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Leserbrief Stefan Markt: Stunde Null – alles auf Anfang!

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T-Shirt Wir sind der Verein TSV München von 1860 e.V. sieben jahre stillstand stadt verein menschen
Shirt des TSV 1860 e.V.: Wir sind der Verein

Nun ist sie also da, die Insolvenz. Die Stunde Null.

Die Insolvenz einer Spielbetriebs-KGaA, die 2002 aus der Not heraus gegründet wurde, um eine überdimensionierte Arena stemmen zu können. Die 2011, als man sich schon lange sicher war, dass die Arena nicht zu stemmen sei, aus der Not heraus an einen Investor aus Nahost verkauft wurde.

Jetzt ist diese KGaA also insolvent.

24 Jahre KGaA sind beendet

24 Jahre lang war der Fußball-Spielbetrieb des TSV 1860 München, das Herzstück unseres Vereins, in eine „Kommanditgesellschaft auf Aktien“ ausgegliedert.

24 Jahre – ein Bruchteil der Geschichte unseres stolzen Vereins.

Nach 24 Jahren spielt nun die erste Mannschaft selbst wieder für den TSV München von 1860 e.V.

Für unseren Verein! Für uns! Für niemanden anders!

Für uns als Fans des TSV 1860 München bedeutet diese Insolvenz eine Zäsur. Sie ist ein Wendepunkt.

Der Wendepunkt bedeutet, dass wir uns nicht mehr auf alten Gepflogenheiten ausruhen dürfen. Der Wendepunkt bedeutet, dass jetzt wir – die Fans, Mitglieder und Funktionäre des TSV 1860 München – wieder vollumfänglich Verantwortung für unseren Verein und unsere Fußballmannschaft haben.

Wendepunkt in der Geschichte des Fußballs bei 1860 München

Der 23.6.2026 ist ein Wendepunkt in der Geschichte des Fußballs bei 1860 München und es liegt an uns, dass diese Geschichte positiv fortgeschrieben wird.

Die Geschichte, wie es zum 23.6.2026 gekommen ist, ist bereits endgültig geschrieben. Sie wird in unsere Archive eingehen und ist unweigerlich mit einem 15-jährigen Missverständnis verbunden. Auch gutbezahlte PR-Agenturen können diese Geschichte jetzt nicht mehr umschreiben.

Für all das, was nach dem 23.6.2026 passiert, tragen jetzt wir die Verantwortung.

Wir müssen alle unsere Gepflogenheiten und Feindbilder überdenken. Wir müssen nach vorne blicken und dem Verein helfen, wieder dahin zukommen, wo er hingehört.

Die Zeit ist vorbei, in der man sich auf den Schultern des Investors ausruhen konnte. Der eine Teil der Fans, der sein Engagement zurückfuhr, weil man mit dem Investor einen willfährigen Sündenbock hatte, für den man keinen Finger krumm machen musste. Der andere Teil des Fans wiederum ruhte sich auf dem Investor aus, weil: Er wird schon zahlen – um mehr muss man sich nicht kümmern. Und wenn nicht, dann ist sowieso der eigene Verein schuld.

Die Zeiten sind vorbei!

Stunde Null bei den Löwen

Wir müssen uns nicht mehr am Investor abmühen und diskutieren, welche Fehler er gemacht hat. Wir müssen uns auch nicht mehr daran abmühen, welche Fehler möglicherweise auch unsere Leute im Verein gemacht haben. Denn heute ist der Tag 0, an dem es kein „Wir gegen die“ mehr gibt. Es gibt noch den TSV 1860 München. Seine Fans, seine Mitglieder, seine Funktionäre.

Und es gibt jede Menge Arbeit und jede Menge an Verantwortung.

Wir tragen jetzt alle gemeinsam die Verantwortung dafür, dass das Bild über unseren Verein in der Öffentlichkeit wieder geradegerückt wird. Dafür, dass wieder verlorenes Vertrauen zurückgewonnen wird. Und für all das, war nun an Entscheidungen auf uns zukommt.

Wir haben die Stunde Null.

Wir haben viele Fragen und wenige Antworten.

Wir wissen nicht, wie es mit dem Markenrechten weitergeht, mit den Dauerkarten, mit der Mannschaft und mit dem Trainingsgelände.

Aber wir wissen, dass es bei all diesen Themen ohne uns Mitglieder eben NICHT weitergeht. Wir sind die Mitglieder, die Kommunikatoren, die Träger des gesamten Vereins. Die einzigen Anteilseigner. Ohne uns läuft nix!

Fans und Mitglieder sind gefragt

Heute am Tag Null, wenn noch viel zu viele Fragen im Raum stehen, gibt es vor allem eine Frage, die jeder für sich selbst jetzt neu bewerten kann: Was bis gestern hieß „Was kann Sechzig für mich tun?“ heißt ab sofort: „Was kann ich für Sechzig tun?“.

Und jeder kann etwas tun: Tragt euer Trikot und euer T-Shirt. Erzählt den Leuten, dass wir eben NICHT tot sind, sondern jetzt gerade erst anfangen zu leben. Nehmt eure Freunde und Bekannte an die Hand und werbt Mitglieder, denn nichts kann dieser Verein mehr brauchen als Mitglieder. Überlegt euch, welcher von euren Freunden vielleicht Hilfe braucht, weil er zwar eine laute Stimme im Stadion hat, aber vermutlich kein weiteres Geld, um sich eine zweite Jahreskarte zu kaufen. Geht zu den Stammtischen, den Fanclubs, zum Löwenstüberl – redets mit den Leuten! Denkts drüber nach, ob und welche Fanorganisationen Sechzig jetzt braucht, unterstützt die bestehenden Strukturen. Hinterfragts auch, ob die nächste Pyro-Geldstrafe wirklich notwendig ist. Überlegt euch, wie euer Auftreten im Löwentrikot auf andere wirkt. Bietet eure Mitarbeit an. Helft mit, packt mit an. Und wenn es nur mit 10 Euro in der Spendenbox ist. Seid solidarisch. Seid Löwen! Zeigt den Menschen, was in uns Löwen steckt! Zeigt allen, dass man Giesing, dass man Sechzig NIEMALS unterschätzen darf.

Streiten war gestern, Anpacken ist jetzt!

Aber vor allen Dingen: Hörts des Streiten auf! Wir haben nicht genug Energie, um ständig nach hinten zu schauen. Über vergebene Chancen und vermeintliche Fehler zu diskutieren. Was nicht heißt, dass man keine Kritik üben soll. Bleibts kritisch, aber bleibts sachlich. Und überlegt bei jeder Kritik, was ihr selber besser machen würdet. Und behaltet immer im Hinterkopf: Ab jetzt habt ihr auch immer die Chance, euch einzubringen und es selber besser zu machen!

Das, was war, ist geschrieben. Heute ist Tag Null. Der Tag, an dem der TSV 1860 München wieder für den TSV 1860 München Verantwortung übernimmt. Wir alle sind der TSV 1860 München – Wir alle sind der Verein! Alles, was ab jetzt geschrieben wird, liegt auch in deiner Hand.

Pack ma’s an – auf die nächsten 166 Jahre!

Möge das, was wir aufgerichtet haben, fortblühen, möge Eintracht, Friede, möge echte turnerische Brüderlichkeit unter uns herrschen, dann ist das Bestehen des Vereins gesichert; Mögen auch die politischen Stürme, und diese werden nicht ausbleiben, die Länder erschüttern, sie werden dem Vereine auch manche Wunden schlagen, aber keine, welche dessen Leben gefährden wird.

Ludwig Schnittler, erster Präsident des TSV 1860 München im Jahr 1860

Titelbild: TSV 1860 München e.V.

Arin Garza wechselt nach Kanada

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Arin Garza

In der Vorsaison gewann Arin Garza mit der U21 des TSV 1860 den Titel in der Bayernliga Süd. Nun wechselt der 21-jährige Offensivspieler nach Nordamerika. Zukünftig läuft Garza für das Team der Simon Fraser University in Burnaby (Kanada) auf.

Arin Garza wechselt nach Kanada

In der Jugend war der Deutsch-Iraker für den TSV Murnau, den SC Arcadia Messestadt und den TSV 1860 München am Ball, ehe er an der Grünwalder Straße in den Kader der U21 aufgenommen wurde. Dort erzielte er in den vergangenen beiden Spielzeiten in 53 Partien insgesamt neun Tore und bereitete elf Treffer vor.

Bei den Red Leafs schlägt Garza nun also ein neues Kapitel seiner Karriere auf. Zum Abschied richtet er auf Anfrage von sechzger.de noch ein paar Worte an den TSV 1860:

„Dankeschön, es war mir eine Ehre und ich werde Euch vermissen!“

BILD: Startet der TSV 1860 später in die Regionalliga?

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Blick Auf Leere Westkurve Im Grünwalder Stadion 1860

Der Insolvenzantrag ist gestellt, auf die Löwen-Verantwortlichen warten jedoch (oder deswegen) noch zahlreiche offene Baustellen. Laut BILD hat der TSV 1860 beim BFV um die Verlegung des ersten Spiels in der Regionalliga gebeten, um noch etwas Zeit zu gewinnen.

Startet der TSV 1860 später in die Regionalliga?

Welche Spieler werden im Kader stehen? Wer wird den Verein noch verlassen? Mit welchen Trikots und mit welchem Wappen werden die Löwen auflaufen? Wer steht dem TSV 1860 als Sponsor zur Seite? Diese und noch einige andere Fragen muss man an der Grünwalder Straße noch beantworten, bevor man in die bevorstehende Spielzeit in der Regionalliga starten kann.

Nach Angaben der BILD haben die Löwen bereits beim Bayerischen Fußball-Verband erbeten, ihre erste Partie erst später austragen zu dürfen. Da aufgrund der Ligastärke von 19 Teams ohnehin eine Mannschaft stets spielfrei wäre, könnte man dies vermutlich problemlos umsetzen, zumal der Spielplan ohnehin erst Anfang Juli finalisiert wird. Auch das erste Heimspiel soll nach Wunsch des TSV 1860 erst am 3. Spieltag Anfang August stattfinden. So hätten die Löwen etwas mehr Zeit gewinnen, um Vertrags- und Sponsorenverhandlungen zu führen und Ticketeinnahmen durch Dauerkartenverkäufe zu generieren.

Stephan Tempel: Warum gibt es PRO1860 überhaupt?

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pro1860

Immer wieder liest man in Internet-Diskussionen rund um den TSV 1860 vom “Giesinger Staat”, der “Sekte”, den “Totengräbern” oder “Verzwergern”, die Münchens große Liebe durch angeblich undemokratische Strukturen klein halten und vom Profifußball entfernen wollen. Gemeint ist damit die Fanorganisation PRO1860, die sich im Januar 2020 eigentlich bereits auflösen wollte, ehe sie unerwartete Aufmerksamkeit durch Hasan Ismaik erfuhr und plötzlich aufblühte. sechzger.de Gründer Stephan Tempel, der sich aufgrund beruflicher und privater Verpflichtungen bereits seit Jahren zurückgezogen hatte, erinnert sich und ordnet das Wirken von PRO1860 anhand der heutigen Diskussionen ein.

Warum gibt es PRO1860 überhaupt?

Weil die „Opposition“, wie sie damals genannt wurde, massiv bekämpft und kriminalisiert wurde. Und weil es beim TSV alles war, aber nicht im Ansatz demokratisch. Es gab noch das Delegierten-System, damals, Anfang der 2000er. Größtenteils „Systemtreue“, vorgeschlagen vom Ehemann der in Lohn und Brot beim Verein und später der KGaA stehenden Fanbeauftragten. Was der so nebenbei getrieben hat (Stichwort: Hetze / Mobbing), ist ja inzwischen sogar belegt.

Jeder, der damals vor den Folgen des Umzugs ins Olympiastadion oder später in die Allianz Arena warnte, wurde vom damaligen Präsidium und seinen willigen Helfern als „Ewiggestriger“ gebrandmarkt. Konkret: WIR wurden bekämpft, von unserem Präsidium und seinen Helfern und Angestellten.

Ich habe es damals als Vereinsschädling sogar auf die offizielle Homepage des TSV geschafft. Namentlich. Den großen Artikel in der TZ darüber habe ich noch im Archiv. Das ist „Opposition bekämpfen“. Aber es wird noch besser…

Kampf gegen das Delegierten-System

Um das Delegierten-System zu zerbrechen, haben wir damals monatelang Delegierte gesammelt. Das, was die Lakaien von Wildmoser während der bezahlten Arbeitszeit gemacht haben, haben wir in unserer Freizeit gemacht.

Wir hätten damals sogar die rechnerische Mehrheit gehabt. Abgegeben wurden die Leute verteilt auf 5 Listen. Gegen Unterschrift vom Verein, weil wir schon eine Sauerei befürchtet hatten.

Die kam damals auch: Zwei Listen waren bei Abgabe angeblich (!) nicht unterzeichnet gewesen – was natürlich nicht der Wahrheit entsprach! So hatten wir bei der entscheidenden Mitgliederversammlung deutlich weniger Kandidaten als die „Liste Schnell“. Diese kamen übrigens alle rein und wurden Delegierte, weil wir – obwohl wir unorganisierte kleine Buben mit Anfang 20 waren – die Mehrheit im Saal stellten.

Wäre die Arena verhindert worden?

Natürlich waren wir danach bei einer großen Münchner Anwaltskanzlei, um das Ganze prüfen zu lassen. Der Anwalt setzte bei dem zu erwartenden Streitwert einen Stundensatz von 500,- Mark an, wenn ich mich recht erinnere. Damit war das Thema für uns leider erledigt.

Warum ich das erzähle?

Weil es die Delegiertenwahl war, bevor über die Beteiligung an der Arena abgestimmt wurde. Wenn „wir“ gewonnen hätten, hätten sich die Löwen nicht an diesem Projekt beteiligt, war Rückwirkend wohl deutlich besser gewesen wäre. Und ob es das Ding ohne Sechzig überhaupt geben würde (Zuschüsse für Erschließung, Grundstück etc. nur rechtlich machbar für zwei Vereine), ist ein anderes Thema.

Warum ist es gelaufen, wie es gelaufen ist?

Weil die damalige Opposition massiv bekämpft, kriminalisiert und mit unlauteren Mitteln bekämpft wurde. Und die Leute, die damals für die Arena waren und alles abgenickt haben, heulen heute rum und beklagen den Untergang der Demokratie, wenn jemand der auf einer Mitgliederversammlung haarsträubenden Blödsinn erzählt, ein „Buuuuh“ bekommt oder weil es keine Online-Wahlen gibt.

Last but not least: PRO1860 wurde dann später – im Februar 2006 – gegründet, um genau die oben beschriebenen Missstände zu bekämpfen. Diesmal öffentlich von mir und noch ein paar Mitstreitern, die diesem Wahnsinnsapparat etwas entgegen setzen wollten. Erfolgreich.

Leider ein paar Jahre zu spät, denn ansonsten hätten wir heute deutlich weniger Probleme in diesem Verein. Was haben wir als Erstes gemacht? Das undemokratische Delegiertensystem abgeschafft, damit die Mitglieder wieder das Sagen haben. Obwohl „wir“ die Macht im Verein hatten.

Und genau uns wirft man heute vor, dass wir undemokratisch wären. Das ist hanebüchen. Ich habe fertig.

Weiterführende Informationen

Januar 2020: Die Wahrheit über PRO1860 (Teil 1)
Februar 2020: Die Wahrheit über PRO1860 (Teil 2)

Oktober 2021: ARGE-Leaks (Teile 1-9)

TSV 1860 testet am Sonntag beim FC Sportfreunde Schwaig

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FC Schwaig TSV 1860

Neuer Testspieltermin für die Löwen: Am Sonntag tritt der TSV 1860 München beim Bayernligisten FC Sportfreunde Schwaig an. Anpfiff in der NGL-Arena ist um 17 Uhr.

TSV 1860 am Sonntag beim FC Sportfreunde Schwaig

Letzte Saison war noch die U21 im Erdinger Moos zum Punktspiel zu Gast (und gewann deutlich mit 3:0), diesmal absolviert die 1. Mannschaft der Löwen ein Testspiel in der Nähe des Flughafens. Bereits am Sonntag (28.06., 17 Uhr) gastiert die Elf von Alper Kayabunar beim Bayernligisten und soll sich dort für die kommende Regionalligasaison einspielen.

Wie bereits zuletzt in Forstinning wird sich der Kader aus Spielern der U21 und U19 plus Matthew Collins zusammensetzen. Von den bisherigen Profis werden Samuel Althaus, Lasse Faßmann, Paul Bachmann, Emre Erdogan und womöglich Loris Husic erwartet.

Insolvenz bei 1860: Antrag ist eingereicht!

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Wie bereits den ganzen Tag über erwartet wurde, hat Geschäftsführer Manfred Paula am heutigen Dienstag Abend über die Anwaltskanzlei Anchor beim Amtsgericht München, genauer bei der dort zuständigen Abteilung für Insolvenz-, Sanierungs- und Restrukturierungsverfahren für die TSV München von 1860 GmbH & Co. KGaA Insolvenz angemeldet. Um 18.00 Uhr war eine interne Frist verstrichen, die Gesellschaft noch zu retten. Die finale Bestätigung für die Insolvenzanmeldung erfolgte aber erst kurz vor 21 Uhr. Vorherige Meldungen (z.B. in der tz) über diesen Schritt waren reine Spekulation. Am Tag hatten Gerüchte über eine doch noch mögliche Rettung der Gesellschaft in verschiedenen Medien die Runde gemacht. Mit dem beim Amtsgericht vollzogenen Schritt könnte die über 24jährige Geschichte der aus dem Gesamtverein ausgegliederten Profifußballabteilung der Löwen in naher Zukunft zu Ende gehen.

Beschluss und Gründung der KGaA im Jahr 2002

An dieser Stelle ein kleiner Rückblick: Am Montag, den 18. Februar 2002 stimmte die damals – anstatt der Vereinsmitglieder, wie mittlerweile – zuständige Delegiertenversammlung des e.V. bei einer Versammlung im Löwenbräukeller der Ausgliederung der Profifußball-Abteilung aus dem Gesamtverein zu, um – wie es damals hieß – “den wirtschaftlichen Spielbetrieb” des Bundesligisten professioneller aufzustellen. 122 von 142 Deligierte (86%) votierten für die Ausgliederung, die vor allem vom damals quasi allmächtigen Präsdidenten Karl-Heinz Wildmoser vorangetrieben worden war. Entsprechend wenig überraschend waren die ersten beiden Geschäftsführer der Gesellschaft sein Sohn Karl-Heinz Wildmoser junior (für den sportlichen Bereich) und Detlev Romeiko (für den kaufmännischen Bereich). Knapp fünf Monate später, am 15. Juli 2002 wurde die GmbH offiziell unter der Nummer HRB 143565 in das Handelsregister des Amtsgerichts München eingetragen.

Finanzbedarf wegen des Baus der Arena

“Diese Ausgliederung gibt uns die Möglichkeit, auf dem Lizenzmarkt bestehen zu können”, wurde Wildmoser noch an jenem Montagabend zitiert. Im Jahr zuvor hatte sich 1860 auf das Projekt eines gemeinsamen Stadionbaus mit dem FC Bayern eingelassen, wofür Geldquellen erschlossen werden mussten, um die Hälfte der insgesamt 340 Millonen Baukosten zu stemmen. Sämtliche Aktien der neuen KGaA hielt zunächst der Mutterverein. Das Grundkapital betrug 2,6 Millionen Euro. “Diese Form gibt uns auch die Möglichkeit der Haftungsbeschränkung”, betonte der zu diesem Zeitpunkt bereits zehn Jahre amtierende Löwenpräsident und hob hervor, dass mögliche finanzielle Engpässe des ausgegliederten Lizenzbereichs damit keine Auswirkungen auf die Amateurabteilungen hätten.

Gerüchte über eine Doch-noch-Rettung

Zurück in die Gegenwart und in die harte Realität für die KGaA: Am Dienstag Nachmittag hatte die tz über eine “Last-Minute-Wende bei 1860” spekuliert. Ein Gerücht, das von anderen Medien bereitwillig und anscheinend ungeprüft aufgegriffen wurde. Nach exklusiven Informationen der Zeitung sei die HAM-Seite heute noch einmal auf die Vertreter des e.V. zugegangen. Ein Deal, der angeblich hinter den Kulissen diskutiert wurde, ließe sich, laut tz auf eine einfache Formel herunterbrechen: “Entschuldigung gegen Rückgabe der Anteile”. Demnach sei Hasan Ismaik bereit gewesen, auf die Wunschlösung des Vereins einzugehen und seine Anteile zurückzugeben. Unter der Voraussetzung, das Präsidium formuliere eine Entschuldigung für den Umgang mit ihm in den vergangenen 15 Jahren der erfolglosen Zusammenarbeit. Nach sechzger.de-Informationen hat es solche Verhandlungen im Hintergrund am Dienstag aber nicht mehr gegeben. Einem Artikel der SZ zufolge, der um 18 Uhr veröffentlicht wurde, könnte es sich bei dieser Geschichte um ein PR-Manöver von Ismaiks neuer Kommunikationsagentur gehandelt haben, die für sich wirbt: „Mit unserer Arbeit verhindern wir Imageschäden – in jedem Fall minimieren wir deren Auswirkungen.“

Wie geht’s nun weiter?

Nachdem die TSV 1860 KGaA nun also Insolvenz beantragt hat, wird dieser Antrag zunächst durch die Geschäftsstelle beim Amtsgericht bearbeitet. Entsprechend der Reihenfolge des Eingangs, erhält der Antrag ein Aktenzeichen. Anhand der laufenden Nummer dieses Aktenzeichens wird er dann dem gemäß Geschäftsverteilungsplan zuständigen Richter vorgelegt. Es handt sich also um Zufall, welcher Antrag bei welchen Richter landet. Das ist nicht beeinflussbar. Klingt nach sehr viel formaler Bürokratie. Praktisch und konkret wird es dann wieder, wenn es um den Insolvenzverwalter geht, den besagter Richter bestellen muss. Dieser Insolvenzverwalter verschafft sich im nächsten Schritt zunächst einen Überblick über die konkrete finanzielle Situation. Dabei geht der Blick natürlich insbesondere in Richtung der Gläubiger, denen die zahlungsunfähige Gesellschaft Geld schuldet. Bei 1860 denken wir da natürlich sofort an die vielen Fans, die für die kommende Saison eine Dauerkarte für die 3. Liga bestellt – und bezahlt – haben. Und die nach dem 3. Juni diese Dauerkarte wieder stornierten. Darüber hinaus gibt es aber eine Vielzahl weiterer Gläubiger mit teilweise hohen Einzelforderungen. Und da sind durchaus ein paar Kuriositäten dabei. Wie zum Beispiel der Verein Rosenborg Trondheim, der (laut BILD-Zeitung) noch einen nennenswerten Teil von 2,25 Millionen Euro für eine Ablöse von den Löwen fordern kann. Ablöse wofür? – Es geht um den Wechsel des Stürmers Christian Gytkjaer im Winter 2017 an die Isar. Der Norweger ist unter anderem für ein sehenswertes Kopfballeigentor auf dem Betzenberg in Kaiserslautern im April 2017 im Gedächtnis der Löwenfans geblieben. Dieses Tor führte zu einer 0:1-Niederlage auf dem Weg in Richtung Zweitligaabstieg – und späterer “4”.

Erklärung der KGaA zur 1860 Insolvenz

Eine Erklärung oder Pressemeldung der KGaA steht aktuell noch aus. Sobald diese verfügbar ist, reichen wir sie hier nach. Darüber hinaus halten wir Euch auch über alle weiteren Entwicklungen natürlich stets zeitnah und aktuell auf dem Laufenden!

Proud member of BPR – die Fan-Shirt-Erklärung…

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In unserem Fan-Shop gibt es die ersten Neuzugänge! Dort findet ihr verschiedene Shirts mit dem sechzger.de-Logo und lustigen Sprüchen oder Grafiken auf der Vorderseite. Zudem könnt ihr mit Eurem Kauf über den Träger-Verein “Sportbezogenes Lebensgefühl e.V.” die Arbeit von sechzger.de unterstützen. Allen Löwen-Fans, die unsere Arbeit schon seit Jahren verfolgen, werden den Bezug zu den meisten Aufschriften vermutlich herstellen können. Dennoch wollen wir Euch in einer losen Folge von Artikeln die Geschichten vorstellen, die dahinter stecken: In unserer neuen Kategorie “Fan-Shirt-Erklärung”. Nach “Fokus! Fokus! Fokus!” und “Büttel des Giesinger Staats” kommen wir heute zum Shirt “Proud member of BPR”!

Was ist denn der BPR?

Wir befinden uns im Juni 2026, es geht drunter und drüber. Der Zwangsabstieg steht fest, die Mitgliederversammlung kurz bevor. Ein einschlägig bekannter Blog liefert die Idee, einen Weisenrat zu gründen. Da guter Rat bekanntlich teuer ist und man nie zu viele beratende Gremien haben kann, folgte unsere Idee: Wir brauchen einen Bavaria Petrol Rat (BPR)! In einem nicht ganz ernst gemeinten satirischen Artikel, der sehr gut ankam, legten wir auch gleich fest, mit welchen Mitgliedern wir das neue Gremium eröffnen wollen. Da wir aber natürlich offen für gute Ideen sind, habt ihr jetzt die Möglichkeit, unsere Arbeit als BPR direkt zu unterstützen und Euch als “Proud member of BPR” zu erkennen zu geben!

Universell einsetzbares Shirt

Auch wenn ihr nun den Ursprung kennt, ist das Shirt selbstredend universell einsetzbar und ihr könnt damit Euren Fan-Kollegen ein Schmunzeln auf die Lippen zu zaubern. Mit diesem Fan-Shirt seid ihr also immer richtig angezogen!

Hier geht’s direkt zum Shirt im Fan-Shop!

Ebenfalls neu: Sessanta Calcio

Ebenfalls neu im Shop ist das Shirt Sessanta Calcio, das sich im Design an das Logo von Olio Sasso (gegründet: 1860) anlehnt. Gestaltet wurde es von Hans Kasparek (Kreative für Sechzig), dem wir auch an dieser Stelle herzlich für seine tatkräftige Unterstützung danken.

Dieses Shirt ist beidseitig bedruckt: vorne wird es von einem kleinen sechzger.de Schriftzug geziert, auf dem Rücken prangt das große Logo Sessanta Calcio. Bestellen könnt Ihr das gute Stück in den Größen S bis 3XL und zwar direkt HIER!

BFV veröffentlicht den Spielplan der Bayernliga Süd

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Gleichwohl in diesen Tagen noch nicht einmal abschließend geklärt ist, wie es mit der ersten Mannschaft bei den Löwen in der kommenden Saison genau weitergeht, dreht sich die (Fußball-)Welt natürlich weiter. Entsprechend hat der Bayerische Fußballverband heute die Spielpläne für die fünf Landesligen und für beide Staffeln der Bayernliga veröffentlicht. In der Bayernliga Süd findet auch der amtierende Meister, die U21 des TSV 1860, landläufig und liebevoll auch “Amas” genannt, Berücksichtigung. Schon am Wochenende 17.-19. Juli, also in dreieinhalb Wochen findet der 1. Spieltag statt. Die Junglöwen würden am Freitag Abend (17.07.) um 18:60 Uhr in die Saison starten. Als Spielort weist die Website des BFV die Kies-Arena in Gilching aus, wo die Amas zuletzt am Ende der vorletzten Spielzeit gegen den Ball traten. In der vergangenen Saison fanden alle Partien – zur Freude der Fans – auf dem Trainingsgelände an der Grünwalder Straße statt.

Genaue Termine der Bayernliga noch unter Vorbehalt

Die nachfolgenden Ausführungen zum Spielplan der Bayernliga Süd gehen – ohne dass wir Genaueres wissen – davon aus, dass die Amas regulär am Spielbetrieb teilnehmen und versuchen dürfen, den vor fünfeinhalb Wochen errungenen Meistertitel zu verteidigen. Angeleitet wird die Mannschaft dann aber sicher von einem neuen Übungsleiter. Alper Kayabunar ist – nach nur einem Jahr bei Sechzig – zum Cheftrainer der ersten Mannschaft aufgestiegen. Die genauen Termine sind – jedoch ganz unabhängig von der aktuell sehr speziellen Situation an der Grünwalder Straße – ebenfalls mit Vorsicht zu genießen. Hier kann und wird sich – wie die Erfahrung der Vergangenheit zeigt – noch das eine oder andere verschieben. So ist es sehr unwahrscheinlich, dass alle Heimspiele der Löwen – wie aktuell veröffentlicht – am Freitag Abend stattfinden. Wir von sechzger.de halten Euch diesbezüglich natürlich stets über Anpassungen am Spielplan auf dem Laufenden!

Löwen starten gegen Geretsried

Das offizielle Eröffnungsspiel der Bayernliga Süd, das im vergangenen Sommer noch den Amas des TSV 1860 vorbehalten war (Ergebnis war ein 4:1-Sieg in Kottern), bestreiten heuer schon am Donnerstag Abend der SV Erlbach und die SpVgg Hankofen-Heiling. Erlbach – ein durchaus würdiger Ort für einen Liga-Opener! Tags darauf greifen die Löwen gegen den TuS Geretsried, Aufsteiger aus dem letzten Sommer, der in der Endabrechnung 25/26 einen entspannten zehnten Tabellenplatz belegte, ins Geschehen ein. Da werden Erinnerungen wach an das erste Heimspiel der letzten Saison – ebenfalls gegen Geretsried – das nach 65 Minuten wegen Starkregens abgebrochen werden musste.

Auswärts direkt gegen die vier Aufsteiger

Eine Woche später wartet der Aufsteiger TSV Schabmünchen am Samstag Nachmittag (25.07.) auf die Amas, bevor dann am letzten Tag im Juli, also wieder am Freitag Abend (31.07) um 18:60 Uhr der SV Schalding-Heining seine Visitenkarte bei Münchens großer Liebe abgibt. Auch das zweite Auswärtsspiel der Saison führt die Junglöwen zu einem Aufsteiger. Am Samstag, den 8. August nachmittags um zwei schauen die Löwen beim FSV Pfaffenhofen vorbei. Nach einem erneuten Freitagabendspiel – nach Spielplan in Gilching – gegen Hankofen-Heiling (14.08. 18:60 Uhr) steht dann – sehr spät für die üblichen Verhältnisse in der Bayernliga – erst am sechsten Spieltag die erste Englische Woche auf dem Programm. Und wieder reisen die Junglöwen zu einem Aufsteiger. Die SpVgg Landshut, ein alter Bekannter aus lang vergangenen Bayernligazeiten in den 1980ern, ist am Dienstag, den 18. August um 18:30 Uhr der Gastgeber. Und auch das vierte Auswärtsspiel der Saison führt 1860 zu einem Liga-Neuling. Am 28. August geht es beim TSV 1880 Wasserburg am Inn zur Sache. Erst am zehnte Spieltag Mitte September führt die Amas der Spielplan auswärts zu einem aus der letzten Saison bekannten Gegner, nach Kirchanschöring, Tabellendritter der Vorsaison.
Alle weiteren (vorläufigen) Termine findet der interessierte Anhänger der Amas unter diesem Artikel.

Jahresabschluss, Neustart 2027 und Saisonfinale

Das letzte Spiel im Kalenderjahr 2026 wird für die U21 das Heimspiel gegen den FSV Pfaffenhofen am Freitag, den 27. November (18.60 Uhr) sein. Dies ist dann schon der 21. Spieltag. Weiter geht es – nach einer langen Winterpause – Anfang März. Konkret nach aktuellem Stand am 5.3.27 um 18.30 Uhr in Hankofen-Heiling. Enden wird die Saison 2026/27 – hoffentlich ähnlich erfolgreich, wie die vergangene – mit einem Auswärtsspiel beim SV Heimstetten am Samstag, den 22. Mai 2027 um 14:00 Uhr.

Aktuell veröffentlichte Spieltermine der U21 in der Bayernliga Süd 2026/27

HINRUNDE

1. Spieltag: Freitag, 17.07.26, 18.60 Uhr  TSV 1860 – TuS Geretsried
2. Spieltag: Samstag, 25.07.26, 14.00 Uhr  TSV Schwabmünchen – TSV 1860
3. Spieltag: Freitag, 31.07.26, 18.60 Uhr TSV 1860 – SV Schalding-Heining
4. Spieltag: Samstag, 08.08.26, 14.00 Uhr  FSV Pfaffenhofen – TSV 1860
5. Spieltag: Freitag, 14.08.26, 18.60 Uhr TSV 1860 – SpVgg Hankofen-Heiling
6. Spieltag: Dienstag, 18.08.26, 18.30 Uhr  SpVgg Landshut – TSV 1860
7. Spieltag: Freitag, 21.08.26, 18.60 Uhr TSV 1860 – FC Deisenhofen
8. Spieltag: Freitag, 28.08.26, 18.60 Uhr  TSV 1880 Wasserburg/Inn – TSV 1860
9. Spieltag: Freitag, 04.09.26, 18.60 Uhr TSV 1860 – FC 1920 Gundelfingen
10. Spieltag, Samstag, 12.09.26, 15.00 Uhr  SV Kirchanschöring – TSV 1860
11. Spieltag, Freitag, 18.09.26, 18.60 Uhr TSV 1860 – SV Erlbach
12. Spieltag, Samstag, 26.09.26, 14.00 Uhr  FC Ismaning – TSV 1860
13. Spieltag, Freitag, 02.10.26, 18.60 Uhr TSV 1860 – TSV 1860 Rosenheim
14. Spieltag, Samstag, 10.10.26, 14.00 Uhr  TSV 1874 Kottern – TSV 1860
15. Spieltag: Freitag, 16.10.26, 19.30 Uhr  FC Sportfreunde Schwaig – TSV 1860
16. Spieltag, Freitag, 23.10.26, 18.60 Uhr TSV 1860 – FC Pipinsried
17. Spieltag, Freitag, 30.10.26, 18.60 Uhr TSV 1860 – SV Heimstetten

RÜCKRUNDE

18. Spieltag: Samstag, 07.11.26, 14.00 Uhr  TuS Geretsried – TSV 1860
19. Spieltag: Freitag, 13.11.26, 18.60 Uhr  TSV 1860 – TSV Schwabmünchen
20. Spieltag: Samstag, 21.11.26, 14.00 Uhr  SV Schalding-Heining – TSV 1860
21. Spieltag: Freitag, 27.11.26, 18.60 Uhr  TSV 1860 – FSV Pfaffenhofen

22. Spieltag: Freitag, 05.03.27, 18.30 Uhr  SpVgg Hankofen-Heiling  – TSV 1860
23. Spieltag: Freitag, 12.03.27, 18.60 Uhr TSV 1860 – SpVgg Landshut
24. Spieltag: Samstag, 20.03.27, 14.00 Uhr  FC Deisenhofen – TSV 1860
25. Spieltag: Freitag, 26.03.27, 18.60 Uhr  TSV 1860 – TSV 1880 Wasserburg/Inn
26. Spieltag: Samstag, 03.04.27, 15.00 Uhr TSV 1860 – FC 1920 Gundelfingen
27. Spieltag, Freitag, 09.04.27, 18.60 Uhr  TSV 1860 – SV Kirchanschöring
28. Spieltag, Freitag, 16.04.27, 18.60 Uhr  SV Erlbach – TSV 1860
29. Spieltag, Freitag, 23.04.27, 18.60 Uhr  TSV 1860 – FC Ismaning
30. Spieltag, Dienstag, 27.04.27, 18.30 Uhr  TSV 1860 Rosenheim -TSV 1860
31. Spieltag, Freitag, 30.04.27, 18.30 Uhr  TSV 1860 – TSV 1874 Kottern
32. Spieltag: Freitag, 07.05.27, 18.60 Uhr  TSV 1860 – FC Sportfreunde Schwaig
33. Spieltag, Samstag, 15.05.27, 15.00 Uhr  FC Pipinsried – TSV 1860
34. Spieltag, Samstag, 22.05.27, 14.00 Uhr SV Heimstetten – TSV 1860 

Löwen-Leserbrief: Das eigentliche Muster

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Unseren Leser Daniel Hartmann hat ein Kommentar “In eigener Sache” auf dem größten Blog im Umfeld des TSV 1860, dieblaue24, der gestern Nachmittag erschien und sich mit der auf der Mitgliederversammlung des Vereins geäußerten scharfen Kritik an den Umgangsformen auf besagtem Blog beschäftigte, so verärgert, dass er uns einen Leserbrief dazu zukommen ließ. Da nicht davon auszugehen ist, dass so eine Reaktion auf db24 veröffentlicht wird, übernehmen wir – als kleiner aber feiner Fanblog – diese Aufgabe gerne. Daniel ging es nicht darum, einfach zurückzuschießen oder ein weiteres Lager zu bedienen. Im Gegenteil: Er hat versucht, einen Text zu schreiben, der Fans beider Seiten zum Nachdenken anregt — über das Muster, das hinter dieser Art von Berichterstattung steckt, und über die Frage, wem der ständige Lagerkampf eigentlich nützt.

Leserbrief: Das eigentliche Muster – und warum es beide Lager betrifft

Der Text “In eigener Sache” von Oliver Griss ist rhetorisch klug gebaut. Er verwandelt die Frage des Wie in eine Frage des Ob – und steht am Ende als letzter unabhängiger Journalist da, den eine kritikunfähige Vereinsführung mundtot machen will. Eine elegante Erzählung. Sie hat nur einen Fehler: Sie weicht dem eigentlichen Punkt aus.

Denn natürlich gehört Kritik zum Journalismus. Ein Verein, der nur Beifallklatscher erträgt, hätte ein ernstes Problem. Wer dieblaue24 vorwirft, dass sie kritisch berichtet, hat nicht verstanden, wozu Berichterstattung da ist. Genau deshalb ist es so geschickt, die Debatte auf diesen Punkt zu lenken. Es geht nämlich nicht darum, dass hier kritisch berichtet wird. Es geht darum, wie – und mit welcher Absicht.

Kalkulierter Boulevard

Hier schreibt kein zorniger Fan, sondern ein gelernter Journalist, der sein Handwerk beherrscht. Einer, der genau weiß, welche Schlagzeile zündet und welche Formulierung trifft – den Verein, seine Verantwortlichen und immer wieder auch die eigene Kurve. Das ist kein “Spiegel vorhalten”. Das ist kalkulierter Boulevard. Reichweite entsteht nicht durch Einordnung, sondern durch Empörung. 50.600 Netto-Leser an einem Tag bekommt man nicht mit Differenzierung, sondern mit Eskalation.

Und jetzt kommt der Teil, den man einmal in Ruhe zu Ende denken sollte. Egal, welche Sicht ihr habt!

Schaut euch das Muster an. Auf der einen Seite hat dieblaue24 Hasan Ismaik über Jahre verteidigt – fast gleichgültig, was er tat. Unbequeme Fakten wurden kleingeredet, Negatives ausgeblendet, irrationale Entscheidungen gebilligt. Warum ein Portal einen Investor derart bedingungslos in Schutz nimmt, muss jeder für sich bewerten. Die Frage allein aber stellt sich unweigerlich.

Konstante Feindbilder

Auf der anderen Seite steht ein ebenso konstantes Feindbild: Der e.V. und seine Vertreter. Erst waren es Robert Reisinger und der Verwaltungsrat, allen voran Walch und Seeböck. Heute ist es der neue Präsident Gernot Mang, dazu weiterhin Köpfe aus dem Verwaltungsrat. Und wenn diese Personen eines Tages ihr Amt niederlegen, wird es neue Feindbilder geben. Genau das ist der Punkt, den ich euch ans Herz lege: Nicht der Name bleibt – das Schema bleibt.

Dasselbe Muster trifft die Kurve. Bei jeder Aktion – Pyrotechnik, Protest, all das, was in Fankurven nun einmal vorkommt – wird sofort der Zeigefinger gehoben. Nicht, um einzuordnen, sondern um Stimmung gegen bestimmte Personen zu machen. Die eigenen Ultras werden dort als das Übel dargestellt, das ein Verein wie 1860 angeblich nicht verdient hat – dabei ist genau dieser Teil der Fans der Motor des Stadions. Menschen, die Stunden und Tage investieren, um ihren Verein zu unterstützen, und die damit – anders als der Betreiber – keinen Cent verdienen, werden von einem sichtlich von Wut getriebenen Portal bei jeder Gelegenheit vorgeführt. Auch hier liegt eine persönliche Note offen zutage: Die Kurve hat Griss und seinem Portal schon häufiger deutlich die Meinung gesagt und heißt ihn nicht mehr willkommen – weil sie längst erkannt hat, dass diese Berichterstattung die Fans spaltet und den Verein gezielt schlecht aussehen lässt. Diese Abneigung hat sich Oliver Griss hart erarbeitet – und gibt sich trotzdem bei jeder Gelegenheit als Opfer. Es ist eben schwer, wenn jemand permanent austeilt, aber selbst nichts einstecken kann.

Und genau das ist das eigentlich Verräterische: Oliver Griss legt sich früher oder später mit fast jedem in diesem Verein an. Mit Präsidenten, mit dem Verwaltungsrat, mit der Kurve. Immer wieder fließen persönliche Befindlichkeiten in die Berichterstattung ein. Wenn aber einer nacheinander mit allen über Kreuz liegt, lohnt eine schlichte Frage: Liegt das wirklich an allen anderen?

Gelöste Probleme kosten Reichweite

Denn wenn der Gegner ständig wechselt, das Schema aber dasselbe bleibt, dann geht es nicht um die jeweilige Person. Dann ist die Empörung das Produkt – und der Schuldige nur austauschbarer Rohstoff. Ein Feindbild bindet Leser. Ein gelöstes Problem dagegen kostet Reichweite. Deshalb wird es nie ein zufriedenes “Jetzt passt es zwischen uns” geben. Es darf nie passen.

Besonders bemerkenswert ist die Pose dahinter. Ausgerechnet jene Seite, deren Kommentarbereich seit Jahren ein dokumentiertes Hass-Problem hat – bis hin zu Anzeigen, gesammelten Screenshots und Entgleisungen, die Menschen den Tod nahelegten – stellt sich öffentlich als Instanz gegen “Hass und Hetze” auf. Wer den Spiegel so gern anderen vorhält, sollte gelegentlich selbst hineinschauen. Anstand erkennt man nicht an der Lautstärke, mit der man ihn von anderen einfordert.

Lagerkampf als Geschäftsmodell

Und damit zu euch, Löwen auf beiden Seiten dieses Grabens. Ihr werdet gegeneinander in Stellung gebracht, weil euer Streit sich besser verkauft als eure Einigkeit. Jede neue Front bedeutet neue Klicks. Der Lagerkampf, unter dem dieser Verein seit Jahren leidet, ist für manche kein Übel, das man bedauert – er ist ein Geschäftsmodell.

Deshalb eine einzige ehrliche Frage, ganz gleich aus welchem Lager ihr kommt: Wem nützt es eigentlich, dass wir uns gegenseitig zerlegen? Und wer verdient daran, dass nie Ruhe einkehrt?

Wer diese Frage ehrlich beantwortet, sieht danach die Berichterstattung von dieblaue24 mit anderen Augen. Und vielleicht ist diese Erkenntnis genau der erste Schritt, den Sechzig dringender braucht als jedes neue Feindbild.

Wir haben jetzt, im Zuge des Neuanfangs, die Chance, an einem Strang zu ziehen und uns von altem, negativem Ballast zu befreien.

Einmal Löwe, immer Löwe!

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Ein Löwen-Leserbrief auf sechzger.de ist ein Text, der uns unaufgefordert erreichte und nicht unbedingt die Meinung der Redaktion oder einzelner Mitglieder der Redaktion widerspiegelt. Der aber von uns als so wertvoll erachtet wird, dass wir ihn an dieser Stelle veröffentlichen. Wir danken dem Autor Daniel Hartmann für sein Engagement, seine Überlegungen mit uns und Euch zu teilen.

Titelbild: CR-Fotos

23.06.2019: TSV 1860 macht es bei der SpVgg Plattling zweistellig

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Anders als exakt ein Jahr zuvor, als man erst in der Nachspielzeit zum 3:2 beim SE Freising kam, waren die Löwen am 23.06.2019, also exakt heute vor siebenJahren, in Spiellaune. Der TSV 1860 ließ der SpVgg Plattling beim deutlichen 10:0-Sieg nicht den Hauch einer Chance und dürfte damit auch Trainer Daniel Bierofka erfreut haben.

Zwei Gastspieler im Einsatz

Mit Tim Wöhrle und Sascha Marinkovic standen zwei Gastspieler im Kader der Löwen, die auch schon tags zuvor beim 5:2-Sieg über den VfR Garching in Bodenmais zum Einsatz gekommen waren. Letzendlich wurde aber keiner der beiden verpflichtet. Sascha Marinkovic stand in der angelaufenen Saison beim FC Kufstein unter Vertrag, Tim Wöhrle wechselt zur neuen Spielzeit innerhalb Reutlingens vom SSV zu den Young Boys.

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Zweistelliger Sieg des TSV 1860 in Plattling

Im zweiten Testspiel der Saison 2019/20 ließen die Löwen wenig anbrennen und feierten einen nie gefährdeten Sieg. Der Bezirksligist wehrte sich zwar tapfer und hielt das Ergebnis bis zur Pause in Grenzen, doch danach legten die Löwen ordentlich los.

2.000 Zuschauer hatten den Weg ins Stadion an der Rennbahn gefunden, die meisten davon drückten vermutlich Münchens großer Liebe die Daumen. Zehn Minuten hielt das Bollwerk der SpVgg Plattling, ehe Benjamin Kindsvater erstmals für den TSV 1860 einnetzte. Markus Ziereis erhöhte mit zwei Treffern bis zur Pause auf 0:3.

Danach ging es Schlag auf Schlag. Willsch, Mölders, Marinkovic, zweimal Greilinger, Niemann und ein Eigentor der Gastgeber sorgten für den zweistelligen Sieg der Löwen.

Die Aufstellung der Löwen

Daniel Bierofka schickte am 23.06.2019 folgende Mannschaft des TSV 1860 in Plattling aufs Feld:

Bonmann (46. Hiller) – Weeger (46. Kovacevic), Paul (46. Lang), Wein (46. Siebdrat), Steinhart (46. Wöhrle) – Bekiroglu (46. Seferings), Dressel (46. Willsch), Klassen (70. Niemann); Kindsvater (46. Marinkovic), Ziereis (46. Mölders), Niemann (46. Greilinger)

Der bereits ausgewechselte Niemann wurde also später für Klassen erneut eingewechselt.

Tore:
0:1 Kindsvater (10.), 0:2 Ziereis (15.), 0:3 Ziereis (30.), 0:4 Willsch (54.), 0:5 Mölders (57.), 0:6 Marinkovic (61.), 0:7 Greilinger (67.), 0:8 Greilinger (69.), 0:9 Niemann (75.), 0:10 Gierl (81., Eigentor)