Aus gutem Grund saß am Freitag Mittag bei der Spieltagspressekonferenz des 1. FC Saarbrücken vor dem Gastspiel bei den Löwen (Sonntag, 15 Uhr – im sechzger.de-Liveticker) Ex-Löwe Richard Neudecker neben Interims-Trainer Rüdiger Ziehl auf dem Podium. Naturgemäß richteten die Journalisten zahlreiche Fragen an Richy, die er in – den Löwenfans – bekannter Manier offen und sehr sympathisch beantwortete. Für ihn wird es das erste Mal ein Spiel gegen seinen weiß-blauen Herzensverein im Sechzgerstadion sein.

Unterschiede und Gemeinsamkeiten

In Saarbrücken schätzt man Richy Neudecker bereits nach ein paar Monaten seines Wirkens sehr und weiß, was man an ihm hat. Wie man denn “in zwei so unterschiedlichen Fanlagern” jeweils so beliebt sein könne, wie es dem gebürtigen Altöttinger gelungen ist, wollte Saarbrückens Pressesprecher wissen.

Ich glaub einfach, man muss auf dem Platz alles raushauen. Es geht darum, dass du auf dem Platz immer Gas gibst, immer alles gibst, um der Mannschaft zu helfen. Ich glaube, das erkennen die Fans und dann glaube ich, kann es auch mal passieren, dass man in zwei so verschiedenen Vereinen als beliebt rüberkommt.

Aber sind die Vereine TSV 1860 und Saarbrücken wirklich so unterschiedlich oder ist es eher die Rivalität, die wohl aus den Relegationsduellen von 2018 und natürlich auch aus der Fanfreundschaft zwischen 1860 und Kaiserlautern (einem “Erzfeind” der Saarländer in der Region) rührt, die beide Vereine verbindet – oder eben trennt. Richy Neudecker hat dazu eine interessante Einschätzung:

Grundsätzlich sind auch viele naheliegende Themen da. Beide Vereine sind sehr traditionell geführt. Die Fanbasis ist bei beiden sehr groß, sehr cool und auch – wie gesagt – traditionell. Ich glaube, dass auch der Druck bei beiden Vereinen groß ist und auch immer sehr viel erwartet wird von der Mannschaft. Dass man kämpft und beißt. Die größten Unterschiede: Ich glaube, dass in München alles noch etwas größer ist. Klar, weil die Stadt und Bayern ja an sich einfach ein Riesen-Einzugsgebiet haben. Hier ist alles sehr geballt, sehr eng. Und da ist die Nähe zu den Fans natürlich auch nochmal extrem eng.

Sportliche Einschätzung und Personalthemen

Befragt zur aktuellen sportlichen Situation an der Saar und zur Vorbereitung auf das Gastspiel auf Giesings Höhen, verglich Coach Rüdiger Ziehl die Partie mit dem Spiel des FCS vor zwei Wochen in Dresden, das ja positiv und siegreich gestaltet werden konnte (2:1): “Unser Ansatz wird ähnlich sein.”
Personell muss Saarbrücken auf mehrere Langzeitverletzte verzichten. Stürmer Sebastian Jacob und Mittelfeldspieler Julius Biada fallen aus. Verteidiger Dominik Ernst befindet sich im Aufbautraining und ist noch kein Kandidat für die Reise nach München. Tobias Schwede, ebenfalls ein Abwehrspieler hat aus dem Landespokalspiel der Saarländer unter der Woche (4:0 beim Oberligisten Hertha Wiesbach) eine Verletzung am Knöchel davongetragen und ist ein Wackelkandidat. Der andere Ex-Löwe im FCS-Kader, Adriano Grimaldi hingegen ist am Sonntag eine Option, womöglich sogar für die Startelf.

Sticheleien und Schwächen

Die Abschlussstatements gehörten in der – wie heute Morgen in München – eine gute Viertelstunde dauernden Fragerunde dann wieder dem Spieler auf dem Podium. Befragt nach seinen Erwartungen, einigen Ex-Kollegen am Sonntag Nachmittag zu begegnen und nach möglichen Vorab-Sticheleien z.B. mit Marco Hiller, mit dem er befreundet ist, berichtete Richy:

Wir freuen uns beide, dass wir uns wiedersehen, dass wir endlich mal wieder quatschen können – und zwar nicht nur am Telefon. Aber vor dem Spiel werde ich schon den einen oder anderen Spruch drücken. Ich glaub, das gehört einfach dazu, das soll auch so sein.

Welche Schwächen Neudecker bei Münchens großer Liebe ausgemacht habe und hier berichten könne, wollte ein Teilnehmer der Presserunde auch noch wissen. Bekannt charmant nahm Richy dazu Stellung:

Die Stärken liegen in jedem Fall in ihrer Offensive, sie schießen viele Tore, erarbeiten sich viele Chancen. Aber ich glaube, dass sie auch viele Tore kassiert haben. Und ich glaub, wenn wir dort eine gute Defensivleistung zeigen und ihnen nicht so viele Chancen ermöglichen, dann ist bei uns vorne auf jeden Fall auch was drin. Wir haben auf jeden Fall eine gute Chance, dort was mitzunehmen.

 

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