Stellungnahme der FDS zur Löwenumfrage 2.0

Der TSV 1860 München hat Anfang des Jahres eine große Umfrage unter den Löwenfans gemacht. Nun wurde vor wenigen Tagen die große Löwenumfrage 2.0 vorgestellt. Diese hat nicht wenige Löwenfans gelinde gesagt irritiert. Befragt werden bei der Umfrage unter anderem Optionen zum Stadion. Die Frage, ob man den Umbau des Sechzgerstadions, oder lieber ein eigenes Stadion für den TSV 1860 an einem neuen Standort für geeignet hält, hat nicht bei wenigen Löwenfans kopfschütteln verursacht.

Nun haben sich auch die Freunde des Sechzger´Stadions mit einer Stellungnahme auf Facebook zu Wort gemeldet. Die Stellungnahme im Wortlaut:

Stellungnahme zur Löwenumfrage 2.0

Wie Ihr sicher mitbekommen habt, läuft derzeit eine Umfrage der TSV 1860 München GmbH & Co. KG in Zusammenarbeit mit INNOVATION PARTNERS. In der Löwenumfrage 2.0 geht es unter Anderem um das Thema Spielstätte.

Grundsätzlich ist es natürlich lobenswert, dass Vereinsmitglieder und Fans nach ihrer Meinung gefragt werden. Gerade beim TSV 1860 München war das in der Vergangenheit viel zu selten der Fall. Jedoch sollte eine solche Umfrage auch gewissen Qualitätskriterien erfüllen, was bei der Löwenumfrage 2.0 nur bedingt der Fall ist. Einige Fragen bzw. die damit verbundenen Antwortmöglichkeiten verursachen bei uns doch ziemliches Kopfschütteln. Über die Frage, ob man Fan des TSV 1860 München wäre (wer sonst sollte bitte daran teilnehmen?) kann man ja durchaus schmunzeln. Andere Fragestellungen hingegen sind einfach nur ärgerlich und aus unserer Sicht auch riskant.

Unsere Hauptkritikpunkte wollen wir daher an dieser Stelle nennen und begründen:
Fragen 13 und 14 („In Deutschland gibt es verschiedene Fußballstadien mit Stärken und Schwächen. Welche Aspekte sind für Dich besonders wichtig?”):

Mögliche Antworten sind hier unter Anderem Vollüberdachung, VIP-Bereich und Möglichkeiten für Menschen mit Behinderung. Diese Kriterien sind Zulassungsvoraussetzungen für Spielstätten der 1. und 2. Bundesliga und im Falle eines Aufstiegs ohnehin nicht verhandelbar. Wie viele Umfrageteilnehmer diese Kriterien für wichtig erachten, ist daher völlig irrelevant.

Eine weitere Antwortmöglichkeit lautet TSV 1860 München als Eigentümer. Es wird also eine Option ins Spiel gebracht wird, die auf Grund der wirtschaftlichen Lage der KGaA auf absehbare Zeit völlig unrealistisch ist. Und welche Zuschauerkapazität genau sich hinter der Antwort Kapazität (Platz für alle Löwenfans) verbergen soll, wird wohl das Geheimnis der Ersteller dieser Umfrage bleiben.

Frage 16 („Welche Zuschauerkapazität für ein Stadion des TSV 1860 München hältst Du auf lange Sicht für richtig?“)

Die Frage nach der gewünschten Stadionkapazität wird hier zwar präzisiert, indem unterschiedliche Kapazitäten zur Auswahl stehen. Wünschenswert wären hier aber Auswahlmöglichkeiten gewesen, die zumindest ansatzweise realistisch sind.

Frage 17 („Würdest Du zukünftig lieber im Stadion essen und trinken, wenn der TSV 1860 München an den Umsätzen beteiligt wäre?“)

Auch hier wird eine Frage gestellt, die einfach nur irrelevant ist. In keinem Stadion in München gäbe es die Option, den TSV 1860 an den Gastronomieumsätzen zu beteiligen. Im Grunde geht es also einzig darum, ob der TSV 1860 München ein eigenes Stadion bauen soll. Nachdem genau danach im weiteren Verlauf der Umfrage gefragt wird, hätte man sich diesen Punkt auch einfach sparen können.

Frage 18 („Die Landeshauptstadt München erwartet vom TSV 1860 München eine Haltung zum geplanten Umbau des Städtischen Stadions an der Grünwalder Straße. Vorneweg ist zu erwähnen, dass nach aktuellem Kenntnisstand der geplante Umbau lediglich für die Lizenz zur 2. Bundesliga ausreichen könnte. Was meinst Du?“)

Die Fragestellung suggeriert, dass im Falle eines Umbaus der Spielbetrieb in der 1. Bundesliga nicht möglich wäre. Derzeit unterscheiden sich die Anforderungen der DFL für Spielstätten der 1. und 2. Bundesliga aber nur marginal. Lediglich bei Flutlicht, Flächen für die TV-Produktion und Parkplätzen für Medienvertreter sind die Anforderungen in der 1. Bundesliga etwas höher als in der 2. Liga.

Sollte das Stadion an der Grünwalder Straße zweitligatauglich ertüchtig werden, wäre nach unserer Überzeugung auch ein Spielbetrieb in der 1. Liga grundsätzlich möglich. Darauf wird in der Fragestellung aber leider nicht eingegangen.

Wie schon erwähnt, begrüßen wir ausdrücklich, dass der TSV 1860 München seine Fans um deren Meinung fragt. Wegen der genannten Schwächen dieser Umfrage sehen wir aber das große Risiko, dass die Ergebnisse am Ende falsch interpretiert und Schlussfolgerungen gezogen werden könnten, die mit der eigentlichen Meinung der Teilnehmer nicht im Einklang stehen.

6 KOMMENTARE

  1. Habe bei der Umfrage leider auch mitgemacht, und man hat nur bedingt die Möglichkeit seine Meinung richtig wiederzugeben.

    Eine Frage fehlte mir:
    60 München Deutscher Meister oder Platz 4 in Liga 3, was meinst du?

  2. zugegeben: einige werden mich jetzt für einen Spinner halten:
    Frage:
    meinst Du wirklich, dass 18.000 oder etwas mehr Kapatität für “jede Liga” reichen würden? erste Liga (wo ich hinn will) 18.000 Zuschauer. schön wärs ja.

    • Es ist doch klar dass jeder Fan und Funktionär gerne einmal ( wieder) erste Liga erleben will. Doch die Realität heißt 3. Liga mit guten Chancen nächste Saison unter den ersten drei zu landen . Vertrauen wir doch MK und diesem doch ordentlichen Kader mit so vielen jungen Talenten. Mit noch ein zwei Verstärkungen und gesunden Moll wird das Team weiter zusammenwachsen und aus Fehlern lernen. Geduld ist des Löwen Ungeduld…und zum Stadion: Ja es reichen auch 18 000 in der zweiten oder ersten Liga. Falls eines fernen schönen Tages der regelmäßige Kartenzuspruch so immens werden sollte, dann kann man immer noch neu planen falls es finanzielle Möglichkeiten dazu gibt. Sechzig sollte NIE WIEDER über seine Verhältnisse leben und den Profis oder Trainern für kurzfristig möglichen „Erfolg“ Geld Zuviel bezahlen.
      Schaut Eich Lauern an, Schalke, HSV oder andere. Wir sollten vernünftig bleiben und dazu gehört jetzt der schnellstmögliche moderne Umbau der Stadt zum Sechzger-Stadion, keine neue Stadiondiskussion wo so wichtige Maßnahmen und Entscheidungen anstehen ! ELIL

  3. Der Verein samt KGaA Leitung wird vor der Stadtratsentscheidung Mitte April zu Finanzierung und Umbaustart usw. nach vier Jahren Vorbereitung und Planung hin zum Stadtratsbeschluss
    kaum etwas anderes verfolgen, da der erhoffte Wiederaufstieg 2022 dann möglichst rasch auch das entsprechende Zweitligastadion benötigt. Es geht wohl um die Kosten für MVG und künftige Miete und hier sollte man auch klar Position beziehen im Sinne der treuen 11 000 Dauerkartenkäufer und 23 000 Vereinsmitglieder : pro Umbau GWS so schnell als möglich !
    Ein vollüberdachtes modernes Sechzger mit dann 7000 Sitzplätzen und 900 B-Seats, Rolli- Plätzen und 18 000 Kapazität reicht in jeder Liga, da die Fernseh- und Sponsorengelder in höheren Ligen entscheiden für verbesserte Wirtschaftlichkeit werden. Angebot und Nachfrage !
    BAUT DAS SECHZGER AUS, jetzt !

  4. wenn wie dort geschrieben steht, die Stadt München nur für die lizensierung für die zweite Liga umbauen möchte sehe ich keinen Fehler an dieser besagten Fragestellung. die Fragestellung müsste wenn schon an die Stadt München gestellt werden: Warum denn überhaupt nur an eine lizensierung des Stadions für die zweite Liga gedacht ist? und ob denn wirklich auch weiterhin mit drei Vereinen im Stadion geplant wird? es gibt Städte im Ausland, wo mehrere Vereine in einer Stadt in verschiedenen Stadien hochklassig spielen.
    außerdem sehe ich unseren Verein nicht als einen Verein an, wo sehr vieles (vorallem in den letzten Wochen) von allen möglichen Gruppen öffentlich hinterfragt wird. das schadet uns mehr, als es uns nutzt.

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