Mit einem glücklichen 1:1-Unentschieden endete das Heimspiel des TSV 1860 München gegen den VfB Stuttgart II am Samstagnachmittag. Nicht nur die Löwen konnten lediglich im zweiten Durchgang überzeugen, auch Schiedsrichter-Novize Cangiz Kabalaki (kicker-Note 4,5) hatte mit der Spielleitung schwer zu kämpfen. In seiner wöchentlichen Kolumne auf liga3-online.de analysiert Ex-Profi-Schiedsrichter Babak Rafati die Entscheidungen von Kabalakli.
Rafati: Zwei Mal Elfmeter – zwei Mal kein Elfmeter
Laut Rafati hätte es auf jeder Seite jeweils einen Elfmeter geben müssen. Einmal für Stuttgart nach dem Zweikampf zwischen Verlaat und Ouro-Tagba, einmal für 1860 beim Vergehen von Torwart Hellstern gegen Niederlechner. Die weiteren Situationen habe Kabalaki richtig entschieden, erklärt Rafati.
Zwei Mal kein Elfmeter
Weder für Philipp gegen Catovic, noch für Niederlechner gegen di Benedetto hätte Rafati einen Strafstoß gepfiffen. Dazu schreibt der ehemalige Profi-Schiedsrichter zum vermeintlichen Foul an Philipp in der Anfangsphase der Partie:
Beim Zweikampf nimmt Catovic den Fuß heraus und spielt/blockt den Ball. Erst danach fällt Philip über den Fuß von Catovic, der kurz zuvor den Ball gespielt hat und kommt anschließend zu Fall. Das Ballspielen kann man auch sehr gut an der Flugbahn des Balles erkennen. Somit liegt eine richtige Entscheidung vor, weiterspielen zu lassen und keinen Elfmeter zu geben.
Zum möglichen Vergehen an Niederlechner erklärt Rafati:
Bei Zweikampf nimmt di Benedetto das Bein heraus und blockt damit den Ball. Erst danach fällt Niederlechner über das ausgestreckte Bein des Verteidigers. Somit ist der Ball Spielobjekt, sodass eine richtige Entscheidung vorliegt, weiterspielen zu lassen und keinen Elfmeter zu geben. Wäre nicht der Ball zuerst gespielt worden, dann wäre es erst ein Foulspiel mit der Folge eines Elfmeters.
Foul von Verlaat an Ouro-Tagba
Beim Einsteigen von Verlaat an Ex-Löwe Ouro-Tagba hätte Rafati jedoch auf den Punkt gezeigt. Er erläutert dies folgendermaßen:
Ouro-Tagba wird vom Gegenspieler Verlaat am Fuß getroffen und kommt dann zu Fall. Das ist ein Foulspiel, da Verlaat eine aktive Bewegung in die Laufrichtung von Ouro-Tagba macht und damit ein Beinstellen zustande kommt. Anders wäre es gewesen, wenn der Angreifer selbst in die Beine von Verlaat gelaufen wäre, ohne dass Verlaat eine aktive Bewegung macht, quasi wenn Verlaat das Bein nicht bewegt hätte und der Angreifer gegen ein mögliches Standbein von Verlaat gelaufen wäre. Eine Fehlentscheidung, keinen Elfmeter zu geben und stattdessen weiterspielen zu lassen.
Niederlechner hätte einen Strafstoß bekommen müssen
Diese Fehlentscheidung wiegt sich aber mit einer ebenso falschen Entscheidung gegen die Löwen auf, als VfB-Keeper Hellstern Löwen-Stürmer Niederlechner zu Fall brachte. Hierzu schreibt Rafati:
Beim ersten Zweikampf ist ein regelwidriger Einsatz von Meyer gegen Philipp nicht erkennbar. Der Angreifer legt sich den Ball aus seitlicher Position etwas zu weit vor und kommt dann beim Versuch, den Ball noch erreichen zu wollen, ein bisschen aus der Balance, sodass alles korrekt ist.
Beim zweiten Zweikampf ist Niederlechner etwas früher am Ball. Keeper Hellstern will sicherlich nur zum Ball, aber steht dann nur im Weg und bringt den Angreifer mit dem Oberkörper zu Fall, indem er ihn am Bein trifft. Somit geht der Keeper ein Risiko ein, was in der Natur der Sache liegt, wenn Keeper einen Moment zu spät zum Ball kommen und das Spielgerät nicht rechtzeitig erreichen. Ja, der Angreifer nimmt diesen Kontakt anschließend clever und dankend an. Dennoch ändert das nichts an der Tatsache, dass dieser Kontakt zu einem Foulspiel wird, sodass es einen Elfmeter hätte geben müssen. Eine Karte wäre nicht notwendig gewesen, da im Kampf um den Ball. Somit keine gelbe Karte und keine rote Karte, weil der Ball nicht mehr vom Angreifer erreicht wäre und somit keine Torchance vereitelt wird. Eine Fehlentscheidung, dennoch, weiterspielen zu lassen und keinen Elfmeter zu geben.











Bla, Bla, Bla….. der Schiri war einfach nur schwach, auch ohne das sinnfreie Nachgekarte des “Schirigurus”