Au! Das war ein Schlag in die Magengrube, den ich so nicht erwartet hatte. Und der tut richtig weh. Aber so richtig. Auaaaa! An den löwenstarken Auftritt in Magdeburg, bei dem vor allem die Mannschaft der Star war, konnte gestern nicht angeknüpft werden. Ich hatte zwar mit einem schweren Spiel gerechnet, denn die Zwickauer Auswärtsbilanz ist mehr als gut. Bei uns fehlt in dieser Saison zu Hause der letzte Punch ohne die Zuschauer, habe ich den Eindruck. Dennoch bin ich davon ausgegangen, dass es zu einem Sieg gegen die Schwäne reichen müsste. Wir waren eigentlich in guter Form, Mölders war wieder mit von der Partie, mit Keanu Staude eine neue Offensivkraft verpflichtet, die noch mehr Optionen gegen tiefstehenden Gegner ermöglichen soll (aber noch nicht im Kader stand), und seit dem 05.12.2020 ungeschlagen. Da standen doch alle Vorzeichen auf Sieg. Die Lage der Löwen nach der Niederlage gegen Zwickau ist nun nicht mehr ganz so rosig.

Furiose erste Hälfte

Zu Beginn knüpften die Löwen auch nahtlos an den grandiosen Auftritt von Magdeburg an. Die Löwen setzten sofort auf Attacke und ließen Angriff auf Angriff auf das Tor der Zwickauer laufen. Zur tragischen Figur der ersten Hälfte entwickelte sich Stefan Lex, der fünf hochkarätige Chancen liegen ließ. Am nächsten kam er dem Ziel in der 20. Minute, als er die Latte traf. Die Löwen spielten gnadenlos Pässe in die Schnittstellen der sächsischen Viererkette, die den schnellen Stefan Lex in eine gute Abschlussposition brachten. Leider landete er nur selbst ein Mal im Tor (wie auf unserem Beitragsbild zu sehen) und kein von ihm getretener Ball. Auch Biankadi und Dressel hatten mit Fernschüssen kein Glück. Das war wirklich eine tolle erste Hälfte, sehr schön anzusehen! Was die Löwen in den Sand und die letzten verbliebenen Grashalme des Städtischen Sandkastens an der Grünwalder Straße zauberten, hatte Hand und Fuß. Besonders in der Viertelstunde vor der Halbzeit wurde Zwickau regelrecht in der eigenen Hälfte eingeschnürt. Es fehlte lediglich das erlösende 1:0.

Den Faden verloren in Halbzeit zwei

Was auch immer Joe Enochs seiner Mannschaft in der Halbzeit gesagt hat, es muss gut gewesen sein. Sehr gut sogar. Zwickau kam aggressiver aus der Kabine und begann nun höher zu pressen und die Löwen bereits am eigenen Sechzehner zu attackieren. Das schmeckte dem Löwen, der den Schwan wohl schon erlegt geglaubt hatte und nur den finalen Biss vergessen hatte, überhaupt nicht. Die Löwen verloren zunehmend die Struktur im Spiel und kamen kaum noch gefährlich vor das Zwickauer Tor. Zwickau nutzte dann in der 65. Minute seine einzige wirklich Chance im ganzen Spiel. Bei einem Angriff über links schoss Coskun gefährlich aus spitzem Winkel. Hiller konnte den Ball nur noch in die Mitte abklatschen lassen, wo Schröter mutterseelenallein im Giesinger Sand stand und den Ball nur noch über Linie bugsieren musste. Danach agierte Zwickau sehr zielstrebig in der Verteidigung des knappen Vorsprungs und Sechzig fehlten mal wieder die Ideen, die Zwickauer Abwehr aus den Angeln zu heben. Wobei die Zwickauer den Spielaufbau von 1860 sehr geschickt im Mittelfeld unterbanden und so eigentlich keine nennenswerte Ausgleichschance mehr zuließen. Die detaillierte Analyse dazu gibt es dann wieder von Bernd Winninger in der TAKTIKTAFEL.

Was bedeutet diese Niederlage?

Zunächst mal – so ganz isoliert betrachtet – war das eine unglaublich ärgerliche Niederlage. In der ersten Hälfte muss der TSV nach diesen Chancen mindestens 1:0 oder 2:0 führen. Stefan Lex wird in Erding sitzen und sich in den Allerwertesten beißen. Da bin ich mir sicher. Es gibt niemanden, der sich über die vergebenen Chancen mehr ärgert als er selbst. Insgesamt hat sich die Lage der Löwen nach der Niederlage gegen Zwickau natürlich nicht verbessert. Dresden bleibt Tabellenführer, ohne überhaupt gespielt zu haben. Ingolstadt zieht mit dem zu erwartenden Sieg bei den taumelnden Hachingern an uns vorbei. Selbst Hansa Rostock bleibt dran, ohne gespielt zu haben. Und Verl kommt auch von hinten wieder näher.

Dieser Schlag in die Magengrube der Aufstiegsambitionen tut weh… Ich habe es eingangs erwähnt. Aber wie immer im Leben: Wer sich von Schlägen am Besten erholt, wird am Ende Erfolg haben. Keine Saison läuft ohne Rückschläge ab, das habe ich ja bereits dargestellt. Jetzt geht es also drum, sich so schnell wie möglich zu berappeln und wieder aufzustehen. Eins ist klar: Viele derartige Rückschläge dürfen es bis Saisonende nicht mehr sein. Ich glaube, die Mannschaft hat so viel Charakter, sich von diesem Schlag zu erholen und die verschenkten Punkte wieder zu holen. Los geht’s am Samstag in Lübeck. Auf geht’s Löwen, schlagt zurück!

2 KOMMENTARE

  1. und warum schaffen wir es nicht mehr in den letzten Heimspielen Meppen oder gestern Tempo zu gehen? ich verlang das nicht über 90 Minuten, aber das war leider viel zu wenig.

  2. etwas kritisch von mir geschrieben: war die erste Halbzeit wirklich so gut? überlegen ja und gute Chancen ja vielleicht eine aber wirklich hundertprozentige gut das mit der latte war pech und schade. dann muss man sich schon auch fragen: der gäste-trainer reagiert gut okay und was macht michael Köllner? wie langsam wir gespielt haben ohne Tempo scheiss quergeschiebe von der Mittellinie zurück zu Marco was ist das? bis wir über die Mittellinie kamen. warum tauscht man bei Rückstand Erdmann gegen Belkahia? erdmann war mächtig sauer. warum wechselt man bei fünf Möglichkeiten erst zehn Minuten vor Schluss, Michael Köllner? warum reagiert man nicht schon auf die Umstellung des Trainers der Gäste kurz nach der Halbzeit? war es nicht ein Fehler Tallig auf die Bank zu setzen? am Mittwoch fand ich hat er eine gute Leistung gezeigt.

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