Seit langer Zeit laufen Gespräche zwischen der Stadt München und dem TSV 1860. Gegenstand ist das Grünwalder Stadion – die Löwen hätten gerne eine niedrigere Miete. Doch ein Interview mit der Sport-Bürgermeisterin Verena Dietl offenbart nun das Gegenteil. Eine weitere Erhöhung der Kosten könnte das Ende für die Ausbaupläne bedeuten und den TSV 1860 vor ein großes Fragezeichen stellen.

Mehr statt weniger Miete – das Dilemma mit dem Grünwalder Stadion

Geschäftsführer Marc-Nicolai Pfeifer ist seit langem an einer Verbesserung der finanziellen Situation des TSV 1860 interessiert. Besonderes Optimierungspotential sieht der 41-Jährige beim Grünwalder Stadion und hat der Stadt München bereits eine lange Liste an sogenannten Marktunüblichkeiten zukommen lassen. Es gäbe nun “eine erste Auswertung” so Verena Dietl in einem Interview gegenüber der Süddeutschen Zeitung.

Ich habe gerade Nachbesserungen in Auftrag gegeben – im Sinne von 1860. Wir haben versprochen, dass wir alle Malusse anrechnen. Dafür hat das Bewertungsamt ein Berechnungssystem.

Wasser auf die Mühlen also von Marc-Nicolai Pfeifer – doch die positive Stimmung wird jäh durch die nächste Aussage von Verena Dietl getrübt, wenn nicht völlig zerstört. Günstiger wird es nämlich nicht – im Gegenteil. “Es könnte durchaus sein, dass die Gesamtkosten steigen” so Dietl weiter. Der Grund: bisher wurde der TSV 1860 an den Nebenkosten kaum beteiligt, was sich nun aufgrund der Einberechnung der Betriebskosten ändern soll. Die gestiegenen Energiekosten sind dabei noch nicht einmal berücksichtigt.

Verena Dietl (SPD)
Verena Dietl, 3. Bürgermeisterin der Stadt München

Quo vadis, Stadiondiskussion?

Die komplette Schuld für die Situation rund um das Grünwalder Stadion will sich Dietl allerdings nicht auf die Fahne schreiben. Schließlich müsse den Verantwortlichen klar gewesen sein, dass es keine VIP-Logen gebe. Auch die Anzahl an Sitz- und Stehplätzen war ihnen bekannt. Wieso allerdings genau jetzt nach den Forderungen von Pfeifer die Nebenkosten mit einberechnet werden, kann die dritte Bürgermeisterin nicht wirklich plausibel darlegen. Die Anfrage vom TSV 1860 München hat nach dem Stand der aktuellen Überprüfung das genaue Gegenteil ergeben – auch die anderen Mieter des Stadions müssen zukünftig wohl tiefer in die Tasche greifen.

Die Erhöhung der Kosten ist dabei unumgänglich, ein Schritt zurück nun nicht mehr möglich. Wie geht es also weiter in Sachen Grünwalder Stadion, wo sehen die Verantwortlichen die Zukunft der Löwen? In Giesing? Im Olympiastadion oder gar doch in einem Neubau? Antworten soll ein Gesprächstermin mit der Stadt liefern, der bereits vereinbart wurde. Bis Anfang nächsten Jahres muss der TSV 1860 München eine Entscheidung getroffen haben. Dann soll über den Beschluss zum Umbau oder eben der Sanierung des Grünwalder Stadions abgestimmt werden. Das Ende der Stadiondiskussion ist bei weitem noch nicht erreicht, das Ende einer langfristigen Zukunft in München-Giesing möglicherweise hingegen schon.

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Das ist alles Politik. Die Stadt bringt sich für Verhandlungen in Stellung. Und, sein wir mal ehrlich: der Stadt ist der TSV egal. Wir sind nur Kostenfaktor und lästiges Risiko.

Dieser Ausbau ist nüchtern betrachtet völliger Irrsinn, wenn man die Annahmen der Stadt zugrunde legt. Die Zahlen, mit denen von Seiten der Stadt agiert wird, sind fragwürdig und im Widerspruch zu den Machbarkeitsstudien. Und Mehrkosten von 30-40 Millionen Euro für 3000 Plätze mehr sind hanebüchen. 10.000 Euro pro Platz, das holt man in 20 Saisons nicht rein.

Nichtsdestotrotz muss das Stadion eine langfristige Perspektive bieten. Wenn man sich jetzt auf einen langfristigen Vertrag einlässt, dann muss die Spielstätte von Bundesliga bis 4.Liga alles ermöglichen. Wer weiss schon, was in 6 Jahren ist, wenn das Stadion fertig ist. Da ist von 1.Liga bis 4.Liga alles drin. Und langfristig heisst ja wieder 20 Jahre. Wo spielen wir in 20 Jahren? Das weiss kein Mensch. Aber einen Vertrag zu unterzeichnen, der die 1.Bundesliga de facto anhand jetziger Regelungen ausschliesst, das kann der Verein auch nicht bringen. Da muss es zumindest Optionen geben, auch wenn die Eintrittswahrscheinlichkeit aus jetziger Perspektive gering ist.

Es sind nicht 30 Millionen für 3.000 Plätze, sondern für einen Komplettumbau, der fast für 1. BL langt (aber natürlich nicht Erstligaumbau heißen darf). Und den auch noch mit einer Menge unnötigem Krempel.

Im Oly baut man z.B. für mehr als 100 Millionen und es gibt keinen einzigen Platz zusätzlich.

 Da muss es zumindest Optionen geben, auch wenn die Eintrittswahrscheinlichkeit aus jetziger Perspektive gering ist.”

Meinst Du mit “geringer Eintrittswahrscheinlichkeit” den Umstand in ein paar Jahren 1. Liga zu spielen?
Das würde ich dann nämlich gänzlich anders sehen. Ich bin halte es für sehr wahrscheinlich, dass wir – wenn halbwegs geduldig gearbeitet wird und nicht im 1. Jahr 2. Liga wieder sofort der Aufstieg vorausgesetzt wird um dann im 2. oder spätestens 3. Jahr eine Neuauflage von “we go to the top” zu starten – innerhalb von 4 bis 5 Jahren (inklusive der aktuellen Saison) in Liga 1 aufsteigen werden.

Die gangstalker aus dem bci business sind von dem Vorschlag nicht begeistert, sie wollen euch, aber nicht Sponsoren, obwohl Dagobert duck gegen einige von denen eine arme Kirchen Maus ist.

Aber was gibts größeres für den TSV zu erreichen als ein umgebautes gws im erbpachts Modell.

Wer ist grosser als das?

Nicht ich, nicht du, niemand.

Kannst Du das noch mal in normalen Worten umschreiben? Ich kapier nur Bahnhof, was Du sagen willst.

Hinter die Überschrift kannst ein Ausrufezeichen setzen. Wobei der Anfang vom Ende schon viel früher losging. Spätestens mit Corona.

Niemand wird in diesen Zeiten ein Stadion ausbauen.

Klar ist aber auch, dass Sechzig in diesen Zeiten der explodierenden Kosten in allen Bereichen und Firmen, die an allen Ecken und Enden sparen müssen erst recht kein eigenes Stadion bauen kann.

Was bleibt? Den Status Quo akzeptieren. Sechzig München spielt in Giesing, ohne Ausbau. Daran wird sich auch auf absehbare Zeit nichts ändern.

Hier werden´s nach einem Ausbau auf 25 000 plärren, den es nicht gibt. Der geistig minderbemittelte wird in seinem Blog von der großartigen Chance Olympiastadion fabulieren. Die es noch viel weniger gibt.

Kurzum, es wird sich nichts ändern.

Wenn sich nichts ändert, haben wir aber spätestens im zweiten Jahr nach einem Aufstieg ein Problem (wenn wir drin bleiben natürlich). Eine Ausnahmegenehmigung seitens der DFL für mehr als eine Saison wird es kaum geben, leider.

Lasst euch doch nicht verarschen. Die message ist klar und deutlich.

Entweder Erbpacht oder es wird wohl nichts!

Ich hab mich deshalb mal mit den ML unterhalten, nettes Gespräch am Aldi, um einen Standpunkt zu haben.

Sponsoren sollten im bci business zu finden sein.

Brain-Computer-Interface: BCI?

Wirkt wie eine üble Retourkutsche der Stadt, weil Nicolai Pfeifer doch tatsächlich betriebswirtschaftliche Fragen stellt. Ja, dem zeigen wir es mal, denken sich die Sesselpfurzer in der Stadtverwaltung und zaubern als Kaninchen eine separate Betriebskostenabrechnung aus dem Hut. Ja, da schau her. Und das staunende Publikum frägt sich: Wo haben sie eigentlich diese Abrechnung die letzten Jahre versteckt? Und warum kommt sie ausgerechnet dann zum Vorschein, wenn unser Verein nachverhandeln will?

Ich sage jetzt lieber nichts zur ehrenwerten Frau Dietl und ihren Freunden bei der Stadt, sonst habe ich eine Beleidigungsklage am Hals.

Wird wohl doch eher auf Maßnahmen zur Aufrechterhaltung des Stadionbetriebes, sprich notwendige Reparaturen u. Sanierung der vorhandenen Substanz mit der einen o. anderen kleineren Neuerungen des Sechzgers hinauslaufen, vermute ich. Die weiter explodierenden Kosten für einen Komplettumbau ab vielleicht 2028…30…(???) würde nmM dann wahrscheinlich einen auf die spätere Miete umgelegten Mietpreis ergeben, den 60 aus wirtschaftlich vernünftig vertretbaren Überlegungen nie u. nimmer bezahlen kann, um wirtschaftlich konkurrenzfähig zu bleiben u. überleben zu können. Das mit den Komplettumbau wird aus meiner Sicht so, wie es bisher aussieht, wahrscheinlich nix werden. Außer es kommt kreativ Bewegung rein, dass wir aus der späteren Vermarktung des Stadions sehr gute Einnahmen erzielen können. Das wird sicher der springende, ausschlaggebende Punkt zur späteren Miete sein, um im Sechzger wirtschaftlich überleben zu können.

Bleibt die Frage, wie weiter? Vielleicht muss man sich z.B. doch irgendwie mit Unterhaching zusammentun u. bei/mit denen dort ein größeres Stadion hochziehen…??? Wäre vielleicht auch ein Denkansatz??? Ich weiß doch auch nicht, was realistisch wirtschaftlich vertretbar u. machbar wäre. Eigentlich müsste zuerst unsere KGaA “saniert” werden, d.h., im großen Umfang weg von den Schulden u. ein Ende mit Ismaik, es sei denn, HI macht es in Zukunft alles ganz anders u. besser, einschließlich Schuldenschnitt u. bemüht sich tatkräftig um eine Stadionlösung, ohne leere Versprechungen von großem Sechzgerstadion+Löwenzoo…usw., sondern indem er so ein Vorhaben gemeinsam mit e.V. u. allen Partnern in die Tat umsetzt u. realisiert. Die Frage bleibt, ist das in bzw. in der Nähe von München überhaupt realisierbar, wo u. wie??? Wer könnte das schon einigermaßen realistisch beantworten???

Last edited 3 Monate zuvor by Chemieloewe

Noch ergänzend angefügt:
“…Vielleicht muss man sich z.B. doch irgendwie mit Unterhaching zusammentun, falls überhaupt möglich u. gewollt u. bei/mit denen dort ein größeres Stadion hochziehen…???…”
Mal halt so fiktiv angedacht u. in die Runde geworfen. Wäre vielleicht auch ein Denkansatz, wenn sich partout mit dem Sechzgerumbau nix zusammenschiebt u. vorwärts geht. Denn Unterhaching ist mit den Roten u. dem AA-Desaster nicht zu vergleichen.
Am liebsten bleibe ich natürlich wenn es irgend geht im Sechzger in Giesing u. das sollte unser aller Ziel sein u. bleiben, zumindestens der allermeisten Sechzger!!!😉

Last edited 3 Monate zuvor by Chemieloewe

Mit Unterhaching ein größeres Stadion? Denen ist doch das jetzige schon viel zu groß…

Naja, mal einfach so über Platz u. Effektivität mittels einem Gemeinsam nachgedacht, eben anders wie mit den Roten+AA, denn das war ja kein Gemeinsam u. keine Partnerschaft – wie auch??? -.

Der aktuelle Sportpark gehört mittlerweile ja der Spvgg. Und das Teil ist wegen des Untergrunds im Grunde eine Ruine. Ganz so daneben ist die Idee vielleicht gar nicht.

Stimmt nicht, der Verkauf ist noch immer nicht abgewickelt, hat die SZ erst vor Kurzem darüber berichtet: https://www.sueddeutsche.de/muenchen/landkreismuenchen/spielvereinigung-unterhaching-stadion-verkauf-pachtvertrag-1.5678028

1. Wie an der Auslastung in Bayreuth zu sehen ist, sind Obergrenzen nicht zwingend das in Stein gemeisselte Ergebnis einer unumstößlichen Planung. Nichts ist so dumm, dass es ein deutscher Jurist nicht unterschreibt.
2. Ein Mühlstein ist das MVG Ticket. Schüler brauchen keins, die meisten haben auch ohne 9€ Ticket eine Monatskarte und Auswärtige steigen wegen der Freifahrt nicht am Müllberg um. Der Rest muß radeln oder stempeln.

Die elendige Stadionfrage.
Oly kommt nicht in Frage, macht ja auch wirtschaftlich keinen Sinn. Solange, abgesehen von der Frage wo, HI bei uns ist, wird es keine externen Investoren geben!
Also werden wir Fans, über mal wieder erhöhte Kartenpreise das ausgleichen.

Mit ein wenig Abstand ist die Diskussion gar nicht so verkehrt, wenn man das komplette Bild betrachtet.

1. Betriebskosten steigen überall, das würde uns auch im Oly oder sonstwo treffen.
2. Daraus folgt nicht zwingend eine Profitabilitäts-Minderung. Wenn die Stadt uns – trotz höherer Betriebskosten – erweiterten Spielraum auf der Einnahmeseite zugesteht (u.a. Vermarktung des Namens, Logen, Catering – das haben wir ja alles schonmal durchgekaut), kann unsere Gesamt-Profitabilität dennoch steigen. Hier liegt der Schlüssel, da muss Kreativität rein.

Von daher ist es gar nicht so verkehrt, dass alle Fakten auf den Tisch kommen und auf genau dieser gesamtheitlichen Basis diskutiert wird. Ich hab davor wenig Angst, wenn der TSV/die KGaA vernünftige Verhandler schickt. Vielleicht ist dies das einzige Problem. Wir müssen das komplett emotionslos, professionell angehen.

Gut analysiert. Wir müssten es aber irgendwie hinkriegen die Kapazität auf 25000 Zuschauer zu erhöhen was ja laut Machbarkeitsstudie durchaus möglich wäre. Auf diesen Kompromiss mit der Stadt muss hingearbeitet werden. Sonst weiss ich auch nicht wo wir mittelfristig spielen werden…

Es steht da nur ein technischer Hinweis, dass das dort vorgestellte Stadionkonzept erweitert werden könne auf 25.000. Das kann aber nahezu jedes neue Stadion und hat keinerlei Relevanz was die rechtliche Situation angeht.

Meiner Ansicht nach bleiben die sogenannten Hindernisse ( rechtliche Situation) für eine Erweiterung auf 25000 immer etwas nebulös.

Gut, das vorgestellte PDF geht in der Hauptsache auf den Um- bzw. Ausbau ein, die Auseinandersetzungen mit den baurechtlichen Bestimmungen bleiben da im Hintergrund. Das stimmt schon. Aber wenn die unseriös gearbeitet hätten, wäre wohl Sechzig schon längst mit einem eigenen Gutachten gekommen, oder?

Auch wenn die ganze Situation undurchsichtig ist und extrem nervt…
60 München gibts nur in Giesing!!!

Servus Zusammen,

Auch wenn ich wahrscheinlich hier gleich erschlagen werde, aber heisst Giesing nur GWS oder wäre ein Neubau in der Nähe auch machbar? Ich glaub ja immer noch, dass wir zwischen GWS und Südlich bis zum Dorf vom Schwabl noch Platz für was neues hätten, aber meine Meinung nur.

So geil das GWS ist, aber wir spielen als einziger Verein im Profifussball noch in einer Bude ohne jegliche nötige Anforderungen an den heutigen Fussball (VIPs, Logen, Catering Vielfalt, Dach, etc).
Die Capa mit 15k is zu gering. ich falle nicht in den Schwachsinn Löwenzoo mit 50k aber die oft genannten 25-35k sind doch realistisch für unseren Verein.
Ich sag es ungern, aber von Mannheim bis Saarbrücken, von Karlsruhe bis Essen, von Jena bis Regensburg… überall entstehen teils schöne, teils hässliche Stadien, aber immer mit den nötigen Anforderungen. und diese Vereine müssen wir doch als Vergleich nehmen.
Wir laufen der Musik halt aufgrund der Historie aber auch durch den Idealismus des Stadions echt hinterher.

Mich kotzt diese Stadiondiskussion an. Ich war überall dabei, aber heimisch sind wir nur im GWS, das kann aber nicht verdecken, dass wir was machen müssen.

Auf die Löwen

Ich sag es ungern, aber von Mannheim bis Saarbrücken, von Karlsruhe bis Essen, von Jena bis Regensburg… überall entstehen teils schöne, teils hässliche Stadien, aber immer mit den nötigen Anforderungen”

Ich finde Du beschreibst da ziemlich gut wo ein nicht ganz kleiner Teil des eigentlichen Problems liegt. Oder zumindest wo es seinen Ursprung hat.
Wieso sind diese Vereine (+ x weitere) denn darauf angewiesen ihren Stadien aus- oder umzubauen, oder sich gar irgendwelche (meist dann doch eher hässlichen) Neubauten hinzustellen?
Das ist doch bei den wenigsten der Fall weil sie dem großen Fanandrang nicht mehr Herr werden und ihre Kapazität erhöhen wollen/müssen.
Bei den allermeisten sind irgendwelche größtenteils komplett hanebüchenen Vorgaben von DFB und DFL der Grund.

Ich weiß, dass bei uns die ganze Sache schon nochmal komplexer ist, dennoch kann mir bis heute kein Mensch wirklich logisch erklären wieso genau im aktuellen GWS keine 1. Liga gespielt werden könnte. Natürlich geht das.. genau so wie man auch in Saarbrücken, in Kiel, in Karlsruhe usw. 1. Liga spielen könnte (und zwar auch vor deren Umbau/Neubau).

Ich weiß, dass das gerade nicht 100% das Thema ist, da es bei uns wie gesagt nochmal komplexer ist, aber den Vereinen werden hier in Deutschland ohne Ende Steine in den Weg gelegt. Man liest jedes Jahr spätestens im Frühjahr was da jetzt wieder für Regional- 3. und teils sogar 2. ligisten im Aufstiegskampf für riesen Probleme mit ihren Stadien haben und sich Lösungen überlegen müssen um Lizenzen oder zumindest Sondergenehmigungen für die nächsthöhere Liga zu bekommen.

In meinen Augen wird viel zu wenig an dem Hebel angesetzt, dass man da vielleicht nochmal vorsichtig (oder im besten Falle sehr vehement) nachfragt was der ganze Schmarrn eigentlich soll (natürlich nicht Sechzig alleine, sondern im besten Falle möglichst alle Vereine von Liga 1 bis 4 oder 5, auch die die es nicht betrifft). Klar, dass das unrealistisch ist und vielleicht kommt da auch der naive Revoluzzer in mir durch, aber ich glaube dass da von Seiten der Vereine viel zu viel hingenommen wird. Man versucht Dinge zurecht zu biegen die teilweise einfach nicht notwendig sind.

Und tatsächlich ist das, soweit ich das überblicke, ein ziemlich exklusiv deutsches Problem. Ich kenne jetzt die Bestimmungen der anderen Verbände nicht im einzelnen, aber wenn ich mir da Erstligastadien in Frankreich, Italien oder Spanien anschaue.. die müssten hier reihenweise sogar um ne 2. oder 3. Ligalizenz bangen, bzw sie schlicht nicht bekommen.

Das würde unser Problem natürlich nicht vollends lösen, aber ich finde dass über diese Achse deutlich zu wenig gesprochen wird.

Verbandsanforderungen sind das eine, aber ich glaub halt schon, dass du die meisten menschen schon noch mit Luxus/Service/Annehmlichkeiten locken kannst.

Ein Stadionerlebnis mit sauberen WCs, Logen, Sitzen, Catering ist für viele heute Standard. Giesing Assozial unter freiem Himmel im Februar, schon klar: Die Sonne scheint bei Tag und Nacht im GWS, aber geil ist was anderes.

Bitte nicht falsch verstehen, ich habe DK, liebe die Atmosphäre und alles drum herum aber für die Zukunft muss dringend was passieren an Zuschauerkapazität, Anforderungen, Logen etc.
Siehe Union B, Drecks Pauli…alles gute Atmosphäre, aber eben auch Geld verdienen mit dem Stadion

Mir gings jetzt auch mehr um Dinge wie Mindestkapazitäten, geforderte Komplettüberdachung, TV-Stellplätze und so Zeug.
Da sehe ich doch recht viel als hauptsächlich Schikane an.
Beim Punkt Luxus/Service/Annehmlichkeiten kann man geteilter Meinung sein. Mir ist schon auch klar, dass sich die Zeiten geändert haben und auch die Ansprüche teilweise gestiegen sind (gut find ichs nicht, aber is halt so). Aber dass solche Dinge immer mehr mit Faktor für ne Zulassung von einem Stadion werden find ich Unsinn.
Aber gut, wie gesagt mir gings da eher um andere Punkte.

Union und Pauli sind übrigens gute Beispiele dafür wie wichtig es ist sein eigenes Viertel und die Identität die man da hat zu nutzen. Deren Stadien würden in Zehlendorf oder Altona halt auch nicht funktionieren. Genau so wie wir Giesing als Standort brauchen.

PS:

Achja, unabhängig von meinem Unverständnis für gewisse Auflagen hast Du natürlich vollkommen Recht mit dem was Du schreibst.

Giesing heisst Innenstadtlage 🙂 nicht unbedingt GWS…
aber das ist halt mal mehr oder weniger zufällig da 🙂

A. A Stadion Freund, ich bin Fan von 60 und die sollen spielen, wo es Sinn ergibt

Die traurige Wahrheit ist doch, dass wenn wir das Grünwalder nicht richtig ausbauen können und schon gar keine Erstligatauglichkeit dafür bekommen, es ein absoluter Irrsinn wäre wenn Marc Pfeiffer irgendwelche Verträge mit der Stadt unterschreibt die bis 2038 gehen.
Wenn wir dieses Jahr aufsteigen können wir ein Jahr mit Sondergenehmigung spielen, wenn wir ganz viel Glück haben 2 – und was dann?
Wieder absichtlich absteigen, damit wird im GWS bleiben können…?
Dann muss auch eine Alternative her, auch wenn das GWS saniert wird. Man stelle sich vor das GWS wird saniert und 2030 spielen wir erste Liga. 😀
Mein größter Wunsch für Sechzig wäre ein GWS mit 30000 Zuschauern und keiner Diskussion, aber das wird leider nicht mehr der Fall sein.
Die Vereinsführung muss sich um einen Neubau kümmern, daran wird kein Weg vorbei führen…

Warum können wir “nicht richtig ausbauen”? Die Option Erstligatauglichkeit liegt bereits auf dem Tisch.

Und wohin sonst? Fürs Oly brauchts auch massig Sondergenehmigungen, von der kommenden Komplettsperrung über Jahre mal ganz zu schweigen.

Es gibt kein anderes Stadion als das GWS in München. Und ein Neubau ist im Moment genauso realistisch wie ein Flug zum Pluto…..

Es wurde doch schon 100 mal gesagt warum nicht richtig ausgebaut werden kann…
Hast du wirklich noch die Hoffnung, dass es zu einem Ausbau auf mehr als 18000 kommt?
Wenn ja, begründe bitte 🙂

Zunächst mal würden auch 18.000 definitiv reichen. Viel mehr geht z.B. im Oly auch nicht, das hat die Olympiaparkgesellschaft schon klar gesagt.

Solange kein Gutachten von uns vorliegt, das ebenfalls zu einem anderen Ergebnis kommt, gehe ich von zumindest 20.000 Kapazität aus. Das ist schlicht das, was im Moment tatsächlich da in solidem Beton steht. Jeder, der behauptet, dass weniger geht, soll mir das begründen. Und bitte nicht mit “es gäht hoid neeeed”. Andere Städte haben ihre Vereine unterstützt und den entsprechenden Rechtsrahmen geschaffen, das geht sicherlich auch hier. Wenn die Stadt nicht weiter blockiert und unsere GF konsequent auf das Ziel hinarbeitet.

les’ doch die Machbarkeitsstudie genau durch – oder ganz einfach wo ein Wille ist gibt es auch einen Weg! 😉

Wer ist absichtlich abgestiegen, oder sprichst du von der „4“? Und schon wieder das Gefasel von Liga 1, dabei sind wir noch nicht mal in Liga 2, geschweige denn dort etabliert.
Niemand wird Geld in ein Stadion stecken, egal wo, solange der völlig unberechenbare, undurchsichtige Kreditgeber bei uns mitmischt.