Und schon wieder so ein Spiel wie gegen Uerdingen. Es fällt einem wieder sehr schwer zu sagen, ob der Punkt ein Erfolg oder eher ein Misserfolg ist.

Positiv ist sicher zu vermerken, dass der SC Verl eine sehr spielstarke Mannschaft ist, die aktuell noch dazu gut in Form ist. Vergessen wir nicht, dass Verl zwei Spiele weniger auf dem Konto hat und nur zwei Punkte hinter uns in der Tabelle liegt. Bei gleicher Anzahl von Spielen stünden sie wahrscheinlich vor uns. Gegen eine solche Mannschaft auswärts einen Punkt zu holen, ist sicher aller Ehren wert. Wenn Verl die Saison auf diesem Level weiterspielen kann, werden dort sicher noch einige Teams Punkte liegen lassen. Wir haben immerhin einen Zähler mitgenommen. Den Stimmen, die den SC Verl aufgrund seines vielleicht nicht ganz so wohlklingenden Namens für Fallobst der dritten Liga halten, ist hoffentlich klar geworden, dass das eine gewachsene Mannschaft ist, die für die 3. Liga einen sehr fein strukturierten Fußball spielt. Im Gegensatz zu manch anderem Team mit großem Namen, man schaue nur in den Tabellenkeller.

Leider gibt es auch einige Dinge, die auf der Negativseite eingetragen werden müssen. Am augenscheinlichsten war die Phase nach dem Treffer der Löwen. War das Spiel vorher ausgeglichen und Chancen eher Mangelware, sorgte das Tor der Löwen für einen Leistungsschub beim Gegner. Verl wirkte wie aus einem Schlaf erweckt, übernahm die Spielkontrolle und baute bis zur Halbzeit permanenten Druck auf das Tor von Marco Hiller auf. Die Löwen konnten sich glücklich schätzen, dass den Westfalen vor der Pause „nur“ der Ausgleich gelang. Schade, dass das Führungstor den Löwen nicht mehr Sicherheit im Spiel verlieh. Ich denke, darüber wird sich auch Michael Köllner den Kopf zerbrechen.

Schade war auch, dass Sechzig der Lucky Punch in der Schlussphase nicht gelingen wollte. Die zwei einzigen nennenswerten Offensivaktionen in der zweiten Hälfte hätten beinahe zu Toren geführt. Brüseke und die Latte retteten den Verlern den Punkt. Ein Sieg wäre sicher sehr glücklich gewesen, aber wir hätten die zwei Punkte mehr schon gerne mitgenommen. Am Ende fragt niemand mehr und ein bisserl Glück würde der jungen Mannschaft sicher auch guttun und für weiteres Selbstvertrauen sorgen. Mit etwas mehr Killerinstinkt hätte schon ein Sieg rausspringen können…

So bleibt ein Unentschieden bei einem starken Gegner, aber die Pessimisten können anführen, dass seit der Gala gegen Halle jetzt schon drei Mal in Folge nicht gewonnen wurde. Der Boulevard und andere Elemente könnten eine Ergebniskrise herbeischreiben. So weit wollen wir nicht gehen, aber vom vom Trainer selbst ausgegebenen Ziel, in der englischen Woche neun Punkte holen zu wollen, sind wir doch ein Stück weit entfernt. Durch die Ergebnisse am gestrigen Abend liegen wir nach wie vor auf dem hervorragenden vierten Rang. Die etwas „schiefe“ Tabelle hat aber aktuell nicht die allerletzte Aussagekraft.

Nach dem guten Start in die Saison und den sehr ansehnlichen spielerischen Darbietungen der Löwen ist die Erwartungshaltung im Umfeld der Grünwalder Straße naturgemäß wieder in luftige Höhen geschnellt. Ich möchte festhalten, dass wir nach wie vor in einer sehr guten Ausgangsposition stehen. Wahrscheinlich etwas besser, als wir das alle vor Saisonbeginn erwartet hätten. Es wäre schade, wenn wir jetzt etwas den Anschluss nach oben verlieren, nur zu gern würden wir bis zum Ende der Saison im Kampf um den Aufstieg mitmischen. Andererseits war es nie das ausgegebene Ziel, diese Saison schon den Aufstieg anzupeilen. Das Spiel gegen Türkgücü am Samstag wird Aufschluss darüber geben, ob wir weiter ganz oben dranbleiben. Ich denke, Türkgücü sollte uns aufgrund seiner offensiv ausgelegten Spielweise wieder liegen und ein Sieg ist durchaus möglich. Dann sind wir wieder oben dran, von Krise sollte dann keine Rede mehr sein und die Erwartungshaltung erklimmt sicher noch luftigere Höhen. Und wenn wir verlieren, werden einige das Abstiegsgespenst herbeizitieren. Der übliche Giesinger Wahnsinn also!

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mir wird im Moment viel zu viel schlecht geredet. wir haben einen insgesamt klasse saisonstart. ein durchhänger ist normal.
die jungen müssen sich auch erst an das niveau im herrenbereich gewöhnen. djayo hat angedeutet, was er kann.