Am 05.05.1965 regnete es in Zürich in Strömen. Gut 10.000 Löwenfans waren in den Letzigrund gepilgert, um ihre Mannschaft im Entscheidungsspiel des Halbfinals im Europapokal der Pokalsieger gegen den AC Turin zu unterstützen. Petar Radenkovic machte eins seiner besten Spiele für den TSV 1860, die Löwen gewannen mit 2:0 und qualifizierten sich für das Finale in Wembley.

Im Regen von Zürich

Eine gute Woche zuvor hatte der TSV 1860 die Gäste aus Norditalien vor über 33.000 Zuschauern im Grünwalder Stadion mit 3:1 besiegt. Nach dem 0:2 im Hinspiel mussten die beiden Teams also erneut die Klingen kreuzen und zwar auf neutralem Platz. Und was eignet sich bei Neutralität besser als die Schweiz?

Über 10.000 Fans begleiteten die Löwen per Auto, Bahn, Bus und sonstwie nach Zürich und auch aus Turin waren wahre Menschenmassen angereist. Trainer Max Merkel beschrieb das Szenario in seinem Buch “Mit Zuckerbrot und Peitsche” etwas martialisch so:

“München war aufgebrochen, eine Fußballschlacht zu gewinnen. Als die 10.000 Schlachtenbummler in Zürich eintrafen, empfing sie strömender Regen, aber trotzdem musste es den Schweizern so vorgekommen sein, als sei der Krieg ausgebrochen.”

Rebele trifft für den TSV 1860

Merkel stellte seine Mannschaft an diesem Mittwoch Abend im Letzigrund perfekt auf den Gegner ein. Die Löwen gingen von Anfang an ein hohes Tempo und drückten den AC Turin in die Defensive, doch ein Tor wollte bis zur Pause nicht gelingen.

Auch nach dem Seitenwechsel agierte Sechzig mit unverminderter Wucht. Der starke Otto Luttrop beackerte das tiefe Geläuf und Wilfried Kohlars hielt den besten Italiener, Gigi Meroni, unter Kontrolle. In der 59. Minute fasste sich dann Linksaußen Hans Rebele ein Herz, zog aus halblinker Position ab und traf zum 1:0 für 1860. Das Finale war nun greifbar nah!

Sternstunde von Radenkovic

Das Gegentor weckte die Turiner jedoch auf und nun stürmten sie vehement auf den Kasten von Petar Radenkovic – doch der Radi war unüberwindbar! Max Merkel erinnert sich:

“Meroni ließ einen Fetzen von Schuss los. Als der unterwegs war, dachte ich mir: aus ist’s mit unserem Sieg. Fünf Minuten noch bis zum Ende und nun ein solcher Hammer!

Da flog der Radi durch die Luft und hat ihn herausgezerrt. Es war die beste Leistung, die ich je von dem langen Jugoslawen gesehen habe. An diesem Regenabend in Zürich hat uns der Radi nach Wembley gebracht!”

TSV 1860 erreicht Finale im Europapokal

Das Tor fiel dann auf der anderen Seite: Peter Grosser wurde im Strafraum gefoult und der Schweizer Schiedsrichter Othmar Huber entschied auf Elfmeter für die Löwen. Otto Luttrop ließ sich nicht zweimal bitten und verwandelte sicher zum 2:0-Endstand. Das Finale im Europapokal der Pokalsieger 1965 lautete also West Ham United gegen TSV 1860 München!

Die Aufstellung der Löwen

Trainer Max Merkel schickte am 05.05.1965 folgendes Team auf den Rasen des Züricher Letzigrunds:

Radenkovic – Wagner, Kohlars – Bena, Reich, Luttrop – Heiß, Küppers, Brunnenmeier, Grosser, Rebele

Tore:
1:0 Rebele (59.), 2:0 Luttrop (90., Foulelfmeter)

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