Am Samstag war die Saison für die Löwen vorbei. Gestern traf man sich noch einmal zu einem finalen Training und jetzt hat die Mannschaft erst einmal frei. Es ist Sommerpause. Doch bei mir will sich dieses Gefühl nicht so recht einstellen.

Ein etwas anderes “Sechzig um Sieben”

Ich sitze jetzt hier und kann bestens nachvollziehen, wie sich meine Kollegen Thomas Enn und Stephan Tempel fühlen müssen. Beide schaffen es in unserer Rubrik “Giesinger Gedanken” immer wieder, den Nagel auf den Kopf zu treffen und die Gefühlswelt der Löwenfans passend zu beschreiben. Das machen sie nach einem Spiel des TSV 1860 München, wenn die Eindrücke zeitlich noch nicht lange her sind. Über die Niederlage von Ingolstadt konnte ich bereits eine Nacht schlafen, aber so richtig verdauen kann ich das Erlebte noch nicht.

Ich war für sechzger.de im Stadion und habe alles hautnah miterlebt. Die Rote Karte von Hiller; die Emotionen der Auswechselspieler auf der Tribüne; ein verzweifelter Marco Hiller, der seine Teamkollegen ohne Unterbrechung angefeuert hat. Eine Mannschaft, die in der zweiten Halbzeit in einer schier aussichtlosen Situation alles gegeben hat und drauf und dran war, die Ingolstädter doch noch einmal zu ärgern. Sascha Mölders, der unter Tränen die Torjägerkanone entgegen nahm. Fans, die sich vor dem Stadion (und später auch in Giesing) versammelten und das Team von Michael Köllner begeistert feierten.

Da fühlt sich nichts nach einer Sommerpause an

Normalerweise geben wir in “Sechzig um Sieben” einen Überblick über den Tag und Meldungen vom vergangenen Abend. Ich könnte euch jetzt darüber informieren, dass Eintracht Braunschweig gestern abgestiegen ist und wir folglich in der nächsten Saison im Eintracht-Stadion zu Gast sein werden. Oder, dass Osnabrück in der Relegation auf Ingolstadt trifft. Aber es ist mir irgendwie egal. Es fällt mir schwer, einfach so zur Normalität überzugehen. Zu viele Eindrücke waren es am Samstag, die auf mich einprasselten und ich erst nach und nach verarbeiten kann.

Und nun soll Sommerpause sein. Für gute zwei Monate kein Pflichtspiel unserer Mannschaft, bevor sie Ende Juli erneut in der 3.Liga antritt und einen neuen Anlauf starten wird. Michael Köllner griff bereits zum Rasierer und ist gefühlte 60 Jahre jünger geworden. Das mag für ihn ein guter Abschluss gewesen sein und ein wohlverdienter Start in seinen Urlaub.

Ganz ohne Löwen kann man halt wirklich nicht durchs Leben gehn

Ich habe mir auch gedacht, dass nach dem letzten Saisonspiel etwas Ruhe einkehrt. Dass ich meinen Verein mal kurz etwas aus den Augen verlieren werde und in der Sommerpause den Fokus auf etwas anderes lege. Aber sind wir mal ehrlich: so einfach geht das nicht.

“Ganz ohne Löwen kann man nicht durchs Leben gehn” heißt es in einem Fangesang. Genau das ist es gerade, was mir durch den Kopf geht. Und deshalb werden wir euch auch in der Sommerpause täglich auf dem aktuellen Stand halten. Wir werden weiterhin unser Programm durchziehen, was wir in den letzten Monaten und Jahren hier bei sechzger.de aufgebaut haben. Dank einer tollen Redaktion, dessen Teil ich sein darf. Ein Leben ohne den TSV 1860 München ist für uns alle doch gar nicht denkbar.

Zum Abschluss und zur vielleicht finalen Verarbeitung zeigt euch nachher Bernd Winninger in seiner TAKTIKTAFEL, woran es am Samstag gescheitert ist. Vielleicht kann auch ich dann mit den Geschehnissen vom Samstag abschließen und mich auf eine neue Saison mit unseren Löwen freuen. Ich bin mir sicher, dass diese Mannschaft uns auch in der Spielzeit 2021/22 viel Freude bereiten wird.

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und die Wahl des Schiedsrichters am Samstag bleibt jedenfalls für mich sehr sehr zweifelhaft. er kommt aus dem Bundesland Bayern.

und es gibt in der Vergangenheit ganz einfach viel zu viele Benachteiligungen von uns und da kann mich jetzt jeder schimpfen was zu viel ist ist zu viel. das geht schon jahre gegen uns. ob frau Steinhaus mehrfach oder jetzt eben am Samstag oder vieles andere mehr. wenn man dann betrachtet wie andere Vereine mehrfach Glückliche Entscheidungen für sich ausgelegt bekamen, dann muss man ganz einfach festhalten: irgendwas stimmt hier nicht. da greifft dann auch keine ausgleichende Gerechtigkeit mehr.

man kann ein sollch wichtiges Spiel auch mit sowas in eine ganz bestimmte Richtung lenken.

ich kann auch nicht mit Samstag abschließen. ich kann einfach nicht damit umgehen, weil es zu bitter ist. ich schätze, nach wie vor das Spiel als verpfiffen, verschoben ein. das ist das was bei mir hängen bleibt. noch viele Jahre. genauso wie ich mich heute noch frage wie Ortega in Heidenheim diesen Ball kasieren konnte aus gefühlt 40 Metern, oder ob es nicht doch Absicht war. will ich ihm und niemandem sonst unterstellen, aber ich frage mich das halt. und ob es mit der szene am Samstag gegen Marco nicht einfach gewollt war uns die Chance zu nehmen über die Religation auf zu steigen. vielleicht wurde Ingolstadt ja doch geholfen, wer weiss das?