Für all jene Fußballfreunde, die – warum auch immer – die finanzielle Situation der SpVgg Unterhaching im Auge haben, ist der heutige Abend ein besonders bitterer. Denn wenn man an die beiden jüngsten Drittligagastspiele des TSV 1860 im vorstädtischen Sportpark zurückdenkt, dann bleibt natürlich vor allem die Kulisse (und die daraus resultierende Einnahme für die Hachinger), die die Löwenfans dort aufstellten deutlich in Erinnerung. Rund 2.700 Zuschauer bevölkern normalerweise bei einem durchschnittlichen Ligakick den Sportpark. Wenn die Löwen kommen sind es mehr als fünfmal so viele, die die Kassen klingen lassen.

Immerhin 1.500 Zuschauer werden – nach aktuellem Stand, der sich ja in diesen Zeiten stündlich und entscheidend ändern kann – dem Spiel heute Abend live beiwohnen. Ob die gute Idee einiger Löwenfans, sich das Heimspiel der SpVgg gegen Meppen vor zwei Wochen anzusehen (oder sollte man sagen: anzutun), um in der Folge die Chance zu erhöhen auch an Tickets für heute Abend zu gelangen, zum Erfolg führen wird, ist uns nicht bekannt. Auf der Website der Rot-Blauen wurde auf alle Fälle am Freitag Mittag, als bekannt  war, dass zu diesem Spiel Zuschauer zugelassen sein werden, kommuniziert, dass nur rot-blaue Dauerkartenbesitzer Zutritt erhalten werden. Wir von sechzger.de sind aber auf jeden Fall für Euch vor Ort und werden – wie in allen bisherigen Auswärtsspielen der Saison – tickern und Euch mit Bilder versorgen. Unsere Haltung zu der Entscheidung im Münchner Landkreis, eine begrenzte Besucherzahl bei einem Fußballspiel im Freien zuzulassen, haben wir bereits am Freitag Nachmittag hier kommentiert.

Bei den beiden bisherigen Drittligaauftritten im Hachinger Sportpark wurde die anwesende weißblaue Anhängerschar für ihr zahlreiches Erscheinen jeweils belohnt: Sowohl im Herbst 2018 (1:1), als auch im Dezember 2019 (2:3) wusste das Löwenteam dort zu überzeugen und konnte jeweils Zählbares mit nach Giesing nehmen. Besonders spektakulär ging es beim letzten Auftritt zu, als Sascha Mölders in der Nachspielzeit vor der Gästekurve den Siegtreffer markierte und dann in der Ecke zur Gegentribüne die Bierdusche der enthusiastischen Anhänger entgegennahm.

Dieses Ereignis war vor knapp elf Monaten gleichzeitig das erste Auswärtsspiel mit den Löwen für den damals neuen Coach Michael Köllner. Der Löwendompteur erinnert sich noch sehr gut an seine beiden ersten Spiele für 1860 Ende 2019, als zunächst eine sehr gute zweite Halbzeit gegen die Amateure aus der Säbenerstraße gezeigt wurde und dann besagter Lastminute-Sieg in Unterhaching die Löwenfans, wie Köllner es ausdrückt „in Extase versetzte“. Dieses Spiel wird – nach seiner Aussage – auf ewig in seiner Erinnerung bleiben. Da dürfte es jenen Anhängern, die am 1. Dezember 2019 dabei waren, genauso gehen.

Der Blick auf die Statistik der Duelle mit dem aktuellen Kontrahenten, den Ihr von den Vorberichten auf sechzger.de üblicherweise gewohnt seid, wurde bereits zum letzten Heimspiel gegen Haching Ende Juni ausführlich dargestellt. Da das Web nichts vergisst, verweise ich an dieser Stelle einfach auf den entsprechenden Absatz im Vorbericht vom damaligen souveränen 3:0-Sieg, bei dem speziell Dennis Dressel mit seinem Dreierpack alle Löwen vor den TV-Geräten zu begeistern wusste. Trotz der guten Ergebnisse in den letzten eineinhalb Jahren ist unsere Bilanz gegen Haching weiterhin niederschmetternd und bedarf dringender weiterer Korrektur. Mit einem Dreier heute Abend könnten wir im 32. Pflichtspiel gegen die Vorstädter den zehnten Erfolg erringen – das wäre dann schon der fünfte Sieg über den Schwabl-Club seit dem Aufstieg in die 3. Liga, inklusive der Totopokalschlacht aus dem Oktober 2019.

Tagesaktuell treffen heute Abend zwei (leicht) angeschlagene Gegner aufeinander: Unsere Löwen haben in der englischen Woche zwar durchaus Anerkennung für die Leistung gegen den 1. FC Saarbrücken erhalten, die erste Saisonniederlage gegen den Aufsteiger schmerzte dennoch oder gerade deshalb. Die Münchner Vorstädter blicken gar auf zwei Pleiten in Folge zurück (parallel zu den Löwen am Mittwoch Abend gegen Duisburg und am vergangenen Sonntag ebenfalls gegen die Saarländer mit einem Gegentor in letzter Minute). Nach verpatztem Auftakt in Zwickau, aber zwischenzeitlich drei Siegen in Folge wähnte sich die SpVgg schon auf dem Weg nach oben. Gleichwohl in diesen Vorberichten die schlimmsten Fußballphrasen vermieden werden sollen, kann sich der Verfasser an dieser Stelle die Formulierung vom „richtungsweisenden Montagabendspiel“ nicht verkneifen: Mit einem Sieg wäre Haching tabellarisch wieder vorn dabei und würde auch uns Löwen überholen. Mit der dritten Pleite in Serie müsste man sich wohl langsam nach unten orientieren. Ähnliches gilt für den TSV 1860. Wobei wir mit einem Sieg mit zwei Toren Differenz sogar wieder die Tabellenspitze erklimmen könnten.

Traditionell stehen bei den Duellen – auch hier und heute wird von mir der Begriff „Derby“ tunlichst vermieden – zwischen diesen beiden Kontrahenten Akteure auf dem Feld, die bereits für beide Vereine die Fußballstiefel geschnürt haben. Besonders hervorzuheben ist aus dieser Kategorie der in den letzten Monaten stark aufspielende Markus Schwabl. Der Sohn des Hachinger Präsidenten, der auf der rechten Außenbahn zu großer Form aufläuft, hatte obendrein auch schon das Vergnügen unter Löwencoach Michael Köllner zu trainieren. Der Löwentrainer erinnert sich, dass Schwabl, ein „guter Typ“, wie er sagt, als 16- oder 17jähriger  in der Bayernauswahl spielte, die Köllner damals betreute. Aus seiner Nürnberger Zeit kennt Köllner von den rot-blauen Akteuren, die heute Abend auf dem Feld stehen werden, auch noch Lukas Hufnagel und Alexander Fuchs, aus Fürth Paul Grauschopf. Man darf gespannt sein, wer am Montag kurz vor neun mehr Freude am Wiedersehen hatte: Der Coach oder seine diversen ehemaligen Schützlinge.

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