Vorbericht zur Partie 1. FC Magdeburg – TSV 1860 München

Es ist der fünftletzte Tag im ersten Monat dieses neuen Jahres und die seit sechs Spielen ungeschlagenen Löwen gehen zum ersten Mal in 2021 auf Reisen. Nach jahresübergreifend vier Auftritten im Sechzgerstadion kommt es nun in Sachsen-Anhalt zum Duell 1.FC Magdeburg – TSV 1860 München. Bereits gestern Mittag ist der Bus von der Grünwalder Straße aus Richtung Nordosten gestartet, gut angekommen und Stefan Lex & Co. haben die gerade zu Ende gegangene Nacht vor Ort verbracht.

Bilanz 1.FC Magdeburg – TSV 1860 München

Erst zum zweiten Mal in der Historie tritt eine Mannschaft des TSV 1860 heute Abend im derzeit auf den Namen “MDCC-Arena” hörenden Magdeburger Stadion an, das von den FCM-Fans Heinz-Krügel-Stadion genannt wird – nach dem Trainer, mit dem man 1974 den Europapokal der Pokalsieger gewinnen konnte. Einige Traditionalisten unter den Anhängern bezeichnen ihre Heimstätte auch als Ernst-Grube-Stadion. So hieß der Ground am gleichen Standort, der im Dezember 2006 von dem modernen Neubau abgelöst wurde.

Die sportlichen Erinnerungen der Löwen an das bislang einzige Spiel in Sachsen-Anhalts Hauptstadt sind schlecht. Mit 1:5 unterlag die Mannschaft von Daniel Bierofka am 24. August 2019 vor 16.000 Zuschauern den gerade aus der 2. Liga abgestiegenen Gastgebern. Schon zur Pause stand es 4:0, den Ehrentreffer markierte Markus Ziereis in der Schlussminute. Nachdem die beiden Heimspiele gegen diesen Gegner, genau ein halbes Jahr nach der beschriebenen Packung bzw. im ersten Geisterheimspiel der aktuell laufenden Saison jeweils 1:1 endeten, wäre heute die perfekte Gelegenheit für den ersten Sieg gegen den Club.

Bisheriger Saisonverlauf des FCM

In die Vorsaison waren unsere heutigen Gastgeber noch als Aufstiegsfavorit gestartet, mussten aber bald realisieren, dass eine sofortige Rückkehr in die 2. Liga ein völlig utopisches Ziel darstellte. Meist lag man in der zweiten Tabellenhälfte, in der Rückrunde pendelte man zwischen den Plätzen 13 und 15 und in der Endabrechnung landete man Anfang Juli nur drei Punkte und drei Plätze vor dem bestplatzierten Absteiger aus Chemnitz. Die Ambitionen für die neue Saison, die insgesamt fünfte in der 3. Liga, waren entsprechend deutlich zurückhaltender. Von der Trainern der Konkurrenz hatte die Elbstädter keiner mehr auf dem Aufsteigerzettel, bei den Wettbüros wurde der FCM  – genauso wie unsere Löwen – aber immerhin zum „erweiterten Favoritenkreis“ gerechnet. Zusammen mit weiteren derzeitigen Kellerkindern, wie dem MSV Duisburg und dem FCK.

Holpriger Beginn

Diese positive Einschätzung hat sich dann aber (auch) für Magdeburg schon frühzeitig erledigt. Nach dem unglücklichen Pokalaus – vor übrigens immerhin 5.000 zugelassenen Zuschauern gegen Darmstadt – verlor man zum Saisonstart gleich das prestigeträchtige Sachsen-Anhalt-Derby gegen Halle und wartete dann bis zum 16. Oktober auf den ersten Sieg. Der erfolgte am 5. Spieltag gegen Türkgücü. Ausgerechnet beim Gastspiel auf Giesings Höhen gelang der einzige Punkt in der Anfangsphase der Saison. Nach weiteren Pleiten fand man sich im Spätherbst tief unten im Tabellenkeller wieder. Nur aufgrund der Corona-bedingten Spielabsagen der ebenfalls schwächelnden Konkurrenz blieb die Rote Laterne in der jeweils aktuellen Tabelle meist anderen überlassen. Faktisch konnte Magdeburg aber nur einmal in dieser Saison die Abstiegsränge für eine Woche verlassen.

Zwangspause für den FCM

Die ersten beiden Spielabsagen ereilten den FCM dann im Jahresfinale 2020. Wegen eines positiv getesteten Spielers mussten die Partien des 16. und 17. Spieltags gegen Saarbrücken und in Duisburg abgesagt werden. Beide Spiele sind aber bereits nachgeholt, sodass unser heutiger Gegner in diesem Jahr schon ein ordentliches Pensum von fünf Spielen absolviert hat. Dabei war der Club sogar relativ erfolgreich. Siege in Unterhaching (vor den Augen des anwesenden Löwentrainers) und beim MSV sorgten für Aufwind. Am Samstag folgte mit einer erneuten Niederlage im Derby beim HFC dann allerdings ein Rückschlag. Unsere Löwen bekommen es also auch heute – wie Ende September – mit einem angeschlagenen Derbyverlierer zu tun. Mal sehen, was Köllners Buben aus dieser durchaus komplexen Aufgabenstellung machen.

Steht ein Trainerwechsel bevor?

Vom in der Branche üblichen Reflex, bei Misserfolgen den Übungsleiter zu ersetzen, der auch bei diesem Traditionsverein in der letzten Saison noch auf der Tagesordnung stand, sieht man aktuell noch ab. Nachdem Magdeburger Medien im Saisonverlauf aber immer wieder – zuletzt vor knapp zwei Wochen – Endspiele für Thomas Hoßmang ausriefen, wird die Luft für ihn immer dünner. Mehrmals zog das ostdeutsche Trainerurgestein mit sportlichen Zwischenerfolgen den Kopf nochmal aus der Schlinge. Im Januar mit den beiden oben erwähnten Siegen hintereinander gegen die Münchner Vorstädter und die Zebras. Sollte den FCM aber heute Abend eine Niederlage ereilen, so dürfte es wieder sehr ungemütlich für ihn werden. Am kommenden Wochenende gastiert Magdeburg übrigens bei Viktoria Köln, wo Trainer Pavel Dotchev ja erst am Sonntag seinen Hut nehmen musste. Vielleicht wird dieses Spiel ja dann ein „Duell der neuen Besen“.

Wir bleiben erstmal beim heutigen Spiel. Was in und um das Stadion in Magdeburg passiert, ob es dort ähnlich winterlich ist wie in der Heimat der Löwen, erfahrt Ihr heute ab dem späten Nachmittag im sechzger.de-Liveticker. Wir versorgen Euch wie immer mit zahlreichen Eindrücken vom Gastspiel der Löwen.

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