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Stimmen zum Spiel: Alemannia Aachen – TSV 1860 0:2 (0:0)

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In der Rubrik “Stimmen zum Spiel” geben wir nach den Spielen unserer Löwen verschiedensten Protagonisten rund um den TSV 1860 München eine Stimme und schenken ihnen gemeinsam Gehör. Ob Spieler, Trainer, Funktionäre – jeweils aktuelle und ehemalige -, Fans, sechzger.de-Redakteure, … Es gibt keine Beschränkung, von wem wir eine Meinung zu den letzten hinter uns liegenden neunzig Löwenminuten einholen und an dieser Stelle veröffentlichen. Heute geht’s um die Partie des 3. Spieltags gegen die Alemannia auf dem Tivoli in Aachen, die die Löwen gestern Nachmittag etwas glücklich mit zwei späten Toren von Hobsch und Philipp mit 0:2 für sich entschieden.

Peter Gratz (Redakteur sechzger.de):

Das sind wohl diese dreckigen Siege, von denen immer alle reden. Eigentlich eine sehr mäßige Leistung unserer Mannschaft, die einem limitierten Aachener Team besonders am Anfang das Feld überließ. Speziell über die Außen ging gar nichts. Aber die Mannschaft hat glücklicherweise nicht aufgesteckt und so konnte die Bank für uns das Spiel gewinnen. Hobsch erbringt mal wieder einen Qualitätsnachweis und besonders David Phillip zeigt eine tolle, kämpferische Leistung von der Bank. Solche Siege sind für eine erfolgreiche Saison unverzichtbar, eine Steigerung, insbesondere im Offensivspiel, muss aber erfolgen. Gefühlt verlässt man sich hier zu sehr auf die individuelle Qualität der Neuzugänge. Andere Gegner werden dir nicht bis in die Schlussphase Zeit lassen.

Carmen (Ex-Spielerin bei den Löwinnen):

Solche Siege wie heute, wo wir am Schluss dreckig gewinnen, sind doch die schönsten. Auch wenn vorher die Nerven extrem beansprucht wurden. Vor allem die erste Halbzeit ließ sowohl spielerisch als auch kämpferisch zu wünschen übrig und die Löwen hatten Glück, dass sie angesichts des Aachener Unvermögens vor dem Tor nicht hinten lagen.

Patrick Glöckner (Cheftrainer des TSV 1860, nach dem Spiel bei MagentaSport):

Die Unterzahlsituation war natürlich bitter für Aachen. Aachen war sehr gut eingestellt und wir hatten in der ersten Halbzeit überhaupt keine Aktionen. In der zweiten Halbzeit haben wir es besser gemacht und waren besser ins Spiel. Mit den Jokern, die wir bringen können, konnten wir Spiel auf unsere Seite reißen. Das hier ist ein wahnsinniger Hexenkessel, da ist es normal dass es zur Sache geht. Insgesamt war es vielleicht ein bisschen drüber, im Großen und Ganzen ist Fußball aber halt auch ein Kampfsport.

Benedetto Muzzicato (Cheftrainer von Alemannia Aachen, nach dem Spiel):

Schon über die erste Gelbe Karte gegen Gaudino kann man streiten. Dass so schnell die zweite Gelbe gezeigt wird ist für uns eine scheiß Situation. Wir haben Sechzig komplett überrascht. Eine solche Entscheidung macht das Spiel leider kaputt. Wir haben uns für ein gutes Spiel in der ersten Halbzeit nicht belohnt. Ich kann meiner Mannschaft nur ein großes Kompliment machen für die Art und Weise. Wir belohnen uns vorher nicht und so entscheiden die Szenen in der zweiten Halbzeit die Partie. Die Jungs schmeißen alles rein, ich kann keinem einen Vorwurf machen.

Mario (Löwenfan aus Sprockhövel – mit ganz kurzer Anreise zum Tivoli):

Das Spiel hat uns gezeigt, dass die Saison sicherlich kein Selbstläufer werden wird!
Andersherum betrachtet, spricht man nach einem 2:0 Sieg in einem ansonsten ausgeglichenen Spiel gerne von “individueller Klasse”. Und die hat sich am Tivoli erneut herauskristallisiert!
Für meinen Geschmack spielten die Löwen nach der roten Karte für die Alemannia allerdings etwas zu hektisch. Aber auch dem kann ich Positives abgewinnen, denn nach jedem Ballgewinn ging es bei uns mit viel Tempo nach vorne. Da kann der ein oder andere Ball im Eifer des Gefechts mal unpräzise gespielt werden.
Super Löwen, weiter so!!

Thomas Probst (Mitglied des Aufsichtsrats der TSV 1860 KGaA):

Der weite Weg nach Aachen hat sich definitiv gelohnt. Unsere Fans haben für eine unfassbare Stimmung gesorgt. Es war das erwartete schwere Spiel und unsere Joker haben gestochen. Ein bisschen Glück braucht man halt auch.

Patrick Hobsch (Torschütze des TSV 1860, nach dem Spiel):

Das ist eine witzige Situation, dass ich wieder so spät ein Tor in Aachen mache. Umso schöner ist es, dass es heute nicht nur der Ausgleich war, sondern wir das Spiel gewinnen konnten. Wir hatten die Überzahl und wollten das Spiel unbedingt gewinnen. Die zwei oder drei Situationen muss man dann auch wegmachen. Ich versuche immer Gas zu geben, war natürlich enttäuscht dass ich in den ersten zwei Spielen nur so wenig Einsatzzeit hatte, bin aber froh, dass ich heute einige Minuten mehr bekommen habe. Ich fühle mich in München sehr wohl, es macht sehr viel Spaß, aber ich habe natürlich den Anspruch auf einen Platz in der Startelf.

Giesinger Gedanken: Locker bleiben, Löwen-Fans!

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Giesinger Gedanken: Locker bleiben Löwen-Fans!

Drei Spiele, sieben Punkte und Tabellenplatz zwei. Die Löwen liefern! Durch zwei späte Joker-Tore von Hobsch und Philipp siegte Münchens große Liebe am neuen Tivoli gestern spät mit 2:0 und sorgten für Extase bei den etwa 2.500 mitgereisten Löwen-Fans. Auch wenn es mit Sicherheit keine Glanzvorstellung war, so haben sich die Löwen die drei Punkte erarbeitet, mit solider Defensiv-Arbeit, Taktik-Treue und wahnsinniger Qualität von der Bank. Kritik ist durchaus erlaubt, aber bei sieben Punkten aus drei Spielen gegen Essen, Osnabrück und zuletzt Alemannia Aachen? Das sind wirklich keine No Names! Locker bleiben und genießen, liebe Löwen-Fans!

Nur Zauberfußball geht halt einfach nicht

Betrachtet man das Spiel in Aachen näher und mit etwas Abstand so wird man vielleicht davon abrücken müssen, die erste Halbzeit als “sehr mau” zu kritisieren, wie es in dem einen oder anderen Fan-Chat zu lesen war. Ja, die Chancen waren rar, aber auf Aachener Seite gab es schlichtweg gar keine. Und das liegt daran, dass die Löwen ihr Spielkonzept und ihre Taktik in jeder Sekunde durchziehen! Was Verlaat, Dulic und Voet in der Dreierkette wegrackern, was Jacobsen und Deniz im Zentrum weglaufen und was die Außen und die Offensive auch dann wegackert, wenn einem mal nicht alles rausgeht – das ist das Geheimnis des Erfolgs.

Im Hexenkessel die Ruhe bewahrt

Was folgte war eine völlig chaotische und sehr hektische zweite Halbzeit und auch hier bewahrten die Löwen die Ruhe. Mein Mann des Spiels war Verlaat, der erst am eigenen Strafraum niedergedroschen wird, dafür völlig zu Unrecht Gelb sieht, aufsteht und in der letzten halben Stunde alles klärt, was man klären kann – sich mit vollem Risiko in Anbetracht eines Platzverweises in den Dienst der Mannschaft stellt. Auch Defensivarbeit kann schön sein und sie ist wichtig für den Erfolg der Mannschaft. Achtung Phrasenschwein: Offensive gewinnt Spiele, Defensive gewinnt Meisterschaften. Keeper Dähne strahlt bislang eine Sicherheit aus, die man in der dritten Liga kaum einmal bei einem Torwart sieht. Vor 25.000 Zuschauern, in einem Hexenkessel wie dem Tivoli, vor enthusiastischen Fans beider Seiten muss man erst einmal so die Ruhe bewahren wie die Löwen gestern.

Die Qualität im Kader macht den Unterschied

Und am Ende war es kein Zufall, dass mit Hobsch und Philipp zwei Joker das Spiel für Münchens große Liebe entschieden haben. Denn was 1860 heuer von der Bank bringen kann, das sucht weit und breit seinesgleichen. Auch Coach Glöckner bewahrte die Ruhe, nahm den verwarnten Niederlechner rechtzeitig raus und brachte dafür Hobsch, der den Dreier mit seiner Coolness vor dem Kasten einleitete. Einen Niederlechner und einen Volland wird ein Gegner auf Profiniveau schon das eine oder andere Mal rausnehmen können und doch hatten beide großen Anteil am Sieg – auch ohne selbst zu treffen. Niederlechner mit viel Einsatz und Laufarbeit, Volland mit starken Pässen wie auf Philipp beim Alleingang nach 70 Minuten und wie auf Hobsch beim 0:1. Das ist die Qualität im Kader, die in Summe den Unterschied macht.

Vergesst nicht wo wir herkommen

Man darf nie vergessen, wo wir herkommen. Wir haben jetzt zwei Jahre hintereinander um den Klassenerhalt gezittert. Und nach einem bärenstarken Transfersommer, danke an Dr. Werner der mal sowas von geliefert hat, stiegen die Erwartungen ins Unermessliche. Klar, wir wollen alle zurück in die zweite Liga, aber dass dies kein Selbstläufer wird, sollte spätestens nach dem Spiel in Aachen jetzt allen klar sein, oder?

Euphorie ist erlaubt und schön für alle

Die Euphorie bei den Fans der Löwen ist wunderbar und schön für alle. Schon heute freuen wir uns doch alle auf das nächste Heimspiel am Samstag. Das Grünwalder Stadion wird Kopf stehen, die Stimmung für Gänsehaut sorgen, dafür muss man kein Prophet sein. Aber wir dürfen nicht jede Woche eine Galavorstellung erwarten, diese werden wir von unseren Jungs noch oft genug zu sehen bekommen. Genau solche Kampfspiele und solche dreckigen Auswärtssiege wie in Aachen werden am Ende darüber entscheiden, welche Teams in einer erneut starken dritten Liga auf den ersten drei Plätzen stehen. Und da ist es mir – sorry für die Ausdruckweise – absolut scheißegal, ob die Löwen mit dem Flugzeug, dem Bus oder dem Radl nach Aachen reisen. Solange es am Ende funktioniert… Und das tut es momentan und hoffentlich auch weiterhin.

Locker bleiben, liebe Löwen-Fans

Genießen wir den kleinen Lauf, den unser Team schon heute hat. Genießen wir die Auswärtsfahrten mit mehreren tausend Gleichgesinnten in die entlegensten Winkel der Nation und feiern wir gemeinsam die Mannschaft, egal ob sie mit sechs Zaubertoren oder durch ein Eigentor am Ende erfolgreich ist.
Deshalb: Locker bleiben liebe Löwen-Fans. Der Auftritt in Aachen war sicherlich kein Zauberfußball, aber er war effizient, er war defensiv und taktisch bärenstark und er war erfolgreich. Das belegen übrigens auch die Statistiken. 1860 hatte mehr Torschüsse, deutlich mehr Ballbesitz und eine klar bessere Zweikampf-Quote, auch wenn das im Stadion oder vorm dem TV nicht immer so aussieht. Liebe Grüße gehen raus an Taktik-Guru Bernd, vielleicht magst Du das ja wieder einmal mit Zahlen unterlegen?

Der neue Biss des Löwen

Aufgehts Löwen, weiter so – denn DAS ist der neue Biss des Löwen, das ist die neue Effektivität, die neue taktische Disziplin und ein kleines Bissl sicher auch das neue Dusel der Löwen. Vielleicht war es ja doch für etwas gut, dass wir die vielen Fehlentscheidungen gegen uns in den letzten Jahren so tapfer ertragen haben… Locker bleiben, genießen und sich auf nächsten Samstag freuen – was wollen wir denn mehr?

Die Giesinger Gedanken erscheinen regelmäßig als Kommentar und sind die persönliche Meinung eines Mitglieds unserer Redaktion oder eines Gastautors. Sie spiegeln nicht grundsätzlich die Meinung der gesamten Redaktion wider.

Sechzig all over the World: Standard Lüttich – Dender

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Mein Sohn hatte in den Wochen vor den Sommerferien mit der kicker-App kurzerhand entschieden, dass wir dieses Jahr den Sommerurlaub in Belgien verbringen werden und dort so einige Stadionbesuche absolvieren würden. Gesagt getan – bei mir rennt er da ja himmelweit geöffnete Türenein. Als erstes Spiel stand für uns direkt am Tag nach dem 1:1 unseres TSV 1860 München bei Rot-Weiss Essen ein Ausflug nach Lüttich in eins der sehenswertesten Stadien Europas auf dem Programm.

Lüttich – eine Fußballstadt

Es war nicht mein erster Besuch im Stade de Sclessin, das offiziell Stade Maurice Defrasne heißt. In meiner Zürcher Zeit hatte ich das Vergnügen im Jahr 2011 den FCZ bei Standard Lüttich in der CL-Qualifikation zu sehen. Damals natürlich im Gästeblock und mir blieben sowohl das Stadion als auch das Publikum als absolut spektukulär in Erinnerung. Als wir am Nachmittag in die Trambahn Richtung einsteigen, ist diese eher spärlich mit erkennbaren Fußballfans gefüllt. Aber man kann sich nicht verfahren, weil es nur einen Ttrambahnlinie gibt und diese ihre Endstation am Stadion hat. Lustigerweise ist ausgerechnet die Endhaltestelle gesperrt. Als wir ankommen, verstehen wir auch warum. Es sind so viele Fans in den engen Straßen Richtung Stadion unterwegs, dass die Trambahn schlicht nicht durchkommen würde. Außerdem klärt sich auf, warum nur wenige Standard-Fans in der Trambahn waren. Die sind alle schon da! Sie haben sich rund ums Stadion verteilt und verpflegen sich mit fester und flüssiger Nahrung.

Standard Lüttich Fans auf den Trambahngleisen unterwegs in Richtung Stadion
Überall rund um’s Stadion kann man sich mit Getränken und Essen versorgen

Alles läuft sehr relaxt ab und wir stellen und an einem der zahlreichen Stände einfach dazu und nehmen ein Kaltgetränk und genießen den Ausblick auf die möglicherweise steilsten Stadiontribünen der Welt. Ein wirklich beeindruckender Anblick:

Die steilen Tribünen des Stade de Sclessin von Außen

Das Publikum kommt einem so ein wenig wie bei 1860 in den Neunzigern vor. Eine bunte Mischung aus Allem. Es sind komplette Großfamilien über drei Generationen unterwegs, von denen drei Viertel der Entourage in feinste RSCL-Ballonseide Trainingsanzüge gehüllt sind. Genauso trifft man auf Normalos, Ultras und auch durchaus erkennbare Freunde der dritten Halbzeit. Uns fällt besonders auf, dass auch überdurchschnittliche viel ältere Herrschaften am Start sind.

Steil, steiler, Sclessin

Wir begeben uns dann auf unsere Plätze. Ich habe Plätze auf der Haupttribüne im dritten Rang gekauft, um die Steitlheit der Stadion wirklich genießen zu können. Die Eingangskontrollen sind bei uns lasch. Bei der Tribüne hinter dem Tor erkennen wir die guten alten Turnstiles englischer Prägung, da wird wohl schärfer kontrolliert. Nach dem tatsächlich etwas kräfteraubenden Anstieg bietet sich uns ein toller Blick auf Spielfeld und beide Kurven.

Blick auf’s Spielfeld von unserem Platz aus

Die Stufen sind so klein und so hoch, dass die Leute sich immer wieder gegenseitig helfen, um den Aufstieg bewältigen zu können. Was ich nicht wusste: Standard hat mittlerweile zwei Ultrakurven. Die “neue” und deutlich kleinere ist direkt neben dem Gästeblock und hier scheinen eher jüngere Semester zu stehen. Zu Spielbeginn wurde hier auch eine kleine Pyroshow zum Besten gegeben.

Der “neue” Ultrablock direkt neben dem Gästeblock

In der “traditionellen Kurve” sind wohl eher die alten Haudegen zu finden. Beide Ultragruppen versammeln sich im zweiten Rang. Die etwas aktivere Kurve ist schon die “traditionelle” Heimkurve, aber die Ultras auf der anderen Seite machen auch gut Stimmung mit etwas modernerem Liedgut als die “alten Haudegen”. Beide Kurven scheinen sich aber zu respektieren und singen mit, wenn die jeweils andere etwas anstimmt. Auch das restliche Publikum stimmt hin und wieder komplett in die Gesänge der beiden Kurven mit ein. Aus Dender sind nur etwa 100 Fans mitgekommen, die sich im volllkommen überdimensionierten Gästeblock etwas verlieren.

Die “traditionelle Heimkurve”

Das Spiel: eher Magerkost

Das Spiel findet nicht gerade auf hohem Niveau statt. Wir sind uns einige, dass 1860 und RWe hier durchaus mithalten hätten können. Ein guter Beleg dafür ist, dass ein alter Bekannter aus der dritten Liga, nämlich Dennis Eckert-Ayensa, den Führungstreffer für Standard schießt (65. Minute) und zu den auffälligeren Akteuren an diesem Abend zählt. Generell spielt es Standard in der Offensive viel zu kompliziert und es scheint, als ob der Trainer die Vorgabe gemacht hat, dass jeder Angriff erstmal zur Grundlinie geführt werden muss, um den Ball dann irgendwie auf einen Spieler im Rückraum zu bringen. So kann Dender, dass noch limitierter als Standard agiert, immer wieder Löcher in der Defensive schließen und weitere Gegentore verhindern. Dender gibt aber nicht auf und kommt in der 85. Minute durch Kvet zum etwas glücklichen Ausgleich. Standard ist geschockt und kann nicht mehr reagieren. So endet das Spiel 1:1.

Kollektives Frustessen nach dem Spiel

Den Standard-Fans ist anzumerken, dass sie vom Unentschieden enttäuscht sind. Dennoch wird das Stadion nicht einfach verlassen und nach Hause gegangen. An den Ständen inner- und außerhalb des Stadion bilden sich riesige Schlangen und die Menschen nehmen hier hier ihr Abendessen ein und diskutieren über das Spiel. Wir nehmen auch noch einen Snack und ein Bierchen (also ich, der Sohn kriegt brav ein Wasser). Danach machen wir uns auf zur Trambahn, die immer noch erst ab der vorletzten Station verkehrt. Sie ist wieder ziemlich leer für nach einem Fußballspiel, denn ein Großteil der Standard-Fans befindet sich noch in und um das Stadion, um das bei einem Snack und einem Bier revue passieren zu lassen. Alles in Allem ist der Besuch eines Spiels von Standard Lüttich definitiv empfehlenswert. Das steile Stadion Sclessin ist alleine die Reise wert. Wirklich positiv aufgefallen sind uns die Fans, für die ein Spiel von Standard weit mehr als 90 Minuten auf dem Feld sind.

Zähe Nummer beim 2:0-Sieg am Tivoli in Aachen

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Zähe Nummer beim 2:0-Sieg am Tivoli in Aachen

Die Löwen taten sich am dritten Spieltag auswärts bei Alemannia Aachen schwer. Es war eine zähe Nummer am Tivoli in Aachen. Trainer Patrick Glöckner hatte die gleiche Startelf wie beim 3:1 gegen Osnabrück aufs Feld geschickt, doch Aachen begann überraschend offensiv. Die Löwen taten sich schwer und kamen im ersten Durchgang kaum zu nennenswerten Chancen. Die zweite Hälfte war nach einer Ampelkarte gegen Aachens Gaudino sehr hektisch. Am Ende entschieden die Löwen-Joker das Spiel. Hobsch traf zum 1:0 (89.), Philipp machte zwei Minuten später den Deckel drauf. Sicher kein Traumspiel, aber ein wichtiger und erkämpfter Dreier für Münchens große Liebe.

Aachen presst hoch – Sechzig steht gut

Die Anfangseuphorie der sehr hoch pressenden Hausherren dauerte etwa 15 Minuten. Die Löwen standen zwar unter Druck, hielten aber ihre taktische Formation und standen gut. Torchancen auf Seiten der Alemannia gab es keine wirklichen. Einige Male musste Keeper Dähne das Spielgerät zwar aufnehmen, allerdings wurde er nicht ernsthaft geprüft. Am ehesten noch bei einem kurzen Kopfballrückpass von Jacobsen den er aber problemlos per Kopf klärte.

Zwei Halbchancen für die Löwen

Ab der Mitte des ersten Durchgangs konnten sich die Löwen zwar immer mehr befreien, wirklich zwingend wurde es aber auch auf die mit 2.500 Fans gut gefüllte Gäste-Kurve aber nur selten. Nach einem schnell ausgeführten Deniz-Freistoß aus dem rechten Halbfeld zog Niederlechner aus spitzem Winkel ab, doch Aachens Keeper Olschowsky klärte zur Ecke. Kurz vor der Pause ergab sich eine hoffnungsvolle Umschaltsituation für Münchens große Liebe. Doch Haugens Querpass auf den im Zentrum freistehenden Niederlechner wurde geblockt. So ging es letztlich verdient mit dem torlosen 0:0 in die Halbzeitpause.

Ohne Wechsel in den zweiten Abschnitt

Die Löwen lauerten schon im ersten Durchgang aus einer starken Defensive heraus auf Lücken und Konterchancen. So ging es auch ohne Wechsel in den zweiten Abschnitt. Nach einer guten Stunde flog dann Aachens Gaudino nach einem Frustfoul an Niederlechner mit Gelb-Rot vom Platz. Gaudino selbst hatte zuvor den Ball gegen zwei Löwen vertändelt. In Überzahl agierten die Münchner druckvoller, aber auch Aachen versteckte sich nicht und spielte weiter nach vorne.

Zwei Joker entschieden die Partie

Den Unterschied machte am Ende die große Qualität, die Trainer Patrick Glöckner noch von der Bank ins Spiel bringen konnte. Philipp, Wolfram, Hobsch, Jakob und Christiansen kamen im zweiten Abschnitt in die Partie und entschieden diese am Ende auch. Philipp hatte nach einem Zuckerzuspiel bereits 20 Minuten vor Ende die Entscheidung auf dem Fuß, der Ball landete aber über der Querlatte.

Hobsch trifft erneut spät in Aachen

Wie beim Ausgleich in der letzten Saison war es am Ende Hobsch, der in Aachen spät traf und die Löwen-Fans jubeln ließ. Nach starkem Aufbaupass von Jacobsen legte Volland mit etwas Glück leicht abgefälscht quer und Hobsch vollstreckte eiskalt über den Innenpfosten zum 0:1. Keine zwei Minuten später war es dann Philipp, der ein langes Zuspiel stark annahm und abzog. Sein Abschluss wurde abgefälscht und trudelte ins Netz. Das Spiel war entschieden.

Zähe Nummer beim 2:0-Sieg am Tivoli in Aachen

Insgesamt war es ein sehr erwachsener Auftritt der Löwen, die in Aachen nicht glänzte, aber siegten und somit nach drei Spielen sieben Zähler auf dem Konto haben. Die Sechzger hielten gerade in der Defensive auch in hektischen Phasen ihre taktische Vorgaben ein, fielen nicht aus dem System und am Ende machten die Joker den Unterschied. Der Auftakt ist also geglückt, so kann es weitergehen bei Münchens großer Liebe.

Liveticker: Alemannia Aachen – TSV 1860 München (3. Spieltag)

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liveticker alemannia aachen tsv 1860

Herzlich willkommen zum Liveticker mit dem Duell zwischen dem TSV Alemannia Aachen und dem TSV 1860 München! Die beiden ehemaligen Bundesligisten treffen am 3. Spieltag der 3. Liga am Tivoli aufeinander.

Vier Punkte holten die Löwen aus den ersten beiden Partien dieser noch jungen Saison und damit drei Zähler mehr als der heutige Gegner. Die Alemannia musste sich zuletzt Aufsteiger TSG Hoffenheim II zuhause geschlagen geben und möchte natürlich unbedingt punkten, um einen kompletten Fehlstart zu vermeiden. Zwar sind mit Florian Heister, Jeremias Lorch, Daniel Wiebe und Jan Olschowsky vier zuletzt angeschlagene Spieler zurück im Training und mit Pierre Nadjombe stieß ein Leihspieler vom 1. FC Magdeburg zum Kader, dennoch muss Trainer Benedetto Muzzicato auf einige vermeintliche Stammspieler verzichten. Und die Löwen? Die wollen den Schwung aus dem Heimsieg gegen den VfL Osnabrück konservieren und sich mit einem Dreier auf dem Tivoli in der Spitzengruppe festsetzen!

Aufstellung:
Dähne – Dulic, Verlaat, Voet – Danhof (67. Wolfram), Deniz (86. Christiansen), Jacobsen, Pfeifer (86. Jakob) – Volland – Haugen (67. Philipp), Niederlechner (74. Hobsch)

Bank (ohne Einsatz):
Bachmann (TW), Althaus, Schifferl, Lippmann

Tore:
0:1 (89.) Hobsch, 0:2 (90.+1) Philipp

Gelb-Rot: 
Gaudino (64./Aachen)

Zuschauer: 24.920

Die Personalsituation

Es fehlen:
Morris Schröter wird den Löwen voraussichtlich über Monate hinweg verletzungsbedingt (Sehnenriss am Hüftbeuger) nicht zur Verfügung stehen. Zuletzt hatten auch Philipp Maier und Emre Erdogan zeitweise mit dem Training aussetzen müssen und sind deshalb fraglich. Torwart Miran Qela ist nach seinem Fingerbruch hingegen zurück im Training, dennoch wird Paul Bachmann heute auf der Bank seitzen.

Ausfälle bei Alemannia Aachen:

Lamar Yarbrough (Gelb-Rot-Sperre), Mika Hanraths, Bentley Baxter Bahn, Valmir Sulejmani, Kevin Goden (alle verletzt)

Wo könnt ihr das Spiel Alemannia Aachen – TSV 1860 München außer im Liveticker noch verfolgen?

Das Match wird heute im Free-TV übertragen – und zwar im BR! Zudem läuft die Partie wie gewohnt auf MagentaSport, das die Begegnung sowohl im Fernsehen als auch im Online-Stream überträgt.

Alle Spiele der 3.Liga können bei onefootball einzeln abgerufen werden. In der App des Anbieters kann das Spiel für 4,99 € gekauft werden.

Vorberichterstattung bei sechzger.de

TSV 1860 III punktet zum Saisonauftakt beim TSV Gräfelfing

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TSV 1860 Iii

Immerhin einen Punkt ergatterte der TSV 1860 München III zum Saisonauftakt beim TSV Gräfelfing. Für die Elf von Trainer Beppo Gutsmiedl trafen Josef Tohmaz und Philipp Baumann.

TSV 1860 III punktet zum Saisonauftakt in Gräfelfing

Keine 60 Sekunden waren in Gräfelfing gespielt, als der TSV 1860 III zu ersten Mal jubeln durfte und einen Saisonauftakt nach Maß feiern konnte. Josef Tohmaz, im Sommer vom TSV Grünwald zu den Löwen gewechselt, sorgte für die frühe Führung, an der sich die Elf von Neu-Trainer Beppo Gutsmiedl jedoch nicht lange erfreuen konnte. In der 13. Minute zeigte der Schiedsrichter auf den Punkt und Jonas Einloft traf zum 1:1. Nach einer halben Stunde dann gar die Führung für den TSV Gräfelfing, als Maximilian Betz einen verunglückten Rückpass der Löwen aufnahm und zum 2:1 einnetzte (30.).

Doch auch die Löwen wussten mit dem Rückstand umzugehen und kamen motiviert aus der Kabine. Philipp Baumann war es schließlich, der in der 59. Minute vor 160 Zuschauern einen Freistoß zum 2:2-Endstand in die Maschen schweißte. Ein Video dieses wunderschönen Treffers findet Ihr HIER!

Am 30.08. (17.30 Uhr) empfängt die Dritte die DJK Pasing zum ersten Heimspiel der Saison auf dem Sechser-Platz.

Doppelpack Klose: TSV 1860 U21 siegt in Pipinsried

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Fc Pipinsried Tsv 1860 U21 Doppelpack Klose

Während Papa Miroslav mit dem 1. FC Nürnberg wieder leer ausging, sorgte Noah Klose mit seinem Doppelpack für einen 2:0-Auswärtssieg der U21 beim FC Pipinsried. Die Löwen bleiben damit ungeschlagen und belegen derzeit Platz 2 in der Bayernliga Süd.

Doppelpack Klose – Auswärtssieg für U21

Völlig ohne Profiunterstützung musste Trainer Alper Kayabunar beim FC Pipinsried auskommen und dennoch kehrten sein Team mit drei Punkten aus dem Gepäck aus dem Dachauer Hinterland zurück nach Giesing. Zum Einen stand die U21 des TSV 1860 defensiv ziemlich kompakt, zum Anderen agierten die Löwen nach vorne zielstrebig und gradlinig. Bereits in der Anfangsphase boten sich einige Möglichkeiten, der erste Treffer entsprang dann jedoch einem Elfmeter. Noah Klose wurde im Strafraum gelegt, der Gefoulte trat selbst an und netzte zum 0:1 ein (13.).

Auch in der Folge waren die Junglöwen über weite Strecken spielbestimmend und erarbeiteten sich Torchancen, doch wieder musste ein Strafstoß her, um Zählbares herbeizuführen. Wieder wurde Klose gefoult, wieder schnappte er sich den Ball und auch diesmal verwandelte der 20-Jährige. Mit einer 2:0-Führung ging es in die Kabinen und nach dem Seitenwechsel wollte es Pipinsried nochmal wissen.

Zweimal Gelb-Rot für Pipinsried

Angelo Mayer, einst beim TSV 1860, ging die Sache etwas übermotiviert an und sah in der 52. Minute nach einem Foulspiel Gelb-Rot. Die Löwen waren nun also in Überzahl, was der Elf von Alper Kayabunar natürlich in die Karten spielte. Spätestens nach der gelb-roten Karte für den Pipinsrieder Keßler standen die Weichen auf Auswärtssieg und in doppelter Überzahl brachte Sechzig das Ergebnis souverän über die Zeit.

Durch die drei Punkte in Pipinsried setzen sich die Löwen in der Spitzengruppe fest und belegen mit einem Punkt auf den SV Kirchanschöring Platz 2 in der Bayernliga Süd. Der TSV 1860 hat dabei eine Partie weniger absolviert als der Spitzenreiter.

Gegner PK: Alemannia Aachen erwartet die Löwen

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Am Samstag empfängt Alemannia Aachen die Münchner Löwen zum dritten Spieltag dieser Saison. Wie bereits in der Löwenrunde erwähnt, wird die Mannschaft von Patrick Glöckner mit dem Flugzeug anreisen. Wie aber steht es momentan um die Alemannen?

Alemannia Aachen und ihre Rolle im Spiel

Über die Favoritenrolle im Spiel sagt Mittelfeldspieler Lukas Scepanik: “Es wäre vermessen zu sagen, dass wir das sind. Wir machen uns aber in keiner Weise kleiner als wir sind. Wir spielen zu Hause und haben unsere positiven Fans im Rücken. Wir werden mutig zu Werke gehen und sind heiß, den Löwen ein Bein zu stellen.”

Trainer Benedetto Muzzicato spricht sich dennoch für die Stärken seiner Mannschaft aus: “Für uns spricht, dass wir in der zweiten Halbzeit eine gute Reaktion gezeigt haben. Die Mannschaft hat nach dem holprigen Start bewiesen, dass sie eine gute Intensität und einen starken Charakter hat, wenn sie einmal ,online‘ ist.”

Schwierigkeiten beim Kader

Auch die momentane sportliche Lage der Mannschaft kommentiert Scepanik: “Wir haben in den letzten Wochen so ziemlich aus dem letzten Loch gepfiffen.” Momentan greift Trainer Muzzicato auf einen stark dezimierten Kader zurück: “Ich musste in Diensten von Viktoria Berlin während Corona mal mit zwei U19-Spielern in Mannheim starten, weil wir so viele Ausfälle hatten. Aber über eine solch lange Zeit nur mit zwölf bis vierzehn Spielern zu trainieren, ist auch für mich eine Herausforderung.”

Trotz dieser schwierigen Lage schauen Team und Trainer mit einigen Verletzten bleibt die Grundstimmung positiv. “Das ist doch das Schöne am Fußball: Dass du Herausforderungen bewältigen willst. Wir wollen gegen einen guten Gegner mit großen Namen ein ähnlich solides Spiel abliefern wie in Osnabrück. Diese Aufgabe gehen wir voller Überzeugung an.”

Anhaltende Ausfälle

“Flo Heister ist wieder im Training, aber macht noch nicht alles mit. Unterdessen dürften Danilo Wiebe und Jeremias Lorch wieder eine Option sein”, erläutert Muzzicato in der Pressemitteilung. Lamar Yarbrough ist aufgrund einer Roten Karte gesperrt, Kevin Goden muss verletzungsbedingt aussetzen. Jan Olschowsky ist seit dem letzten Pokalspiel ebenfalls wieder im Einsatz.

Die Suche nach Neuzugängen hält bei der Alemannia auch weiterhin an. So sagt Coach Muzzicato: “Wir suchen nach Spielern, die verlässlich sind und uns sofort weiterhelfen. Die haben wir noch nicht vermeldet, aber wir befinden uns jeden Tag in Gesprächen. Bald kann der Konkurrenzkampf im Training starten.”

Gästetickets für Pokal-Spiel in Illertissen erhältlich

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Gästetickets für Pokal-Spiel in Illertissen erhältlich

Am Samstag, 6. September, ist der TSV 1860 München beim FV Illertissen zu Gast. Das Toto-Pokal-Achtelfinale beim amtierenden bayrischen Pokal-Sieger beginnt um 14:00 Uhr und wird auch im Bayrischen Fernsehen live und kostenlos übertragen. Erst kürzlich hatte Illertissen in der ersten Runde des DFB-Pokals den Zweitligisten 1. FC Nürnberg mit 6:5 nach Elfmeterschießen besiegt.

Gästetickets für Pokal-Spiel in Illertissen erhältlich

Nachdem der Vorverkauf der Tickets für den Heimbereich bereits begonnen hatte sind ab sofort auch Eintrittskarten für den Gästebereich erhältlich. Der Vorverkauf findet hier im Ticket-Shop des FC Illertissen statt. Die Eintrittskarten kosten einheitlich 13€. Darin ist der BFV-Sozial-Euro bereits enthalten. Ermäßigungen gibt es, wie auch schon bei den Heimkarten, keine.

Gegnervorstellung 25/26: Aachener Turn- und Sportverein Alemannia 1900 e.V.

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Presseraum im Aachener Tivoli

Endlich ist die Pokalpause vorbei und es geht in der Liga weiter. Mit der Auswärtsfahrt nach Aachen steht das nächste Schmankerl auf dem Programm, das aber stand heute nicht den gleichen Sog wie letzte Saison ausübt. Trotzdem werden die Löwenfans in großer Zahl in die Kaiserstadt reisen, um hoffentlich die Punkte mit nach München zu nehmen. Nachdem es beim letzten Mal eher spielerische Schonkost gab, hoffen wir morgen natürlich auf ein Feuerwerk des TSV. Dieses gab es von schwarz-gelber Seite bis jetzt noch nicht, auf den Rängen der Heimkurve wird aber eine große Show erwartet! Wir sind gespannt, wenn es heißt Turn- und Sportverein München von 1860 gegen den Aachener Turn- und Sportverein Alemannia 1900 e.V.!

Aktuelles – Die Ausgangssituation

Den Start in die Saison hätte sich die Alemannia sicher etwas anders vorgestellt. Nach einem biederen 0:0 gegen Osnabrück und einer 2:4 Heimniederlage gegen die Zweitvertretung auf Hoffenheim steht man mit einem Zähler da. Nun folgen mit den Partien gegen die Löwen, Essen und Absteiger Ulm Termine bei denen auch nicht mit vielen Erfolgserlebnissen gerechnet werden kann. Außerdem plagen das Team von Neu-Trainer Benedetto Muzzicato große Verletzungssorgen, wodurch über einen langen Zeitraum nur rund 14 Feldspieler trainieren konnten.

Das Lazarett solle sich nun etwas gelichtet haben – Olschowsky, Lorch und Wiebe sind wieder Optionen – dafür fehlt Innenverteidiger Yarbrough am Samstag gesperrt. Vom Bollwerk der letzten Saison steht also maximal Strujic auf dem Rasen, da Kapitän Hanraths und Außenverteidiger Heister ebenfalls verletzt sind. Die Vorbereitung lief im Angesicht der Tatsache, dass Muzzicato aufgrund des überraschenden Abgangs von Heiner Backhaus nach Braunschweig nur einen Monat Zeit hatte, gut. Jedoch konnte man gegen keinen höherklassigen Gegner punkten. Zumindest im Landespokal konnte man einen souveränen Sieg verbuchen und gewann gegen den 1. FC Düren (Mittelrheinliga) mit 1:6.

Kader & Transfers

Nachdem man in der vergangenen Saison einen sehr großen Kader unterhielt, wurde in Aachen im Sommer gröber aussortiert. So stehen 17 Abgängen nur 11 Neuverpflichtungen gegenüber.

Bedeutsamster Abgang ist der 200 000€ schwere Transfer von Mittelfeldmann Soufiane El-Faouzi (22) zu Schalke 04. Weiters ging Freistoßspezialist Anton Heinz (ST, 27) zu den Amateuren an die Seitenstraße. Der frühere Einsergoalie Marcel Johnen (22) verstärkt den BVB II, während Charlison Benschop (ST, 35) die Zweitvertretung der Düsseldorfer Fortuna unterstützt. Der letztes Jahr gesetzte Innenverteidiger Patrick Nkoa (25) wollte sein Glück in der Schweiz beim FC Winterthur versuchen, ist aber aufgrund einer nicht erteilten Arbeitserlaubnis vereinslos. Auch ohne Verein steht Anas Bakhat (OM, 25) da, der in der Rückrunde noch zu den Leistungsträgern am Tivoli gehörte.

Verstärkt hat man sich mit einigen alten Bekannten. Stürmer Kwasi Wriedt (30) kommt aus der zweiten türkischen Liga nach Aachen, während Valmir Sulejmani (29, verletzt) in der dritten Liga verbleibt und Hannover II verlassen hat. Ebenfalls die Liga hält Jeremias Lorch (IV, 29), der aus Sandhausen an die holländische Grenze wechselt. Neben der ganzen Routine holte man auch einige Youngster in die Kaiserstadt. Stürmer Fabio Torsiello (20) ist aus Darmstadt geliehen und hat die letzte Spielzeit in Unterhaching verbracht. Matti Wagner (LV, 20) kennt die Liga ebenfalls. Die Leihgabe aus der Nürnberger Westvorstadt war letztes Jahr übergangsweise in Essen aktiv. Außerdem kam von Mainz II aus der Regionalliga mit Marc Richter (23) ein groß gewachsener Mann fürs offensive Mittelfeld.

Aktuell einsatzbereit sind von den verbliebenen Stützen der vergangenen Saison wenige, so etwa Sasa Strujic, Lukas Scepanik (OM, 31), sowie Gianluca Gaudino (DM, 28). Neben den im vorangegangenen Abschnitt Genannten, besteht das Aachener Lazarett noch u.a aus Kevin Goden (MS, 31) und Bentley Baxter Bahn (ZM, 32).

Neben dem Trainerwechsel, wurde auch auf der Kommandobrücke getauscht. Geschäftsführer Sascha Eller wurde nach Saisonende freigestellt, hier sollen insbesondere unvorteilhafte Deals mit Ausrüster “Capelli” und die Auslagerung des Fanshops an eine externe Firma ausschlaggebend gewesen sein. Diese Auslagerung wird, wie bei den Löwen, auch von der Fanszene sehr kritisch gesehen. Nachfolger ist mit Rachid Azzouzi ein im deutschen Fußball bekanntes Gesicht. Der 54-jährige stammt aus der Region, ist aber besonders durch seine langjährige Tätigkeit inklusive Bundesligaaufstieg beim Rivalen des FC Nürnberg aufgefallen.

Löwenpower: Kevin Goden (2021-23), Valmir Sulejmani (23/24)

Vereinsgeschichte

Im Dezember 1900 gründeten 18 Schüler den “Fußballclub Alemannia”, im Gegensatz zu vielen anderen Städten war der Fußball in Aachen zu dieser Zeit in den oberen Schulen schon etabliert. Wie hoch der erste Mitgliedsbeitrag war, erfahrt ihr übrigens in Talk Folge #185. Da es schon einen 1. FC Aachen gab, suchte man sich den Beinamen “Alemannia” aus. Grund für die Gründung war, auch Nicht-Mitschülern ein Mitspielen zu ermöglichen.

Der erste richtige Sportplatz war 1901 der Innenraum der Radrennbahn am Zoologischen Garten. Um an Meisterschaftsspielen teilnehmen zu dürfen trat man 1903 dem Verband bei und zog ein Jahr später auf den Waldspielplatz im Stadtwald um. In der Saison 1904/05 nahm der Klub dann das erste Mal an Pflichtspielen teil, eine Jugendabteilung und Vereinszeitung wurden gegründet.

1907/08 wurde man Meister des 1. Bezirks und zog auf den Sportplatz hinter dem Forsthaus Siegel um. Dieser Platz wurde zwar von der Stadt errichtet, erwies sich aber nicht als tauglich und so spielten die Gelb-Schwarzen fortan auf dem Sportplatz am Tivoli. Das Gelände ist bis heute die Heimat des ATSV. 1909 qualifizierte man sich für die 1. Ligaklasse, in der man bis 1913 spielte. Im ersten Weltkrieg kam der Spielbetrieb fast zum Erliegen, der Verein konnte sich aber in der Bezirksklasse halten und zum Ende hin wieder Erfolge feiern.

Im Jahre 1919 erfolgte dann eine Fusion mit den Aachener Turnverein von 1847. Der Verein hieß von da an wie heute, nur mit 1847 im Namen.  In der Saison 1920/21 wurde man Meister im Westkreis und qualifizierte sich für die Rheingauliga. 1924 wurde die Fusion mit dem ATV aufgrund von Unstimmigkeiten wieder aufgehoben und der heutige Vereinsname angenommen.

1925 begann der Bau des alten Tivoli und des weiteren Vereinsgeländes, was in der Eröffnung des Stadions im Jahre 1928 mündete. So ging es auch sportlich bergauf und man konnte gute Leistungen in der Rheinbezirksliga zeigen, 1931 wurde man Bezirksmeister. Dieser Erfolg konnte in Folge zweimal wiederholt werden. Zu Beginn der NS-Zeit stieg der ATSV aus der Gauliga ab und spielte zum ersten Mal bis 1937 im Unterhaus. Nach dem Aufstieg qualifizierte man sich für und wurde dritter der deutschen Meisterschaft.

Während des zweiten Weltkriegs musste man wie fast alle Vereine in Kriegsspielgemeinschaften den Notbetrieb aufrechterhalten. Das Stadion wurde beschädigt und musste 45 wiederaufgebaut werden. Der Verein startete ab 1947 in der Oberliga West, in der man sich zuerst schwertat. Ab 1952 wurden die sportlichen Leistungen besser und im Stadion stand ab 1957 Europas modernste Flutlichtanlage.

Im Jahre 1960 war die Alemannia dann Westdeutschlands größter Verein mit über 3 000 Mitgliedern, beflügelt vom tollen Stadion und anhaltenden Erfolgen in der Liga. Trotz alle- dem wurde der ATSV nicht in die Bundesliga aufgenommen und musste, nach einer verständlichen, aber erfolglosen Klage, ab 1963 in der Regionalliga West antreten. Man wurde hier direkt überlegen Meister, blamierte sich aber in der Aufstiegsrunde. 1965 stieß man bis ins Finale des DFB-Pokal vor und wurde Zweiter in der Liga, der Aufstieg gelang abermals nicht. Dieser wurde dann 1967 realisiert, der Klassenerhalt geschafft und es ging als erster deutscher Klub auf Südamerika Tournee.

Mit teuren Neuverpflichtungen konnte in der zweiten Saison im Oberhaus dann sogar die Vizemeisterschaft errungen werden. Man hatte sich aber insgesamt, besonders finanziell, überhoben, musste 1970 absteigen und stand in der nächsten Zeit kurz vor der Insolvenz. Man konnte sich aber für die neu gegründete 2. Bundesliga qualifizieren. 1990 musste der Verein sogar den Gang in die Oberliga antreten, ab 1994 in der neuen Regionalliga, bis 1999 der Wiederaufstieg ins Unterhaus gelang.

Bis 2006 spielte man in der 2. Bundesliga gut mit und erreichte 2004 wieder das Pokalfinale. Als Pokalzweiter qualifizierte der ATSV sich damit für den UEFA-Cup. Durch die Einnahmen konnte sich der Verein wirtschaftlich erholen und man steig in der Saison 05/06 in die Bundesliga auf. Es folgte der direkte Wiederabstieg und man geriet im Zuge des Stadion-Neubaus wieder in finanzielle Schwierigkeiten. Trotz Hilfe der Stadt Aachen ging es turbulent weiter und die Alemannia fand sich 2012 in der 3. Liga wieder. Man wurde durchgereicht und stand 2013 in der Regionalliga am Abgrund.

Seitdem hat sich die Alemannia in der Regionalliga eher schwergetan und musste über 10 Jahre im Amateurbereich bleiben. Als negativer Höhepunkt bleibt ein weiteres Insolvenzverfahren, als positives Highlight stehen einige Zuschauerrekorde auf dieser Ebene. Im Herbst 2023 wurde dann Heiner Backhaus Trainer in Aachen. Dieser schaffte den “Turnaround” und brachte den ATSV, nach Platz 12 in der Vorsaison, wieder auf die Siegerstraße. 2024 gelang als Meister der Aufstieg in Liga 3 und damit die lang ersehnte Rückkehr in den Profifußball.

Die Alemannia vereint ca. 10 800 Mitglieder auf die Abteilungen Fußball, Frauenfußball, Handball (kein Spielbetrieb mehr), Leichtathletik, Tischtennis, Volleyball, Futsal, eSports und Tischfußball. Der Profifußball ist in die “TSV Alemannia Aachen GmbH” ausgegliedert, welche zu 100% dem Verein gehört.

Spruchband zum GWS der KBU in Aachen

Fanszene

Die Fanszene der Alemannia ist auf der Werner-Fuchs-Tribüne beheimatet und hat eine recht bewegte Geschichte vorzuweisen.

Seit 1999 gab es am Tivoli die “Aachen Ultras”, welche den Support organisierten. Nach Konflikten innerhalb der Gruppe, welche sich auf die gesamte Fanszene ausweiteten, spaltete sich 2010 die “Karlsbande” von den “Ultras” ab. Laut “KBU” sollen Meinungsverschiedenheiten zur Supportgestaltung und verschiedene Auffassungen von “Ultra” der Hauptgrund gewesen sein. Laut Medien und “ACU” ging es aber um die antifaschistische Ausrichtung, welche nicht mehr mitgetragen werden wollte.

So teilte sich die Szene, wobei die “KBU” mehr Unterstützung von Fanclubs und Hooligans erhielt. Von da an gab es auch tätliche Angriffe auf die übrigen “Ultras”, laut übereinstimmenden Medienberichten unter Beteiligung von Hooligans aus dem rechtsextremen Milieu. Nachdem eine für sie intolerable Eskalationsstufe erreicht war, entschlossen sich die “Aachen Ultras 1999” zur Auflösung im Jahre 2013. Zu diesem Thema lohnt sich auch ein Blick in die letzte Sonderausgabe des Stadionhefts der Gruppe, genannt “Mullejan”. Die “Karlsbande” hatte zu diesem Zeitpunkt ein Auftrittsverbot im Tivoli, welches aber seit der Ablösung des damaligen Vorstands bis zum heutigen Tage ignoriert, sowie nicht vom Verein durchgesetzt wird. Dieses bestand darin, dass die Benutzung des Namens “Karlsbande” im Stadion auf jedweden Medien untersagt war. Aus diesem Grund trat man für einige Zeit in Material mit der Aufschrift “Unerwünscht” auf.

Die “Karlsbande” ist noch immer die Hauptgruppe im Stadion und feiert am Samstag ihr 15-jähriges Bestehen. Sie gibt in unregelmäßigen Abstände das Stadionheft “Karlumne” , sowie das gleichnamige Jahresheft als Fanzine aus der Aachener Szene heraus. Seit 2014 hatte sich daneben die “Yellow Connection” etabliert, welche in der Hinrunde der letzten Saison nach Streitereien um die Benutzung der neuen Mikrofonanlage und weiteren Machtkämpfen auflöste. Auch der Verein spielte, u.a. mit kurzfristigen Stadionverboten, wieder eine eher unrühmliche bzw. unpassende Rolle. Teil der aktiven Fanszene, aber keine Ultragruppen, sind zudem die “Fahrgemeinschaft 520”, “Domwacht” und die “Monkey Fighters”. Außerdem gibt es noch die Hooligans der “Boxstaffel 520”. Der Dachverband der Fans, in dem viele Fanclubs organisiert sind, heißt, nach dem Standort der meisten Anhänger, “Werner-Fuchs-Tribüne”.

Weiters standen der Verein und die Szene des ATSV immer wieder wegen Verbindungen in die rechtsextreme Szene im Fokus. Nach dem Aufstieg gab es mehrere Artikel und Dokumentationen des ÖRR zu dem Thema, in dem besonders die Rolle der Hooligans von der “Boxstaffel 520” beleuchtet wird. Im Verein ist in der letzten Zeit, wie vom neuen Präsidenten Björn Jansen (ehemaliger Bürgermeister von Aachen, SPD) bekräftigt, anscheinend ein Umdenken eingetreten und so wird das offene zur Schau stellen rechtsextremer Gesinnung sowohl von Verein und Ordnungsdienst als auch von der aktiven Fanszene mittlerweile aktiv bekämpft. So wurde z.B. Personen in einschlägiger Kleidung beim letzten Spiel in Verl von den Ultras “freundlich” der Ausgang gezeigt.

Der ATSV pflegt (auf Ultraebene) eine Freundschaft zum niederländischen Klub Roda Kerkrade, sowie zum schwedischen Hauptstadtklub Hammarby IF. Wirklich große Feindschaften sind mir nicht bekannt, Abneigung gibt es aber zu fast allen Klubs aus dem näheren NRW. Besonders groß soll diese nach Gladbach, Essen und Wuppertal sein. Abseits von “Ultra” hat die Alemannia noch 79 offizielle Fanclubs.

Stadion

Der (neue) Tivoli in Aachen ist das größte Stadion der dritten Liga und bietet 32 960 Plätze sowie alle Schikanen, wie z.B. ein eigenes TV-Studio. Fertiggestellt wurde die Arena im Sommer 2009. Nach mehreren Vorfällen in der letzten Saison, wurden in der Sommerpause die unteren elf Reihen des Gäste-Sitzplatzbereichs in sogenannte “Safe-Standing”-Plätze umgewandelt. Diese sind robuster als herkömmliche Sitzschalen und können sowohl als Sitzplätze, als auch Stehränge mit Wellenbrecher genutzt werden. Für Fotos und genaueste Zahlen konsultiert am besten die Website des ATSV. In den Veranstaltungsräumen des Stadions befindet sich seit 2015 u.a. die “Spielbank Aachen”. Der Bau der Arena stürzte den Verein in eine schwere finanzielle Krise, welche in zwei Insolvenzverfahren mündeten.

Tivoli in Aachen

Der Name der Aachener Stadien kommt vom Standort, welcher auf dem Grund des ehemaligen Gut Tivoli liegt. Das Stadion ist Teil des “Sportpark Soers” in dem auch das Reitstadion liegt in dem der “CHIO” ausgetragen wird. Weitere Infrastruktur sind ein Parkhaus und Trainingsplätze. Von den Kunstrasenplätzen, welche nach ausländischen Städten benannt sind, befindet sich u.a. der Platz “Alkmaar” oben auf dem Parkhaus. Die Namen sind die der Gegner aus der UEFA-Cup Saison 2005/06.

Wer sich noch für den alten Tivoli interessiert, dem sei dieser Artikel ans Herz gelegt: Tivoli Historie.

Trivia – Unnützes Wissen

  • Die im letzten Jahr gegründeten Tischfußballer der Alemannia spielen auf (besonders im Seniorenbereich) auf dem höchsten Niveau.
  • Der Aachener Dom samt Domschatz ist UNESCO-Welterbe.
  • Sportlich ist Aachen besonders für den Reitsport bekannt, der CHIO Aachen ist das weltgrößte Turnier für u.a. Springreiten.
  • Jährlich wird ein Seifenkistenrennen zwischen RWTH und FH Aachen ausgetragen.
  • Die “Aachener Printen- und Schokoladenfabrik Henry Lambertz GmbH & Co. KG” gilt als Weltmarktführer bei Herbst- und Weihnachtsgebäck.

Der 3. Spieltag im Überblick

Freitag 19:00 Uhr SV Wehen Wiesbaden – Rot-Weiss Essen
Samstag 14:00 Uhr VfB Stuttgart II –  SC Verl 1924
14:00 Uhr VfL 1899 Osnabrück – 1. FC Saarbrücken
14:00 Uhr SSV Jahn Regensburg – 1. FC Schweinfurt 05
14:00 Uhr Aachener TSV Alemannia 1900 – TSV 1860 München
14:00 Uhr TSG Hoffenheim II – FC Energie Cottbus 
16:30 Uhr MSV 02 Duisburg – SSV 1846 Ulm Fußball 
Sonntag 13:30 Uhr FC Ingolstadt 04 – FC Hansa Rostock
16:30 Uhr FC Erzgebirge Aue – TSV Havelse 1912
19:30 Uhr SV Waldhof Mannheim – FC Viktoria Köln 1904