Der Löwe ist raus aus dem Aufstiegsrennen und auch mit dem Abstieg sollte man nichts mehr zu tun haben. Nun beginnt also die Phase der Weichenstellung für die kommende Spielzeit. Die nächste Gelegenheit gibt es am Samstag im Saarland gegen einen Gegner, der die Erwartungen vor der Saison noch mehr enttäuscht hat, als der TSV. Die Löwen reisen an den Ludwigspark und treffen auf den 1. Fußball-Club Saarbrücken e.V. !

Aktuelles – die Ausgangssituation

Natürlich hat man sich die Saison in Saarbrücken anders vorgestellt und natürlich wird man seine Lehren und Konsequenzen aus dem miserablen Abschneiden in der aktuellen Spielzeit ziehen müssen. Mit dem Abstieg sollten der FCS aber trotz aktuell Rang 16 nichts mehr zu tun haben, der Abstand auf den 17. Havelse beträgt acht Punkte. Außerdem weisen alle Teams unter dem Strich ein weitaus schlechteres Torverhältnis auf.

Die Saarländer halten aktuell bei 37 Punkten und einer Bilanz von 8-13-12, sowie einer Tordifferenz von -7. Die Defensive ist mit 49 Gegentreffern nicht besonders schlecht, aber speziell in der Offensive hapert es. 42 erzielte Treffer machen den Sturm von der Saar zur viertschlechtesten Offensivabteilung der Liga (geteilt mit Ulm).

Daheim präsentiert man sich aber deutlich stärker als in der Fremde, weshalb die Löwen gewarnt sein sollten. Im Ludwigspark hat man nur vier Punkte weniger geholt, als der TSV 1860 im Grünwalder Stadion. Auch sonst präsentierte man sich im April zu Beginn eigentlich gut, kam im Landespokal weiter und konnte gegen Ingolstadt, sowie die formstarken Aachener vier Punkte holen. Am letzten Wochenende setzte es dann aber eine bittere 0:2 Niederlage gegen den TSV Havelse.

Wintertransfers

Trotz des Saisonverlaufs hat man in Saarbrücken im Winter nicht personell nachgelegt, der Kader wurde für gut genug für den Klassenerhalt befunden. Auch meiner Einschätzung nach müsste der FCS mit dem vorhandenen Spielermaterial eher um den Aufstieg mitspielen.

Nachjustiert wurde aber auf der Trainerbank. Der zum Ende der letzten Spielzeit geholte Alois Schwartz (59) war Ende November beurlaubt und bis zum Winter durch Sportdirektor Luginger ersetzt worden. Im Februar wurde dann bekannt gegeben, dass ein alter Bekannter die Rückrunde bestreiten wird. Ex-Löwencoach Argirios Giannikis (45) ist nun Cheftrainer im Saarland, konnte aber bisher auch keine große Trendwende herbeiführen.

Das Stadion

Der 1. FCS trägt seine Heimspiele im neuen “Ludwigsparkstadion” aus, das den alten Ludwigspark von 1953 ablöste und am 26. September 2020 eröffnet wurde. Das neue Stadion verfügt über eine Kapazität von 16.003 Plätzen. Die Heimkurve “Virage Est”, also Osttribüne, ist eine reine Stehplatztribüne mit 4.588 Plätzen, für Gäste gibt es 1.488 Steher und 452 Sitzer. Alles in allem eine große Kapazitätsreduktion im Vergleich zu ca. 35.000 in der alten Arena.

Der Name kommt von Standort im ehemaligen Schlosspark, der unter Fürst Ludwig von Nassau-Saarbrücken angelegt, aber 1793 während der französischen Revolution zerstört wurde. Auf einem Teil dieses Areals wurde dann nach dem 2. Weltkrieg bis 1953 das erste Stadion errichtet. Damals noch als Mehrzweckarena mit 50.000 Kapazität, Marathontor und fast nur Stehplätzen. Die Eröffnung erfolgte gegen den damaligen deutschen Meister Rot-Weiss Essen in einem Testspiel.

Der einzige große Umbau fand 1976 statt, als Teile der Gegengerade in 100 Tagen in eine überdachte Gegentribüne mit zusätzlichen Sitzplätzen umgebaut wurden und die Kapazität auf 39.000 sank. Das letzte Spiel fand dann im Dezember 2015 gegen den TSV Steinbach in der Regionalliga statt. Damals kamen nur noch 3.800 Zuschauende.

Das neue Stadion an alter Stelle wurde dann über ca. fünf Jahre hin errichtet und bietet noch Ausbaumöglichkeiten auf rund 18.000 Plätze. Der Neubau war aufgrund von Kostensteigerungen, Planungsfehlern und z.B. Problemen mit der Dachkonstruktion immer wieder gefährdet und verzögerte sich mehrmals. Die Kosten verdreifachten sich im Laufe der Fertigstellung, was immer wieder zu politischen Querelen führte.

Aus diesen Gründen gibt es in Saarbrücken zum einen die lustig anmutenden Rasenflächen (Kuhweiden) in den Ecken und auf der Gegengerade, zum anderen auch keine Drainage für den Rasen. Auch ist das Dach auf der Gegentribüne eigentlich zu kurz, somit kann das Gras der “Kuhweiden” gut wachsen, die Zuschauer im Unterrang sitzen aber im Regen und tauglich für 1. und 2. Liga ist das Stadion damit auch nicht.

Das Hinspiel

Das Hinspiel in München verlief durchaus erfreulich. An einem sonnigen Novembertag brachte Patrick Hobsch die Löwen früh in Führung (13.). Vorausgegangen war eine schwache Abwehr von FCS-Goalie Menzel. Außerdem stand Phillip Maier nach längerer Zeit ohne Chance auf Einsätze wieder einmal in der Startelf. Zu Beginn schweigen beide Fanlager für 12 Minuten, als Zeichen des Protests gegen geplante Maßnahmen der Innenministerkonferenz.

Lange passierte wenig, bis Florian Pick in der 89. eine große Ausgleichschance an die Stange nagelte.  Quasi im Gegenzug war es dann Thore Jacobsen, der den TSV in der Nachspielzeit per Foulelfmeter endgültig über die Ziellinie brachte. Interessant ist auch, dass die Löwen das ganze Spiel über keine einzige Karte gegen sich bekamen.

Der 32. Spieltag im Überblick

Freitag 19:00 Uhr SSV Jahn Regensburg – Aachener TSV Alemannia
Samstag 14:00 Uhr 1. FC Saarbrücken – TSV 1860 München
14:00 Uhr FC Ingolstadt 04 – VfL 1899 Osnabrück
14:00 Uhr SC Verl 1924 – FC Viktoria Köln 1904
14:00 Uhr MSV 02 Duisburg – TSG Hoffenheim 1899 II
16:30 Uhr 1. FC Schweinfurt 05 – FC Hansa Rostock
16:30 Uhr SSV Ulm 1846 Fußball – TSV Havelse 1912
Sonntag 13:30 Uhr FC Energie Cottbus – Rot-Weiss Essen
16:30 Uhr VfB Stuttgart 1893 II – FC Erzgebirge Aue
19:30 Uhr SV Wehen 1926 –  SV Waldhof Mannheim 07

 

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