In letzter Zeit war die ARGE des TSV 1860 immer wieder Thema in der Öffentlichkeit. Wie Anfang März bekannt wurde, trat der langjährige Vorsitzende Gerhard Schnell von seinem Amt zurück. Nun hat sich die ARGE der Fanclubs des TSV 1860 München in einer Stellungnahme geäußert.

ARGE vom TSV 1860 mit Fragen konfrontiert

Zuletzt veröffentliche der Fanclub Blue Power Binatal einen Fragenkatalog, der direkt an die neue Vorstandschaft der ARGE des TSV 1860 München gerichtet war. Diese hat nun eine Stellungnahme veröffentlicht, die wir im Folgenden dokumentieren.

Stellungnahme der ARGE der Fanclubs des TSV 1860 München eV

Liebe Regionsbeauftragte, liebe ARGE-Mitglieder,

wie sich bei vielen von Euch wahrscheinlich schon herumgesprochen hat, ist der langjährige 1. Vorstand der ARGE, Gerhard Schnell, wie von ihm schon im letzten Jahr angekündigt worden ist, kürzlich von seinem Amt zurückgetreten. An dieser Stelle möchten wir Euch mitteilen, dass Gerhard zzt. gesundheitlich sehr stark angeschlagen ist und sich deshalb in stationärer Behandlung in einem Krankenhaus befindet. Wünschen wir ihm baldige Genesung.

Zur Fortführung der laufenden Vereinsgeschäfte war es deshalb zwingend erforderlich, möglichst zeitnah einen Nachfolger als 1. Vorstand zu wählen. Bereits am 15. März 2021 hat deshalb der Vorstand der ARGE im Wege einer Online-Wahl Richard Bartl als neuen 1. Vorsitzenden gewählt. Seit dem 23. März ist dieses Wahlergebnis im Umlaufverfahren nach erfolgter Auszählung der im Rahmen einer Briefwahl eingegangenen Stimmzettel bestätigt worden und kann somit auch als offiziell bekannt gegeben werden.

Richard Bartl, der seit 30 Jahren Mitglied im zweitältesten ARGE-Fanclub, dem Löwenclub Dachau ist und dort neben dem 1. Vorsitzenden Herbert Gertitschke zeitweilig auch stellvertretender Vorstand des Fanclubs war, hat mithin am 23. März 2021 die Nachfolge seines Vorgängers Gerhard Schnell für dessen restliche Amtszeit angetreten.

Wir gratulieren Richard Bartl zu seiner Wahl und wünschen ihm alles Gute und das nötige Quäntchen Glück das man immer braucht, um „gemeinsam für Sechzig“ erfolgreich zu sein.

Wir wurden von verschiedenen Seiten gefragt, warum eine frühzeitigere Information der Regionsbeauftragten über die Wahl von Richard Bartl zum 1. Vorstand der ARGE bisher nicht erfolgt ist. Aufgrund des vorstehend aufgeführten Sachverhalts war dies aus Rechtssicherheitsgründen nicht möglich,

Des Weiteren wurde die Frage an den ARGE-Vorstand gestellt, nach welchen Kriterien die Ersatzmitglieder der ARGE-Vorstandschaft für den zurückgetretenen 2. Vorstand im Oktober 2020 sowie jetzt für den zurückgetretenen 1. Vorstand ausgesucht und gewählt wurden und weshalb die freiwerdenden Posten nicht von Mitgliedern des gewählten Vorstands übernommen wurden. Diese Frage ist ganz einfach zu beantworten, weil sowohl bei der Ersatzwahl für den 2. Vorstand als auch bei der jetzigen Wahl für den 1. Vorstand von den übrigen ARGE-Vorständen niemand bereit war, den freiwerdenden Posten zu besetzen. Kandidaten für ehrenamtliche Posten sind in Zeiten wie diesen nicht so leicht zu finden.

In der letzten Zeit sind von einigen ARGE-Mitgliedern eine Vielzahl von weiteren Fragen an den ARGE-Vorstand gerichtet worden, die innerhalb von wenigen Tagen beantwortet werden sollten. Wir möchten in diesem Zusammenhang darauf hinweisen, dass die Beantwortung all dieser Fragen aus dem Stand heraus nicht so ohne Weiteres möglich ist, da sie zum Teil umfassende Recherchen bzw. Rücksprachen mit beteiligten Personen erfordern. Wir werden trotzdem – soweit dies möglich ist – versuchen, zumindest einen Teil dieser Fragen nachstehend zu beantworten.

Zur angesprochenen „Vermögenslage“ der ARGE ist zu bemerken, dass in den ARGE-Mitgliederversammlungen die jeweils zum Zeitpunkt des Abhaltens der Versammlungen gewählten Kassenprüfer ihre Kassenprüfungsberichte vorgetragen haben und es dabei zu keinen Beanstandungen kam. Die jeweiligen ARGE-Vorstandsmitglieder wurden dabei seit dem Jahr 1999 bei jeder Versammlung entlastet, in den Versammlungen der letzten Jahre seit 2015 sogar jeweils ohne Gegenstimmen. Das ARGE-Konto weist zum 24.03.2021 lt. Auskunft des Kassiers der ARGE einen Guthabenstand von € 8.732,69 aus. Aus den Mitteln der Beiträge der ARGE-Fanclubs in Höhe von jeweils € 45,– im Jahr werden u.a. Versicherungsverträge, Steuerberaterkosten, Geschenke (z.B. Porzellanlöwen) und Urkunden zu Fanclubjubiläen sowie Fanartikel bei Besuchen von Regions- und Fanclubveranstaltungen bestritten. Zudem wurden im letzten Jahr von der ARGE Herz-Dauerkarten für das Grünwalder-Stadion zur Unterstützung der 3.-Liga-Mannschaft der Löwen erworben. Auch in diesem Jahr wurden 60 Eintrittskarten für das Heimspiel gegen Unterhaching unter dem Motto „Macht das Sechzger voll“ gekauft. In der 4. Liga-Zeit wurden im Übrigen jedem Fanclub zu jedem Heimspiel 1 Exemplar des Stadionheftes übersandt. Die Kosten für den Versand an die Fanclubs und zum Teil auch für die Hefte selbst trug die ARGE. Es wird hier ausdrücklich darauf hingewiesen, dass alle Vorstandsmitglieder der ARGE ehrenamtlich arbeiteten bzw. arbeiten. Alle Vorstandsmitglieder haben im Übrigen versichert, dass sie weder finanzielle noch materielle Zuwendungen sowohl aus dem ARGE-Budget als auch von 3. Seite erhalten haben. Es wurden auch keine Zusatzerträge von Vorstandsmitgliedern aus der Kartenbesorgung bzw. einem evtl. Weiterverkauf von Eintrittskarten für Heim- und/oder Auswärtsspiele erzielt. Klargestellt wird auch, dass es nicht den Tatsachen entspricht, dass das anlässlich des Trainingslagers im Spätsommer 2020 gecharterte Flugzeug mit Banner aus Mitteln der ARGE finanziert wurde. Seit der letzten Mitgliederversammlung der ARGE, die aus Pandemie-Gründen leider schon vor über 2 Jahren im Herbst 2018 stattfand, wurden die Kasse sowie die Einnahmen- und Ausgabenbelege der ARGE planmäßig laufend ohne Beanstandungen von den gewählten Kassenprüfern geprüft, letztmals im Oktober 2020.

Wir möchten nun zu der in letzter Zeit in verschiedenen Medien vorgetragenen Kritik in Richtung eines ehemaligen ARGE-Vorstands Stellung nehmen. Wir haben die Kritik zur Kenntnis genommen, können aber zum jetzigen Zeitpunkt noch keine abschließenden Aussagen hierzu treffen, da uns trotz mehrmaliger Nachfrage unsererseits bisher weder die entsprechenden Nachweise zu den Vorwürfen vorliegen noch wir deren konkreten Inhalt kennen. Hier wissen anscheinend die Fragesteller mehr als wir. Der Vorstand der ARGE ist aber trotzdem in seinen Gesprächen zu dem Ergebnis gekommen, dass eine lückenlose Aufklärung aller gegen die ARGE vorgetragenen Vorwürfe nicht zuletzt auch zum Eigenschutz dringend erforderlich ist. Aus diesem Grund wurde einstimmig beschlossen, sich allen Vorwürfen zu stellen und einer unabhängigen Kommission, deren Mitglieder im Einzelnen noch zu bestimmen sind, die Möglichkeit zu geben, alle Informationen zu sammeln und die Vorwürfe anhand der einzuholenden Unterlagen einer eingehenden Überprüfung zu unterziehen. Hier würden wir begrüßen, dass gerade die Vorstände der Fanclubs, die mit ihren auch in der Öffentlichkeit diskutierten Schreiben Fragen zu verschiedenen Punkten gestellt haben, sich als Mitglieder dieser Kommission zur Verfügung stellen würden, um gemeinsam mit den Verantwortlichen der ARGE-Führung die Angelegenheit zu besprechen bzw. zu klären. Die Auswahl der weiteren Kommissionsmitglieder würden sodann in enger Abstimmung mit den Fragestellern erfolgen. Soweit weitere Vorstandsmitglieder der ARGE zu Rate gezogen werden sollen, stehen diese selbstverständlich für eine Aufklärung ebenfalls zur Verfügung.

Die Frage nach der exakten Anzahl der Fanclubs kann derzeit noch nicht abschließend beantwortet werden. Der Grund liegt darin, dass gem. der ARGE-Satzung der Beitrag der ARGE-Fanclubs eine Bringschuld ist, d.h. die Fanclubs sich mit ihrem Beitritt zur ARGE verpflichten, ihre Beiträge auch ohne ausdrückliche Aufforderung bzw. Mahnung seitens der ARGE-Führung zu entrichten. Ein Großteil der Fanclubs kommt dieser Verpflichtung nach und hat der ARGE-Vorstandschaft Abbuchungs- oder Lastschrifteinzugsermächtigungen erteilt. Die Beiträge wurden und werden demnach bei den betreffenden Fanclubs, die solche Ermächtigungen erteilt haben, zum Ende Juni des jeweiligen Jahres eingezogen. Dabei handelt es sich überschlägig um ca. 310 Fanclubs, bei denen die Beiträge eingezogen wurden. Die restlichen Fanclubs zahlen ihren Beitrag zum Teil seit Jahren oder sogar Jahrzehnten zu den unterschiedlichsten Terminen, viele im Laufe des Jahres, manche auch erst zum Jahresende. Zutreffend ist, dass es auch Fanclubs gibt, die Ihre Beiträge trotz Mahnungen überhaupt nicht mehr gezahlt haben, ohne dass hierbei in letzter Konsequenz die Beiträge auf dem Klageweg geltend gemacht worden sind. Nachdem es sich bei vielen der säumigen Zahler um Fanclubs handelt, bei denen wir der Ansicht sind und waren, dass sie gegen den eingeschlagenen Kurs der ARGE Bedenken haben, wurde versucht, über die Regionsbeauftragten bzw. zum Teil auch über direkte Mahnungen bei den Fanclubs doch noch eine Zahlung der Beiträge zu erreichen. Bei einigen der Fanclubs ist das auch gelungen. Die anderen Fanclubs sind jedoch trotz unserer Zahlungsaufforderungen ihrer Beitragspflicht nicht nachgekommen. Die gem. Satzung eigentlich vorgesehenen Vereinsausschlussverfahren bei Beitragsrückständen von 2 Jahresbeiträgen wurden bisher nicht durchgeführt, nicht zuletzt auch um sich nicht dem Vorwurf auszusetzen, dass die ARGE-Führung ihre Kritiker aus der ARGE entfernen möchte. Wie uns ein ehemaliges Vorstandsmitglied der ARGE bestätigte, wurden aber auch in früheren Zeiten Vereinsausschlussverfahren von ARGE-Vereinen, die mit ihren Beiträgen rückständig waren, nur sehr selten durchgeführt. Die diesbezüglich nicht ganz unbegründete Kritik an dieser Vorgehensweise werden wir aber zum Anlass nehmen, nach Prüfung der Sach- und Rechtslage für den Fall der weiteren Nichtentrichtung der Beiträge gegen die jeweiligen säumigen Fanclubs ein Vereinsausschlussverfahren einzuleiten.

Abschließend möchten wir noch bemerken, dass der aktuelle Vorstand der ARGE mit Ausnahme des 1. Vorstands und des Behindertenbeauftragten zur nächsten Wahl nicht mehr antreten und den Weg für frische Kräfte zur Reorganisation der ARGE freimachen wird. Wir werden deshalb auch alles versuchen, die aufgrund der pandemischen Lage bisher nicht mögliche ARGE-Mitgliederversammlung mit Neuwahlen so bald als möglich auszurichten. Sollte eine Präsenzveranstaltung auch in absehbarer Zeit nicht möglich sein, werden wir ersatzweise einer virtuelle Versammlung mit Online-Wahlen alt. Umlaufverfahren mit Briefwahl in Erwägung ziehen.

Einmal Löwe, immer Löwe

Die ARGE Vorstandschaft

Richard Bartl, Franz Hell, Tscharlie Beck, Michael Beck, Oliver Lilienthal, Johannes Schencking, Robert Schuller, Peter Vogl

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