Guten Morgen, liebe Löwen! Ihr habt nicht geträumt gestern. Es ist wahr! Unsere Löwen haben gestern in Magdeburg eine super abgezockte Leistung hingelegt und einen blitzsauberen 3:0-Auswärtssieg eingefahren. Und was soll man sagen? Die Lage der Löwen ist natürlich hervorragend. Immer dieses Auf und Ab… Letzten Montag himmelhochjauchzend, am Sonntag leichter Katzenjammer und jetzt wieder Wolke 7… So ist das halt bei den Löwen…

Sorgenfalten vor dem Spiel

Wahrscheinlich hatten die meisten von uns gewisse Sorgenfalten auf der Stirn, weil unser Leader Sascha Mölders wegen der 5. gelben Karte gesperrt war. Ich habe auch mehr als ein Mal drüber nachgedacht, wie Michi Köllner diesen Ausfall wohl kompensieren wird. Umstellung auf 4-4-2 oder beim bewährten 4-1-4-1 bleiben? Aber wen dann als Zielspieler vorne rein stellen? Biankadi? Lex? Gar den Teenager Knöferl? Ehrlich gesagt konnte ich über das Fernsehen gar nicht recht erkennen, wie genau Köllner das angebliche Dilemma gelöst hat. Das wird euch Bernd Winninger wieder in der TAKTIKTAFEL Analyse aufzeigen. Für mich sah es so aus, als ob Lex und Biankadi auf den Flügeln agierten und Neudecker als eine Art „falsche 9“ dahinter. Mit guter Unterstützung von Tallig und Dressel, die situativ aufrückten und dann sehr variabel zu fünft um den Magdeburger Strafraum agierten und einige Chance kreierten.

Mannschaftliche Geschlossenheit

Und wie ich bereits in den letzten Giesinger Gedanken prophezeit habe, machte der Ausfall unsere Löwen tatsächlich wesentlich schwerer ausrechenbar als mit Mölders. Das soll natürlich kein Dauerzustand sein, aber es zeigt einfach, dass diese Mannschaft so viel mehr als „nur“ Sascha Mölders ist. Die Fokussierung auf Alpha-Tier Mölders und einige andere Protagonisten in der Öffentlichkeit scheint mir vollkommen am Wesen dieser MANNSCHAFT vorbei zu gehen.

14 verschiedene Spieler haben diese Saison bereits getroffen. Das wird gerne vergessen, weil sich alle auf die sensationellen 13 Tore von Sascha konzentrieren. Aber gestern hat man gesehen, er kann auch mal ein Spiel ausfallen und sich eine ermüdende Auswärtsfahrt sparen. Die Welt geht nicht unter! Und er wird mit aufgeladenen Batterien zurückkommen und gegen Zwickau wieder voranschreiten beim Versuch, die nächsten drei Punkte einzufahren.

Die “heimlichen” Helden

Ich bin tief beeindruckt von einigen Spielern, die sich aktuell als unglaubliche Teamplayer zeigen. Zum Beispiel Dennis Dressel. Der Junge ist seit 2007 bei den Löwen, ist ein vorbildliches Eigengewächs unseres NLZ. Er spielte einige bärenstarke Partien im Herbst, schoss entscheidende Tore und findet sich aktuell trotz guter Form nicht immer in der Startelf wieder. Dann nimmt er auf der Bank Platz, murrt nicht, wartet auf seine Chance und bringt nach Einwechslungen seine gewohnt guten Leistungen. Das muss man mit 22 Jahren auch erstmal bringen.

Daniel Wein ist auch so ein Fall. Er liefert seit 2017 extrem konstante Leistungen. Hat sich nie in den Vordergrund gedrängt und hatte zu akzeptieren, dass Quirin Moll sich mit starken Leistungen seinen Platz im defensiven Mittelfeld von ihm zurückerkämpft hat. Hat man ein böses Wort von Vino gehört? Nein! Und nun, wo Quirin Moll nach wirklich starken Leistungen langfristig ausfällt, ist Daniel Wein wieder da und ersetzt Moll perfekt. Die Zuverlässigkeit in Person!

Der nächste ist für mich Dennis Erdmann, auch er zeigt in den letzten Wochen die stärksten Leistungen, seitdem er für die Löwen spielt. Er hat seine teilweise übertriebene Aggressivität in den Griff bekommen, ohne an Giftigkeit zu verlieren. Das macht ihn viel wertvoller für die Mannschaft. Und dann kommt plötzlich Semi Belkahia aus dem Nichts und steht in der Startelf. Für Erdmann bleibt auch nur die Bank, obwohl er bewiesen hat, dass er Innenverteidiger und den Part vor der Viererkette gut spielen kann. Auch hier kein böses Wort, stattdessen Leistung bei jeder Gelegenheit in der Startelf und nach Einwechslungen.

Die gute Lage der Löwen in der Liga hat sich für mich nicht zuletzt durch diese Spieler und ihr teamorientiertes Verhalten stark verbessert.

Der Glücksfall

Das sind aus meiner Sicht viel zu wenig beachtete Fortschritte, die unsere Mannschaft unter dem größten Glücksfall der jüngeren Geschichte (oder aller Zeiten?) für den TSV 1860 München gemacht hat: Michael Köllner.

Köllner hat beim TSV innerhalb kurzer Zeit ein Umfeld geschaffen, das sich in und um den ganzen Verein positiv auswirkt. Man merkt, dass die Spieler sich durch den internen Konkurrenzkampf verbessern. Aber dieser Konkurrenzkampf scheint sehr fair stattzufinden und bringt das Team als Ganzes weiter, aber auch jeden einzelnen Spieler. Köllner „zaubert“ Spieler wie Knöferl oder Belkahia aus dem Hut, die entscheidenden Anteil an den Erfolgen und der guten Lage der Löwen der letzten Wochen haben. Ich bin mir sicher, dass er hinter den Kulissen Talente wie Gresler, Lang, Mannhardt und andere weiterentwickelt und diese zu gegebener Zeit bringen wird. Und sie werden überzeugen, da bin ich mir sicher.

Weiter auf Wolke 7?

Naja, zurück zum Hier und Jetzt. Jetzt also wieder Wolke 7, die Lage der Löwen ist super. Falls wir am Sonntag nicht gegen Zwickau gewinnen, sind wir wahrscheinlich wieder gefühlt kurz vorm Abstieg… Diese emotionale Berg- und Talfahrt ist einfach ein Bestandteil unserer Löwen-DNA. Wir sind heißblütige Fans, wir wünschen uns so sehr, dass die Mannschaft Erfolg hat und uns schmerzt es brutal, wenn sie ihn nicht hat. Da müssen wir an uns arbeiten und etwas relaxter werden. Aber dann wären wir wahrscheinlich nicht mehr 1860. Es geht nicht einfach immer steil nach oben. Es gibt immer wieder kleine Rückschläge, wie beim Bitcoin oder der Tesla-Aktie. Aber unsere Tendenz geht ganz klar nach oben. Und ich glaube, sie könnte am Ende reichen, um eine Liga weiter nach oben zu kommen.Wir werden sicher bis zum Ende oben mitmischen.

Auf jeden Fall fehlt mir so sehr, im Stadion zu stehen und diese Mannschaft anzufeuern und ihr etwas zurückzugeben, für diese tollen Leistungen, mit denen sie uns so glücklich macht. Während einer Ehrenrunde durch unser Stadion würde ich ihr gerne ein „Löwen, wir sind stolz auf Euch“ entgegenschmettern und dann nachher aus den Stadionlautsprechern unsere inoffizielle Rückrundenhymne vernehmen!

 

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ich möchte mich bei Michael Köllner und seinem Trainerteam bedanken.