In seinem Gastkommentar beschäftigt sich Bene Niedergünzel mit der Chance für die Stadt München in der Zukunft wieder einmal Olympische Spiele auszurichten. Und mit den Chancen dieser Pläne für das Sechzgerstadion.
Abendzeitung-Lokalchef Felix Müller hat im Blatt den Olympia-Wahlkampf Münchens als „hochriskanten Tiefschlaf“ bezeichnet. Und tatsächlich: Wenn die Landeshauptstadt die Ausrichtung Olympischer Spiele ernsthaft ins Auge fasst, dann darf sie es nicht verschlafen, die Menschen mitzunehmen und eine echte Vision zu entwickeln. Und genau hier liegt auch eine Chance für uns Löwen und für das Grünwalder Stadion.
Olympia hat München schon einmal verändert
1972 hat die Stadt bewiesen, dass sie Großes stemmen kann: Der Ausbau des U- und S-Bahn-Netzes, das Olympiastadion, ja der ganze Olympiapark – bis heute ist das alles keine „Ruine“, sondern pulsierendes Herzstück Münchens. Millionen Besucherinnen und Besucher nutzen die Anlagen am Oberwiesenfeld jährlich, Konzerte und Sportfeste machen den Olympiapark zu einer der erfolgreichsten Nachnutzungen weltweit. Anders als in Athen, Rio oder Peking sind die Spuren in München nicht Mahnmale, sondern – auch über fünfzig Jahre später – lebendige Orte.
München ist begeisterungsfähig
Die Leichtathletik-EM 2022 hat – neben so vielen anderen Veranstaltungen der letzten Jahre – gezeigt, dass München Lust auf große Sportereignisse – auch oder insbesondere jenseits des Fußballs – hat: Volle Ränge, eine ausgelassene Stimmung im Olympiastadion, beste Bilder für Europa. Auch der jährliche Stadtmarathon, die European Championships oder die vielen Sportfeste im Dantestadion ziehen stets Tausende an. Die Münchnerinnen und Münchner lassen sich mitreißen – wenn die Veranstaltung stimmt und authentisch ist.
Grünwalder Stadion: Jetzt den nächsten Schritt gehen
Das Sechzger ist in den Plänen für Olympia bereits als Rugby-Spielstätte gesetzt. Aber warum bei 15.000 Plätzen aufhören? Wir Löwen sollten den Ausbau auf 25.000 Zuschauer fordern! Olympia wäre der ideale Anlass, endlich den nächsten Schritt zu gehen: modernisieren, vergrößern, genehmigen – und zwar schneller, als es sonst in München möglich wäre.
Rugby-Löwe im Sechzger bei Olympia…
Noch schöner: Seit kurzem gibt es beim TSV 1860 auch wieder eine Rugby-Abteilung. Stellt euch vor, ein Spieler aus unserer eigenen Sparte läuft im Sechzgerstadion im deutschen Trikot bei Olympia auf. Gänsehaut pur! Genau solche Geschichten machen Olympia lebendig und würden dem Sechzger noch mehr Bedeutung geben.
Nachhaltigkeit statt Sportswashing
Ja, man muss natürlich kritisch sein und bleiben: Die großen Verbände wie IOC oder FIFA stehen für vieles, was in der Sportwelt komplett schief läuft – Intransparenz, Gigantismus, Sportswashing… Aber gerade deshalb ist es so wichtig, dass Städte wie München ein Gegenmodell entwickeln und als realisitische Perspektive aufzeigen: Spiele, die bestehende Stadien nutzen, mit kurzen Wegen und einer nachhaltigen Infrastruktur. Keine weißen Elefanten, sondern Arenen mit Tradition, Kultur und Zukunft.
Chance für München und Chance für Sechzig
Olympia in München kann ein Gewinn sein – für die Stadt, für den Sport, für die Löwen. Während andere Länder die Spiele nur als PR-Show missbrauchen, könnten wir zeigen, wie es besser geht: bürgernah, nachhaltig, mit echter Begeisterung. Das Grünwalder Stadion spielt dabei eine Schlüsselrolle. Es ist Kult, es ist mitten in der Stadt, es steht für Emotion und Authentizität.
1860-Fans sind Bürger dieser Stadt
Und eines muss die Stadt begreifen: Wenn sie die Münchnerinnen und Münchner überzeugen will, dann darf sie die Fans des TSV 1860 nicht ignorieren. Das leichteste Mittel, sie ins Boot zu holen, ist ein zeitgemäßer Ausbau des Grünwalder Stadions – mit einer Kapazität, die zukunftsfähig ist. Die Zeit von Arenen außerhalb der Stadt, die wie ein Baumarkt oder Discounter am Rand herumstehen, ist vorbei. Die Menschen wollen Stadien in der Stadt, lebendig, erreichbar, Teil des Viertels. Genau das ist das Sechzger!
Also: Nicht weiter im Tiefschlaf versinken. Sondern mutig sagen: Ja zu Olympia im Grünwalder! Ja zum Ausbau auf 25.000! Ja zu Spielen, die München wieder ein Stück weiterbringen.











Olympia kann auch richtig schiefgehen – Athen oder Rio sind die besten Beispiele dafür: verfallene Anlagen, leerstehende Dörfer, Milliarden verpufft. Aber es gibt eben auch die andere Seite: In München 1972 ist Wohnraum entstanden, der bis heute von tausenden Menschen genutzt wird, der Olympiapark ist ein lebendiger Hotspot. Barcelona hat mit Olympia gleich ein ganzes Hafenviertel neu erfunden, London hat aus dem Athletendorf ein Wohnviertel gemacht, Vancouver und Tokio haben ebenfalls Quartiere geschaffen, die bis heute bewohnt sind. Heißt: Olympia kann ein echter Motor für Stadt und Wohnraum sein – oder ein teurer Flop. Am Ende steht und fällt alles mit dem Konzept und dem Willen, es nachhaltig zu machen. Und das ist halt das Problem an der jetzigen Nicht-Kampagne: Es soll in zwei Monaten über etwas abgestimmt werden, über was noch quasi nichts bekannt ist. Das werfe ich der Stadt vor. Die anderen Bewerber lassen irgendwann im nächsten Jahr abstimmen und haben dadurch viel mehr Zeit nachhaltige Konzepte auszuarbeiten. Hier wird die Abstimmung übers Knie gebrochen und nicht mit den Bewohnern kommuniziert.
Die Stadt München hat natürlich größtes Interesse daran, dass das Olympia-Rugby-Stadion – das für teuer Geld umgebaut wird – nachhaltig erfolgreich für Sportveranstaltungen genutzt wird.
Wir dürfen halt nicht verpennen, in den Umbauplanungen auch mitreden zu dürfen.
Wann fanden denn die letzten Olympischen Spiele statt, von denen die Mehrheit der Bevölkerung der ausrichtenden Stadt profitiert hat? Vielleicht kann mir jemand auf die Sprünge helfen.
Paris 2024
Olympiabewerbung ja oder nein, für unseren TSV 1860 mit 27 000 Mitgliedern, Zehntausenden treuen Fans braucht es davon losgelöst endlich den beschlossenen Stadionumbau für jede Liga!
25 000 Kapazität wäre traumhaft und realisierbar ( wenn auch ungleich teuerer als die bereits genehmigten 77 Mio. des Stadtrats) und genau hier muss Verein mit KGaA und seiner geballten potenziellen Wählerschaft als Pfrund ansetzen und besser verhandeln als zuletzt.
Auch 1860 als Münchener Kulturgut und wieder aufstrebender Profiklub bedarf der Unterstützung durch die Stadt und schnell eine zeitliche Fixierung dazu. Eine großartige gemeinsame Chance mit der Stadt wäre ggf. auch die Nutzung des ab 2028 fertig sanierten Oly in der Bauphase des NEUEN SECHZGER sowie danach in einer 13+4 Lösung wie 1994/95.
Ja, dies (ab 2. Liga 13+4) wäre auch meine absolute Lieblingslösung. Übrigens wurde auch 2004/05 ohne Probleme zwischen Sechzger und Oly gewechselt.Das bisher letzte Heimspiel im Oly war ein 0-0 gegen Köln im Frühling 2005.
“…sowie danach in einer 13+4 Lösung wie 1994/95.” Wer das verlangt, wird auf ewig im Oly enden. Hundertprozentig!
Vor allem, möchte man bei Spielen, den Heimvorteil Giesing herschenken? Außerdem wird im Leben das Olympiastadion nicht vollflächig überdacht werden, also scheidet es für die zweite Liga sowieso aus.
Deshalb ist “13+4” keine Lösung, sondern eine unheilverkündende Warnung.
Vielleicht gehe ich auf diesen Punkt nochmal ein und versuche es ein wenig deutlicher darzustellen:
Bis vor wenigen Wochen gab es durch die Stadt eine klare Meinung: Bei der Kapazität ist bei 18.000 Schluss und außerdem ist ein Ausbau sowieso zu teuer.
Mit der Bewerbung für Olympia, den Nennung des Sechzgerstadions als Rugbystadion und die Gier nach der Sportmilliarde hat sich das Verhalten der Stadt geändert: Es wird jetzt, 9 Wochen vor dem Bürgerentscheid, und ein halbes Jahr vor der Kommunalwahl NIEMAND mehr öffentlich erläutern, dass 25.000 nicht möglich wären und dass der Ausbau zu teuer sei.
Im Gegenteil: Jedem ist zu 100% klar, dass Olympia in einem Sechzgerstadion, wie es jetzt da steht, absolut unrealistisch ist.
Hinzu kommt: Der FC Bayern hat von der Vergabe der WM (und EM, NationsLeague und CL) massiv profitiert. Nun ist 1860 mal am Zug.
Hinzu kommt: In der Stadtverwaltung ist jedem klar, dass das “Problem” Sechzgerstadion gelöst werden muss.
Was brauchen wir bei 1860 München: Wir brauchen eine Zusage der Stadt, dass 25.000 Plätze, eine Projektgesellschaft, die Vollüberdachung und der bundesligataugliche Ausbau möglich ist.
Was braucht die Stadt von 1860 München: Die Unterstützung für die Olympiabewerbung. Denn wir Anhänger von 1860 München haben der Stadt schon zweimal eine Olympiabewerbung versaut. Das vergessen die nicht, deshalb hofieren sie uns.
Ich würde das eine klassische win-win-Situation nennen!
So, sollte die Stadt München vom NOK den Zuschlag bekommen, sich für die olympischen Spiele zu bewerben, dann fließt die Sportmilliarde der Nürnberg-Koalition. Das Geld fließt nicht erst 2036 oder 2040, sondern während dieser Legislaturperiode bis 2029.
Unabhängig davon, ob München jemals wieder olympische Spiele ausrichten wird, haben wir jetzt die Chance, von der Stadt die Zusage über die oben genannten Punkte einzufordern. Und diese Forderungen müssen auch ohne Olympia umsetzbar sein, denn was mit Olympia geht, geht rechtlich auch ohne Olympia.
Deine emotionale Forderung, man solle sich doch nun endlich “olympiaunabhängig” zum Sechzgerstadion bekennen, ist nett. Aber unabhängig von Olympia und 5 Monate vor der Kommunalwahl wird sich niemand mehr aus dem Fenster lehnen, sondern jeder nur auf den Bürgerentscheid verweisen.
Und genau deshalb ist es absolut notwendig, zur Zustimmung zum Bürgerentscheid die richtigen Zusagen der Stadt zu erhalten.
Eigentlich müssten wir seit Wochen deutlich lauter unsere Forderungen kommunizieren. Aber ich halte es da wie Felix Müller von der AZ und der Gastkommentator: Das Engagement ist viel zu leise. Und wir verschlafen die Möglichkeiten, die uns dieser Bürgerentscheid gibt, gerade komplett.
Einzig Gernot Mang prescht immer wieder vor, aber das kann er halt auch erst seit der MV machen.
Ich glaub, dass der Zug schon abgefahren ist. Die Stadt hätte schon längst ein brutales Konzept mit den Bürgern erstellen müssen und darüber mit vielen Infoständen in der innenstadt schon für alle Fragen zur Verfügung stellen müssen.
So werden wie immer nur die Gegner abstimmen gehen und die Bewerbung abgelehnt werden.
Ich lese hier das alle Rugby ausverkauft waren in Frankreich. Was auch logisch ist. Rugby ist in Frankreich im gewissen Regionen sogar Sportart Nummer 1 zu Kraiburgers kommentar weit vor Fussball. Übrigens auch in Paris beim grossen PSG mit Stade francais und Racing Metro ( Racing 92). Also kein Wunder.
Mit 25 000 hat man locker eine Chance die Spiele zu bekommen.
Man merkt das hier keiner Rugby verfolgt. An den Olympischen Spielen wird seven Rugby gespielt. Also die Variante die in der Rugby Welt 0,00 interesslert. Wäre anders bei den Varianten Rugby Union oder Rugby League.
Wegen 7er Rugby reisen keine Rugbyfans an. Das würde dann das normale Olympische Publikum fühlen. Also sollten 25 000 locker reichen.
Wobei ich mir überlege: ich kenne zwar keine statistischen Erhebungen darüber, woher die jeweils 69.000 Besucher in Paris waren, bezweifel aber dass es allesamt Pariser waren.
Wenn jemand für ein olympisches 7er-Rugby-Spiel bis nach Paris fährt, dann fährt derjenige auch bis nach München. Insofern glaub ich nicht, dass das Interesse in Deutschland hier so deutlich niedriger ist als im Nachbarland.
Wo wurden in Paris die Rugbyspiele ausgetragen?
Welche Zuschauerkapazität hat das Stadion?
Nationalstadion
Stade de France
69.000
Das könnte natürlich ein Problem werden.
25.000 Zuschauerplätze wären für die olympischen Rugbywettbewerbe zuwenig und 69.000 für Giesing zuviel.
Es gibt ja auch noch ein paar optionale Mannschaftssportarten, die auch ein Stadion benötigen, wie Softball, Cricket, Flag Football oder Lacrosse. Das wird man aber erst in ein paar Jahren wissen, ob diese olympisch bleiben.
Für Feldhockey ist ja auch der Hachinger Sportpark vorgeschlagen. Dass die damit die Chance hätten, in ihrer Stadiondiskussion der letzten Jahre irgendwas zu reparieren, haben sie noch überhaupt nicht gerafft.
Los Angeles lässt 2028 sein Rugbyturnier in einem 30.000er spielen.
Das ist nicht gut.
Eine Fanseite sollte nicht für einseitige Lobbyarbeit missbraucht werden.
Die heutigen Knebelverträge durch das IOC sind absolut negativ und wälzen sämtliche Kosten auf Land und Bürger… um sich im gegenzug Steuerfreiheit garantieren zu lassen. Es gibt genug Argumente gegen diesen Wahnsinn… ein Forum wie dieses ist hier nicht ausreichend.
Aber bitte: Keine Lobbyarbeit auf Fanseiten!!
Keine Sorge.
Dass München je wieder die Olympischen Spiele austragen wird, halte ich für ausgeschlossen. Im Vergleich zu Los Angeles, Riad oder der neuen ägyptischen Hauptstadt sind wir dazu viel zu kleine lichter.
Und trotzdem hat diese neue Nürnberg-Koalition diese ominöse Sportmillarde ausgerufen, die zum Ausbau von Sportstätten und der Olympiabewerbung genutzt werden soll.
Und ja mei: wenn diese Sportmillarde nach München fließen wird, dann soll da gefälligst auch was fürs Sechzgerstadion abfallen, so sehe ich das.
Und auch wenn München die Spiele nicht kriegt (wovon ich ausgehe), dann ist eine Aussage, dass in Giesing 25.000 möglich sind, ein totaler Pluspunkt
Ohne Dir zu Nahe treten zu wollen: Du hast aber schon gelesen, dass der Beitrag der Gast-Kommentar eines Löwenfans ist, der nicht Teil der sechzger.de-Redaktion ist, oder? Und dass ein solcher Kommentar eine subjektive Meinung darstellt, die dann hier zur – sachlichen – Diskussion steht, ist Dir geläufig? Da von “Lobby-Arbeit” zu sprechen, geht doch ein wenig an der Realität vorbei.
Du bist herzlich eingeladen, einen Gegen- oder Antwortkommentar zu diesem Artikel zu verfassen, den wir als pluralistische und offene Fan-Plattform dann gerne veröffentlichen. Einzig Voraussetzung ist ein respektvoller Umgang mit der Gegenposition und ein paar Mindeststandard, was Orthografie und Ausdruck anbelangt.
Sorry, aber wenn ihr diesen sehr einseitigen Kommentar auf eure Seite stellt, seid ihr schon mittendrin in der Lobbyarbeit. Oder habt ihr nicht gelesen was im Artikel steht? Da erscheint es doch sehr bequem zu behaupten, dass hätte nichts mit der Meinung der Redaktion zu tun. Und falls ich wirklich einen ausgewogenen Meinungsaustausch wünsche, warte ich einfach bis ich beide Seiten in einem Kommentar berücksichtigen kann. Ich habe mit diesem Ungleichgewicht kein großes Problem. Aber sich hier auf eine neutrale Redaktionsposition zurück zu ziehen empfinde ich als verlogen.
Wie heißt es so schön. Just my 5 Cents.
Ein Ungleichgewicht zugunsten des Sechzger-Ausbaus finde ich nicht verwerflich 😉
Ich betreibe Lobbyarbeit pro Ausbau Sechzgerstadion, korrekt. unentgeltlich. 😉
Die Vorgaben des IOC haben sich massiv positiv verändert. Es wird auf Mindestkapazitäten von Veranstaltungsorten usw. weitestgehend verzichtet. Daher wären in München (inkl. Augsburg Wildwasser und Kiel Segeln) quasi alle Anlagen vorhanden. Orte wie die Regattastrecke, der Eiskanal oder das Dantestadion (als Trainingsort) bekämen endlich eine zeitgemäße Sanierung. Klar ist das IOC kein Hort des Anstands. Aber letztlich bieten Spiele auch enorme Chancen auf Investitionen, die MünchnerInnen noch lange drüber hinaus zur Verfügung stünden. Das olympische Dorf in Daglfing wäre wohl das populärste Beispiel. Aber auch der Breitensport würde profitieren. Alleine schon durch das Upgrade von Trainings- und Wettkampfstätten. Eine davon wäre eben das Sechzger. Wenn dort 25.000 zugelassen werden sollen, dann definitiv nur mit dem Beschleuniger Olympia. Ich denke da sind wir uns einig. On top käme noch das Thema Infrastruktur/ÖPNV. Auch dieser Bereich könnte maximal profitieren. Teuer ist und wird München so oder so. Da brauchen wir uns nichts vormachen.
Dass die Vorgaben des IOC sich aber auch in die andere Richtung massiv verändert haben, ist dir ja auch bekannt?
Dass mittlerweile nicht mehr eine Abstimmung unter IOC-Mitgliedern zum Erfolg einer Bewerbung führt, sondern ein absolut intransparentes “Dialogverfahren”, ist mehr als umstritten.
Wie die Vergabe von Brisbane 2032 wirklich ablief, wissen nicht einmal die IOC-Mitglieder: Das würde unter Aussetzung einer Bewerbungsfrist schlichtweg von oben herab entschieden, ähnlich wie die FIFA-WM in Saudi-Arabien.
Wie so ein “Dialogverfahren” in Realität aussehen kann, sah man bei den olympischen Spielen in Paris: Es gab keine Kameraeinstellung von Thomas Bach gab, auf denen nicht auch mindestens 1 Mitglied der saudischen Königsfamilie zu sehen war. Wohin die Spiele 2036 gehen werden, ist also fast absehbar.
Als Mitspieler eines solchen “Dialogverfahrens” sehe ich die Vertreter der Stadt München nicht. Ich glaube nicht, dass Sportbürgermeisterin Verena Dietl befugt dazu ist, einen ausreichend großen Geldkoffer 2028 mit nach Los Angeles zu nehmen, um Kirsty Coventry irgendwie zu beeinflussen.
Ich mache mir da überhaupt keine Sorgen, dass München überhaupt ernstzunehmender Kandidat wird.
Beim Bürgerentscheid im Oktober geht es einfach darum, ob München dazu bereit ist die Sportmilliarde des Bundes abzugreifen. Mei, und da siegt mit Blick auf das Sechzgerstadion bei mir auch die Gier!
bei aller liebe: diese stadt braucht bezahlbaren wohnraum und kein olympia…
selbst als 60er fan lehne ich jedes sportliche großereignis ab…
Was hat jetzt das eine mit dem anderen zu tun? Bezahlbar ist ein sehr dehnbarer Begriff. So günstig wie in Schweinfurt, Aue oder ähnlichem wird es in München niemals sein.
steuergelder sollten in diesem fall für sozialen wohnungsbau verwendet werden, statt dem ioc in den rachen geworfen werden.
Das ehemalige Olympische Dorf beherbergt heute rund 6.000–7.000 Menschen. Warum soll sich das nicht ergänzen?
Kannst du hierzu noch die üblichen Mieten hinzufügen. Ich find da nur Kleinappartments mit qm-Preisen jenseits der 30€ Marke angeboten. Keine Ahnung ob München das tatsächlich braucht.
Ich kenne viele, die da in ihrer Studentenzeit gewohnt haben. 2000 Studierende werden da beherbergt. Platz, den es definitiv braucht.
Wenn neuer gemeinnütziger Wohnraum dadurch geschaffen wird (diese Auflage braucht es definitiv, die Wohnungen müssen in städtischer Hand bleiben), ist das ein Gewinn.
Ist ja geplant in Daglfing, übrigens schon länger. Nur stellen hat wie immer ein paar Leute ihre Partikularinteressen über das Allgemeinwohl. Dann dauert es halt ewig. Frag mich wie das damals gemacht haben, 1967 gab es den Zuschlag, fünf Jahre später war alles fertig.
Ich frage mich halt, warum es für diesen Gewinn die Olympischen Spiele in 15-20 Jahren braucht. Falls gewollt wäre dieser Wohnraum schon jetzt benötigt. Und zwar bezahlbar, und nicht jenseits der 30€/qm
Das variiert in der Tat sehr stark. Es gibt einen gewissen Anteil an Wohnungen die über Mr. Lodge oder vergleichbare Portale vermietet werden. Das kostet grundsätzlich mehr. Dann gibt es diese sehr einfachen Studentenzimmer, ein paar normale Mietwohnungen und ein guter Teil, gerade bei den größeren Wohnungen mit richtig gutem Balkon werden von Eigentümern selbst bewohnt und dann vererbt.
da hast du recht, aber ich könnte mir das momentan nicht leisten.
Drum kann das olympische Dorf mit anschließender Nutzung als Wohnraum eigentlich nicht schaden, oder?
Im April wird vom Nationalen olympischen Komitee entschieden, welche der 4 deutschen Bewerbungen als Austragungsort dem IOC vorgeschlagen werden soll.
München steht also in Konkurrenz zu Rhein/Ruhr, Hamburg und Berlin. Und deren vorgeschlagene Spielstätten für Rugby sind das Stadion des FC Köln mit 45.000 Plätzen, das neue Stadion von Holstein Kiel mit anvisierten 25.000 Plätzen und der im Umbau befindliche Ludwig-Jahn-Sportpark – Kapazität unbekannt.
Bei den olympischen Spielen in Paris waren alle Rugbyspiele ausnahmslos mit 69.000 Besuchern ausverkauft
Und wir brauchen uns nix vormachen: München braucht in die nationalen Konkurrrenz mit einem aktuellen Sechzgerstadion dich gar nicht eintreten, da gehen wir gnadenlos unter.
Eine Münchner Bewerbung hat nur eine Chance, wenn das Rugby Sechzgerstadion für mindestens 25.000 leute ausgebaut wird
Ansonsten müssen wir die Stadt vor sich selbst schützen und die Kampagne natürlich ablehnen, bevor noch mehr Geld sinnlos zum Fenster hinaus geworden wird.
Also: 25.000, dann gibt’s die Zustimmung!
So rosarot wie das hier geschildert wird, konnten selbst einigermaßen vernünftige Ausrichtungsstädte wie London und Paris das im Nachgang nicht wirklich bestätigen.
Und zum Sechzger. Was bringt es den Löwen, wenn sie dann in einem schicken modernen 12500 Rugby-Allseater mit Logen und allem drum und dran sitzen?
Volle Zustimmung. Ich befürchte aber, dass die Gegner besser mobilisieren werden, auch weil ja von Teilen der Grünen und von der ÖDP eine Angstkampagne initiiert wird.Als ob Mieten und Grundstückspreise nur wegen Olympia steigen würden. Der Hartman macht sich wohl Sorgen, dass sich in seinem Öko Schick Viertel etwas verändern könnte. Leider macht der doppelt rote Reiter das was er immer macht, schöne Dinge versprechen und dann abtauchen. Selbst wenn der Bürgerentscheid pro Olympia ausfallen sollte, bedeutet das ja nicht, dass München den Zuschlag bekommt. Unsere Heimat das GWS sollte unabhängig davon endlich vernünftig ausgebaut und dann in Erbpacht übernommen werden. Alles andere sind Hirngespinste ewiggestriger Relikte aus der Zeit des Hendlbraters.
ich weiß nicht ob ich dich richtig versteh, aber so will herr reiter wohl die sechzger fans animieren, ihn zu wählen um auf diese weise das grünwalder auszubauen. meiner meinung nach, sollte der ausbau unabhängig von diesem event geschehen…