die #13 nach seiner Karriere womöglich eine Karriere in der Politik anstrebe, beantwortete Köllner so, wie man ihn in München im letzten Jahr kennengelernt hat: Er stellte sich – als verantwortungsvoller leitender Angestellter – vor seinen Schützling und brach eine Lanze für die charakterlichen Qualitäten von Erdmann. Das in der Öffentlichkeit gezeichnete Bild des Spielers decke sich in keiner Weise mit seiner persönlichen Wahrnehmung, so Köllner. Erdmann sei ein “reflektierter Junge”, der – was Köllner besonders wichtig ist – Verantwortung für und in der Mannschaft übernehme. Auf der anderen Seite forderte der Coach – durchaus mit einem Augenzwinkern – die übrige Mannschaft auf, dem womöglich angehenden Politiker Dennis Erdmann konkrete Inhalte zu liefern, was darauf hindeutet, dass er mit den konkreten Aussagen zur aktuellen gesellschaftlichen Situation in Deutschland nicht vollständig konform geht. Eine ganz starke Kommunikationsleistung des Löwendompteurs in dieser Sache, die damit wohl erledigt sein dürfte.

Zurück zum Sportlichen, über das Köllner naturgemäß eigentlich viel lieber sprechen will als über die bei den Löwen traditionell lautstarken Nebengeräusche: Der Coach unterstrich, dass Dresden – trotz der drei Niederlagen aus den letzten vier Spielen – weiterhin der Topfavorit auf den Aufstieg, in diesem Fall die sofortige Rückkehr in die 2. Bundeliga sei. Personell sieht er Dynamo im Vergleich der Drittligakader ganz vorn. Dass es für seine Mannschaft ein Vorteil sein könnte, dass am Sonntag in Sachsen ohne Zuschauer gespielt wird, denkt Köllner übrigens nicht. Unter normalen, Corona-freien Bedingungen hätte er einen “Riesensupport” der Löwenfans erwartet und direkt ins Schwärmen kam er auf dem Podium, als er die mögliche “Invasion von Sechzig auf dem Weg nach Dresden” umschrieb. Die Realität sieht – wie wir alle wissen – leider ganz anders aus.

3 KOMMENTARE

  1. “Erdmann sei ein “reflektierter Junge”,…” – das würd mich ja wirklich interessieren, ob das wirklich so ist, oder ob er das nur sagt um die Gemüter zu beruhigen.
    mMn war einiges von Erdmann einfach viel zu nah an der Aluhut-Hildman-Naidoo-Wendler Scheiße, ob mit Absicht oder nicht mag ich nicht beurteilen. Wundern würde es mich aber nicht, wenn einige Fußballer ähnlich denken wie die oben genannten.

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