Als DFB/DFL den Leitfaden zur Wiederzulassung von Stadionbesuchern veröffentlichten, war sechzger.de das erste Medium welches die reduzierte Kapazität des Sechzgerstadions ausrechnete und für die Corona-Zeit das Oly ins Gespräch brachte – eine Aussage, die übrigens auch intern heiß diskutiert wurde: Da bei sechzger.de inzwischen ein gutes halbes Dutzend Leute die Artikel schreiben, gibt es bei uns – natürlich – auch oftmals verschiedene Meinungen.

Inzwischen haben mehrere andere Medien das Olympiastadion ins Gespräch gebracht – und entweder fleißig falsch abgeschrieben, oder den selben Rechenfehler wie auch wir bzw. ich gehabt: Löwenfan Stefan M. hat uns folgenden berechtigten Hinweis in den Kommentarbereich geschrieben:

Eure Berechnung ist möglicherweise nicht ganz richtig, da man evtl andere Grundlagen heran ziehen müsste.
Richtig ist, dass das Sechzger aufgrund von bürokratischen Hürden eine Kapazitäz von 15.000 hat.
Grundlage für die Begrenzug ist die geringe Anzahl an Fluchtwegen.
Die Westkurve müsste demzufolge von deutlich mehr Leuten besucht werden können, jedoch darf jeder Block mit 2 Fluchtwegen nur von 1.100 Leuten belegt werden.
Deshalb dürfte für die Krisenkapazität auch nicht die derzeitige Kapazität angesetzt werden, sondern die bautechnisch machbare, welche man wahrscheinlich in den Unterlagen von 2004/2005 findet.

Ich vermute, dass man hier doch nochmal 1.000 Leute mehr ins Stadion lassen kann, auch ohne die Fluchtweggrenzen zu erreichen.

Das bezieht sich allerdings rein auf die Stadionkapazität. Ob die Corona-bedingten Abstandsflächen etc. – ausführlicher erklärt in diesem Artikel – eingehalten werden können, ist fraglich.

Weitere Haken bei einem möglichen Corona-Oly-Umzug:

– Es kann vermutlich organisatorisch nicht eben nach Corona-Fallzahlen zwischen den Stadien hin- und hergewechselt werden
– Es ist äußerst fraglich, ob es überhaupt eine nennenswerte Anzahl an Löwenfans gibt, die sich mit Maske und Abstand und sämtlichen Sicherheitsvorkehrungen ein Fußballspiel in einer weitläufigen großen Schüssel live ansehen möchte.

Insbesondere für den kommenden Herbst/Winter weisen wir darauf hin, dass mehr als 50% des Stadions nicht überdacht sind. Zudem war das Sechzgerstadion mit seinen 15 000 Plätzen in der abgelaufenen Saison meistens “gerade so” ausverkauft – und wir reden immer noch von Drittligafußball in Corona-Zeiten.

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Leeds United und der TSV 1860 kreuzten in der Champions-League-Qualifikation 2000 die Klingen – die Löwenfans erinnern sich sicherlich. Danach ging es für beide Clubs erst einmal bergab – Leeds hat allerdings gestern wieder den Aufstieg in die Premier-League perfekt gemacht.

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1860-Boxtrainer Ali Cukur ist heute im Radio zu hören – mehr Infos dazu im gestrigen Sechzig@18:60

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