Der Fußball ist ein schnelllebiges Geschäft. Vor kaum zehn Tagen stand Sechzig am Abgrund, nichts passte mehr und die Zukunft war rabenschwarz. Seit gestern Abend hängt der Himmel voller Geigen, wir liegen auf Rang 2 und der wird natürlich bis Saisonende verteidigt!

Stopp, liebe Löwen! Aufwachen!!!

Das sind die ganz normalen Ups and Downs einer Drittligasaison. Noch dazu in einer, in der die Mannschaften ganz eng beieinander liegen. Wir tun gut daran, auf dem Teppich zu bleiben.

Noch dazu sollten wir heute zwar über den Sieg froh sein – an ein 3:0 in Kaiserslautern kann ich mich in meiner Fankarriere spontan nicht erinnern. Aber ich fürchte, man darf den Sieg nicht zu hoch hängen. Zu schwach waren die roten Teufel. Das frühe 1:0 durch den sensationellen Freistoß von Richy Neudecker nahm ihnen spürbar den Wind aus den Segeln. Das 2:0 durch Sascha Mölders fiel in der 36. Minute zu einem sehr günstigen Zeitpunkt. Dann folgte die (harte) rote Karte gegen Bachmann direkt vor der Halbzeit. Viel besser kann ein Spiel nicht laufen. Aber vergessen wir nicht, dass von Kaiserslautern in der ersten Hälfte so gut wie keine Gegenwehr erfolgte.

Aus Lauterer Sicht wurde es etwas besser in Durchgang zwei, aber bis auf einen Kopfball und zwei Distanzschüsse über das Tor brachten die Pfälzer nichts zu Wege. Richy Neudecker hätte dagegen in der 53. Minute schon den für die Entscheidung sorgen können (oder müssen), schloss aber einen sehenswerten Angriff mit einem Schuss über das Tor ab. So war es mal wieder Sascha Mölders vorbehalten, den Sack zuzumachen. Die Lauterer ließen den Löwen wieder zu viel Platz, den Willsch nach langem Ball von Wein für eine perfekte Hereingabe auf den Routinier nutzte, der zum zweiten Mal an diesem Abend mit dem Kopf traf. Danach war die Messe natürlich gelesen und das Spiel plätscherte dem Ende entgegen. Diese Zeit nutzte Köllner um Talent Knöferl weitere Einsatzminuten zu gewähren. Dafür wich übrigens Greilinger, der mittlerweile den Eindruck eines Routiniers macht. Dabei ist der Junge auch erst in seiner zweiten Profisaison. Und positiv möchte ich noch Sami Belkahia erwähnen, der hinten nichts anbrennen ließ und den erfahrenen Salger einwandfrei ersetzte. Wenn in Zukunft ein Verteidiger ausfällt, muss man sich also keine Sorgen machen.

Ehrlichgesagt muss man sich eher um die Lauterer Sorgen machen. Wenn die nicht bald anders auftreten, wird das mit dem Nicht-Abstieg eine ganz enge Kiste werden. Jetzt ist man zwar schuldenfrei, steht aber sportlich vor schwierigen Zeiten. Das Leben ist halt kein Wunschkonzert…

Wir stehen nun zumindest bis heute Abend kurz vor 21h auf Platz 2. Vielleicht sogar länger, wenn der Fusionsverein aus Ingolstadt nicht gegen Hansa Rostock gewinnt. Am Freitag kommt dann der SV Wehen ins Sechzgerstadion. Ein nicht zu unterschätzender Gegner. Die Hessen haben sich ziemlich unbemerkt von Vielen aktuell auf Platz 4 der Tabelle vorgearbeitet. Die Löwen tun gut daran, diesen Gegner nicht zu unterschätzen. Sollte dann noch ein Sieg gelingen, wäre das der perfekte Abschluss für das unperfekte Jahr 2020. Danach folgt die sehr kurze Weihnachtspause.

Für die Löwen kommt sie in der aktuellen Form vielleicht etwas ungelegen. Lautern wird sich freuen, dass sie mal ein paar Tage durchschnaufen können. Vielleicht geht Jeff Saibene ja über Weihnachten ein Licht auf, wie er die Mannschaft wieder in die Spur bringen kann. Das hätte ich gerne im Hannenfass mit den Lauterer Fans diskutiert und mit dem ein oder anderen Bier auf unsere junge, hungrige Mannschaft angestoßen, während den roten Teufeln wahrscheinlich nur Frustsaufen geblieben wäre. Aber diese Komponente des Fußballs muss ja leider bis auf Weiteres einfach ausfallen…

2 KOMMENTARE

  1. Richtig Andi . Nur nicht nachlassen und als Löwenteam weiter entwickeln, Punkte sammeln und dann im hoffentlich gesunden neuen Jahr Serie ausbauen gegen Rot II und Ingoldorfer.
    Köllner hat diese Löwenmannschaft extrem gut neu motiviert und mit Belkahia sowie Knöferl auch wichtig neue Alternativen gesetzt. Kein Spieler darf sich „ausruhen“ und so kann ohne Verletzungspech in 2021 nicht nur sportlich trotz Pandemie ein gigantisches Löwenjahr werden.
    Stadionausbau der Stadt und Hallenbau für den Breitensport am Trainingsgelände könnten faktisch gestartet werden und so die positive Sechzerzukunft einläuten. Im Idealfall schon mit dem Wiederaufstieg. Gegen Wehen am Freitag ein dritter Sieg in Folge vor Weihnachten wäre bereits schönstes Geschenk und so wichtig ..für alle treuen Löwenwegbegleiter.

  2. sehr gut geschrieben. 16 Spiele sind gespielt. 26 Punkte geholt. natürlich kann man auf gestern bezogen festhalten: wir haben in Kaiserslautern auf eine von den namen her erfahrene Mannschafft getroffen. vor dem Spiel dachte ich mir na ja ein Punkt das wär vielleicht nicht verkehrt. der Gegner war wieder (wie schon am Samstag) schwächer wie ich ihn erwartet habe. ich finde aber auch, dass wir mit Rückenwind (vom Samstag gespielt haben). ich hoffe und wünsche mir, dass die beiden letzten Spiele mit den Ergebnissen weiter beflügeln und das wir nicht nachlassen. am Freitag kommt ein weiterer guter Gegner auf uns zu. hier wird es wichtig sein, dass wir an die beiden letzten positiven Spiele und Ergebnisse für uns anknüpfen.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here