Neustart? Wiederauferstehung? Wie auch immer: Ein denkwürdiger Abend!

Vier Jahre sind schon wieder vergangen, seit jenem sommerlichen Donnerstag Abend Mitte Juli 2017, den viele Löwenfans niemals vergessen werden. Aufregende Zeiten hatte die Löwenfamilie wieder einmal hinter sich gebracht. Nach der sportlichen Bankrotterklärung in der Relegation gegen Jahn Regensburg und dem verdienten Abstieg aus der 2. Bundesliga und einer dann sehr berühmt gewordenen SMS, die nur die Zahl “4” enthielt, hieß es für den TSV 1860: Neustart in der viertklassigen Regionalliga Bayern. Da die Löwen natürlich das große Zugpferd der Liga darstellten, entschied der Bayerische Fußballverband den feierlichen Ligaauftakt bei deren erster Partie zu begehen. Und diese legten die Terminplaner nach Memmingen.

Run auf die Tickets

Die 5.000 Tickets, die für das Spiel angeboten werden konnten, waren natürlich in kürzester Zeit vergriffen. Und gleichwohl auch die Anhänger des gastgebenden FCM der Partie entgegenfieberten, drückte der überwiegende Teil der glücklichen, die letztlich eine Karte ergattert hatten, den Löwen die Daumen. Zu den vielen rührenden Geschichten und Anekdoten dieser ganzen Regionalligaspielzeit gehört auch jene von Memmingens Zeugwart Aggi Schmidbauer, für den der 13. Juli 2017 ein ganz besonderer Tag war: Als glühender Löwenfan musste er an diesem Abend seinem Vereinspräsidenten gestehen, der gegnerischen Mannschaft die Daumen zu drücken.

Fest in weiß-blauer Hand: Die Gegengerade in der Memminger Fußball-Arena

Fanszene mit Plakataktion & Choreo

Aufbruchstimmung ist das Wort, dass die Gefühlslage rund um das Spiel in Memmingen bei den allermeisten Löwenfans am besten beschreibt. Der Ärger über den Doppelabstieg und seine Begleiterscheinungen sechs Wochen zuvor war der Neugier darauf gewichen, was da auf Sechzig zukommen sollte. Ganz vergessen war die jüngste Vergangenheit aber natürlich nicht: Mit einer Plakataktion unter dem Motto “EV STÄRKEN” trat die organisierte Fanszene in Erscheinung und mobilisierte die Mitglieder für die genau zehn Tage später angesetzte Mitgliederversammlung. Außerdem wurde zur Choreo im Gästeblock hinter dem Tor erstmalig ein sehr wichtiger Satz aus dem Sechzgermarsch als Zaunfahne präsentiert, der seither die Aktivitäten der Fanszene begleitet: MEIN VEREIN FÜR ALLE ZEIT…

Eines der Plakate, mit welchen die aktive Fanszene für die Mitgliederversammlung mobilisierte

FC Memmingen hilft unfreiwillig bei der perfekten Inszenierung

Der Spielverlauf passte an diesem Abend zur ganzen Inszenierung: In der 11. Minute erzielte Christian Köppel das sehenswerte 1:0 – erstmals herrschte Extase in weiß und blau. Den Köppi, der damit das erste von insgesamt 87 Regionalligatoren für 1860 erzielte, kann man guten Gewissens als eine der Symbolfiguren dieser Saison der Rückbesinnung auf alte Löwentugenden bezeichnen. Fünf Minuten nach der Pause erhöhte Nico Karger auf 2:0. Weitere 22 Minuten später durfte sich Rückkehrer Timo Gebhart in die Torschützenliste eintragen. Für den gebürtigen Memminger garantiert ein unvergesslicher Moment. Den Schlusspunkt setzte – nach dem Ehrentreffer des FCM – in der Nachspielzeit Nico Helmbrecht. Auf der Anzeigetafel stand ein souveränes 1:4 bei einem Gegner, der eigentlich nicht zur Laufkundschaft dieser Regionalligasaison gehören sollte – am Ende dann aber doch nur ganz knapp dem Abstieg in die Bayernliga entrann.

Schlussphase: Eckball für die Löwen direkt vor dem harten Kern der Anhänger

Vor Augen: Rückkehr ins Sechzgerstadion

Schon am Tag vor dem Ligaauftakt in Memmingen hatte der TSV 1860 bereits vermelden können, seine Heimspiele zukünftig nie mehr in der ungeliebten Arena in Frötmanning austragen zu müssen, sondern ins Stadion an der Grünwalder Straße zurückzukehren. So freuten sich die Besucher des Spiels in Memmingen direkt nach Abpfiff schon auf das nächste anstehende Highlight: Das weiß-blaue Comeback in Giesing nur acht Tage später. Alle an diesem Abend Beteiligten wussten: Sechzig lebt! Und Sechzig wird immer leben!

Gemeinsame ausgelassene Freude: Der Saisonauftakt ist gelungen!

Die Aufstellung der Löwen am 13. Juli 2017:
1 Hiller – 26 Jacob (70. 2 Weeger), 4 Weber (C), 6 Mauersberger, 11 Köppel – 17 Wein, 5 Andermatt, 10 Gebhart (83. 22 Berzel) – 16 Kindsvater (73. 23 Helmbrecht), 9 Mölders, 18 Karger
Trainer: Bierofka

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